Hauptfriedhof Karlsruhe

Der Hauptfriedhof in Karlsruhe-Oststadt wurde 1874 nach Plänen von Josef Durm angelegt und gilt als einer der ältesten kommunalen Parkfriedhöfe Deutschlands — mit geschwungenen Platanenalleen statt starrer Achsen. Bekannt ist er außerdem für sein neoromanisches Krematorium von 1903/04 und für die Gräber zahlreicher bekannter Persönlichkeiten. Diese Seite ordnet Geschichte und Bedeutung ein und erklärt, was bei einer Bestattung gilt.

Stadtteil Oststadt · von machsruhig geprüft am 26.06.2026

Geschichte: ein früher Parkfriedhof

Der Hauptfriedhof wurde 1874 nach Plänen des Architekten Josef Durm in der Oststadt (auf ehemaliger Rintheimer Gemarkung) östlich der Innenstadt angelegt, nachdem der innerstädtische Alte Friedhof zu klein geworden war. Mit seinen geschwungenen Platanenalleen statt starrer Wegeachsen verkörperte er eine neue, parkartige Friedhofsgestaltung — er gilt als einer der ältesten kommunalen Parkfriedhöfe Deutschlands.

Aus der ursprünglichen Anlage wuchs der Friedhof auf über 34 Hektar; heute liegen hier die Gräber von mehr als 32.000 Verstorbenen. Alter Baumbestand, weitläufige Alleen und historische Grabmäler prägen die denkmalwürdige Anlage.

Das neoromanische Krematorium von 1903/04

Ein architektonisches Wahrzeichen ist das Krematorium von 1903/04, erbaut nach Plänen des städtischen Hochbauinspektors August Stürzenacker; in Betrieb ging es 1904 (erste Einäscherung am 25. März 1904). Es gilt als das erste Krematorium, das wie ein christlicher Sakralbau gestaltet wurde: Statt der bis dahin für Krematorien üblichen orientalischen Formen wählte Stürzenacker einen neoromanischen Stil, der den Vorbehalten der Kirchen gegen die Feuerbestattung begegnete. Es war eines der frühesten Krematorien in Baden — das erste deutsche Krematorium stand allerdings schon 1878 in Gotha.

Ein neues, modernes Krematorium ging 1998 in Betrieb; der historische Bau von 1903 dient seit 2002 als kleine Trauerhalle und ist ein Kulturdenkmal.

Bekannte Grabstätten

Auf dem Hauptfriedhof liegen zahlreiche bekannte Persönlichkeiten begraben. Gut dokumentiert sind unter anderem:

  • Karl Freiherr von Drais (1785–1851) — Erfinder der Laufmaschine, des Vorläufers des Fahrrads; sein Grab wurde 1891 vom Alten Friedhof hierher umgebettet.
  • Joseph Victor von Scheffel (1826–1886) — Dichter und Schriftsteller.
  • Hans Thoma (1839–1924) — Maler.
  • Ludwig Marum (1882–1934) — Jurist und Politiker, Opfer des NS-Regimes; Ehrengrab.

Die genaue Lage einzelner Gräber (Abteilung und Grabnummer) erteilt die Friedhofsverwaltung der Stadt Karlsruhe; vor Ort und online gibt es Übersichtspläne.

Bestattung und Gebühren

Als städtischer Friedhof rechnet der Hauptfriedhof nach den Friedhofsgebühren der Stadt Karlsruhe ab — denselben Gebühren wie die übrigen städtischen Karlsruher Friedhöfe. Welche Grabarten es gibt und was sie kosten, ist also nicht hauptfriedhof-spezifisch, sondern stadtweit geregelt. Einen Überblick über das Karlsruher System und die Primärquelle zur Satzung findest du auf unserer Seite Friedhöfe in Karlsruhe. Die Anmeldung übernimmt in der Regel der beauftragte Bestatter.

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Primärquellen

Wir ordnen den Hauptfriedhof historisch und praktisch ein und verweisen für Gebühren auf die amtlichen Ordnungen der Stadt Karlsruhe — keine Rechtsberatung. Verbindlich sind die Friedhofsgebühren und die Auskünfte der Friedhofsverwaltung. Stand der Seite: Juni 2026. Mehr zu unserer Methodik.