Bestattung in Karlsruhe: Friedhöfe, Gebühren und Ansprechstellen

Karlsruhe — die badische Fächerstadt — pflegt eine ausgeprägte Friedhofstradition. Der Hauptfriedhof an der Haid-und-Neu-Straße wurde ab November 1874 nach Plänen des Karlsruher Architekten Josef Durm für Bestattungen geöffnet, gilt als erster kommunaler Parkfriedhof Deutschlands und nimmt mit heute 34 Hektar einen großen Teil der Oststadt ein. Der 1902 eröffnete Bergfriedhof Durlach am Fuß des Turmbergs ergänzt mit 7,6 Hektar Hanglage und Aussicht die städtische Friedhofslandschaft.

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Kernfakten

Bestattungsrecht — der kurze Überblick mit Paragraphen

In Karlsruhe gilt das Bestattungsgesetz Baden-Württemberg (BestattG BW) vom 21. Juli 1970 ergänzt um die Friedhofssatzung und die Friedhofgebührensatzung der Stadt. Den verbindlichen Volltext stellt das Landesrechtsportal Baden-Württemberg bereit. Maßgeblich sind insbesondere:

Eine ausführliche Darstellung des baden-württembergischen Bestattungsrechts mit allen Fristen, Sonderfällen und Detailkommentaren steht auf der Bundesland-Seite bereit: Bestattung in Baden-Württemberg. Diese Stadt-Page konzentriert sich auf das, was Karlsruhe-spezifisch ist — Friedhöfe, lokale Gebühren und Anlaufstellen.

Für die Anzeige des Sterbefalls gilt zusätzlich Bundesrecht: Nach § 28 PStG ist der Sterbefall spätestens am dritten Werktag beim Standesamt des Sterbeortes anzuzeigen — in Karlsruhe beim Standesamt der Stadt Karlsruhe, Kaiserallee 8, 76133 Karlsruhe.

Was die Stadt regelt, nicht das Land: Ruhezeiten, Grabarten, Gebühren, Anforderungen an Grabmale und Bepflanzung. Verbindlich sind die Friedhofssatzung (in Kraft seit 1. Juni 2019) und die Friedhofgebührensatzung der Stadt Karlsruhe (Stand 1. Januar 2026).

Friedhöfe in Karlsruhe

Karlsruhe unterhält über das Friedhofs- und Bestattungsamt mehrere städtische Friedhöfe in der Kernstadt und in den eingemeindeten Stadtteilen. Im Zentrum stehen drei Anlagen mit jeweils eigener Geschichte: der Hauptfriedhof in der Oststadt, der Bergfriedhof in Durlach und der jüdische Friedhof an der Haid-und-Neu-Straße.

Hauptfriedhof Karlsruhe — der erste kommunale Parkfriedhof Deutschlands

1872/73 erwarb die Stadt Karlsruhe nach Darstellung des Stadtlexikons Karlsruhe rund 14 Hektar Gelände auf Rintheimer Gemarkung — teilweise im Wege des Zwangsverkaufs — um den überlasteten Alten Friedhof südöstlich der Kapellenstraße abzulösen. Den Wettbewerb für die Friedhofsbauten gewann zunächst keiner der drei Teilnehmer eindeutig; kurz darauf beauftragte die Stadt den Karlsruher Architekten Josef Durm (1837–1919) mit einem Gesamtentwurf. Sein im März 1874 vorgelegter Plan zeichnete sich durch eine englische Landschaftspark-Anlage mit geschwungenen Platanenalleen statt starrer Achsen und durch eine streng neorenaissancistische Architektur an Eingang, Gruftenhalle und Kapelle aus.

Vom erworbenen Gelände wurde nach dem Stadtlexikon zunächst nur etwa ein Viertel — rund 3,5 Hektar — als Friedhof angelegt; ab November 1874 fanden auf diesem Teilstück die ersten Bestattungen statt. Die große Friedhofskapelle und die zugehörigen Bauten wurden im Herbst 1876 fertiggestellt; mit deren feierlicher Einweihung galt der Friedhof als vollständig in Betrieb. Damit ist der Karlsruher Hauptfriedhof nach Darstellung der Friedhofsverwaltung und des Stadtlexikons der älteste kommunale Parkfriedhof Deutschlands. Eine ausführliche sepulkralhistorische Aufarbeitung liegt mit Karl Zahn, „Gräber, Grüfte, Trauerstätten. Der Karlsruher Hauptfriedhof" (Stadtarchiv Karlsruhe, 2001; Neuauflage 2022) vor.

Bis 1980 wurde der Friedhof mehrfach erweitert und erreicht heute eine Gesamtfläche von 34 Hektar mit mehr als 32.000 Grabstätten. Architektonisch prägend ist neben Durms italienisch-frührenaissancistischem Eingangshof die Kleine Trauerhalle, die 1904 als eines der frühen Krematorien Deutschlands errichtet wurde und seit 2002 als Trauerhalle dient. Im Nordwesten des Geländes nahm 1998 eine neue Einäscherungsanlage den Betrieb auf; das Krematorium Karlsruhe wird auch von Bestattern aus dem Umland genutzt. Am Eingang befindet sich das vom Karlsruher Architekten Friedrich Beichel 1905/06 im Jugendstil errichtete frühere Wartehäuschen der Karlsruher Lokalbahn; seit 2002 dient es als InfoCenter des Vereins zur Pflege der Friedhofs- und Bestattungskultur.

Die Liste der hier ruhenden Persönlichkeiten ist lang. Die offizielle Persönlichkeiten-Liste der Friedhofsverwaltung nennt unter anderen:

Ein architektonisches Highlight ist das Bürklin'sche Mausoleum, ein repräsentatives Familienmausoleum für den Geheimrat Albert Bürklin, das 1963 an die Stadt übergeben wurde und seit 1985 als Kolumbarium dient. Urnennischen im Bürklin-Mausoleum gehören mit 3.880 € (Kellergeschoss) bzw. 6.260 € (Obergeschoss) zu den teuersten Grabarten Karlsruhes. Der Campo Santo, eine kreuzgangähnliche Gruftenhalle nach italienischem Vorbild, sowie das Ehrenhof-Areal mit Familiengrüften prägen den Eingangsbereich.

Bergfriedhof Durlach — der Friedhof am Turmberg

Durlach war bis zur Eingemeindung nach Karlsruhe am 1. April 1938 eine eigenständige Stadt mit Markgrafensitz und Universitätstradition; bis 1565 war sie sogar Residenz der Markgrafen von Baden-Durlach. Diese Eigenständigkeit prägt bis heute den Stadtteil und seine Friedhofstradition. Als der Alte Friedhof Durlach hinter dem Basler Tor durch das Bevölkerungswachstum der Industrialisierung zu klein wurde, plante der damalige Durlacher Stadtbaumeister Löffel einen neuen Friedhof am Fuß des Turmbergs. Der Bergfriedhof Durlach wurde 1902 eröffnet und umfasst nach mehreren Erweiterungen — zuletzt in den 1980er Jahren — heute eine Fläche von 7,6 Hektar.

Die Friedhofskapelle wurde 1902 nach Plänen des evangelischen Kirchenbaurats Rudolf Burckhardt im Stil des späten Historismus mit überwiegend neugotischen Elementen errichtet. Sie steht ebenso wie das Friedhofsportal und mehrere Grabmäler unter Denkmalschutz. Nach einem massiven Schwammbefall und einer in den 1980er Jahren unsachgemäß durchgeführten Renovierung wurde die Kapelle 2023–2025 umfassend saniert; die Bauarbeiten kosteten rund 2,2 Millionen Euro, finanziert auch durch Mittel der Denkmalstiftung Baden-Württemberg und private Nachlässe Karlsruher Bürger. Die Wiedereröffnung erfolgte Ende Juni 2025 in einer Feierstunde mit Bürgermeisterin Bettina Lisbach und Ortsvorsteherin Alexandra Ries, wie das Durlacher Stadtmagazin berichtet.

Die Hanglage des Bergfriedhofs prägt seine landschaftliche Gestaltung. Terrassierte Grabfelder, alte Bäume und schmiedeeiserne Grabgitter verleihen der Anlage einen unverwechselbaren Charakter. Am westlichen Ende steht der 1984 durch Spenden des Durlacher Sängers Rudolf Mader, des Gesangvereins und der Kirchengemeinde errichtete Glockenturm — ursprünglich war die Glocke für das Kapellendach geplant, was sich aus statischen Gründen nicht realisieren ließ. Zu den prominenten Bestatteten zählen nach Darstellung der Friedhofsverwaltung und der sepulkralhistorischen Übersicht:

1964 wurde in der ersten Anlage zwischen linker Mauer und Hauptweg ein Gedenkfeld für die Gefallenen der beiden Weltkriege errichtet. Auf dem Bergfriedhof gilt für Mehrfachbestattungen die Besonderheit, dass nur Flachsärge verwendet werden dürfen (Friedhofssatzung der Stadt Karlsruhe, § 15 Abs. 4 Satz 4).

Jüdischer Friedhof Karlsruhe

Karlsruhe wurde 1715 vom Markgrafen Karl Wilhelm von Baden-Durlach gegründet, der mit dem Privilegienbrief allen Konfessionen freie Religionsausübung zusicherte — ab 1717 ließen sich erste jüdische Familien nieder, die Israelitische Kultusgemeinde Karlsruhe wurde zu einer der prägenden jüdischen Gemeinden in Süddeutschland. Der erste jüdische Friedhof entstand 1724 außerhalb der Stadt beim Rüppurrer Tor (heute Mendelssohnplatz); er wurde 1821 geschlossen und 1898 enteignet. Die Grabmale wurden auf den 1823 angelegten zweiten jüdischen Friedhof an der Kriegsstraße 36 überführt, der bis in die 1930er Jahre einzelne Familienbeisetzungen aufnahm und heute denkmalgeschützt ist.

1872 richtete die orthodoxe Israelitische Religionsgesellschaft beim damals im Aufbau befindlichen Hauptfriedhof an der Haid-und-Neu-Straße 35 einen eigenen Friedhof ein; 1897 kam unmittelbar daneben der neue allgemeine Friedhof der jüdischen Gemeinde hinzu. Am Friedhofsgebäude erinnern eine Gedenktafel an die im Ersten Weltkrieg gefallenen jüdischen Karlsruher und ein Gedenkstein an die im Holocaust ermordeten Karlsruher Juden. Bei der Wagner-Bürckel-Aktion am 22. Oktober 1940 wurden nach den Angaben des Stadtlexikons Karlsruhe insgesamt rund 6.500 badische, saarpfälzische und elsässische Jüdinnen und Juden in das Lager Gurs in Südfrankreich deportiert, darunter 945 aus Karlsruhe; die meisten wurden später in den Vernichtungslagern ermordet — eine Zäsur, die das jüdische Karlsruhe bis heute prägt. Heute hat die Jüdische Kultusgemeinde Karlsruhe ihren Sitz an der Knielinger Allee 11 — die 1971 von den Architekten Backhaus und Brosinsky errichtete Synagoge mit sechseckigem, einem Davidstern nachempfundenem Grundriss ist denkmalgeschützt. Karlsruhe ist zugleich Sitz des Oberrats der Israelitischen Religionsgemeinschaft Badens. Auf dem Friedhofsgelände ist auch ein Gräberfeld für sowjetische Kriegsgefangene angelegt.

Weitere Friedhöfe in den Stadtteilen

Nach mehreren Eingemeindungen unterhält Karlsruhe rund zwei Dutzend Stadtteilfriedhöfe. Dazu zählen unter anderen die Friedhöfe in Mühlburg, Daxlanden (1898 eröffnet), Grünwinkel, Rüppurr, Beiertheim-Bulach, Knielingen, Neureut (mit der überregional beachteten Anlage des Architekturbüros Klahn und Singer von 1980), Hohenwettersbach, Stupferich, Wettersbach, Wolfartsweier, Hagsfeld, Aue und Oberreut (3,5 ha, 1998 eingeweiht). Eine Gesamtübersicht mit Adressen, Öffnungszeiten und Verwaltungskontakten findet sich auf den städtischen Friedhofsseiten Karlsruhes.

Friedhofsgebühren in Karlsruhe nach Satzung Stand 1.1.2026

Die Friedhofgebührensatzung der Stadt Karlsruhe (Stand 1. Januar 2026) legt die konkreten Beträge fest. Die folgende Auswahl gibt die wichtigsten Positionen wieder; verbindlich ist immer der jeweils aktuelle Satzungstext auf den Seiten der Friedhofsverwaltung sowie die aktuelle PDF-Satzung der Stadt.

Grabnutzungsgebühren (Ruhezeit 20 Jahre, in der Regel)

GrabartGebühr
Erdbestattungsreihengrab (1 Bestattung)877 €
Erdbestattungsreihengrab anonym1.938 €
Erdbestattungswahlgrab an Wegen und in Feldern2.000 €
Erdbestattungswahlgrab an bevorzugten Plätzen3.080 €
Urnenreihengrab791 €
Urnenreihengrab anonym1.292 €
Urnenwahlgrab1.860 €
Kolumbariennische (zzgl. Stein 495–840 €)1.760 €
Urnennische Bürklin-Mausoleum, Kellergeschoss3.880 €
Urnennische Bürklin-Mausoleum, Obergeschoss6.260 €
Baumpatenschaft an Wegen (inkl. Pflege, 20 J.)8.811 €

Bestattungsgebühren (umfasst Trauerhalle, Friedhofskapelle, Überführung im Friedhof)

LeistungGebühr
Erdbestattung Erwachsene und Kinder über 10 Jahre1.463 €
Feuerbestattung Erwachsene (davon Krematorium 430 €)1.285 €
Einäscherung mit Trauerfeier (Beisetzung außerhalb Karlsruhes)983 €
Umbettung einer Urne innerhalb Karlsruher Friedhöfe477 €
Ermäßigung bei Verzicht auf Trauerhalle−365 €
Kinder bis 10 Jahre — Bestattungsgebührgebührenfrei

Hinzu kommen die Leistungen des Bestatters (Sarg/Urne, Versorgung, Transport, Trauerdruck), das Grabmal und die Grabpflege. Die Ruhezeit beträgt nach der Karlsruher Friedhofssatzung in der Regel 20 Jahre; nur in den Höhenstadtteilen Grünwettersbach, Hohenwettersbach, Palmbach, Stupferich und Wolfartsweier gilt eine Ruhezeit von 25 Jahren. Nutzungsrechte an Wahlgräbern können nach Ablauf um mindestens fünf Jahre verlängert werden (Friedhofssatzung § 13 Abs. 11).

Bundesweit nennt die Stiftung Warentest Gesamtkosten einer durchschnittlichen Bestattung von 7.000 bis 8.000 Euro — in Karlsruhe sind je nach gewählter Grabart, Lage und Aufwand deutliche Abweichungen nach oben (Wahlgrab in bevorzugter Lage plus Grabmal) wie nach unten (anonymes Urnenfeld) möglich. Es empfiehlt sich, mindestens drei schriftliche Kostenvoranschläge mit getrennter Auflistung von Bestatterleistungen, Friedhofsgebühren, Trauerfeier und Grabmal einzuholen. Vergleichswerte: Bestattungskosten in Deutschland.

Was kostet die Bestattung konkret? Berechne deinen Kostenrahmen mit anonymer Eingabe in zwei Minuten: → Bestattungskosten-Rechner. Vergleicht Erd-, Feuer- und Seebestattung mit aktuellen Friedhofsgebühren und Bestatterleistungen. Hast Du schon ein konkretes Angebot oder eine Rechnung? Mit dem → Angebotsprüfer prüfst Du in 3 Minuten mit Ampel, ob Preis und Posten plausibel sind.

Sozialbestattung in Karlsruhe — wenn die Kosten nicht aufgebracht werden können

Wenn Bestattungspflichtige die Kosten einer Bestattung nicht aus eigenem Einkommen, Vermögen oder dem Nachlass tragen können, übernimmt das Sozialamt nach § 74 SGB XII die erforderlichen Kosten — soweit dies den Verpflichteten nicht zugemutet werden kann. Wer zur Tragung verpflichtet ist, ergibt sich in Karlsruhe primär aus der Reihenfolge der Bestattungspflichtigen nach § 31 BestattG BW (Ehegatte/Lebenspartner, volljährige Kinder, Eltern, Großeltern, Geschwister, Enkel). Wichtig: Auch wer nach Landesrecht bestattungspflichtig ist, hat einen Anspruch auf Übernahme — das hat das Bundessozialgericht im Urteil B 8 SO 20/10 R vom 25. August 2011 ausdrücklich bestätigt. Eine sittliche oder vertragliche Verpflichtung allein reicht hingegen nicht.

Zuständige Stelle in Karlsruhe

Karlsruhe ist Stadtkreis und führt das Sozialamt in eigener Zuständigkeit. Erstkontakt ist die Anlauf- und Vermittlungsstelle der Sozial- und Jugendbehörde (SJB) der Stadt Karlsruhe im Rathaus an der Alb:

Sozial- und Jugendbehörde der Stadt Karlsruhe
Rathaus an der Alb, Ernst-Frey-Straße 10, 76135 Karlsruhe
Anlauf- und Vermittlungsstelle: 0721 133-5415
E-Mail: infotheke@sjb.karlsruhe.de
Großempfängerpostfach: 76124 Karlsruhe

Hatte die verstorbene Person bereits Sozialhilfe bezogen, ist das Sozialamt zuständig, das diese Leistung bis zum Tod gezahlt hat. Hatte sie keine Sozialhilfe bezogen, ist das Sozialamt des Sterbeortes zuständig — bei einem Sterbefall in Karlsruhe also die SJB.

Was übernommen wird — und was nicht

Übernommen werden die Kosten einer ortsüblich einfachen, aber würdigen Bestattung. Dazu gehören Sarg oder Urne, einfache Ausstattung, Leichenhaus, Überführung im Stadtgebiet, die Grabnutzungs- und Bestattungsgebühren nach Karlsruher Satzung sowie das Herrichten des Grabes. Nicht übernommen werden in der Regel Trauerdruck und Trauerfeier in größerem Rahmen, Blumenschmuck über das Notwendige hinaus, Grabmal und Grabeinfassung, laufende Grabpflege sowie Trauerkleidung. Vorhandener Nachlass und Sterbegeldversicherungen werden vorrangig eingesetzt.

Antragszeitpunkt — möglichst vor Auftragserteilung

Der Antrag auf Übernahme der Bestattungskosten ist schriftlich bei der SJB zu stellen — am besten vor der Beauftragung des Bestatters, damit Umfang und Höhe der angemessenen Kosten abgestimmt sind. Eine spätere Antragstellung ist möglich, solange die Kosten noch nicht aus eigenem Vermögen beglichen wurden; die Kostentragungspflicht muss aber im Zeitpunkt der Bestattung bereits feststehen. Gegen den Bescheid kann innerhalb eines Monats Widerspruch eingelegt werden.

Vorsorge-Tipp gegen Sozialbestattung: Eine Sterbegeldversicherung deckt die Bestattungskosten ab, damit Angehörige nicht in die § 74-Lage geraten. Vergleichsrechner für Tarife und Versicherungssummen: → Sterbegeldversicherung vergleichen (Check24). Hinweis: machsruhig verlinkt diesen Vergleich als Affiliate, der dabei verdiente Anteil finanziert die Redaktion — ohne Mehrkosten für Dich.

Was nach einem Todesfall in Karlsruhe zu tun ist

1. Leichenschau

Die ärztliche Leichenschau ist nach §§ 20 ff. BestattG BW unverzüglich zu veranlassen — zuhause durch Hausarzt oder Notarzt, in Klinik und Pflegeheim durch die behandelnden Ärzte. Sie ist Voraussetzung für jede weitere bestattungsrechtliche Handlung. Bei geplanter Feuerbestattung ist nach § 35 BestattG BW zusätzlich eine zweite Leichenschau erforderlich, die in der Regel im Krematorium auf dem Karlsruher Hauptfriedhof durch einen amtlich bestellten Arzt erfolgt.

2. Bestatter beauftragen

Eine Pflicht zur Beauftragung eines bestimmten Bestatters besteht nicht. Mitgliedsbetriebe des Bundesverbands Deutscher Bestatter (BDB) sind über die Bestatter-Suche nach Postleitzahl auffindbar; der Verein zur Pflege der Friedhofs- und Bestattungskultur in Karlsruhe listet die Bestatter-Mitgliedsbetriebe öffentlich auf seiner Webseite — ebenso wie Friedhofsgärtnereien und Steinmetzbetriebe.

3. Sterbefall beim Standesamt anzeigen

Nach § 28 PStG ist der Sterbefall spätestens am dritten Werktag beim Standesamt der Stadt Karlsruhe, Kaiserallee 8, 76133 Karlsruhe anzuzeigen. Der Samstag gilt nicht als Werktag. In der Regel übernimmt der beauftragte Bestatter diese Anzeige.

4. Grabstelle wählen und Bestattung organisieren

Die Wahl der Grabart und der freien Grabstellen erfolgt in Abstimmung mit dem Friedhofs- und Bestattungsamt Karlsruhe (Verwaltung am Hauptfriedhof, Haid-und-Neu-Straße 33). Aktuelle Bestattungstermine veröffentlicht die Stadt unter karlsruhe.de. Aussegnungshalle, Trauerredner und ggf. Pfarrei werden parallel koordiniert; die Fristen nach §§ 36, 37 BestattG BW sind dabei zu beachten — Details auf der Bundesland-Seite. Eine geordnete Reihenfolge mit allen Schritten in den ersten Tagen: Checkliste Todesfall.

Bestatter-Wahl in Karlsruhe

In Karlsruhe sind sowohl Mitgliedsbetriebe des Bundesverbands Deutscher Bestatter (BDB) als auch Mitglieder des Vereins zur Pflege der Friedhofs- und Bestattungskultur sowie unabhängige Häuser tätig. Eine offizielle Zahl aller in Karlsruhe registrierten Bestatterbetriebe wird nicht zentral publiziert; orientierend listet das Vereinsmitglieder-Verzeichnis am Hauptfriedhof rund zwei Dutzend Karlsruher Häuser und Filialen.

Qualitätsindikatoren in der Praxis sind: BDB-Mitgliedschaft mit Beschwerdestelle, Mitgliedschaft im Verein zur Pflege der Friedhofs- und Bestattungskultur, transparenter schriftlicher Kostenvoranschlag in Modulen (Bestatterleistungen, Friedhofsgebühren, Trauerfeier, Trauerdruck und Grabmal getrennt aufgeführt), Bereitschaft zur Erklärung einzelner Positionen, eigene Räumlichkeiten für Aufbahrung und Aussegnung sowie Erfahrung mit der gewünschten Bestattungsform — etwa muslimische Bestattung, jüdische Bestattung mit Abstimmung der Jüdischen Kultusgemeinde, anonyme oder Baumbestattung. Wer für sich zu Lebzeiten vorsorgt: Vorsorge-Check.

Unverbindliche Anfrage an einen Bestatter in Karlsruhe

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Häufige Fragen zur Bestattung in Karlsruhe

Welcher Friedhof ist der größte in Karlsruhe?
Der Hauptfriedhof Karlsruhe an der Haid-und-Neu-Straße ist mit heute 34 Hektar Fläche und über 32.000 Grabstätten der mit Abstand größte Friedhof der Stadt. Er wurde ab November 1874 nach Plänen des Karlsruher Architekten Josef Durm für Bestattungen geöffnet und gilt als erster kommunaler Parkfriedhof Deutschlands; die feierliche Einweihung folgte im Herbst 1876.
Wer ist Friedhofsträger in Karlsruhe?
Träger der städtischen Friedhöfe in Karlsruhe ist das Friedhofs- und Bestattungsamt der Stadt Karlsruhe. Maßgeblich sind die Friedhofssatzung (in Kraft seit 1. Juni 2019) sowie die Friedhofgebührensatzung Stand 1. Januar 2026.
Welche Paragraphen des BestattG BW gelten in Karlsruhe?
In Karlsruhe gilt das Bestattungsgesetz Baden-Württemberg (BestattG BW) vom 21. Juli 1970. Zentrale Paragraphen sind § 30 (Bestattungspflicht), § 31 (Bestattungspflichtige), § 32 (Bestattungsart), § 33 (Bestattungs- und Beisetzungsort/Friedhofszwang), § 34 (Erdbestattung), § 35 (Feuerbestattung mit zweiter Leichenschau), §§ 36 und 37 (Bestattungszeitpunkt und -frist) sowie § 39 (Särge und Urnen).
Wie lange dauert die Ruhezeit auf dem Hauptfriedhof Karlsruhe?
Auf dem Hauptfriedhof und den meisten Stadtteilfriedhöfen beträgt die Ruhezeit nach der Karlsruher Friedhofssatzung 20 Jahre. In den Höhenstadtteilen Grünwettersbach, Hohenwettersbach, Palmbach, Stupferich und Wolfartsweier gilt eine Ruhezeit von 25 Jahren. Nutzungsrechte an Wahlgräbern lassen sich nach Ablauf um mindestens fünf Jahre verlängern.
Was kostet eine Bestattung in Karlsruhe?
Nach der Karlsruher Friedhofgebührensatzung (Stand 1. Januar 2026): Erdbestattungsreihengrab 877 €, Urnenreihengrab 791 €, Erdbestattungswahlgrab 2.000–3.080 €, Urnenwahlgrab 1.860 €, Kolumbariennische 1.760 €. Bestattungsgebühren: Erdbestattung 1.463 €, Feuerbestattung 1.285 €. Hinzu kommen Bestatterleistungen, Grabmal und Trauerfeier. Die Stiftung Warentest nennt für Deutschland Gesamtkosten zwischen 7.000 und 8.000 Euro.
Welche Bestatter sind in Karlsruhe vertreten?
In Karlsruhe sind Mitgliedsbetriebe des Bundesverbands Deutscher Bestatter (BDB) und des Vereins zur Pflege der Friedhofs- und Bestattungskultur in Karlsruhe sowie unabhängige Häuser tätig. Der Verein veröffentlicht ein Mitgliederverzeichnis auf seiner Webseite am Hauptfriedhof; der BDB bietet eine Suche nach Postleitzahl.
Gibt es einen jüdischen Friedhof in Karlsruhe?
Ja. 1872 richtete die orthodoxe Israelitische Religionsgesellschaft beim damals im Aufbau befindlichen Hauptfriedhof einen eigenen Friedhof ein; 1897 kam der allgemeine Friedhof der jüdischen Gemeinde hinzu. Beide liegen an der Haid-und-Neu-Straße 35 und werden von der Jüdischen Kultusgemeinde Karlsruhe (Sitz: Knielinger Allee 11) betreut. Karlsruhe ist zugleich Sitz des Oberrats der Israelitischen Religionsgemeinschaft Badens.

Quellen

Diese Inhalte wurden nach bestem Wissen und auf Basis der zitierten Primärquellen zusammengestellt. Gebühren, Ruhezeiten und Paragraphen-Nummern können sich ändern; verbindlich sind immer die jeweils aktuelle Friedhofs- und Friedhofgebührensatzung der Stadt Karlsruhe sowie der Volltext des BestattG BW im Landesrechtsportal. Im Einzelfall wendet man sich an das Friedhofs- und Bestattungsamt, einen Bestatter vor Ort oder das Standesamt Karlsruhe. Mehr zur redaktionellen Arbeit in unserer Methodik.

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