Vorsorge — Alles regeln, bevor es nötig wird

Vorsorge bedeutet, heute die Entscheidungen zu treffen, die morgen andere für dich treffen müssten. Patientenverfügung, Vorsorgevollmacht, Testament und Bestattungsvorsorge — hier findest du alles, was du brauchst, um deine Angelegenheiten geordnet zu hinterlassen.

Das Wichtigste zur Vorsorge

Vorsorge-Themen im Überblick

Jedes Dokument erfüllt einen anderen Zweck. Zusammen bilden sie dein persönliches Vorsorge-Netz. Klicke auf ein Thema, um alles Wichtige zu erfahren.

Patientenverfügung

Lege fest, wie du medizinisch behandelt werden möchtest, wenn du selbst nicht mehr entscheiden kannst. Rechtlich bindend nach § 1827 BGB.

Patientenverfügung erstellen →

Testament

Bestimme selbst, wer dein Vermögen erbt. Ohne Testament greift die gesetzliche Erbfolge — Freunde, Stiefkinder oder gemeinnützige Organisationen gehen leer aus.

Testament verstehen →

Sterbegeldversicherung

Sichere deine Bestattungskosten ab, damit deine Angehörigen nicht finanziell belastet werden. Versicherungssummen von 3.000 bis 15.000 Euro, ab ca. 8 Euro im Monat.

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Bestattungsvorsorge

Lege Bestattungsart, Friedhof und Trauerfeier zu Lebzeiten fest. Bestattungsvorsorgevertrag, zweckgebundenes Sparen oder Treuhandverwaltung — welcher Weg passt?

Bestattungsvorsorge planen →

Sorgerechtsverfügung

Für Eltern minderjähriger Kinder: bestimme den Wunsch-Vormund, falls beide Eltern versterben. Verhindert eine gerichtliche Vormundschaft gegen die Familienwünsche (§ 1782 BGB).

Sorgerecht regeln →

Digitaler Nachlass

Wer kennt deine Passwörter, dein E-Mail-Postfach, deine Online-Konten? Strukturiere deinen digitalen Nachlass, bevor deine Vertrauensperson davor steht.

Digitalen Nachlass regeln →

Vorsorge für Alleinstehende

Single, kinderlos oder ohne nahe Familie? Wer entscheidet im Notfall, wer erbt, wer organisiert die Bestattung? Spezial-Pillar für Vorsorge ohne Standard-Netz.

Vorsorge allein leben →

Sozialbestattung

Wenn die Bestattungskosten die Familie überfordern, kann das Sozialamt nach § 74 SGB XII einspringen. Anspruchsvoraussetzungen, Antrag, Schonvermögen.

Sozialbestattung beantragen →

Was passiert ohne Vorsorge?

Konsequenzen, wenn keine Patientenverfügung, kein Testament, keine Vollmacht existiert. Vom Betreuungsgericht bis zur Ordnungsamtsbestattung — Schritt für Schritt.

Risiken ohne Vorsorge →

Vorsorge, wenn du allein lebst

Ohne Partner oder Familie in der Nähe stellt Vorsorge andere Fragen: Wer entscheidet im Notfall, wer erfährt vom Todesfall, wer setzt deine Wünsche um? Der Leitfaden für Alleinlebende.

Vorsorge für Alleinlebende →

Warum Vorsorge?

Niemand beschäftigt sich gerne mit dem Ernstfall. Aber: Der Ernstfall hält sich nicht an Pläne. Ein Unfall, ein Schlaganfall, eine plötzliche Erkrankung — und von einem Moment auf den anderen müssen andere Menschen Entscheidungen treffen, die eigentlich deine sind.

Die Zahlen sprechen eine klare Sprache

Vorsorge ist kein Zeichen von Pessimismus. Es ist ein Akt der Fürsorge — für dich selbst und für die Menschen, die dir am nächsten stehen.

Gut zu wissen: Seit 2023 haben Ehepartner ein gesetzliches Notvertretungsrecht (§ 1358 BGB) — aber nur für akute Gesundheitsangelegenheiten und längstens sechs Monate. Es ersetzt keine Vorsorgevollmacht: Für Vermögen, Behörden, Bank, Verträge oder längerfristige Entscheidungen gilt es nicht. Fehlt die Vollmacht, bestellt dafür das Betreuungsgericht einen Betreuer — das überrascht viele Paare.

Vorsorge-Checkliste

Diese Dokumente bilden die Grundlage einer vollständigen Vorsorge. Du musst nicht alles auf einmal erledigen — aber jedes einzelne Dokument macht einen Unterschied.

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Bestattungsvorsorge — Was ist das?

Bestattungsvorsorge umfasst alle Maßnahmen, die du zu Lebzeiten triffst, um deine Bestattung zu regeln und die Kosten abzusichern. Das Ziel: Deine Angehörigen sollen im Trauerfall nicht unter Zeitdruck schwierige Entscheidungen treffen und hohe Kosten tragen müssen.

Die drei Säulen der Bestattungsvorsorge

1. Bestattungsverfügung: In einer Bestattungsverfügung hältst du fest, wie du bestattet werden möchtest. Erdbestattung oder Feuerbestattung? Welcher Friedhof? Welche Musik bei der Trauerfeier? Diese Wünsche sind für deine Angehörigen eine große Entlastung.

2. Bestattungsvorsorgevertrag: Mit einem Bestattungsvorsorgevertrag regelst du die Details deiner Bestattung direkt mit einem Bestatter. Du legst fest, welche Leistungen erbracht werden sollen, und zahlst diese ganz oder teilweise im Voraus. Der Vertrag ist zweckgebunden — das bedeutet, das Geld wird ausschließlich für deine Bestattung verwendet. Das ist besonders wichtig für Menschen, die Sozialleistungen beziehen, denn ein Bestattungsvorsorgevertrag zählt als Schonvermögen.

3. Sterbegeldversicherung: Eine Sterbegeldversicherung zahlt im Todesfall eine vereinbarte Summe an deine Angehörigen. Diese können das Geld frei verwenden — für den Bestatter, die Trauerfeier, Grabpflege oder andere Kosten. Anders als beim Bestattungsvorsorgevertrag bist du nicht an einen bestimmten Bestatter gebunden.

Was kostet eine Bestattung?

Die Kosten für eine Bestattung variieren erheblich. Eine einfache Feuerbestattung beginnt bei etwa 3.000 Euro. Eine klassische Erdbestattung liegt im Durchschnitt bei 6.000 bis 8.000 Euro. Aufwendigere Bestattungen mit individueller Trauerfeier, besonderem Grabstein und mehrjähriger Grabpflege können 10.000 bis 15.000 Euro und mehr kosten.

Seit 2004 zahlen die gesetzlichen Krankenkassen kein Sterbegeld mehr. Wer die Kosten rechtlich tragen muss, hängt vom Einzelfall ab: Grundsätzlich tragen die Erben die Beerdigungskosten (§ 1968 BGB); daneben können der Auftraggeber der Bestattung und nach Landesrecht bestattungspflichtige Angehörige in der Pflicht sein. Ist die Kostentragung nicht zumutbar, kann das Sozialamt die erforderlichen Kosten übernehmen (§ 74 SGB XII). Praktisch kommt die Rechnung schnell: Der Bestatter stellt seine Rechnung in der Regel innerhalb von zwei Wochen. Friedhofsgebühren und Steinmetzkosten folgen kurz darauf.

Tipp: Wer seine Bestattungskosten absichern möchte, hat mehrere Möglichkeiten: zweckgebundenes Sparen, ein Bestattungsvorsorgevertrag oder eine Sterbegeldversicherung. Welche Lösung die richtige ist, hängt von deiner Situation ab. Unser Leitfaden zur Sterbegeldversicherung hilft dir bei der Entscheidung.

Häufig gestellte Fragen zur Vorsorge

Was gehört alles zur Vorsorge?
Zur persönlichen Vorsorge gehören mindestens vier Dokumente: eine Patientenverfügung (medizinische Wünsche), eine Vorsorgevollmacht (Vertretung in rechtlichen und finanziellen Angelegenheiten), ein Testament (Erbfolge) und optional eine Sterbegeldversicherung (Bestattungskosten absichern). Ergänzend sind eine Betreuungsverfügung und eine Bestattungsverfügung sinnvoll. Ideal ist es, alle Dokumente in einem Vorsorge-Ordner zusammenzufassen und eine Vertrauensperson zu informieren, wo die Dokumente liegen.
Ab welchem Alter sollte man sich um Vorsorge kümmern?
Grundsätzlich ab 18 Jahren, denn auch junge Menschen können durch Unfälle oder Krankheiten entscheidungsunfähig werden. Spätestens ab 50 Jahren oder bei größerem Vermögen, Immobilienbesitz oder Kindern ist Vorsorge dringend empfohlen. Eine Patientenverfügung und Vorsorgevollmacht sind in jedem Alter sinnvoll. Ein Testament wird besonders wichtig, wenn du Vermögen, eine Immobilie oder eine nicht-traditionelle Familienkonstellation hast.
Was kostet Vorsorge?
Die Grundlagen sind kostenlos: Eine Patientenverfügung und ein handschriftliches Testament kosten nichts. Die Registrierung im Zentralen Vorsorgeregister (ZVR) kostet einmalig 25 Euro. Eine notarielle Beurkundung beginnt bei ca. 100 Euro und richtet sich nach dem Vermögen. Eine Sterbegeldversicherung kostet monatlich zwischen 8 und 50 Euro, abhängig von Alter, Gesundheitszustand und Versicherungssumme. Die Hinterlegung eines Testaments beim Amtsgericht kostet 75 Euro.
Was passiert, wenn ich keine Vorsorge treffe?
Ohne Vorsorgedokumente entscheiden Ärzte nach Standardprotokollen, nicht nach deinem persönlichen Willen. Das Betreuungsgericht bestellt einen Betreuer, der deine rechtlichen und finanziellen Angelegenheiten regelt — das kann eine fremde Person sein, auch wenn dein Ehepartner bereit wäre. Die gesetzliche Erbfolge bestimmt, wer dein Vermögen erbt. Bestattungskosten müssen die Angehörigen sofort tragen. All das lässt sich vermeiden.
Brauche ich einen Notar für die Vorsorge?
Nein, nicht zwingend. Patientenverfügung und Vorsorgevollmacht sind ohne Notar gültig — sie müssen lediglich schriftlich und handschriftlich unterschrieben sein. Auch ein handschriftliches Testament ist ohne Notar wirksam. Ein Notar ist empfohlen bei großem Vermögen, Immobilienbesitz, komplexen Familienverhältnissen (Patchwork-Familien, mehrere Ehen) oder wenn du besondere Sicherheit möchtest.
Wo bewahre ich meine Vorsorgedokumente auf?
Am besten an einem sicheren, aber zugänglichen Ort: zu Hause in einem Ordner, den deine Vertrauensperson kennt. Zusätzlich empfohlen: Patientenverfügung und Vorsorgevollmacht im Zentralen Vorsorgeregister (ZVR) registrieren lassen, Testament beim Amtsgericht hinterlegen. Informiere mindestens eine Vertrauensperson, wo die Dokumente liegen. Ein Bankschließfach ist nicht ideal, da es im Notfall schwer zugänglich sein kann.
Was ist der Unterschied zwischen Patientenverfügung und Vorsorgevollmacht?
Die Patientenverfügung regelt deine medizinischen Wünsche: Willst du künstlich beatmet werden? Soll man dich reanimieren? Die Vorsorgevollmacht bevollmächtigt eine Vertrauensperson, deine rechtlichen, finanziellen und persönlichen Angelegenheiten zu regeln — zum Beispiel Bankgeschäfte, Mietvertrag, Behördengänge. Beide Dokumente ergänzen sich und sollten zusammen erstellt werden. Ohne Vorsorgevollmacht kann dein Ehepartner nicht einmal dein Bankkonto verwalten.
Was ist eine Bestattungsvorsorge?
Bestattungsvorsorge umfasst alle Maßnahmen, die du zu Lebzeiten triffst, um deine Bestattung zu regeln und die Kosten abzusichern. Dazu gehören: eine Bestattungsverfügung (deine Wünsche für die Beerdigung), ein Bestattungsvorsorgevertrag (Vertrag mit einem Bestatter, bei dem du die Leistungen im Voraus festlegst und zahlst) und eine Sterbegeldversicherung (finanzielle Absicherung der Bestattungskosten). Die Kosten einer Bestattung liegen zwischen 3.000 und 15.000 Euro.

Quellen

Hinweis zu dieser Seite: Alle Informationen wurden sorgfältig recherchiert und basieren auf Publikationen des Bundesministeriums der Justiz, der Bundesnotarkammer und der Verbraucherzentralen. Diese Seite ersetzt keine individuelle Rechtsberatung. Bei komplexen Situationen empfehlen wir die Beratung durch einen Rechtsanwalt oder Notar. Mehr über unsere Methodik.