Sterbegeldversicherung — Bestattungskosten für Angehörige absichern

Eine Sterbegeldversicherung soll Angehörige vor hohen Bestattungskosten absichern — sie ist aber nur eine von mehreren Möglichkeiten und lohnt sich nicht für jeden. Es gibt große Unterschiede: Mit oder ohne Gesundheitsfragen? Mit Wartezeit? Welche Summe ist sinnvoll? Dieser Leitfaden zeigt dir, wann sich eine Versicherung lohnt, wie du die richtige findest — und wann Alternativen wie zweckgebundenes Sparen oder ein Bestattungsvorsorgevertrag besser passen.

Kernfakten

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Wichtig — vorher nachrechnen: Verbraucherschützer bewerten Sterbegeldversicherungen kritisch. Die Verbraucherzentrale rät ausdrücklich: „Im Rentenalter oder kurz davor sollten Sie keine Sterbegeldversicherung abschließen" — denn „gerade bei Älteren sind schnell mehr Beiträge geflossen als die Hinterbliebenen im Todesfall erhalten". Der Beitrag steigt mit dem Sterberisiko, also mit dem Alter.

Rechenbeispiel (mit den Beitragswerten weiter unten): Wer mit 65 rund 70 € im Monat für 7.500 € einzahlt (Tarif ohne Gesundheitsfragen), hat nach etwa 9 Jahren so viel eingezahlt, wie die Angehörigen später ausgezahlt bekommen — wer länger lebt, zahlt unterm Strich drauf. Die durchschnittliche fernere Lebenserwartung mit 65 liegt deutlich über 9 Jahren. Für gesunde, jüngere Menschen mit dem günstigeren Tarif „mit Gesundheitsfragen" fällt die Rechnung freundlicher aus.

Oft günstiger als die Versicherung: zweckgebunden auf ein Tages-, Festgeld- oder Banksparplankonto sparen, oder ein Bestattungsvorsorgevertrag mit Treuhandkonto. Wirklich sinnvoll ist die Versicherung vor allem dann, wenn Vorerkrankungen andere Wege versperren und dir eine garantierte, sofort feststehende Auszahlung wichtig ist.

Was ist eine Sterbegeldversicherung?

Eine Sterbegeldversicherung ist eine Risikolebensversicherung speziell für Bestattungskosten. Im Todesfall wird eine vorher vereinbarte Summe — typischerweise zwischen 3.000 und 15.000 Euro — an deine Angehörigen ausgezahlt. Dieses Geld können sie frei verwenden: für die Beerdigung, Friedhofsgebühren, Bestatter, Trauerfeier oder Grabpflege.

Wichtig: Die Versicherung zahlt nicht nur für Bestattungskosten, sondern gibt das Geld an deine Familie aus — nicht an den Bestatter. Das ist anders als ein Bestattungsvorsorgevertrag, wo du die Kosten direkt beim Bestatter "einzahlst". Mit der Sterbegeldversicherung haben Angehörige maximale Flexibilität.

Hintergrund: Warum brauchen wir diese Versicherung überhaupt?

Bis 2004 zahlten gesetzliche Krankenkassen in Deutschland ein "Sterbegeld" — einen Zuschuss zu den Bestattungskosten. Mit der Gesundheitsreform 2004 wurde dieses Sterbegeld gestrichen. Seitdem müssen Angehörige die Kosten selbst tragen — oder eine private Versicherung abschließen.

Das ist ein Problem: Für viele Menschen — besonders ältere, Rentner mit kleinen Einkommen — ist es unrealistisch, mehrere Tausend Euro zu sparen. Eine Sterbegeldversicherung kann hier eine Lösung sein — kleine Beiträge monatlich, eine garantierte Auszahlung im Todesfall. Ob sie sich rechnet, hängt aber stark vom Eintrittsalter ab (siehe Warnhinweis oben): Für viele Ältere ist zweckgebundenes Sparen oder ein Bestattungsvorsorgevertrag am Ende günstiger.

Wie funktioniert eine Sterbegeldversicherung?

Das Grundprinzip

Das Prinzip ist einfach: Du zahlst monatlich (oder jährlich) einen Beitrag. Wenn du stirbst, zahlt die Versicherung die vereinbarte Summe an deine Angehörigen oder den Hinterbliebenenleistungsempfänger aus. Die Summe wird sofort freigestellt und kann für Bestattungskosten, aber auch für andere Zwecke verwendet werden.

Die zwei Modelle: Mit oder ohne Gesundheitsfragen

Mit Gesundheitsfragen: Der Versicherer fragt nach deinem aktuellen Gesundheitszustand. Wenn du gesund bist, bekommst du einen günstigen Beitrag und sofortigen Schutz (oder nur kurze Wartezeit: 0–3 Monate). Wenn du Vorerkrankungen hast (z.B. Diabetes, Herzkrankheiten), kann dich der Versicherer ablehnen oder Zuschläge verlangen.

Ohne Gesundheitsfragen: Die Versicherung akzeptiert dich automatisch — egal wie dein Gesundheitszustand ist. Dafür verlangt sie höhere Beiträge und eine lange Wartezeit (12, 24 oder 36 Monate). Im Fall von Tod während der Wartezeit zahlt die Versicherung entweder nichts oder nur die eingezahlten Beiträge zurück.

Versicherungssumme und Wartezeit

Die Versicherungssumme ist der Betrag, den deine Angehörigen bei deinem Tod erhalten. Üblich sind 3.000 bis 15.000 Euro. Wie viel brauchst du?

Die Wartezeit ist die Zeit nach Versicherungsbeginn, bis die volle Summe bei Tod gezahlt wird. Mit Gesundheitsfragen: meist 0 Tage (sofort). Ohne Gesundheitsfragen: 12, 24 oder 36 Monate.

Versicherungsbeiträge: Was kostet eine Sterbegeldversicherung?

Die Höhe des Beitrags hängt von mehreren Faktoren ab:

Beispiele für Monatsbeiträge

Alter Summe Mit Gesundheitsfragen Ohne Gesundheitsfragen (36 Monate)
35 Jahre 5.000 € 8–12 € 18–25 €
45 Jahre 7.500 € 12–18 € 28–40 €
55 Jahre 7.500 € 18–28 € 45–65 €
65 Jahre 7.500 € 35–50 € 70–95 €
75 Jahre 5.000 € 50–80 € Oft nicht mehr verfügbar

Hinweis: Diese Zahlen sind Durchschnitte und können je nach Versicherer, Region und individuellem Gesundheitszustand stark variieren. Der beste Weg ist, einen Online-Vergleichsrechner zu nutzen.

Vergleichskriterien: Welche Versicherung passt zu dir?

Nicht alle Sterbegeldversicherungen sind gleich. Achte auf folgende Punkte, um die richtige auszuwählen:

1. Versicherungssumme (Deckung)

Wie viel Schutz brauchst du? Üblich sind 3.000–15.000 €. Bedenke: Die Summe ist kostenlos und steuerfrei an Angehörige ausgezahlt — deine Familie kann damit also alle Bestattungskosten decken, ohne selbst zahlen zu müssen. Kalkuliere realistisch, nicht zu knapp.

2. Beitragshöhe

Wie viel kannst du monatlich zahlen? Hier lohnt sich ein Vergleich: Kleine Unterschiede in der Prämie führen über Jahrzehnte zu großen Unterschieden in den Gesamtkosten. Vergleich mindestens 3 Versicherer.

3. Wartezeit

Wie schnell brauchst du den Schutz? Für junge, gesunde Menschen: Versicherung mit Gesundheitsfragen (0 Wartezeit). Für ältere oder kränkere Menschen: Versicherung ohne Gesundheitsfragen akzeptieren — aber Wartezeit beachten!

4. Gesundheitsprüfung (ja oder nein?)

Bist du gesund, lohnt sich die Prüfung (günstiger). Hast du Vorerkrankungen, nimm eine Versicherung ohne Fragen — auch wenn sie teurer ist.

5. Überschussbeteiligung

Manche Versicherer (besonders Mutualversicherer) zahlen Gewinne an Versicherte zurück. Das ist bedeutsam bei langen Laufzeiten (20+ Jahre). Nicht alle Versicherer bieten das an.

6. Kündigungsrechte und Rückkehrgarantie

Wenn du kündigst, bekommst du oft nur einen geringen Rückkaufswert — in den ersten Jahren wegen der Abschluss- und Verwaltungskosten teils deutlich weniger als eingezahlt, manchmal fast nichts. Eine Sterbegeldversicherung ist deshalb eine langfristige Bindung, die sich kaum verlustfrei rückgängig machen lässt; prüf die Kündigungs- und Rückkaufsbedingungen vor Abschluss.

Vergleichsmodelle: Drei Optionen im Überblick

Hinweis: Diese Übersicht dient der allgemeinen Information. machsruhig.de erhält keine Provisionen von Versicherungsunternehmen. Die Angaben sind beispielhaft und variieren je nach Angebot und individuellem Alter/Gesundheit.

Modell 1: Mit Gesundheitsfragen

Günstiger, schneller Schutz

  • Sofortschutz (0 Wartezeit, evt. 0–3 Monate Wartezeit)
  • Niedrigere Beiträge (wenn gesund)
  • Ablehnung möglich bei Vorerkrankungen
  • Ideal für: junge, gesunde Menschen
Beispiel: 45 Jahre alt, 7.500 € Versicherungssumme → 12–18 € monatlich, sofort versichert

Modell 2: Ohne Gesundheitsfragen

Automatischer Schutz, längere Wartezeit

  • Automatischer Schutz (keine Prüfung, keine Ablehnung)
  • Wartezeit 12–36 Monate (bei Tod nur Beitragrückerstattung)
  • Höhere Beiträge
  • Ideal für: Menschen mit Vorerkrankungen
Beispiel: 65 Jahre alt, 7.500 € Versicherungssumme, 36 Monate Wartezeit → 70–95 € monatlich

Modell 3: Mit Einmalbeitrag

Sofortiger Schutz, Gesamtbetrag zahlen

  • Einzahlung der kompletten Versicherungssumme aufs Mal
  • Kein monatlicher Beitrag danach
  • Sofortiger Schutz (0 Wartezeit)
  • Geld bleibt Schonvermögen (bei Bürgergeld/Sozialhilfe)
Beispiel: 75 Jahre alt, 5.000 € Versicherungssumme → Einzahlung 3.500–4.200 € einmalig

Wartezeiten erklärt: Warum 36 Monate bei günstigen Versicherungen?

Das ist eine wichtige Frage: Warum zahlt die Versicherung nicht sofort, wenn ich ohne Gesundheitsfragen versichert bin?

Die Antwort: Versicherer wollen ihr Risiko senken. Wenn sie OHNE Gesundheitsprüfung jemanden versichern, könnte diese Person bereits schwer krank sein und bald sterben. Eine Wartezeit von 3 Jahren reduziert das Risiko für den Versicherer — und ermöglicht ihm daher, dich trotzdem günstig zu versichern.

Was passiert, wenn du in der Wartezeit stirbst? Das Kleingedruckte ist wichtig:

Prüf die Bedingungen! Das ist wichtig. Manche Versicherer bieten 12-Monats-Wartezeiten an — das ist nicht so schlecht wie 36 Monate, kostet aber mehr.

Steuerliches und Sozialversicherungsrechtliches

Ist die Auszahlung steuerfrei?

Für die Einkommensteuer: ja — die Todesfallleistung ist kein steuerpflichtiges Einkommen. Erbschaftsteuerlich gilt sie allerdings als Erwerb von Todes wegen. In der Praxis ist das fast nie ein Problem: Bei den üblichen Summen (3.000–15.000 €) liegt die Leistung weit unter den Freibeträgen (500.000 € für Ehegatten, 400.000 € für Kinder, § 16 ErbStG), sodass keine Erbschaftsteuer anfällt. Beerdigungskosten sind erbschaftsteuerlich zudem als Nachlassverbindlichkeit gegenzurechnen.

Zählt die Versicherung als Schonvermögen bei Bürgergeld/Sozialhilfe?

Ja — aber an Bedingungen geknüpft. Eine angemessene, zweckgebundene Bestattungsvorsorge zählt als geschütztes Vermögen: bei Sozialhilfe und Grundsicherung im Alter über § 90 Abs. 3 SGB XII (Härtefallregelung, bestätigt vom Bundessozialgericht 2008), beim Bürgergeld nach den Vermögensregeln des SGB II. „Angemessen" heißt dabei: nicht über den ortsüblichen Bestattungskosten. Das bedeutet:

Beispiel: Du erhältst Grundsicherung im Alter und hast eine angemessene, zweckgebundene Bestattungsvorsorge von 7.500 €. Diese wird nicht als verwertbares Vermögen angerechnet, auch wenn du daneben kleine Ersparnisse hast — solange die Vorsorge die ortsüblichen Bestattungskosten nicht übersteigt.

Beitragszahlungen: Kann ich sie von der Steuer absetzen?

In der Regel nicht. Sterbegeldversicherungen gelten steuerlich als Kapitallebensversicherungen — für Verträge ab 2005 sind die Beiträge nicht absetzbar. Nur bei Altverträgen (vor dem 1.1.2005, Laufzeit mindestens 12 Jahre) zählen die Beiträge zu den sonstigen Vorsorgeaufwendungen (§ 10 EStG); dann aber meist ohne spürbaren Effekt, weil der Höchstbetrag (1.900 € für Arbeitnehmer/Rentner, 2.800 € für Selbstständige) in der Regel schon durch Kranken- und Pflegeversicherung ausgeschöpft ist.

Alternativen zur Sterbegeldversicherung

Ehrlich gesagt — die Rendite ist oft schwach. Verbraucherzentrale und Stiftung Warentest weisen seit Jahren darauf hin: Wer lange lebt, zahlt bei einer Sterbegeldversicherung nicht selten mehr ein, als am Ende ausgezahlt wird. Für viele Menschen ist ein zweckgebundenes Sparkonto oder ein einfacher Sparplan finanziell günstiger — und zählt ebenfalls als geschütztes Vermögen. Die Versicherung lohnt sich vor allem dann, wenn dir das diszipliniert-automatische Sparen schwerfällt oder du sofortigen Schutz ohne Gesundheitsfragen brauchst.

Eine Sterbegeldversicherung ist nicht immer die beste Lösung. Hier sind drei Alternativen:

Alternative 1: Tagesgeldkonto zweckgebunden

Eröffne ein separates Sparbuch oder Tagesgeldkonto und zahle regelmäßig Geld ein — z.B. 50 € monatlich. Über 5 Jahre: 3.000 €. Über 10 Jahre: 6.000 €. Das ist flexibel, kostenlos und kostet keine Versicherungsprämie.

Vorteile: Vollständige Kontrolle, Zugriff jederzeit, Zinsen (minimal, aber möglich), keine versteckte Bedingungen.

Nachteile: Erfordert Disziplin (leicht zu vergessen oder abzubrechen), für ältere Menschen schwer zu sparen (nicht genug Jahre übrig), Geld wird nicht automatisch geschützt (bei Schulden/Betreibung).

Alternative 2: Bestattungsvorsorgevertrag mit dem Bestatter

Du zahlst direkt beim Bestatter ein — entweder monatlich oder als Einmahlbetrag. Das Geld wird in einen Treuhand-Fonds eingezahlt und ist gesetzlich geschützt. Bei Bestattung werden die Kosten direkt von diesem Geld bezahlt.

Vorteile: Klar und transparent, Geld ist zweckgebunden (nicht missbrauchbar), Schutz vor Inflation (Preise steigen, aber Vertrag bleibt meist gleich), Bestattungswünsche können konkret festgelegt werden.

Nachteile: Geld ist nur für Bestattung nutzbar (nicht flexibel), Bestatter-Wechsel ist schwierig/teuer, bei Bestatter-Insolvenz Risiko (abhängig von Treuhand-Qualität), oft teurer als Versicherung über die komplette Dauer.

Alternative 3: Risikolebensversicherung für die ganze Familie

Statt einer kleinen Sterbegeldversicherung: eine größere Risikolebensversicherung abschließen (z.B. 200.000–500.000 €), die Bestattungskosten + Lebensunterhalt der Familie absichert. Besonders sinnvoll, wenn du Kinder oder Partner hast, die von deinem Einkommen abhängig sind.

Vorteile: Flexibel einsetzbar (nicht nur für Bestattung), oft günstiger für junge Menschen pro 1.000 € Versicherungssumme, macht mehr Sinn, wenn Familie abhängig ist.

Nachteile: Overkill, wenn nur Bestattungskosten anfallen, höhere Prämien für hohe Summen, komplizierter zu verstehen.

Wer braucht eine Sterbegeldversicherung?

Besonders sinnvoll für:

Für gesunde Ältere ohne akute Geldnot ist die Versicherung dagegen selten die günstigste Lösung — hier lohnt der Vergleich mit zweckgebundenem Sparen (siehe Warnhinweis oben).

Weniger sinnvoll für:

Tipps zum Abschluss einer Sterbegeldversicherung

1. Vergleiche mehrere Angebote

Es gibt große Unterschiede (bis 50 % Unterschied möglich). Nutze Online-Vergleichsrechner und vergleiche mindestens 3 Versicherer.

2. Lies das Kleingedruckte

Besonders wichtig: Wartezeit, Ausschlüsse, Rückkehrgarantie. Frag den Versicherer, wenn etwas unklar ist.

3. Decksumme realistisch wählen

7.500 € ist für die meisten Menschen ein guter Mittelwert. Zu wenig? Dann lieber etwas mehr (10.000 €). Zu viel? Versicherung ist teuer und unnötig.

4. Mit Gesundheitsfragen vs. ohne?

Bist du gesund: Mit Fragen (günstiger). Hast du Vorerkrankungen: Ohne Fragen (akzeptiert dich trotzdem).

5. Vertrag hinterlegen

Sobald du die Versicherung hast: Sag deiner Familie Bescheid! Hinterleg den Versicherungsvertrag beim Testament, beim Bestatter oder bei deiner Bank. Im Todesfall müssen deine Angehörigen die Versicherung schnell finden können.

6. Regelmäßig überprüfen

Alle 5–10 Jahre: Lohnt sich die aktuelle Versicherung noch? Sind bessere Angebote verfügbar? Hast du deine Versicherungssumme richtig bemessen?

Häufig gestellte Fragen

Lohnt sich eine Sterbegeldversicherung?
Das hängt von deiner Situation ab: Hast du Ersparnisse von über 15.000 €, brauchst du eventuell keine Versicherung. Haben deine Angehörigen keine Mittel für Bestattung, ist sie sinnvoll. Menschen mit kleinen Renten oder älter als 50 Jahre sollten eine Versicherung erwägen, da Bestattungskosten mindestens 3.000–5.000 € betragen und sich schwer sparen lässt.
Was passiert, wenn ich die Versicherung kündige?
Das ist versicherer-abhängig. Manche zahlen Teile der eingezahlten Beiträge zurück (sog. Rückkehrgarantie), andere behalten alles. Lies die Bedingungen! Wenn du die Versicherung beendest, verlieren Angehörige den Schutz für Bestattungskosten. Besser: Die Versicherung beitragsfrei stellen, anstatt zu kündigen (in manchen Fällen möglich).
Ist die Auszahlung steuerfrei?
Für die Einkommensteuer ist die Auszahlung steuerfrei. Erbschaftsteuerlich zählt sie als Erwerb von Todes wegen, liegt bei den üblichen Summen (3.000–15.000 €) aber weit unter den Freibeträgen (500.000 € für Ehegatten, 400.000 € für Kinder), sodass praktisch keine Steuer anfällt. Die laufenden Beiträge sind nicht steuerlich absetzbar.
Zählt die Sterbegeldversicherung als Schonvermögen?
Eine angemessene, zweckgebundene Bestattungsvorsorge ist geschützt: bei Sozialhilfe und Grundsicherung über § 90 Abs. 3 SGB XII (bestätigt vom Bundessozialgericht 2008), beim Bürgergeld nach den Vermögensregeln des SGB II. „Angemessen" heißt: nicht über den ortsüblichen Bestattungskosten. Eine frei verfügbare oder deutlich überhöhte Police kann dagegen angerechnet werden.
Kann ich die Versicherungssumme erhöhen oder senken?
Das ist möglich, hängt aber vom Vertrag ab. Eine Erhöhung erfordert oft neue Gesundheitsfragen und höhere Beiträge. Eine Senkung ist meist kostenlos möglich. Achte auf Fristen und Bedingungen im Kleingedruckten!
Was ist besser: Sterbegeldversicherung oder Sparbuch?
Das kommt drauf an: Bei einem Sparbuch (oder Tagesgeldkonto) brauchst du Disziplin — regelmäßig einzahlen und nie abheben. Eine Sterbegeldversicherung zwingt dich dazu. Außerdem: Im Todesfall ist Versicherungsgeld sofort und steuerfrei da, Sparbuch muss erst aufgefordert werden. Für ältere Menschen ist die Versicherung meist besser, weil sie in 3–5 Jahren mehr kostet zu sparen als eine Prämie.

Alternative: Bestattungsvorsorgevertrag

Statt einer Versicherung kannst du auch direkt beim Bestatter vorsorgen. Ein Vorsorgevertrag regelt deine Bestattungswünsche im Detail — und das Geld ist zweckgebunden auf einem Treuhandkonto geschützt.

Bestattungsvorsorge verstehen Vergleich: Vorsorgevertrag vs. Versicherung
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Quellen

Hinweis zu dieser Seite: Diese Informationen wurden sorgfältig recherchiert und auf Basis von Publikationen der Stiftung Warentest, der Verbraucherzentrale, des Verbandes der Versicherungswirtschaft und des DIA zusammengestellt. Dies ist eine allgemeine Verbraucher-Information und keine Versicherungs-, Anlage- oder Rechtsberatung. Für rechtliche Spezialfragen zu Versicherungsbedingungen oder Sozialleistungen kontaktiere deinen Versicherer oder deine lokale Arbeitsagentur. Mehr über unsere Methodik.