Pragfriedhof Stuttgart

Der Pragfriedhof in Stuttgart-Nord wurde 1873 eingeweiht und ist heute — gemessen an der Belegung mit rund 29.000 Grabstellen — der größte Friedhof Stuttgarts. Bekannt ist er für sein Jugendstil-Krematorium von 1907, das einzige in Stuttgart, und für die Gräber zahlreicher bekannter Persönlichkeiten. Diese Seite ordnet Geschichte und Bedeutung ein und erklärt, was bei einer Bestattung gilt.

Stadtteil Stuttgart-Nord · von machsruhig geprüft am 26.06.2026

Geschichte: der große Friedhof im Norden

Der Pragfriedhof wurde am 14. Januar 1873 eingeweiht. Er lag damals außerhalb der bebauten Stadt und wurde als großer neuer Friedhof am Nordrand Stuttgarts angelegt, als die älteren innerstädtischen Friedhöfe an ihre Grenzen kamen. Über die Jahrzehnte wuchs er zur — nach Zahl der Grabstellen — größten Begräbnisstätte der Stadt; nach der Fläche ist er mit rund 21 Hektar der drittgrößte Stuttgarter Friedhof.

Heute ist der Pragfriedhof ein historischer Parkfriedhof mit altem Baumbestand und einer dichten Folge aufwendiger Grabmäler des 19. und frühen 20. Jahrhunderts. Das Krematorium und zahlreiche Grabmäler stehen unter Denkmalschutz; die Anlage ist als Sachgesamtheit ein Kulturdenkmal und gilt als bedeutendes Ensemble der Stuttgarter Friedhofsgeschichte.

Das Jugendstil-Krematorium von 1907

Wahrzeichen des Pragfriedhofs ist die Feierhalle mit dem Krematorium, erbaut von 1905 bis 1907 nach Plänen des Architekten Wilhelm Scholter im Jugendstil. In Betrieb ging das Krematorium im April 1907. Es ist bis heute das einzige Krematorium Stuttgarts; zur Anlage gehört auch ein Kolumbarium mit Urnennischen. Damit ist der Pragfriedhof der zentrale Ort der Feuerbestattung in der Landeshauptstadt.

Jüdischer Teil

Auf der Ostseite der allgemeinen Anlage liegt der israelitische Teil des Pragfriedhofs, ab 1874 angelegt: eine Abteilung des städtischen Friedhofs, die von der jüdischen Gemeinde — heute der Israelitischen Religionsgemeinschaft Württembergs (IRGW) — belegt und betreut wird; die Fläche selbst gehört zum städtischen Pragfriedhof. Daneben gibt es in Stuttgart den jüdischen Friedhof Steinhaldenfeld. Für die jüdischen Grabfelder gelten eigene Vorgaben; Auskunft erteilt die IRGW.

Bekannte Grabstätten

Auf dem Pragfriedhof liegen zahlreiche bekannte Persönlichkeiten begraben. Gut dokumentiert sind unter anderem:

  • Ferdinand Graf von Zeppelin (1838–1917) — Luftschiff-Pionier.
  • Eduard Mörike (1804–1875) — Dichter und Schriftsteller.
  • Anna Sutter (1871–1910) — Opernsängerin am Stuttgarter Hoftheater.
  • Claire Waldoff (1884–1957) — Vortrags- und Kabarettkünstlerin, Star der 1920er-Jahre.

Die genaue Lage einzelner Gräber (Abteilung und Grabnummer) erteilt die Friedhofsverwaltung der Stadt Stuttgart; vor Ort und online gibt es Übersichtspläne.

Bestattung und Gebühren

Als städtischer Friedhof rechnet der Pragfriedhof nach der einheitlichen Friedhofsgebührensatzung der Landeshauptstadt Stuttgart ab — denselben Gebühren wie die übrigen städtischen Stuttgarter Friedhöfe. Welche Grabarten es gibt und was sie kosten, ist also nicht pragfriedhof-spezifisch, sondern stadtweit geregelt. Einen Überblick über das Stuttgarter System und die Primärquelle zur Satzung findest du auf unserer Seite Friedhöfe in Stuttgart. Die Anmeldung übernimmt in der Regel der beauftragte Bestatter.

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Primärquellen

Wir ordnen den Pragfriedhof historisch und praktisch ein und verweisen für Gebühren auf die amtliche Satzung der Stadt Stuttgart — keine Rechtsberatung. Verbindlich sind die Friedhofsgebührensatzung und die Auskünfte der Friedhofsverwaltung. Stand der Seite: Juni 2026. Mehr zu unserer Methodik.