Jüdischer Friedhof Schwarzrheindorf (Bonn)
Mit dem ältesten erhaltenen Grabstein von 1623 ist der jüdische Friedhof in Bonn-Beuel (Schwarzrheindorf) der älteste erhaltene jüdische Friedhof Bonns — ein denkmalgeschütztes Ensemble von rund 445 Gräbern in der Rheinaue. Diese Seite ordnet Geschichte, Bedeutung und Besuch ein.
- Ältester Grabstein1623 (mittelalterliche Nutzung vermutet)
- Gräberrund 445, aus dem 17. bis 20. Jahrhundert
- Belegungbis 1872 für den gesamten Bonner Raum
- LageBonn-Beuel, Schwarzrheindorf, unmittelbar am Rhein
- Denkmalgesamter Friedhof denkmalgeschützt
- Ruherechtjüdische Gräber sind auf Dauer angelegt
Geschichte: der älteste erhaltene jüdische Friedhof Bonns
Die genaue Entstehung des Friedhofs ist unklar; eine mittelalterliche Nutzung wird vermutet. Die durch Hochwasser begünstigte Lage direkt am Rhein erschwert eine genaue Datierung. Eine Bestattung aus dem Jahr 1361 ist nicht mehr erhalten — der älteste nachweisbare Grabstein stammt aus dem Jahr 1623.
Bis 1872 wurden hier alle Juden aus dem Bonner Raum beigesetzt. Mit der Eröffnung des jüdischen Friedhofs an der Römerstraße 1873 fanden in Schwarzrheindorf nur noch die jüdischen Bürgerinnen und Bürger der Beueler Synagogengemeinde ihre letzte Ruhe. Heute ist der Friedhof für Neubelegungen geschlossen und steht als denkmalgeschützter Gedenkort in Obhut der Stadt Bonn; rund 445 Gräber aus dem 17. bis 20. Jahrhundert sind erhalten.
Bedeutung
Der Friedhof gilt fachlich als eines der bedeutendsten erhaltenen Zeugnisse jüdischen Lebens im Rheinland: In einer umfassenden Dokumentation wurde der Bestand als eines der größten und epigraphisch bedeutendsten Grabstein-Ensembles des 17. und 18. Jahrhunderts am Rhein nördlich von Worms eingeordnet. Die Inschriften sind eine wichtige Quelle zur Geschichte der jüdischen Gemeinden der Region.
Während des Zweiten Weltkriegs wurde das Gelände durch militärische Anlagen schwer beschädigt; der gesamte Friedhof steht heute unter Denkmalschutz.
Besuch
Nach jüdischem Verständnis sind Gräber auf Dauer angelegt — eine Wiederbelegung wie auf vielen anderen Friedhöfen gibt es nicht. Jüdische Friedhöfe sind Orte der Ehrfurcht; dieser Friedhof ist heute frei zugänglich, aus Respekt vor der Totenruhe wird Männern das Tragen einer Kopfbedeckung empfohlen. Hinweise zu Ansprechpartnern und Zugang gibt die Stadt Bonn.
Einen Überblick über das Bonner Friedhofswesen und die übrigen Friedhöfe der Stadt findest du auf unserer Seite Friedhöfe in Bonn.
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- Stadt Bonn: Jüdischer Friedhof Schwarzrheindorf
- Übersicht & Dokumentation: Jüdischer Friedhof (Schwarzrheindorf) — Übersicht
Wir ordnen den jüdischen Friedhof Schwarzrheindorf historisch ein. Hier finden keine Neubestattungen mehr statt; Pflege und Obhut liegen bei der Stadt Bonn (Ansprechpartner für Besuch). Keine Rechtsberatung. Stand der Seite: Juni 2026. Mehr zu unserer Methodik.