Sterbegeldversicherung — Bestattungskosten für Angehörige absichern
Eine Sterbegeldversicherung soll Angehörige vor hohen Bestattungskosten absichern — sie ist aber nur eine von mehreren Möglichkeiten und lohnt sich nicht für jeden. Es gibt große Unterschiede: Mit oder ohne Gesundheitsfragen? Mit Wartezeit? Welche Summe ist sinnvoll? Dieser Leitfaden zeigt dir, wann sich eine Versicherung lohnt, wie du die richtige findest — und wann Alternativen wie zweckgebundenes Sparen oder ein Bestattungsvorsorgevertrag besser passen.
Kernfakten
- Sterbegeldversicherung ist eine Risikolebensversicherung für Bestattungskosten (typisch 3.000–15.000 €)
- Sterbegeld der Krankenkassen wurde 2004 abgeschafft — seitdem tragen Angehörige die Bestattungskosten selbst; eine private Absicherung ist eine Möglichkeit, aber nicht zwingend
- Monatliche Beiträge liegen zwischen 8–50 € je nach Alter, Gesundheit und Versicherungssumme
- Mit Gesundheitsfragen: günstiger, kein oder kurzer Wartezeit — schneller Schutz
- Ohne Gesundheitsfragen: teurer, aber Wartezeit bis 3 Jahre (bei Tod zahlt nur teilweise)
- Eine angemessene, zweckgebundene Vorsorge zählt als geschütztes Vermögen (Sozialhilfe/Grundsicherung: § 90 Abs. 3 SGB XII; Bürgergeld: nach den Vermögensregeln des SGB II)
- Auszahlung ist für die Angehörigen einkommensteuerfrei; erbschaftsteuerlich liegt sie bei üblichen Summen weit unter den Freibeträgen
- Überschussbeteiligung möglich — Versicherte erhalten Anteile an Unternehmensgewinnen
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Zum Vergleichsrechner Kostenlos · Unverbindlich · In 5 Minuten abgeschlossenRechenbeispiel (mit den Beitragswerten weiter unten): Wer mit 65 rund 70 € im Monat für 7.500 € einzahlt (Tarif ohne Gesundheitsfragen), hat nach etwa 9 Jahren so viel eingezahlt, wie die Angehörigen später ausgezahlt bekommen — wer länger lebt, zahlt unterm Strich drauf. Die durchschnittliche fernere Lebenserwartung mit 65 liegt deutlich über 9 Jahren. Für gesunde, jüngere Menschen mit dem günstigeren Tarif „mit Gesundheitsfragen" fällt die Rechnung freundlicher aus.
Oft günstiger als die Versicherung: zweckgebunden auf ein Tages-, Festgeld- oder Banksparplankonto sparen, oder ein Bestattungsvorsorgevertrag mit Treuhandkonto. Wirklich sinnvoll ist die Versicherung vor allem dann, wenn Vorerkrankungen andere Wege versperren und dir eine garantierte, sofort feststehende Auszahlung wichtig ist.
Was ist eine Sterbegeldversicherung?
Eine Sterbegeldversicherung ist eine Risikolebensversicherung speziell für Bestattungskosten. Im Todesfall wird eine vorher vereinbarte Summe — typischerweise zwischen 3.000 und 15.000 Euro — an deine Angehörigen ausgezahlt. Dieses Geld können sie frei verwenden: für die Beerdigung, Friedhofsgebühren, Bestatter, Trauerfeier oder Grabpflege.
Wichtig: Die Versicherung zahlt nicht nur für Bestattungskosten, sondern gibt das Geld an deine Familie aus — nicht an den Bestatter. Das ist anders als ein Bestattungsvorsorgevertrag, wo du die Kosten direkt beim Bestatter "einzahlst". Mit der Sterbegeldversicherung haben Angehörige maximale Flexibilität.
Hintergrund: Warum brauchen wir diese Versicherung überhaupt?
Bis 2004 zahlten gesetzliche Krankenkassen in Deutschland ein "Sterbegeld" — einen Zuschuss zu den Bestattungskosten. Mit der Gesundheitsreform 2004 wurde dieses Sterbegeld gestrichen. Seitdem müssen Angehörige die Kosten selbst tragen — oder eine private Versicherung abschließen.
Das ist ein Problem: Für viele Menschen — besonders ältere, Rentner mit kleinen Einkommen — ist es unrealistisch, mehrere Tausend Euro zu sparen. Eine Sterbegeldversicherung kann hier eine Lösung sein — kleine Beiträge monatlich, eine garantierte Auszahlung im Todesfall. Ob sie sich rechnet, hängt aber stark vom Eintrittsalter ab (siehe Warnhinweis oben): Für viele Ältere ist zweckgebundenes Sparen oder ein Bestattungsvorsorgevertrag am Ende günstiger.
Wie funktioniert eine Sterbegeldversicherung?
Das Grundprinzip
Das Prinzip ist einfach: Du zahlst monatlich (oder jährlich) einen Beitrag. Wenn du stirbst, zahlt die Versicherung die vereinbarte Summe an deine Angehörigen oder den Hinterbliebenenleistungsempfänger aus. Die Summe wird sofort freigestellt und kann für Bestattungskosten, aber auch für andere Zwecke verwendet werden.
Die zwei Modelle: Mit oder ohne Gesundheitsfragen
Mit Gesundheitsfragen: Der Versicherer fragt nach deinem aktuellen Gesundheitszustand. Wenn du gesund bist, bekommst du einen günstigen Beitrag und sofortigen Schutz (oder nur kurze Wartezeit: 0–3 Monate). Wenn du Vorerkrankungen hast (z.B. Diabetes, Herzkrankheiten), kann dich der Versicherer ablehnen oder Zuschläge verlangen.
Ohne Gesundheitsfragen: Die Versicherung akzeptiert dich automatisch — egal wie dein Gesundheitszustand ist. Dafür verlangt sie höhere Beiträge und eine lange Wartezeit (12, 24 oder 36 Monate). Im Fall von Tod während der Wartezeit zahlt die Versicherung entweder nichts oder nur die eingezahlten Beiträge zurück.
Versicherungssumme und Wartezeit
Die Versicherungssumme ist der Betrag, den deine Angehörigen bei deinem Tod erhalten. Üblich sind 3.000 bis 15.000 Euro. Wie viel brauchst du?
- 3.000–5.000 €: Grunddeckung für einfache Bestattung (anonym, Urnenbeisetzung)
- 5.000–7.500 €: Standard für Feuerbestattung mit Friedhofsgebühr
- 7.500–10.000 €: Erdbestattung oder mit Trauerfeier
- 10.000–15.000 €: Großzügige Bestattung, evt. mehrere Trauerreden, Grabpflege
Die Wartezeit ist die Zeit nach Versicherungsbeginn, bis die volle Summe bei Tod gezahlt wird. Mit Gesundheitsfragen: meist 0 Tage (sofort). Ohne Gesundheitsfragen: 12, 24 oder 36 Monate.
Versicherungsbeiträge: Was kostet eine Sterbegeldversicherung?
Die Höhe des Beitrags hängt von mehreren Faktoren ab:
- Alter: Je älter du bist, desto höher der Beitrag. Mit 45 Jahren ist die Versicherung deutlich günstiger als mit 65 Jahren.
- Versicherungssumme: Eine höhere Summe kostet mehr (logisch).
- Gesundheitszustand: Vorerkrankungen führen zu Ablehnung oder Zuschlägen.
- Wartezeit: Keine Wartezeit kostet mehr; lange Wartezeiten sind günstiger.
- Versicherer: Große Unterschiede zwischen den Anbietern (bis zu 50 % Unterschied möglich).
Beispiele für Monatsbeiträge
| Alter | Summe | Mit Gesundheitsfragen | Ohne Gesundheitsfragen (36 Monate) |
|---|---|---|---|
| 35 Jahre | 5.000 € | 8–12 € | 18–25 € |
| 45 Jahre | 7.500 € | 12–18 € | 28–40 € |
| 55 Jahre | 7.500 € | 18–28 € | 45–65 € |
| 65 Jahre | 7.500 € | 35–50 € | 70–95 € |
| 75 Jahre | 5.000 € | 50–80 € | Oft nicht mehr verfügbar |
Hinweis: Diese Zahlen sind Durchschnitte und können je nach Versicherer, Region und individuellem Gesundheitszustand stark variieren. Der beste Weg ist, einen Online-Vergleichsrechner zu nutzen.
Vergleichskriterien: Welche Versicherung passt zu dir?
Nicht alle Sterbegeldversicherungen sind gleich. Achte auf folgende Punkte, um die richtige auszuwählen:
1. Versicherungssumme (Deckung)
Wie viel Schutz brauchst du? Üblich sind 3.000–15.000 €. Bedenke: Die Summe ist kostenlos und steuerfrei an Angehörige ausgezahlt — deine Familie kann damit also alle Bestattungskosten decken, ohne selbst zahlen zu müssen. Kalkuliere realistisch, nicht zu knapp.
2. Beitragshöhe
Wie viel kannst du monatlich zahlen? Hier lohnt sich ein Vergleich: Kleine Unterschiede in der Prämie führen über Jahrzehnte zu großen Unterschieden in den Gesamtkosten. Vergleich mindestens 3 Versicherer.
3. Wartezeit
Wie schnell brauchst du den Schutz? Für junge, gesunde Menschen: Versicherung mit Gesundheitsfragen (0 Wartezeit). Für ältere oder kränkere Menschen: Versicherung ohne Gesundheitsfragen akzeptieren — aber Wartezeit beachten!
4. Gesundheitsprüfung (ja oder nein?)
Bist du gesund, lohnt sich die Prüfung (günstiger). Hast du Vorerkrankungen, nimm eine Versicherung ohne Fragen — auch wenn sie teurer ist.
5. Überschussbeteiligung
Manche Versicherer (besonders Mutualversicherer) zahlen Gewinne an Versicherte zurück. Das ist bedeutsam bei langen Laufzeiten (20+ Jahre). Nicht alle Versicherer bieten das an.
6. Kündigungsrechte und Rückkehrgarantie
Wenn du kündigst, bekommst du oft nur einen geringen Rückkaufswert — in den ersten Jahren wegen der Abschluss- und Verwaltungskosten teils deutlich weniger als eingezahlt, manchmal fast nichts. Eine Sterbegeldversicherung ist deshalb eine langfristige Bindung, die sich kaum verlustfrei rückgängig machen lässt; prüf die Kündigungs- und Rückkaufsbedingungen vor Abschluss.
Vergleichsmodelle: Drei Optionen im Überblick
Hinweis: Diese Übersicht dient der allgemeinen Information. machsruhig.de erhält keine Provisionen von Versicherungsunternehmen. Die Angaben sind beispielhaft und variieren je nach Angebot und individuellem Alter/Gesundheit.
Modell 1: Mit Gesundheitsfragen
Günstiger, schneller Schutz
- Sofortschutz (0 Wartezeit, evt. 0–3 Monate Wartezeit)
- Niedrigere Beiträge (wenn gesund)
- Ablehnung möglich bei Vorerkrankungen
- Ideal für: junge, gesunde Menschen
Modell 2: Ohne Gesundheitsfragen
Automatischer Schutz, längere Wartezeit
- Automatischer Schutz (keine Prüfung, keine Ablehnung)
- Wartezeit 12–36 Monate (bei Tod nur Beitragrückerstattung)
- Höhere Beiträge
- Ideal für: Menschen mit Vorerkrankungen
Modell 3: Mit Einmalbeitrag
Sofortiger Schutz, Gesamtbetrag zahlen
- Einzahlung der kompletten Versicherungssumme aufs Mal
- Kein monatlicher Beitrag danach
- Sofortiger Schutz (0 Wartezeit)
- Geld bleibt Schonvermögen (bei Bürgergeld/Sozialhilfe)
Wartezeiten erklärt: Warum 36 Monate bei günstigen Versicherungen?
Das ist eine wichtige Frage: Warum zahlt die Versicherung nicht sofort, wenn ich ohne Gesundheitsfragen versichert bin?
Die Antwort: Versicherer wollen ihr Risiko senken. Wenn sie OHNE Gesundheitsprüfung jemanden versichern, könnte diese Person bereits schwer krank sein und bald sterben. Eine Wartezeit von 3 Jahren reduziert das Risiko für den Versicherer — und ermöglicht ihm daher, dich trotzdem günstig zu versichern.
Was passiert, wenn du in der Wartezeit stirbst? Das Kleingedruckte ist wichtig:
- Variante A: Nur Beitragsrückerstattung (du/deine Angehörigen erhalten das eingezahlte Geld zurück, aber nicht die volle Summe)
- Variante B: Keine Leistung (bei Tod in der Wartezeit zahlt die Versicherung nichts)
- Variante C: Teilleistung (Anteil der Summe wird gezahlt, je nach Dauer der Wartezeit)
Prüf die Bedingungen! Das ist wichtig. Manche Versicherer bieten 12-Monats-Wartezeiten an — das ist nicht so schlecht wie 36 Monate, kostet aber mehr.
Steuerliches und Sozialversicherungsrechtliches
Ist die Auszahlung steuerfrei?
Für die Einkommensteuer: ja — die Todesfallleistung ist kein steuerpflichtiges Einkommen. Erbschaftsteuerlich gilt sie allerdings als Erwerb von Todes wegen. In der Praxis ist das fast nie ein Problem: Bei den üblichen Summen (3.000–15.000 €) liegt die Leistung weit unter den Freibeträgen (500.000 € für Ehegatten, 400.000 € für Kinder, § 16 ErbStG), sodass keine Erbschaftsteuer anfällt. Beerdigungskosten sind erbschaftsteuerlich zudem als Nachlassverbindlichkeit gegenzurechnen.
Zählt die Versicherung als Schonvermögen bei Bürgergeld/Sozialhilfe?
Ja — aber an Bedingungen geknüpft. Eine angemessene, zweckgebundene Bestattungsvorsorge zählt als geschütztes Vermögen: bei Sozialhilfe und Grundsicherung im Alter über § 90 Abs. 3 SGB XII (Härtefallregelung, bestätigt vom Bundessozialgericht 2008), beim Bürgergeld nach den Vermögensregeln des SGB II. „Angemessen" heißt dabei: nicht über den ortsüblichen Bestattungskosten. Das bedeutet:
- Eine angemessene Vorsorge wird bei Bürgergeld oder Sozialhilfe in der Regel NICHT als verwertbares Vermögen angerechnet
- Du brauchst sie nicht „aufzulösen", um Anspruch auf Hilfe zu behalten
- Eine frei verfügbare oder deutlich überhöhte Police kann dagegen angerechnet werden — auf Zweckbindung und angemessene Höhe achten
Beispiel: Du erhältst Grundsicherung im Alter und hast eine angemessene, zweckgebundene Bestattungsvorsorge von 7.500 €. Diese wird nicht als verwertbares Vermögen angerechnet, auch wenn du daneben kleine Ersparnisse hast — solange die Vorsorge die ortsüblichen Bestattungskosten nicht übersteigt.
Beitragszahlungen: Kann ich sie von der Steuer absetzen?
In der Regel nicht. Sterbegeldversicherungen gelten steuerlich als Kapitallebensversicherungen — für Verträge ab 2005 sind die Beiträge nicht absetzbar. Nur bei Altverträgen (vor dem 1.1.2005, Laufzeit mindestens 12 Jahre) zählen die Beiträge zu den sonstigen Vorsorgeaufwendungen (§ 10 EStG); dann aber meist ohne spürbaren Effekt, weil der Höchstbetrag (1.900 € für Arbeitnehmer/Rentner, 2.800 € für Selbstständige) in der Regel schon durch Kranken- und Pflegeversicherung ausgeschöpft ist.
Alternativen zur Sterbegeldversicherung
Eine Sterbegeldversicherung ist nicht immer die beste Lösung. Hier sind drei Alternativen:
Alternative 1: Tagesgeldkonto zweckgebunden
Eröffne ein separates Sparbuch oder Tagesgeldkonto und zahle regelmäßig Geld ein — z.B. 50 € monatlich. Über 5 Jahre: 3.000 €. Über 10 Jahre: 6.000 €. Das ist flexibel, kostenlos und kostet keine Versicherungsprämie.
Vorteile: Vollständige Kontrolle, Zugriff jederzeit, Zinsen (minimal, aber möglich), keine versteckte Bedingungen.
Nachteile: Erfordert Disziplin (leicht zu vergessen oder abzubrechen), für ältere Menschen schwer zu sparen (nicht genug Jahre übrig), Geld wird nicht automatisch geschützt (bei Schulden/Betreibung).
Alternative 2: Bestattungsvorsorgevertrag mit dem Bestatter
Du zahlst direkt beim Bestatter ein — entweder monatlich oder als Einmahlbetrag. Das Geld wird in einen Treuhand-Fonds eingezahlt und ist gesetzlich geschützt. Bei Bestattung werden die Kosten direkt von diesem Geld bezahlt.
Vorteile: Klar und transparent, Geld ist zweckgebunden (nicht missbrauchbar), Schutz vor Inflation (Preise steigen, aber Vertrag bleibt meist gleich), Bestattungswünsche können konkret festgelegt werden.
Nachteile: Geld ist nur für Bestattung nutzbar (nicht flexibel), Bestatter-Wechsel ist schwierig/teuer, bei Bestatter-Insolvenz Risiko (abhängig von Treuhand-Qualität), oft teurer als Versicherung über die komplette Dauer.
Alternative 3: Risikolebensversicherung für die ganze Familie
Statt einer kleinen Sterbegeldversicherung: eine größere Risikolebensversicherung abschließen (z.B. 200.000–500.000 €), die Bestattungskosten + Lebensunterhalt der Familie absichert. Besonders sinnvoll, wenn du Kinder oder Partner hast, die von deinem Einkommen abhängig sind.
Vorteile: Flexibel einsetzbar (nicht nur für Bestattung), oft günstiger für junge Menschen pro 1.000 € Versicherungssumme, macht mehr Sinn, wenn Familie abhängig ist.
Nachteile: Overkill, wenn nur Bestattungskosten anfallen, höhere Prämien für hohe Summen, komplizierter zu verstehen.
Wer braucht eine Sterbegeldversicherung?
Besonders sinnvoll für:
- Menschen mit Vorerkrankungen: Der Tarif ohne Gesundheitsfragen akzeptiert auch, wer für eine normale Risikolebensversicherung abgelehnt würde — oft der einzige verbliebene Weg zu einer garantierten Auszahlung.
- Wer eine von Anfang an festgelegte Summe will: Die Auszahlung steht (nach Ablauf einer etwaigen Wartezeit) vom Vertrag an fest — anders als beim Ansparen, das erst über Jahre wächst.
- Alleinlebende ohne Angehörige: Damit im Todesfall niemand unvorbereitet die Kosten tragen muss (Alternative: Bestattungsvorsorgevertrag mit Treuhandkonto).
- Bei Bürgergeld/Grundsicherung: Eine angemessene, zweckgebundene Vorsorge zählt als geschütztes Schonvermögen (§ 90 Abs. 3 SGB XII) — aber nur in angemessener Höhe.
Für gesunde Ältere ohne akute Geldnot ist die Versicherung dagegen selten die günstigste Lösung — hier lohnt der Vergleich mit zweckgebundenem Sparen (siehe Warnhinweis oben).
Weniger sinnvoll für:
- Wer im oder kurz vor dem Rentenalter abschließt: Hier übersteigen die eingezahlten Beiträge häufig die spätere Auszahlung — die Verbraucherzentrale rät in dieser Konstellation ausdrücklich ab.
- Wer stattdessen zweckgebunden sparen kann: Tages-/Festgeld- oder Banksparplankonto bzw. ein Bestattungsvorsorgevertrag mit Treuhandkonto sind meist günstiger und flexibler.
- Junge Menschen (unter 35): Einfacher, selbst zu sparen; die Versicherung läuft sonst 30+ Jahre.
- Menschen mit ausreichenden Ersparnissen: Wer die Bestattungskosten aus Rücklagen decken kann, braucht keine Versicherung.
- Menschen mit tragfähigem Familiennetz: Wenn Angehörige die Kosten ohnehin problemlos übernehmen würden.
Tipps zum Abschluss einer Sterbegeldversicherung
1. Vergleiche mehrere Angebote
Es gibt große Unterschiede (bis 50 % Unterschied möglich). Nutze Online-Vergleichsrechner und vergleiche mindestens 3 Versicherer.
2. Lies das Kleingedruckte
Besonders wichtig: Wartezeit, Ausschlüsse, Rückkehrgarantie. Frag den Versicherer, wenn etwas unklar ist.
3. Decksumme realistisch wählen
7.500 € ist für die meisten Menschen ein guter Mittelwert. Zu wenig? Dann lieber etwas mehr (10.000 €). Zu viel? Versicherung ist teuer und unnötig.
4. Mit Gesundheitsfragen vs. ohne?
Bist du gesund: Mit Fragen (günstiger). Hast du Vorerkrankungen: Ohne Fragen (akzeptiert dich trotzdem).
5. Vertrag hinterlegen
Sobald du die Versicherung hast: Sag deiner Familie Bescheid! Hinterleg den Versicherungsvertrag beim Testament, beim Bestatter oder bei deiner Bank. Im Todesfall müssen deine Angehörigen die Versicherung schnell finden können.
6. Regelmäßig überprüfen
Alle 5–10 Jahre: Lohnt sich die aktuelle Versicherung noch? Sind bessere Angebote verfügbar? Hast du deine Versicherungssumme richtig bemessen?
Häufig gestellte Fragen
Lohnt sich eine Sterbegeldversicherung?
Was passiert, wenn ich die Versicherung kündige?
Ist die Auszahlung steuerfrei?
Zählt die Sterbegeldversicherung als Schonvermögen?
Kann ich die Versicherungssumme erhöhen oder senken?
Was ist besser: Sterbegeldversicherung oder Sparbuch?
Alternative: Bestattungsvorsorgevertrag
Statt einer Versicherung kannst du auch direkt beim Bestatter vorsorgen. Ein Vorsorgevertrag regelt deine Bestattungswünsche im Detail — und das Geld ist zweckgebunden auf einem Treuhandkonto geschützt.
Bestattungsvorsorge verstehen Vergleich: Vorsorgevertrag vs. VersicherungBestattungsvorsorge · Patientenverfügung · Testament · Bestattungskosten · Kostenrechner · Vorsorge-Check
Quellen
- Verband der Versicherungswirtschaft (VVV) — Sterbegeldversicherungen 2026
- Deutsches Institut für Altersvorsorge (DIA) — Vorsorgestudien
- Stiftung Warentest — Bestattungsversicherungen im Test
- Verbraucherzentrale — „Sterbegeldversicherungen rechnen sich oft nicht" (verbraucherzentrale.de, geprüft 07/2026)
- SGB XII (Sozialgesetzbuch Zwölftes Buch) — Regelungen zu Schonvermögen
- Bundesgesetzblatt 2004 — Krankenkassenreform und Abschaffung des Sterbegeldes
- Aeternitas e.V. — Verbraucherschutz Bestattungskultur
Hinweis zu dieser Seite: Diese Informationen wurden sorgfältig recherchiert und auf Basis von Publikationen der Stiftung Warentest, der Verbraucherzentrale, des Verbandes der Versicherungswirtschaft und des DIA zusammengestellt. Dies ist eine allgemeine Verbraucher-Information und keine Versicherungs-, Anlage- oder Rechtsberatung. Für rechtliche Spezialfragen zu Versicherungsbedingungen oder Sozialleistungen kontaktiere deinen Versicherer oder deine lokale Arbeitsagentur. Mehr über unsere Methodik.