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Sterbegeldversicherung — Bestattungskosten für Angehörige absichern

Eine Sterbegeldversicherung schützt deine Angehörigen vor hohen Bestattungskosten. Doch es gibt große Unterschiede: Mit oder ohne Gesundheitsfragen? Mit Wartezeit? Welche Summe ist sinnvoll? Dieser Leitfaden zeigt dir, wie du die richtige Versicherung findest — und wann Alternativen besser passen.

Stand: April 2026 · Lesezeit: ca. 16 Minuten · Methodik

Kernfakten

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Was ist eine Sterbegeldversicherung?

Eine Sterbegeldversicherung ist eine Risikolebensversicherung speziell für Bestattungskosten. Im Todesfall wird eine vorher vereinbarte Summe — typischerweise zwischen 3.000 und 15.000 Euro — an deine Angehörigen ausgezahlt. Dieses Geld können sie frei verwenden: für die Beerdigung, Friedhofsgebühren, Bestatter, Trauerfeier oder Grabpflege.

Wichtig: Die Versicherung zahlt nicht nur für Bestattungskosten, sondern gibt das Geld an deine Familie aus — nicht an den Bestatter. Das ist anders als ein Bestattungsvorsorgevertrag, wo du die Kosten direkt beim Bestatter "einzahlst". Mit der Sterbegeldversicherung haben Angehörige maximale Flexibilität.

Hintergrund: Warum brauchen wir diese Versicherung überhaupt?

Bis 2004 zahlten gesetzliche Krankenkassen in Deutschland ein "Sterbegeld" — einen Zuschuss zu den Bestattungskosten. Mit der Gesundheitsreform 2004 wurde dieses Sterbegeld gestrichen. Seitdem müssen Angehörige die Kosten selbst tragen — oder eine private Versicherung abschließen.

Das ist ein Problem: Für viele Menschen — besonders ältere, Rentner mit kleinen Einkommen — ist es unrealistisch, mehrere Tausend Euro zu sparen. Eine Sterbegeldversicherung bietet daher eine praktische Lösung: Kleine Beiträge monatlich, großer Schutz im Todesfall.

Wie funktioniert eine Sterbegeldversicherung?

Das Grundprinzip

Das Prinzip ist einfach: Du zahlst monatlich (oder jährlich) einen Beitrag. Wenn du stirbst, zahlt die Versicherung die vereinbarte Summe an deine Angehörigen oder den Hinterbliebenenleistungsempfänger aus. Die Summe wird sofort freigestellt und kann für Bestattungskosten, aber auch für andere Zwecke verwendet werden.

Die zwei Modelle: Mit oder ohne Gesundheitsfragen

Mit Gesundheitsfragen: Der Versicherer fragt nach deinem aktuellen Gesundheitszustand. Wenn du gesund bist, bekommst du einen günstigen Beitrag und sofortigen Schutz (oder nur kurze Wartezeit: 0–3 Monate). Wenn du Vorerkrankungen hast (z.B. Diabetes, Herzkrankheiten), kann dich der Versicherer ablehnen oder Zuschläge verlangen.

Ohne Gesundheitsfragen: Die Versicherung akzeptiert dich automatisch — egal wie dein Gesundheitszustand ist. Dafür verlangt sie höhere Beiträge und eine lange Wartezeit (12, 24 oder 36 Monate). Im Fall von Tod während der Wartezeit zahlt die Versicherung entweder nichts oder nur die eingezahlten Beiträge zurück.

Versicherungssumme und Wartezeit

Die Versicherungssumme ist der Betrag, den deine Angehörigen bei deinem Tod erhalten. Üblich sind 3.000 bis 15.000 Euro. Wie viel brauchst du?

Die Wartezeit ist die Zeit nach Versicherungsbeginn, bis die volle Summe bei Tod gezahlt wird. Mit Gesundheitsfragen: meist 0 Tage (sofort). Ohne Gesundheitsfragen: 12, 24 oder 36 Monate.

Versicherungsbeiträge: Was kostet eine Sterbegeldversicherung?

Die Höhe des Beitrags hängt von mehreren Faktoren ab:

Beispiele für Monatsbeiträge

Alter Summe Mit Gesundheitsfragen Ohne Gesundheitsfragen (36 Monate)
35 Jahre 5.000 € 8–12 € 18–25 €
45 Jahre 7.500 € 12–18 € 28–40 €
55 Jahre 7.500 € 18–28 € 45–65 €
65 Jahre 7.500 € 35–50 € 70–95 €
75 Jahre 5.000 € 50–80 € Oft nicht mehr verfügbar

Hinweis: Diese Zahlen sind Durchschnitte und können je nach Versicherer, Region und individuellem Gesundheitszustand stark variieren. Der beste Weg ist, einen Online-Vergleichsrechner zu nutzen.

Vergleichskriterien: Welche Versicherung passt zu dir?

Nicht alle Sterbegeldversicherungen sind gleich. Achte auf folgende Punkte, um die richtige auszuwählen:

1. Versicherungssumme (Deckung)

Wie viel Schutz brauchst du? Üblich sind 3.000–15.000 €. Bedenke: Die Summe ist kostenlos und steuerfrei an Angehörige ausgezahlt — deine Familie kann damit also alle Bestattungskosten decken, ohne selbst zahlen zu müssen. Kalkuliere realistisch, nicht zu knapp.

2. Beitragshöhe

Wie viel kannst du monatlich zahlen? Hier lohnt sich ein Vergleich: Kleine Unterschiede in der Prämie führen über Jahrzehnte zu großen Unterschieden in den Gesamtkosten. Vergleich mindestens 3 Versicherer.

3. Wartezeit

Wie schnell brauchst du den Schutz? Für junge, gesunde Menschen: Versicherung mit Gesundheitsfragen (0 Wartezeit). Für ältere oder kränkere Menschen: Versicherung ohne Gesundheitsfragen akzeptieren — aber Wartezeit beachten!

4. Gesundheitsprüfung (ja oder nein?)

Bist du gesund, lohnt sich die Prüfung (günstiger). Hast du Vorerkrankungen, nimm eine Versicherung ohne Fragen — auch wenn sie teurer ist.

5. Überschussbeteiligung

Manche Versicherer (besonders Mutualversicherer) zahlen Gewinne an Versicherte zurück. Das ist bedeutsam bei langen Laufzeiten (20+ Jahre). Nicht alle Versicherer bieten das an.

6. Kündigungsrechte und Rückkehrgarantie

Wenn du die Versicherung kündigst, erhältst du einen Teil der eingezahlten Beiträge zurück? Oder verlierst du alles? Das variiert stark. Prüf die Bedingungen!

Vergleichsmodelle: Drei Optionen im Überblick

Hinweis: Diese Übersicht dient der allgemeinen Information. machsruhig.de erhält keine Provisionen von Versicherungsunternehmen. Die Angaben sind beispielhaft und variieren je nach Angebot und individuellem Alter/Gesundheit.

Modell 1: Mit Gesundheitsfragen

Günstiger, schneller Schutz

  • Sofortschutz (0 Wartezeit, evt. 0–3 Monate Wartezeit)
  • Niedrigere Beiträge (wenn gesund)
  • Ablehnung möglich bei Vorerkrankungen
  • Ideal für: junge, gesunde Menschen
Beispiel: 45 Jahre alt, 7.500 € Versicherungssumme → 12–18 € monatlich, sofort versichert

Modell 2: Ohne Gesundheitsfragen

Automatischer Schutz, längere Wartezeit

  • Automatischer Schutz (keine Prüfung, keine Ablehnung)
  • Wartezeit 12–36 Monate (bei Tod nur Beitragrückerstattung)
  • Höhere Beiträge
  • Ideal für: Menschen mit Vorerkrankungen
Beispiel: 65 Jahre alt, 7.500 € Versicherungssumme, 36 Monate Wartezeit → 70–95 € monatlich

Modell 3: Mit Einmalbeitrag

Sofortiger Schutz, Gesamtbetrag zahlen

  • Einzahlung der kompletten Versicherungssumme aufs Mal
  • Kein monatlicher Beitrag danach
  • Sofortiger Schutz (0 Wartezeit)
  • Geld bleibt Schonvermögen (bei Bürgergeld/Sozialhilfe)
Beispiel: 75 Jahre alt, 5.000 € Versicherungssumme → Einzahlung 3.500–4.200 € einmalig

Wartezeiten erklärt: Warum 36 Monate bei günstigen Versicherungen?

Das ist eine wichtige Frage: Warum zahlt die Versicherung nicht sofort, wenn ich ohne Gesundheitsfragen versichert bin?

Die Antwort: Versicherer wollen ihr Risiko senken. Wenn sie OHNE Gesundheitsprüfung jemanden versichern, könnte diese Person bereits schwer krank sein und bald sterben. Eine Wartezeit von 3 Jahren reduziert das Risiko für den Versicherer — und ermöglicht ihm daher, dich trotzdem günstig zu versichern.

Was passiert, wenn du in der Wartezeit stirbst? Das Kleingedruckte ist wichtig:

Prüf die Bedingungen! Das ist wichtig. Manche Versicherer bieten 12-Monats-Wartezeiten an — das ist nicht so schlecht wie 36 Monate, kostet aber mehr.

Steurliches und Sozialversicherungsrechtliches

Ist die Auszahlung steuerfrei?

Ja! Die Auszahlung einer Sterbegeldversicherung ist für die Angehörigen vollständig steuerfrei. Es ist eine Versicherungsleistung, keine Erbschaft oder sonstiges Einkommen. Deine Familie erhält das Geld steuerfrei und kann es frei verwenden.

Zählt die Versicherung als Schonvermögen bei Bürgergeld/Sozialhilfe?

Ja, und das ist SEHR wichtig! Nach § 90 SGB XII (Sozialgesetzbuch Zwölftes Buch) zählt eine Sterbegeldversicherung bis zur Höhe der vereinbarten Versicherungssumme als Schonvermögen. Das bedeutet:

Beispiel: Du erhältst Grundsicherung (Rentner-Variante von Bürgergeld) und hast eine Sterbegeldversicherung von 7.500 €. Diese Summe wird nicht angerechnet, auch wenn du nur 5.000 € in anderen Sparkonten hast. Du kannst "unbeschwert" Bürgergeld beziehen, ohne die Versicherung zu gefährden.

Beitragszahlungen: Kann ich sie von der Steuer absetzen?

Nein. Die Beiträge zu einer Sterbegeldversicherung sind Privatausgaben und können nicht von der Einkommensteuer abgesetzt werden (anders als z.B. Altersvorsorge-Beiträge). Das ist ein Nachteil im Vergleich zu anderen Versicherungen.

Alternativen zur Sterbegeldversicherung

Eine Sterbegeldversicherung ist nicht immer die beste Lösung. Hier sind drei Alternativen:

Alternative 1: Tagesgeldkonto zweckgebunden

Eröffne ein separates Sparbuch oder Tagesgeldkonto und zahle regelmäßig Geld ein — z.B. 50 € monatlich. Über 5 Jahre: 3.000 €. Über 10 Jahre: 6.000 €. Das ist flexibel, kostenlos und kostet keine Versicherungsprämie.

Vorteile: Vollständige Kontrolle, Zugriff jederzeit, Zinsen (minimal, aber möglich), keine versteckte Bedingungen.

Nachteile: Erfordert Disziplin (leicht zu vergessen oder abzubrechen), für ältere Menschen schwer zu sparen (nicht genug Jahre übrig), Geld wird nicht automatisch geschützt (bei Schulden/Betreibung).

Alternative 2: Bestattungsvorsorgevertrag mit dem Bestatter

Du zahlst direkt beim Bestatter ein — entweder monatlich oder als Einmahlbetrag. Das Geld wird in einen Treuhand-Fonds eingezahlt und ist gesetzlich geschützt. Bei Bestattung werden die Kosten direkt von diesem Geld bezahlt.

Vorteile: Klar und transparent, Geld ist zweckgebunden (nicht missbrauchbar), Schutz vor Inflation (Preise steigen, aber Vertrag bleibt meist gleich), Bestattungswünsche können konkret festgelegt werden.

Nachteile: Geld ist nur für Bestattung nutzbar (nicht flexibel), Bestatter-Wechsel ist schwierig/teuer, bei Bestatter-Insolvenz Risiko (abhängig von Treuhand-Qualität), oft teurer als Versicherung über die komplette Dauer.

Alternative 3: Risikolebensversicherung für die ganze Familie

Statt einer kleinen Sterbegeldversicherung: eine größere Risikolebensversicherung abschließen (z.B. 200.000–500.000 €), die Bestattungskosten + Lebensunterhalt der Familie absichert. Besonders sinnvoll, wenn du Kinder oder Partner hast, die von deinem Einkommen abhängig sind.

Vorteile: Flexibel einsetzbar (nicht nur für Bestattung), oft günstiger für junge Menschen pro 1.000 € Versicherungssumme, macht mehr Sinn, wenn Familie abhängig ist.

Nachteile: Overkill, wenn nur Bestattungskosten anfallen, höhere Prämien für hohe Summen, komplizierter zu verstehen.

Wer braucht eine Sterbegeldversicherung?

Besonders sinnvoll für:

Weniger sinnvoll für:

Tipps zum Abschluss einer Sterbegeldversicherung

1. Vergleiche mehrere Angebote

Es gibt große Unterschiede (bis 50 % Unterschied möglich). Nutze Online-Vergleichsrechner und vergleiche mindestens 3 Versicherer.

2. Lies das Kleingedruckte

Besonders wichtig: Wartezeit, Ausschlüsse, Rückkehrgarantie. Frag den Versicherer, wenn etwas unklar ist.

3. Decksumme realistisch wählen

7.500 € ist für die meisten Menschen ein guter Mittelwert. Zu wenig? Dann lieber etwas mehr (10.000 €). Zu viel? Versicherung ist teuer und unnötig.

4. Mit Gesundheitsfragen vs. ohne?

Bist du gesund: Mit Fragen (günstiger). Hast du Vorerkrankungen: Ohne Fragen (akzeptiert dich trotzdem).

5. Vertrag hinterlegen

Sobald du die Versicherung hast: Sag deiner Familie Bescheid! Hinterleg den Versicherungsvertrag beim Testament, beim Bestatter oder bei deiner Bank. Im Todesfall müssen deine Angehörigen die Versicherung schnell finden können.

6. Regelmäßig überprüfen

Alle 5–10 Jahre: Lohnt sich die aktuelle Versicherung noch? Sind bessere Angebote verfügbar? Hast du deine Versicherungssumme richtig bemessen?

Häufig gestellte Fragen

Lohnt sich eine Sterbegeldversicherung?
Das hängt von deiner Situation ab: Hast du Ersparnisse von über 15.000 €, brauchst du eventuell keine Versicherung. Haben deine Angehörigen keine Mittel für Bestattung, ist sie sinnvoll. Menschen mit kleinen Renten oder älter als 50 Jahre sollten eine Versicherung erwägen, da Bestattungskosten mindestens 3.000–5.000 € betragen und sich schwer sparen lässt.
Was passiert, wenn ich die Versicherung kündige?
Das ist versicherer-abhängig. Manche zahlen Teile der eingezahlten Beiträge zurück (sog. Rückkehrgarantie), andere behalten alles. Lies die Bedingungen! Wenn du die Versicherung beendest, verlieren Angehörige den Schutz für Bestattungskosten. Besser: Die Versicherung beitragsfrei stellen, anstatt zu kündigen (in manchen Fällen möglich).
Ist die Auszahlung steuerfrei?
Ja, die Ausschüttung einer Sterbegeldversicherung ist für die Angehörigen vollständig steuerfrei — es ist eine Versicherungsleistung, keine Erbschaft. Allerdings zählt die laufende Prämie nicht als Steuerersparnis (im Gegensatz zu manchen Altersvorsorge-Produkten).
Zählt die Sterbegeldversicherung als Schonvermögen?
Ja! Nach § 90 SGB XII (Sozialgesetzbuch) zählt eine Sterbegeldversicherung bis zur Höhe der vereinbarten Versicherungssumme als Schonvermögen. Das bedeutet: Bei Bürgergeld oder Sozialhilfe wird sie nicht angerechnet, solange die Summe nicht überschritten wird. Das ist ein großer Vorteil für Rentner oder Arbeitslose mit kleinen Ersparnissen.
Kann ich die Versicherungssumme erhöhen oder senken?
Das ist möglich, hängt aber vom Vertrag ab. Eine Erhöhung erfordert oft neue Gesundheitsfragen und höhere Beiträge. Eine Senkung ist meist kostenlos möglich. Achte auf Fristen und Bedingungen im Kleingedruckten!
Was ist besser: Sterbegeldversicherung oder Sparbuch?
Das kommt drauf an: Bei einem Sparbuch (oder Tagesgeldkonto) brauchst du Disziplin — regelmäßig einzahlen und nie abheben. Eine Sterbegeldversicherung zwingt dich dazu. Außerdem: Im Todesfall ist Versicherungsgeld sofort und steuerfrei da, Sparbuch muss erst aufgefordert werden. Für ältere Menschen ist die Versicherung meist besser, weil sie in 3–5 Jahren mehr kostet zu sparen als eine Prämie.
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Quellen

Hinweis zu dieser Seite: Diese Informationen wurden sorgfältig recherchiert und auf Basis von Publikationen des Verbandes der Versicherungswirtschaft, des DIA und der Stiftung Warentest zusammengestellt. Für rechtliche Spezialfragen zu Versicherungsbedingungen oder Sozialleistungen kontaktiere deinen Versicherer oder deine lokale Arbeitsagentur. Mehr über unsere Methodik.