Magdeburg verwaltet seine 16 kommunalen Friedhöfe über den Eigenbetrieb Stadtgarten und Friedhöfe. Anders als in vielen vergleichbar großen Städten ist dieser Eigenbetrieb nach Kommunalabgabengesetz zur vollständigen Kostendeckung verpflichtet – mit unmittelbaren Folgen für die Gebührenstruktur. Die folgende Übersicht ordnet die Friedhofslandschaft zwischen Westfriedhof, Südfriedhof und den Stadtteilfriedhöfen, nennt die seit Februar 2024 geltenden Friedhofsgebühren und beschreibt die Ämterwege nach einem Todesfall.
Redaktion: Marie-Therese Bollweg · redaktionell recherchiert, nicht extern fachlich geprüft · Stand: 9. Juni 2026
Magdeburg fällt unter das Gesetz über das Leichen-, Bestattungs- und Friedhofswesen des Landes Sachsen-Anhalt (BestattG LSA) vom 5. Februar 2002. Die wesentlichen Eckpunkte – Bestattungsfristen, Ruhezeiten, Sargpflicht, Friedhofspflicht – ergeben sich aus diesem Landesgesetz und gelten in Magdeburg wie in jeder anderen Stadt Sachsen-Anhalts. Eine ausführliche Darstellung mit allen Paragrafen findet sich auf der Bundeslandseite Sachsen-Anhalt.
Drei Punkte sind für die kommunale Ebene besonders relevant: Erstens schreibt § 17 BestattG LSA vor, dass Leichen frühestens 48 Stunden nach dem Tod bestattet werden dürfen und Erdbestattung oder Einäscherung innerhalb von zehn Tagen nach Todeseintritt erfolgen sollen. Urnen sind innerhalb eines Monats nach der Einäscherung beizusetzen. Zweitens beträgt die Mindestruhezeit nach Landesrecht 15 Jahre, bei Kindern unter zehn Jahren zehn Jahre – die Magdeburger Friedhofsgebührensatzung legt für alle Grabstättenarten regelmäßig eine Nutzungsdauer von 20 Jahren fest und geht damit über das gesetzliche Minimum hinaus. Drittens gehört Sachsen-Anhalt zu den wenigen Bundesländern, in denen weiterhin eine durchgängige Sargpflicht ohne Ausnahmeregelung für muslimische Bestattungen besteht.
Die Friedhofssatzung der Landeshauptstadt Magdeburg vom 21.07.2017 (Amtsblatt Nr. 19/2017) regelt die Nutzung der städtischen Friedhöfe konkret und ist die maßgebliche Rechtsgrundlage für Belegung, Grabgestaltung und Verlängerung des Nutzungsrechts. Sie wird ergänzt durch die Friedhofsgebührensatzung vom 18.01.2024, deren Tarife seit dem 1. Februar 2024 in Kraft sind und auf einer dreijährig zu überprüfenden Vollkostenkalkulation beruhen.
Konfessionelle Friedhöfe – etwa der Alte Sudenburger Friedhof unter Trägerschaft der evangelischen St. Ambrosiusgemeinde sowie die Kirchhöfe der evangelischen Kirchengemeinden Calenberge, Pechau und Randau – führen jeweils eigene Satzungen. Die Friedhofsgebührensatzungen für Calenberge, Pechau und Randau wurden im Amtsblatt 01/2024 der Landeshauptstadt veröffentlicht.
Magdeburg hat ein dichteres historisches Friedhofsgedächtnis als die meisten vergleichbar großen ostdeutschen Städte – aus drei Gründen. Der erste ist die Bombardierung der Stadt im Zweiten Weltkrieg, mit dem schwersten der 38 alliierten Luftangriffe am 16. Januar 1945. Die Opferzahlen werden in der Forschung unterschiedlich angegeben (allein für den 16. Januar 1945 zwischen 2.000 und 4.000 Tote, in einigen Darstellungen bis zu 6.500 Opfer aller Angriffe zusammen). Dieser Ereignisort prägt bis heute Gestaltung und Pflege der Hauptfriedhöfe, mit dedizierten Gräberfeldern und Mahnmalen, die nicht peripher liegen, sondern in der baulichen Mittelachse der Anlagen.
Der zweite Grund ist die preußisch-protestantische Tradition: Oberbürgermeister August Wilhelm Francke beauftragte 1824 Peter Joseph Lenné mit der Planung des ersten städtischen Begräbnisplatzes – dieselbe Hand, die die königlichen Gärten in Sanssouci formte, prägte das Magdeburger Friedhofswesen früher und nachhaltiger als in vielen Vergleichsstädten. Die parkartige Anlage als kommunaler Standard geht auf diese Lennésche Linie zurück und ist auf West- und Südfriedhof bis heute ablesbar.
Der dritte Grund ist die DDR-Erfahrung. Wie in ganz Ostdeutschland hat sich das Verhältnis kirchlicher zu kommunaler Trägerschaft zugunsten der Kommune verschoben: Die große Mehrheit der Magdeburger Friedhöfe ist heute kommunal, kirchliche Anlagen sind die Ausnahme (Calenberge, Pechau, Randau, Alter Sudenburger Friedhof). Das prägt Beratungsstruktur und Verfahren – Angehörige haben in Magdeburg in aller Regel mit dem Eigenbetrieb, nicht mit einer Kirchengemeinde zu tun, und Trauerfeiern sind oft konfessionell ungebunden. Die anonyme und halbanonyme Bestattung hat in Sachsen-Anhalt unverändert hohe Anteile; der Eigenbetrieb hat darauf mit Gemeinschaftsgrabanlagen (UGA, EGA, GAW), Ruhegemeinschaften und seit Oktober 2017 sogar einem Tierhalter-Grabfeld reagiert.
Die wichtigsten Friedhöfe in Magdeburg
Oberbürgermeister August Wilhelm Francke begann 1823 in Zusammenarbeit mit dem königlich-preußischen Gartendirektor Peter Joseph Lenné das Magdeburger Friedhofswesen zu reformieren. Aus dieser Reform entstand 1827 der Nordfriedhof als erster städtischer Friedhof außerhalb der Stadtmauern – heute der Nordpark. Aus der bevölkerungswachstumsgetriebenen Erweiterung des 19. Jahrhunderts gingen Süd- und Westfriedhof hervor, ergänzt um Stadtteilfriedhöfe wie den Ostfriedhof in Cracau.
Westfriedhof – der größte und der eigentliche Stadtfriedhof
Adresse: Große Diesdorfer Straße / Seehäuser Straße, 39108 Magdeburg (Stadtfeld West) · Fläche: rund 62,5 Hektar (Angabe Eigenbetrieb Stadtgarten und Friedhöfe / Volksbund) · Eröffnet: 1898 · Träger: Eigenbetrieb Stadtgarten und Friedhöfe Magdeburg · Vollständig denkmalgeschützt seit 1994
Der Westfriedhof ist mit rund 62,5 Hektar der größte Friedhof der Landeshauptstadt und beherbergt zugleich die zentrale Friedhofsverwaltung im Bürokomplex an der Kapelle. Architektonisch prägend ist die 1897 errichtete neogotische Portalanlage an der Ecke Große Diesdorfer / Seehäuser Straße: ein siebenbogiges Ziegelportal mit schmiedeeisernen Toren, flankiert von zwei kleinen Bauten – ehemals Pförtnerwohnhaus und Wartehalle. Auf dem Gelände stehen Grabdenkmäler von Bildhauern wie Eberhard Roßdeutscher, Heinrich Waderé, Rudolf Bosselt, Albin Müller und Fritz Cremer; die Anlage gilt als Teil der Magdeburger Kunstgeschichte. Das Krematorium auf dem Gelände wurde 1965 erweitert, 1996 erneut ausgebaut, die Kapelle im Jahr 2000 saniert.
Wenig bekannt: Auf dem Westfriedhof befindet sich der bereits 1948 angelegte Ehrenhain für die Opfer des Faschismus – eine etwa 5.000 Quadratmeter große Anlage mit 740 Grabplatten, die die Daten der Bestatteten tragen. 1981 wurde der Ehrenhain durch eine von Fritz Cremer geschaffene Frauenfigur auf der umlaufenden Mauer ergänzt; 1983 kam der Bronzezweitguss von Cremers Plastik „O Deutschland, bleiche Mutter“ hinzu – ein Werk Cremers aus den 1960er Jahren. Eine Gedenkplatte erinnert an 29 ermordete Häftlinge des KZ-Außenlagers „Polte Werk“ (Außenlager des KZ Buchenwald). Wenige Schritte weiter erinnert ein Mahnmal des Bildhauers Wieland Schmiedel aus dem Jahr 1995 an die Toten der alliierten Luftangriffe auf Magdeburg. Die Volksbund-Erfassung weist für den Westfriedhof 2.680 namentlich registrierte Bombenopfer aller Angriffe aus. In einem gesonderten Massengrab vom 16. Januar 1945 liegen rund 600 unbekannte oder nicht identifizierbare Tote – meist verkohlte Leichen, die nach dem schwersten Angriff auf Magdeburg in dieser Sammelgrabanlage beigesetzt wurden. Ein dritter Erinnerungsort wirkt wie aus einem Kriminalroman: 60 in den 1990er-Jahren bei Bauarbeiten geborgene Skelette aus einem ehemaligen KGB-Gelände an der Klausener Straße ruhen seit damals in einem eigens angelegten Massengrab – die Toten waren vermutlich in den 1950er Jahren dort ermordet worden, ihre Identität ist bis heute ungeklärt.
Zu den auf dem Westfriedhof beigesetzten Persönlichkeiten zählen die früheren Oberbürgermeister Hermann Otto Reimarus (1857–1920) und Hermann Beims (1863–1931, Oberbürgermeister 1919–1931), die Industriellen Eugen Polte (Unternehmer in der Armaturen- und Munitionsindustrie, 1849–1911) und Rudolf Ernst Wolf (Maschinenbauer, 1831–1910), die Verlegerfamilie Faber sowie die Malerin und Puppentheater-Mitbegründerin Jutta Balk (1902–1987). Auf einem gesonderten Gräberfeld liegen 273 deutsche Soldaten des Ersten Weltkriegs und 1.086 Soldaten des Zweiten Weltkriegs. 2003 wurde der Westfriedhof für seinen Pflegezustand und seine Grabfeldgestaltung ausgezeichnet.
Südfriedhof – Industriellengräber und ein Naturgrabfeld
Adresse: Leipziger Straße 47, 39112 Magdeburg (Stadtteil Leipziger Straße / Sudenburg) · Fläche: rund 18 Hektar · Eingeweiht: 1. November 1872 · Entwurf: Paul Viktor Niemeyer (Gartendirektor)
Der Südfriedhof ist mit rund 18 Hektar der zweitgrößte Friedhof der Landeshauptstadt. Er wurde 1872 als Antwort auf den Bevölkerungsanstieg in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts eröffnet, nachdem die innerstädtischen Kirchhöfe für Bestattungen längst gesperrt waren. Gartendirektor Paul Viktor Niemeyer entwarf eine parkähnliche Anlage entlang der Leipziger Straße mit weiteren Zugängen von Bierer Weg, Försterstraße und Raiffeisenstraße. Die zentrale Kapelle wurde bereits 1867 errichtet. In einem Rondell in der Nähe der Kapelle liegen die Gräber der Oberbürgermeister Carl Gustav Friedrich Hasselbach (Geheimer Regierungsrat, mehr als 30 Jahre Oberbürgermeister, 1809–1882) und Friedrich Bötticher sowie der Ehrenbürger Wilhelm Ludwig Conrad Listemann und Otto Duvigneau. Ebenfalls beigesetzt: der preußische Offizier Hans Heinrich August Kuntzen.
Wenig bekannt: 2015 wurde auf dem Südfriedhof ein Naturgrabfeld eingerichtet, das den bundesweiten Trend zur Waldbestattung in den städtischen Raum überträgt – ein in dieser Form für Sachsen-Anhalts Landeshauptstadt seltenes Angebot, weil eine klassische Waldbestattung außerhalb von Friedhöfen aufgrund der Friedhofspflicht des BestattG LSA nicht zulässig ist. Das Naturgrabfeld kostet laut Gebührensatzung 3.027 Euro für 20 Jahre inklusive Anlagenunterhaltung; bis zu zwei Urnen können beigesetzt werden. Auf dem Gelände finden sich außerdem das Kommunikationszentrum Südfriedhof, das nach Gebührensatzung für 81 Euro pro Nutzung gebucht werden kann, sowie ein Waschraum für rituelle Waschungen (163 Euro) – eine Ausstattung, die der Eigenbetrieb gezielt für nicht-christliche Bestattungstraditionen vorhält, obwohl Sachsen-Anhalt die Sargpflicht weiterhin durchgängig vorschreibt.
Die Kapelle Südfriedhof ist gebührenrechtlich der höchsten Kategorie (Kategorie I, 296 Euro) zugeordnet, gemeinsam mit der Kapelle des Westfriedhofs.
Ostfriedhof Cracau – der dörfliche Stadtteilfriedhof
Der Ostfriedhof liegt im östlich der Elbe gelegenen Stadtteil Cracau und umfasst rund 6,43 Hektar. Die Verhandlungen zur Anlage führten 1880 der Cracauer Ortsvorsteher Brandt sowie die Schöffen Riecke und Goetze – nachdem ein sanitäres Gutachten den ursprünglich vorgesehenen Standort auf den Pfarräckern auf dem Krock verworfen hatte. Das heutige Friedhofsgelände auf dem Mühlenfeld wurde im Tausch mit dem Kossaten Lüttgemann erworben. Bis 1661 hatte die Cracauer Gemeinde ihre Toten auf dem Petersilienberg bestattet, danach auf dem Kirchhof neben der St.-Briccius-Kirche. Die Friedhofskapelle entstand 1908 als schlichter neogotischer Saalbau mit polygonalem Chorabschluss; sie wurde durch eine Stiftung des Maurermeisters Hermann Wilke finanziert, der vermutlich auch die Baupläne lieferte (Baukosten damals 13.000 Mark). 2012 wurde die Kapelle nach historischem Vorbild saniert.
Wenig bekannt: Mitten auf dem Ostfriedhof, denkmalgeschützt und überragt von einem schwarz polierten Steinkreuz auf hohem gestuften Sockel, ruht Gustav Adolf Pfeiffer – Magdeburger Superintendent und Begründer der bis heute existierenden Pfeifferschen Stiftungen, eines großen Kranken- und Pflegekomplexes in Cracau. Pfeiffer wurde am 11. Dezember 1902 beigesetzt; die Trauerrede hielt Pastor Fischer aus Dahlenwarsleben. Zwei Gräber weiter liegt im Grabfeld 14, Grabnummer 85 ein anderer prägender Cracauer: Heinz Krügel, der den 1. FC Magdeburg 1974 zum Sieg im Europapokal der Pokalsieger führte – das bis heute einzige internationale Vereinsfinale eines DDR-Clubs. Krügel geriet später in Konflikt mit der SED, wurde nach eigenen Aussagen unter Druck gesetzt und schließlich kaltgestellt; erst nach 1990 wurde er rehabilitiert. Bestattet wurde er 2008. Das benachbarte Stadion – seit Juli 2024 offiziell Avnet Arena (zuvor von 2009 bis 2024 MDCC-Arena, beide Sponsorennamen) – wird von vielen FCM-Fans bis heute „Heinz-Krügel-Stadion“ genannt. Ein dritter Bewohner der kleinen Cracau-Geschichtsfläche: Sanitätsrat Friedrich Lange, der erste niedergelassene Arzt in Cracau, beerdigt 1954.
Die Kapelle des Ostfriedhofs ist gebührenrechtlich der Kategorie II zugeordnet (185 Euro), gemeinsam mit den Kapellen der Friedhöfe Buckau, Salbke, Groß Ottersleben, Lemsdorf, Westerhüsen und Rothensee. Der Friedhof ist über Straßenbahn und Linienbus an das Magdeburger Netz angebunden; Zugänge bestehen vom Mühlweg, der Friedrich-Ebert-Straße und der Pfeifferstraße.
Übersicht aller 16 kommunalen und der wichtigsten kirchlichen Friedhöfe
Der Eigenbetrieb Stadtgarten und Friedhöfe Magdeburg bewirtschaftet folgende 16 kommunalen Anlagen. Zwei davon sind für aktive Bestattungen geschlossen (Nordfriedhof, Brückfeld) und werden ausschließlich gepflegt:
Friedhof
Adresse / Stadtteil
Status
Westfriedhof
Große Diesdorfer Straße, 39108 Stadtfeld West
Aktiv, Kategorie I
Südfriedhof
Leipziger Straße 47, 39112 Sudenburg
Aktiv, Kategorie I
Ostfriedhof
Mühlweg 11, 39114 Cracau
Aktiv, Kategorie II
Friedhof Buckau
Alt Fermersleben 104, 39122
Aktiv, Kategorie II
Friedhof Salbke
39122 Salbke
Aktiv, Kategorie II
Friedhof Groß Ottersleben
Wanzleber Chaussee 22, 39116
Aktiv, Kategorie II
Friedhof Klein Ottersleben
Niendorfer Straße 22, 39116
Aktiv, Kategorie III
Friedhof Lemsdorf
Neinstedter Straße, 39118
Aktiv, Kategorie II
Friedhof Westerhüsen
Holsteiner Straße, 39122
Aktiv, Kategorie II
Friedhof Rothensee
39126 Rothensee
Aktiv, Kategorie II
Friedhof Beyendorf
Zum Engel, 39122
Aktiv, Kategorie III
Friedhof Sohlen
39122 Sohlen
Aktiv, Kategorie III
Friedhof Pechau (kommunaler Teil)
Calenberger Straße, 39114
Aktiv, Kategorie III
Friedhof Beyendorfer Grund
39122 Beyendorfer Grund
Aktiv
Nordfriedhof (Nordpark)
Hohepfortestraße, 39106
Keine Bestattungen mehr (1898 geschlossen; heute Nordpark)
Friedhof Brückfeld
Zuckerbusch, 39114
Keine Bestattungen mehr
In Pechau, Calenberge und Randau existieren neben den kommunalen Anlagen jeweils eigenständige evangelische Kirchhöfe der dortigen Kirchengemeinden mit eigenen, im Amtsblatt 01/2024 veröffentlichten Friedhofsgebührensatzungen. Der Alte Sudenburger Friedhof aus dem Jahr 1812/13 ist einer der ältesten Magdeburgs und wird seit seiner Gründung von der evangelischen St. Ambrosiusgemeinde betrieben (heute Teil des evangelischen Kirchspiels Magdeburg-Süd). Anders als der Südfriedhof zeigt er keine imposanten Industriellengräber, sondern eher bescheidene Grabanlagen, die die frühen Sudenburger Verhältnisse widerspiegeln. Die ältesten erhaltenen Grabstätten datieren auf 1866.
Bestattungskosten in Magdeburg
Der Eigenbetrieb Stadtgarten und Friedhöfe Magdeburg ist nach Kommunalabgabengesetz Sachsen-Anhalt zur vollständigen Kostendeckung verpflichtet und überprüft seine Kalkulation alle drei Jahre. Daraus resultiert die Neufassung der Friedhofsgebührensatzung vom 18.01.2024, die seit dem 1. Februar 2024 gilt und gegenüber der Vorgänger-Satzung von 2018 deutliche Erhöhungen enthält. Wer Magdeburger Tarife mit anderen Städten vergleichen will, sollte die jeweils gültige Gebührensatzung der Zielstadt heranziehen – Vergleichswerte können sich quartalsweise verschieben und sind im Amtsblatt der jeweiligen Kommune zu finden.
Grabstättengebühren (Auswahl)
Grabart (20 Jahre Nutzungsdauer)
Gebühr
Erdreihengrabstätte
1.230,00 €
Erdwahlgrabstätte
1.424,00 €
Erdwahlgrabstätte in besonderer Lage
1.959,00 €
Urnenreihengrabstätte
1.053,00 €
Urnenwahlgrabstätte (bis zu 4 Urnen)
1.201,00 €
Urnenwahlgrabstätte in besonderer Lage
1.618,00 €
Erdgemeinschaftsanlage (EGA), inkl. Pflege
1.902,00 €
Urnengemeinschaftsanlage (UGA), inkl. Pflege
1.520,00 €
Urnengemeinschaftsgrabstätte (UGG), inkl. Pflege und Inschrift
Kapelle Beyendorf, Sohlen, Pechau, Klein Ottersleben (Kategorie III)
141,00 €
Friedhofsunterhaltungsgebühr je Jahr
48,90 €
Hinzu kommen Grabmalgebühren (liegende Steine 110 €, stehende Steine 239 €, Einfassungen 180–188 €) und Verwaltungsgebühren wie die Reservierungsgebühr für Wahlgrabstätten (112 € für fünf Jahre) oder die Graburkunde (17 €). Bei umsatzsteuerpflichtigen Leistungen wird die gesetzliche Umsatzsteuer zusätzlich erhoben.
Gesamtkostenspanne in Magdeburg
Die genannten Beträge sind reine Friedhofs- und kommunale Gebühren. Hinzu kommen Bestatterleistungen (Sarg oder Urne, Überführung, Versorgung, Trauerfeier, Beratung), Kosten der Einäscherung im Krematorium, Grabmal/Stein und gegebenenfalls Trauerredner und Trauerfloristik. Konkrete Beispielwerte zweier in Magdeburg ansässiger Bestattungsunternehmen (öffentlich publizierte Festpreise mit Stand 2024–2026) zeigen die Größenordnung: Die Bestattungs-Agentur Magdeburg gibt für eine Bestattung „auf der grünen Wiese“ auf dem Westfriedhof ohne Trauerfeier 1.969 € inklusive aller Bestatterleistungen an; eine Urnenbestattung auf dem Westfriedhof oder Südfriedhof beziffert dasselbe Institut mit 3.860 € inklusive Friedhofsgebühr und aller Kosten. Klassische Erdbestattungen mit Sarg, Trauerfeier in einer Kategorie-I-Kapelle und Grabmal liegen nach branchenüblicher Erfahrung bundesweit zwischen 4.500 und 8.000 €; aufwendigere Wahlgrabstätten in besonderer Lage mit Familiengrabanlage können diese Spanne überschreiten. Vor jeder Beauftragung sollten Angehörige zwei bis drei schriftliche Vergleichsangebote einholen – die Kostenübersicht von machsruhig hilft beim systematischen Vergleich.
Was kostet die Bestattung konkret? Berechne deinen Kostenrahmen mit anonymer Eingabe in zwei Minuten: → Bestattungskosten-Rechner. Vergleicht Erd-, Feuer- und Seebestattung mit aktuellen Friedhofsgebühren und Bestatterleistungen.
Hast Du schon ein konkretes Angebot oder eine Rechnung? Mit dem → Angebotsprüfer prüfst Du in 3 Minuten mit Ampel, ob Preis und Posten plausibel sind.
Sozialbestattung in Magdeburg (§ 74 SGB XII)
Wenn Bestattungspflichtige die Kosten einer einfachen, angemessenen und würdigen Bestattung nicht aus eigenen Mitteln und nicht aus dem Nachlass tragen können, übernimmt das Sozialamt die erforderlichen Kosten nach § 74 SGB XII („Bestattungskosten"). Wer in Sachsen-Anhalt zur Bestattung verpflichtet ist, regelt § 10 BestattG LSA: Die Bestattungspflicht trifft in fester Reihenfolge zunächst Ehegatten und eingetragene Lebenspartner, dann volljährige Kinder, Eltern, volljährige Geschwister, Großeltern und volljährige Enkel. Die sozialhilferechtliche Kostentragungspflicht (§ 74 SGB XII) und die landesrechtliche Bestattungspflicht (§ 10 BestattG LSA) sind zwei getrennte Prüfungsebenen — wer bestattungspflichtig ist, ist nicht automatisch auch kostentragungspflichtig im Sinne des § 74 SGB XII (vgl. BSG, Urteil vom 25.08.2011, Az. B 8 SO 20/10 R).
Zuständige Stelle in Magdeburg
Für die Übernahme von Bestattungskosten ist in Magdeburg das Sozial- und Wohnungsamt, Leistungsbereich I zuständig:
Die Kontaktaufnahme erfolgt über das städtische Kontaktformular auf magdeburg.de. Maßgeblich ist die Verwaltungsvorschrift der Landeshauptstadt Magdeburg zur Übernahme von Bestattungskosten nach § 74 SGB XII (Bestattungskostenrichtlinie), die Höchstbeträge und Angemessenheit konkretisiert.
Was übernommen wird — und was nicht
Die Stadt übernimmt die Kosten einer einfachen, angemessenen und würdigen Bestattung. Dazu zählen insbesondere die Bestatterleistungen (einfacher Sarg bzw. Urne, Überführung, Versorgung), die Friedhofsgebühren (Grabnutzungsgebühr, Bestattungs-/Beisetzungsgebühr, gegebenenfalls eine einfache Kapellennutzung) sowie die Kosten der Einäscherung. Nicht übernommen werden Trauerfeier-Bewirtung, Trauerredner und Floristik über das einfache Maß hinaus, gehobene Grabarten (besondere Lage, Wahlgrab mit aufwendiger Gestaltung) und Grabmal in größerem Umfang. In Magdeburg findet die Beisetzung im Rahmen einer Sozialbestattung in der Praxis regelmäßig als Urnenbeisetzung auf städtischen Friedhöfen statt — meist auf West- oder Südfriedhof.
Antragszeitpunkt: möglichst vor Beauftragung des Bestatters
Der Antrag sollte vor Beauftragung des Bestatters gestellt werden, mindestens aber vor Bezahlung der Rechnungen. Welche Kosten im Einzelfall übernahmefähig sind, klärt das Sozial- und Wohnungsamt vorab. Wer Bestatter und Friedhof beauftragt, ohne mit dem Sozialamt gesprochen zu haben, riskiert, auf Rechnungsposten sitzen zu bleiben, die als „nicht erforderlich" eingestuft werden. Antragsformular, Hinweisblatt und Mitbringliste stehen auf magdeburg.de zum Download bereit; ein Onlineantrag ist über das städtische Portal möglich. Verfahren und Bescheid sind gebührenfrei; gegen den Bescheid kann innerhalb eines Monats Widerspruch erhoben werden.
Vorsorge-Tipp gegen Sozialbestattung: Eine Sterbegeldversicherung deckt die Bestattungskosten ab, damit Angehörige nicht in die § 74-Lage geraten. Vergleichsrechner für Tarife und Versicherungssummen: → Sterbegeldversicherung vergleichen (Check24). Hinweis: machsruhig verlinkt diesen Vergleich als Affiliate, der dabei verdiente Anteil finanziert die Redaktion — ohne Mehrkosten für Dich.
Was nach einem Todesfall in Magdeburg zu tun ist
Die Schritte folgen einer relativ klaren Reihenfolge. Wer sie kennt, vermeidet doppelte Wege und versehentlich versäumte Fristen.
1. Totenschein und Bestatter
Bei einem Todesfall zu Hause oder in einer Pflegeeinrichtung ist zuerst der Hausarzt oder, außerhalb der Sprechzeiten, der ärztliche Bereitschaftsdienst (Telefon 116 117) zur Leichenschau zu rufen. In Krankenhäusern erfolgt die Leichenschau durch die Klinik. Erst nach Vorliegen des Totenscheins darf der Bestatter den Verstorbenen abholen. Diese Abholung soll laut Branchenpraxis in Sachsen-Anhalt zügig erfolgen.
2. Sterbefall beim Standesamt anzeigen
Zuständig für die Beurkundung des Sterbefalls in Magdeburg ist das Standesamt der Landeshauptstadt, Humboldtstraße 11, 39112 Magdeburg (in der Nähe des AMO-Kulturhauses). Die Anzeige übernimmt üblicherweise der Bestatter, sie kann aber auch durch Angehörige erfolgen.
Mitzubringen sind je nach Fallkonstellation: Personalausweis oder Reisepass des Verstorbenen, Geburtsurkunde, bei Verheirateten die Eheurkunde, bei Geschiedenen das rechtskräftige Scheidungsurteil, bei Verwitweten die Sterbeurkunde des Ehepartners sowie der Totenschein. Die Gebühr für eine Personenstandsurkunde (z. B. Sterbeurkunde) beträgt nach geltender Verwaltungskostensatzung der Landeshauptstadt Magdeburg (Stand 2024) 10 € pro Urkunde; jede weitere Urkunde der gleichen Bestellung 5 €. Urkunden für Sozialversicherungszwecke (Rente, Krankenkasse) sind gebührenfrei, sofern der Verwendungszweck nachgewiesen wird. Kontakt Sterberegister: Telefon 0391 540 4216, sterbe@std.magdeburg.de. Die genauen aktuellen Öffnungszeiten und ÖPNV-Anbindungen veröffentlicht magdeburg.de.
3. Friedhof und Bestattungsart wählen
Die Friedhofsberatung und zentrale Friedhofsverwaltung des Eigenbetriebs Stadtgarten und Friedhöfe Magdeburg sitzt im Bürokomplex an der Kapelle des Westfriedhofs. Dort werden Grabart, Grabstelle, Termin der Beisetzung und Kapellennutzung verbindlich vereinbart und der Gebührenbescheid ausgestellt. Wer eine bestimmte Lage oder Grabart wünscht, sollte früh anrufen – insbesondere für Naturgrabfeld (Südfriedhof) und besondere Wahlgrabstätten ist die Verfügbarkeit begrenzt.
4. Trauerfeier organisieren
Die kommunalen Kapellen werden zentral über den Eigenbetrieb gebucht. Für die Kategorie-I-Kapellen (West- und Südfriedhof) fallen 296 € an, für Kategorie II (Ostfriedhof, Buckau, Salbke, Groß Ottersleben, Lemsdorf, Westerhüsen, Rothensee) 185 €, für Kategorie III (Beyendorf, Sohlen, Pechau, Klein Ottersleben) 141 €. Abschiednahme im Kapellenbereich ohne Trauerfeier kostet 96 €, ein separater Abschiedsraum 126 €. Trauerredner, Floristik und Musik bestellen Angehörige in eigener Verantwortung – viele Bestatter koordinieren das auf Wunsch mit. Eine Anleitung zur Planung findet sich im Ratgeber Trauerfeier.
5. Weitere Stellen informieren
Nach der Bestattung sind in der Regel Krankenkasse, Rentenversicherung (Deutsche Rentenversicherung Mitteldeutschland in Halle für Sachsen-Anhalt), Versicherungen, Banken, Vermieter, Arbeitgeber und gegebenenfalls das Nachlassgericht zu benachrichtigen. Beim Standesamt Magdeburg lassen sich für diese Zwecke meist mehrere Sterbeurkunden in einem Vorgang anfordern. Eine vollständige Checkliste enthält der Ratgeber Checkliste Todesfall.
Bestatter in Magdeburg auswählen
In Magdeburg sind sowohl Mitgliedsbetriebe des Bundesverbands Deutscher Bestatter e. V. (BDB) tätig als auch unabhängige Institute. Eine Mitgliedschaft im BDB oder die Markenzeichen-Prüfung „Bestattungsunternehmen mit qualifizierter Ausbildung“ sind sinnvolle, aber nicht zwingende Indikatoren. Das BestattG LSA enthält keine landesrechtliche Erlaubnispflicht für Bestattungsunternehmen; Bestatter ist bundesweit nach § 14 GewO ein anzeigepflichtiges Gewerbe. Die Qualitätsstreuung am Markt ist entsprechend größer, als es viele Angehörige erwarten – ein systematischer Anbietervergleich lohnt sich.
Drei Punkte erleichtern den Vergleich:
Schriftlicher Kostenvoranschlag mit Festpreis: Seriöse Magdeburger Anbieter listen Bestatterleistungen, Friedhofsgebühren (durchgereicht), Krematoriumskosten und Drittleistungen getrennt auf. Pauschalpreise „all inclusive“ ohne Friedhofsgebühren-Ausweis sind ein Warnsignal.
Erreichbarkeit: 24/7-Bereitschaft inklusive Wochenende, weil Sterbefälle nicht planbar sind. Eine Festnetznummer mit Magdeburger Vorwahl 0391 ist wirtschaftlich verlässlicher als reine Mobilnummern.
Vor-Ort-Beratungsraum: Ein eigener Beratungs- oder Abschiedsraum (nicht nur ein Verkaufsbüro) ist Indiz für gewachsene Strukturen.
Verbraucherzentralen empfehlen grundsätzlich zwei bis drei schriftliche Vergleichsangebote – auch wenn das in der akuten Trauersituation als zusätzliche Belastung empfunden wird. Wer bereits zu Lebzeiten Vorsorge trifft, entlastet Angehörige genau in diesem Punkt.
Unverbindliche Anfrage an einen Bestatter in Magdeburg
Diese Anfrage ist ein Vermittlungsangebot und unabhängig vom Transparenz-Partner-Status. Transparenz Partner legen ihre Preisstruktur nach öffentlichen Kriterien offen; Vermittlungspartner können Anfragen erhalten. Ein Bestatter kann beides sein, muss es aber nicht.
Wenn in Deiner Region ein passender Vermittlungspartner verfügbar ist, leiten wir Deine Anfrage weiter. Falls nicht, sagen wir Dir das offen. Es entsteht kein Vertrag, kein Newsletter und kein Verkaufsdruck. Eine mögliche Vermittlungsvergütung betrifft nur weitergeleitete Anfragen — nicht die Aufnahme als Transparenz Partner, nicht die Sichtbarkeit und nicht die Reihenfolge im Verzeichnis.
Wichtig zur Einordnung
Transparenz Partner legt Preisbeispiele nach öffentlichen Kriterien offen — kostenlos, nicht käuflich, kein Qualitätsurteil.
Vermittlungspartner kann auf Wunsch eine Anfrage erhalten — eine Vergütung kann nur hier entstehen.
Redaktionelle Inhalte bleiben unabhängig — kein Anbieter kann Platzierungen oder Empfehlungen kaufen.
Häufige Fragen
Welche Friedhofsgebühren fallen in Magdeburg an?
Nach der seit 1. Februar 2024 geltenden Friedhofsgebührensatzung kostet eine Erdreihengrabstätte für 20 Jahre 1.230 €, eine Urnenreihengrabstätte 1.053 €. Hinzu kommen Bestattungsgebühren (Erdbestattung Erwachsene 1.195 €, Urnenbeisetzung 160 €), Kapellennutzung (Kategorie I 296 €) und eine jährliche Friedhofsunterhaltungsgebühr von 48,90 €.
Wie viele kommunale Friedhöfe gibt es in Magdeburg?
Der Eigenbetrieb Stadtgarten und Friedhöfe Magdeburg bewirtschaftet 16 kommunale Friedhöfe. Der größte ist mit rund 62,5 ha der Westfriedhof, gefolgt vom Südfriedhof (18 ha) und dem Ostfriedhof in Cracau (6,43 ha). Hinzu kommen mehrere kirchliche Friedhöfe (Calenberge, Pechau, Randau, Alter Sudenburger Friedhof).
Wie lange ist die Ruhezeit in Magdeburg?
Die Magdeburger Gebührensatzung legt die Nutzungsdauer für Grabstätten regelmäßig auf 20 Jahre fest und liegt damit über der landesgesetzlichen Mindestruhezeit nach BestattG LSA (15 Jahre, bei Kindern unter 10 Jahren 10 Jahre). Wahlgräber können verlängert werden, Reihengräber in der Regel nicht.
Welche Bestattungsfrist gilt in Magdeburg?
Nach § 17 BestattG LSA dürfen Leichen frühestens 48 Stunden nach Eintritt des Todes bestattet werden. Erdbestattung oder Einäscherung sollen innerhalb von zehn Tagen erfolgen. Urnen sind innerhalb eines Monats nach der Einäscherung beizusetzen.
Gibt es in Magdeburg Naturbestattungen?
Auf dem Südfriedhof gibt es seit 2015 ein Naturgrabfeld, das den Trend zur Waldbestattung in den städtischen Raum überträgt. Die Gebühr beträgt 3.027 € für 20 Jahre inklusive Unterhaltung; bis zu zwei Urnen können beigesetzt werden. Klassische Waldbestattungen außerhalb von Friedhöfen sind in Sachsen-Anhalt aufgrund der Friedhofspflicht nicht möglich.
Wo wird der Sterbefall in Magdeburg beurkundet?
Beim Standesamt Magdeburg, Humboldtstraße 11, 39112 Magdeburg. Telefon Sterberegister: 0391 540 4216, E-Mail: sterbe@std.magdeburg.de. Die Sterbeurkunde kostet nach aktueller Verwaltungskostensatzung 10 €, Folgeurkunden 5 €. Urkunden für Sozialversicherungszwecke sind gebührenfrei.
Gilt in Sachsen-Anhalt eine Sargpflicht?
Ja, durchgängig. Sachsen-Anhalt gehört zu den wenigen Bundesländern, in denen das Bestattungsgesetz keine Ausnahme von der Sargpflicht – etwa für muslimische Bestattungen im Leichentuch – vorsieht.