Melaten-Friedhof Köln

Der Melaten-Friedhof ist Kölns erster Zentralfriedhof — eingeweiht 1810 — und bis heute der bekannteste Friedhof der Stadt. Auf rund 43,5 Hektar ist er zugleich Begräbnisstätte, denkmalgeschützter Skulpturenpark und beliebter Spazierort. Diese Seite ordnet Geschichte und Bedeutung ein und erklärt, was bei einer Bestattung gilt.

Stadtteil Lindenthal · von machsruhig geprüft am 23.06.2026

Geschichte: aus „Malades“ wurde Melaten

Der Name geht auf ein mittelalterliches Leprosenheim zurück, das an dieser Stelle vor den Toren der Stadt lag — in Köln „Maladen“ genannt, nach dem französischen malade (krank). Aus „Maladen“ wurde im Lauf der Zeit „Melaten“.

Die Anlage des Friedhofs geht auf ein Dekret Napoleons von 1804 zurück (das „Décret Impérial sur les sépultures“, 23. Prairial an XII): Aus hygienischen Gründen durften Bestattungen nicht mehr innerhalb der Städte stattfinden, die mittelalterlichen Pfarrfriedhöfe im dicht bebauten Altstadtbereich mussten aufgegeben werden. Am 29. Juni 1810 wurde der Melaten-Friedhof eingeweiht; zugleich wurden die innerstädtischen Friedhöfe geschlossen. Bis zur Wende zum 20. Jahrhundert erreichte er im Wesentlichen seine heutige Ausdehnung.

Der Friedhof gilt in seiner Gesamtheit als „das bedeutendste Denkmal der Kölner Bürgerschaft des 19. Jahrhunderts“ (Stadt Köln) — eine Abfolge aufwendiger Grabmäler, die wie ein Gang durch die Stadtgeschichte wirkt.

Skulpturenpark und Spazierort

Melaten ist heute weit mehr als ein Friedhof: Die alten Alleen, historischen Grabskulpturen und Mausoleen machen ihn zu einem der bekanntesten Park- und Skulpturenfriedhöfe Deutschlands. Viele Kölnerinnen und Kölner kommen zum Spazieren oder für Führungen — der Friedhof ist tagsüber öffentlich zugänglich. Trotz dieses Park-Charakters ist er ein aktiver Friedhof: Bestattungen sind weiterhin möglich.

Bekannte Grabstätten

Auf Melaten liegen zahlreiche Kölner Persönlichkeiten begraben. Gut dokumentiert sind unter anderem:

  • Maria Clementine Martin (1775–1843) — Ordensfrau und Begründerin des „Klosterfrau Melissengeist“.
  • Willy Millowitsch (1909–1999) — Kölner Volksschauspieler und Theaterleiter; im Familiengrab auch Lucy Millowitsch (1905–1990).

Die genaue Lage einzelner Gräber (Flur- und Grabnummer) erteilt die Friedhofsverwaltung der Stadt Köln; vor Ort und online gibt es Übersichtspläne.

Bestattung und Gebühren

Als städtischer Friedhof rechnet Melaten nach der einheitlichen Friedhofsgebührensatzung der Stadt Köln ab — denselben Gebühren wie die übrigen 55 städtischen Kölner Friedhöfe. Welche Grabarten es gibt und was sie kosten, ist also nicht melaten-spezifisch, sondern stadtweit geregelt. Einen Überblick über das Kölner System und die Primärquelle zur Satzung findest du auf unserer Seite Friedhöfe in Köln. Die Anmeldung übernimmt in der Regel der beauftragte Bestatter.

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Primärquellen

Wir ordnen Melaten historisch und praktisch ein und verweisen für Gebühren auf die amtliche Satzung der Stadt Köln — keine Rechtsberatung. Verbindlich sind die Friedhofsgebührensatzung und die Auskünfte der Friedhofsverwaltung. Stand der Seite: Juni 2026. Mehr zu unserer Methodik.