Südfriedhof Leipzig
Der Südfriedhof in Leipzig-Probstheida wurde 1886 eingeweiht und ist mit rund 78 Hektar der größte Friedhof Leipzigs — und einer der größten Parkfriedhöfe Deutschlands. Bekannt ist er für sein neoromanisches Krematoriums-Ensemble mit weithin sichtbarem Glockenturm und für die Gräber zahlreicher bekannter Persönlichkeiten. Diese Seite ordnet Geschichte und Bedeutung ein und erklärt, was bei einer Bestattung gilt.
- Eingeweiht1. Juni 1886
- Größerund 78 Hektar (Stadt Leipzig)
- TrägerStadt Leipzig (städtischer Friedhof)
- Statusin Betrieb — Bestattungen weiterhin möglich
- LageLeipzig-Probstheida, Friedhofsweg
- Besonderheitneoromanisches Krematoriums-Ensemble (1907–1909, Betrieb ab 1910)
Geschichte: der Parkfriedhof im Lindenblatt-Grundriss
Die Planungen begannen 1879; angelegt wurde der Friedhof unter dem Leipziger Stadtbaurat Hugo Licht (1841–1923) und dem Gartendirektor Otto Wittenberg (1834–1918). Die Wegeführung folgt der Form eines Lindenblatts — eine Anspielung auf den slawischen Ursprung des Stadtnamens Leipzig („Ort bei den Linden“). Am 1. Juni 1886 wurde der Südfriedhof eingeweiht.
Über die Jahrzehnte wuchs er zur größten Begräbnisstätte der Stadt; auf rund 78 Hektar (je nach Abgrenzung auch mit 82 Hektar angegeben) fanden seit der Eröffnung mehrere hunderttausend Leipzigerinnen und Leipziger ihre letzte Ruhe. Heute ist der Südfriedhof ein denkmalgeschützter Parkfriedhof mit altem Baumbestand, weitläufigen Alleen und zahlreichen historischen Grabmälern.
Das Krematoriums-Ensemble
Auf dem aufgeschütteten Kapellenberg steht das markante Bauensemble, das Kapelle, Krematorium und Kolumbarium unter einem Dach vereint — errichtet 1907 bis 1909 nach Plänen des Leipziger Baudirektors Otto Wilhelm Scharenberg im neoromanischen Stil. Die erste Einäscherung fand Ende 1909 statt, der reguläre Betrieb begann 1910; ein weithin sichtbarer Glockenturm prägt die Anlage. Damit gehört der Südfriedhof zu den frühen Standorten der Feuerbestattung in Deutschland.
Bekannte Grabstätten
Auf dem Südfriedhof liegen zahlreiche bekannte Persönlichkeiten begraben — darunter viele Musikerinnen und Musiker der Leipziger Tradition. Gut dokumentiert sind unter anderem:
- Christian Fürchtegott Gellert (1715–1769) — Dichter der Aufklärung; sein Grab kam nach mehreren Umbettungen — ursprünglich vom Alten Johannisfriedhof — 1968 hierher.
- Arthur Nikisch (1855–1922) — Gewandhauskapellmeister; auf dem Südfriedhof liegen mehrere Gewandhauskapellmeister und Thomaskantoren.
- Lene Voigt (1891–1962) — Leipziger Mundartdichterin.
- Werner Tübke (1929–2004) und Wolfgang Mattheuer (1927–2004) — Maler, Mitbegründer der „Leipziger Schule“.
Die genaue Lage einzelner Gräber (Abteilung und Grabnummer) erteilt die Friedhofsverwaltung der Stadt Leipzig; vor Ort und online gibt es Übersichtspläne.
Bestattung und Gebühren
Als städtischer Friedhof rechnet der Südfriedhof nach der Friedhofsgebührensatzung der Stadt Leipzig ab — denselben Gebühren wie die übrigen städtischen Leipziger Friedhöfe. Welche Grabarten es gibt und was sie kosten, ist also nicht südfriedhof-spezifisch, sondern stadtweit geregelt; neben Erd- und Urnengräbern gibt es auf dem Südfriedhof auch Baumgrabstätten. Einen Überblick über das Leipziger System und die Primärquelle zur Satzung findest du auf unserer Seite Friedhöfe in Leipzig. Die Anmeldung übernimmt in der Regel der beauftragte Bestatter.
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- Friedhof & Verwaltung: Stadt Leipzig, Südfriedhof
- Geschichte & Gräber: Stadt Leipzig, 130 Jahre Südfriedhof
Wir ordnen den Südfriedhof historisch und praktisch ein und verweisen für Gebühren auf die amtliche Satzung der Stadt Leipzig — keine Rechtsberatung. Verbindlich sind die Friedhofsgebührensatzung und die Auskünfte der Friedhofsverwaltung. Stand der Seite: Juni 2026. Mehr zu unserer Methodik.