Bestattung in Nürnberg: Friedhöfe, Kosten und Bestatter

Nürnberg besitzt mit den 1518 angelegten Schwesterfriedhöfen St. Johannis und St. Rochus zwei der bedeutendsten erhaltenen Renaissance-Friedhöfe Deutschlands — Albrecht Dürer und Hans Sachs auf St. Johannis, Veit Stoß auf St. Rochus. Für moderne Bestattungen tragen West- und Südfriedhof den Großteil der heutigen Belegung. Diese Stadt-Seite konzentriert sich auf die vier prägenden Friedhöfe und die Nürnberger Bestattungstradition; den rechtlichen Rahmen liefert die Landesseite zu Bestattung in Bayern.

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Kernfakten Nürnberg

Rechtlicher Rahmen — Bayern und Nürnberg

Bestattungsrecht ist in Deutschland Ländersache. Für Nürnberg gilt das Bayerische Bestattungsgesetz (BestG) in Verbindung mit der Bestattungsverordnung (BestV). Anders als in den meisten Bundesländern regelt in Bayern überwiegend die Verordnung — nicht das Gesetz — die zentralen Fristen und Abläufe; das BestG enthält in Art. 16 BestG die Verordnungsermächtigung an das Bayerische Staatsministerium für Gesundheit und Pflege. Die ausführliche Übersicht mit allen Vorschriften zur Sargpflicht und zum Friedhofszwang liefert die Bundesland-Seite Bestattung in Bayern.

Für Angehörige in der akuten Trauerphase sind drei Fristen aus der BestV maßgeblich:

Frühest-Frist: Nach § 18 Abs. 1 BestV darf eine Bestattung frühestens 48 Stunden nach Eintritt des Todes erfolgen; in begründeten Ausnahmen kann die Gemeinde eine frühere Bestattung zulassen oder anordnen. Spätest-Frist: Nach § 19 Abs. 1 BestV muss eine Leiche spätestens acht Tage nach Feststellung des Todes bestattet, eingeäschert oder zur Überführung auf den Weg gebracht sein. Samstage, Sonn- und gesetzliche Feiertage werden bei der Berechnung nicht mitgezählt. Diese Frist gilt seit dem 1. April 2021; die zuvor in Bayern geltende 96-Stunden-Frist ist mit der Verordnung vom 11. März 2021 (GVBl. 2021 S. 138) aufgehoben worden. Zweite Leichenschau vor Einäscherung: Seit dem 1. April 2025 verlangt § 17 Abs. 1 Satz 1 Nr. 2 BestV vor jeder Feuerbestattung eine zweite Leichenschau durch das Gesundheitsamt (Bekanntmachung BayMBl. 2025 Nr. 99; Merkblatt der Friedhofsverwaltung Nürnberg „Informationen zur Einführung der 2. Leichenschau ab 1.4.2025"); Bayern war zuvor das einzige Bundesland ohne diese zusätzliche ärztliche Kontrolle. Die Untersuchung findet in der Regel im Krematorium statt.

Auf Stadtebene gilt zusätzlich die Bestattungs- und Friedhofssatzung der Stadt Nürnberg mit der ergänzenden Bestattungs- und Friedhofsgebührensatzung (BFGebS). Beide Texte sind als PDF veröffentlicht: Bestattungs- und Friedhofssatzung sowie Bestattungs- und Friedhofsgebührensatzung; die aktualisierten Gebührensätze führt die Anlage zur Gebührensatzung (gültig ab 1. April 2026). Friedhofsträger der städtischen Friedhöfe ist die Friedhofsverwaltung der Stadt Nürnberg als Dienststelle im Referat für Umwelt und Gesundheit; sie verwaltet zehn städtische Friedhöfe. Konkrete Angaben zur Gesamtgrabzahl, Friedhofsfläche und jährlichen Bestattungen veröffentlicht die Friedhofsverwaltung auf ihrer Website. Die historischen Friedhöfe St. Johannis und St. Rochus werden dagegen von den jeweils zugehörigen evangelisch-lutherischen Kirchengemeinden als kirchliche Friedhöfe verwaltet.

Praktisch wichtig: In Bayern gilt Friedhofszwang sowohl für Sarg- als auch für Urnenbestattungen. Die Aufbewahrung der Urne zuhause oder die Verstreuung der Asche im Garten ist nicht zulässig; begrenzte Ausnahmen bestehen für ausgewiesene Streufelder auf Friedhöfen sowie für die Seebestattung außerhalb des bayerischen Geltungsbereichs. Die Ruhezeiten setzt die jeweilige Friedhofssatzung fest; in Nürnberg liegen sie je nach Grabart in der Regel zwischen 15 und 25 Jahren. Maßgeblich ist der Wortlaut der oben verlinkten Bestattungs- und Friedhofssatzung.

Hinweis zur Zuständigkeit: Beerdigungen auf St. Johannis und St. Rochus laufen über die jeweilige Kirchengemeinde, nicht über die städtische Friedhofsverwaltung. Beerdigungen auf West- und Südfriedhof werden über die Friedhofsverwaltung der Stadt Nürnberg abgewickelt. Bei muslimischen oder jüdischen Bestattungen ist eine frühzeitige Abstimmung mit dem Friedhofsträger sinnvoll — Details weiter unten.

Nürnberger Bestattungstradition — Patrizier-Epitaphien und das Doppelfriedhof-System von 1518

Nürnberg besitzt eine in dieser Form einzigartige Bestattungstradition, die das Stadtbild der historischen Friedhöfe bis heute prägt und zugleich beide Renaissance-Anlagen sinnvoll als Einheit lesbar macht. Drei Elemente kennzeichnen diese Tradition: das Doppelfriedhof-System von 1518, die Patrizier-Epitaphien-Kultur und die Bronze-Epitaphien aus der Vischer-Werkstatt.

Das Doppelfriedhof-System von 1518

Im Jahr 1518 verfügte der Nürnberger Rat die Verlegung aller städtischen Bestattungen vor die Stadtmauer und legte zeitgleich zwei Anlagen an: St. Johannis nordwestlich der Altstadt und St. Rochus südwestlich im heutigen Gostenhof. Der Beschluss reagierte auf wiederkehrende Pestwellen, die die innerstädtischen Kirchhöfe an ihre Grenzen brachten, und fiel zeitlich vor den entsprechenden Verlegungen in anderen Reichsstädten. Die strenge Rechteckform und die geordneten Reihen sind zudem Ausdruck einer früh-reformatorischen Friedhofsgestaltung, die ab den 1520er-Jahren die enge Bindung an die innerstädtischen Pfarrkirchen löste.

Patrizier-Epitaphien-Kultur

Anders als in den meisten deutschen Städten verzichteten die Nürnberger Patrizier weitgehend auf aufrecht stehende Grabsteine. Stattdessen entwickelten die Familien Tucher, Imhoff, Holzschuher, Behaim, Pirckheimer und weitere ein hoch standardisiertes Format: liegende Sandstein-Grabplatten, in deren Mitte ein bronzenes Epitaph mit Wappen, Hausmarke und Berufszeichen eingelassen ist. Daraus entstand ein Friedhofsbild von ungewöhnlicher Geschlossenheit — auf beiden Schwesteranlagen findet sich derselbe Plattentyp über mehr als drei Jahrhunderte hinweg, was die Friedhöfe zu einem zusammenhängenden sozialhistorischen Archiv der Stadt macht.

Vischer-Werkstatt und Bronze-Epitaphien

Die Bronze-Epitaphien selbst gehen in vielen Fällen auf die Werkstatt der Familie Vischer zurück, deren bekanntestes Werk das Sebaldusgrab in der Sebalduskirche ist. Peter Vischer der Ältere (um 1455–1529) und seine Söhne produzierten über mehrere Generationen Grabplatten und Epitaphien für die Nürnberger Oberschicht, viele davon mit fein gegossenen Wappen, biblischen Motiven und Inschriften in lateinischer und früh-neuhochdeutscher Sprache. Diese Bronze-Arbeiten machen St. Johannis und St. Rochus aus kunsthistorischer Perspektive zu Außenstellen der Sebaldus- und Lorenzkirche.

St.-Johannis-Friedhof — Renaissance-Friedhof und Künstler-Pantheon

Der St.-Johannis-Friedhof wurde 1518 auf Beschluss des Nürnberger Rates außerhalb der Stadtmauer westlich der Altstadt angelegt — wie die Schwesteranlage Rochus als Reaktion auf wiederkehrende Pestwellen. Damit gehört er zu den frühesten erhaltenen Renaissance-Friedhöfen Deutschlands. Die spezifische Gestaltungstradition — Doppelfriedhof-System, Patrizier-Epitaphien, Vischer-Bronzen — ist im vorigen Abschnitt zur Nürnberger Bestattungstradition beschrieben und wird hier nicht erneut dargestellt.

Bauliches Zentrum ist die Johanniskirche an der Westseite des Friedhofs (Spätgotik, ab 1377, erweitert im 15. Jahrhundert) sowie die kleine Holzschuherkapelle aus dem späten 15. Jahrhundert mit dem Sandstein-Relief „Grablegung Christi" — ein Hauptwerk Adam Krafts, zwischen 1490 und 1508 entstanden. Über mehr als fünf Jahrhunderte hinweg sind hier tausende Patrizier-, Bürger- und Künstler-Grablegen entstanden, die den Friedhof zu einem dichten kunst- und sozialhistorischen Archiv der Stadt machen. Eine genaue Gesamtzahl der dokumentierten Bestattungen ist publizistisch nicht einheitlich belegt; die wissenschaftliche Bestandsaufnahme erfolgt über das Stadtarchiv Nürnberg und die zugehörige Kirchengemeinde.

Die Dichte berühmter Grablegen ist außergewöhnlich. Hier sind bestattet:

Albrecht Dürer (1471–1528), Maler und Kupferstecher, verstorben am 6. April 1528 — sein Grab gehört zu den am häufigsten besuchten Künstlergräbern in Deutschland und ist mit einer Bronze-Grabplatte gekennzeichnet. Hans Sachs (1494–1576), Schuhmacher und Meistersinger, dessen Werk Richard Wagner zur Oper „Die Meistersinger von Nürnberg" inspirierte; das heute besuchbare Hans-Sachs-Grab ist als Gedenkstelle eingerichtet, die exakte Lage des Originalgrabs ist nicht durchgängig dokumentiert. Willibald Pirckheimer (1470–1530), Humanist und enger Freund Dürers. Ludwig Andreas Feuerbach (1804–1872), Philosoph und Religionskritiker. Anselm Feuerbach (1829–1880), Maler des deutschen Idealismus, verstorben in Venedig und später nach Nürnberg überführt. Peter Vischer der Ältere (um 1455–1529), Bronzegießer des Sebaldusgrabes. Ergänzend liegen hier zahlreiche Nürnberger Patrizierfamilien wie die Tucher, Imhoff, Holzschuher und Behaim, deren Wappen-Epitaphien das Friedhofsbild bis heute prägen.

Aktive Bestattungen finden weiterhin statt — der Schwerpunkt liegt auf Wiederbelegungen historischer Familiengräber und Urnenbeisetzungen. Neue Reihengrabstellen sind nur sehr eingeschränkt verfügbar. Auskunft zu Belegung und Gebühren erteilt das Pfarramt St. Johannis. Architektur- und kunsthistorischer Hintergrund: Stadtarchiv Nürnberg; touristische Information: Tourismus Nürnberg.

Rochusfriedhof — die zweite Schwesteranlage von 1518

Der Rochusfriedhof wurde im selben Jahr 1518 angelegt — als zweiter Pestfriedhof außerhalb der Stadtmauern, diesmal im Südwesten der Stadt im heutigen Stadtteil Gostenhof. Stifter war der Nürnberger Patrizier und Kaufmann Konrad Imhoff aus dem mächtigen Imhoff-Handelshaus. Anlage-Logik und Bronze-Epitaphien folgen dem im Abschnitt zur Nürnberger Bestattungstradition beschriebenen Schema und werden hier nicht wiederholt.

Namensgeber ist der heilige Rochus — Pestschutzpatron des Mittelalters, dessen Verehrung in Süddeutschland nach den Pestwellen des 14. und 15. Jahrhunderts weit verbreitet war. Die zugehörige Rochuskapelle an der Westseite des Friedhofs entstand in der ersten Hälfte der 1520er-Jahre; die Literatur datiert sie häufig auf 1520/21 und schreibt sie dem Nürnberger Stadtbaumeister Hans Beheim dem Älteren zu. Exakte Datierung und Bauleitung sind nicht in allen Quellen einheitlich; eine endgültige Klärung bleibt der Bauforschung vorbehalten.

Unter den prominent Bestatteten finden sich Vertreter der wirtschaftlichen, künstlerischen und gelehrten Elite der frühen Neuzeit: Veit Stoß (1448–1533), Bildhauer und Bildschnitzer, dessen „Englischer Gruß" in der Lorenzkirche zu den zentralen Werken der süddeutschen Spätgotik zählt — die Beisetzung auf dem Rochusfriedhof ist quellenseitig belegt (Stadtarchiv Nürnberg; Wikipedia). Jakob Pirckheimer (Vater des Humanisten Willibald), die Imhoff-Familie über mehrere Generationen sowie der Astronom und Globenbauer Johannes Schöner (1477–1547), der in Nürnberg an einer der reformatorischen Lateinschulen unterrichtete (Vorgängerinstitution des späteren Egidiengymnasiums; die Bezeichnung „Egidiengymnasium" ist für seine Lehrzeit anachronistisch). Für den Kleinmeister-Stecher und Dürer-Schüler Sebald Beham (1500–1550) wird in einem Teil der Literatur eine Beisetzung auf dem Rochusfriedhof genannt; die Aussage ist quellenseitig nicht eindeutig belegt und wird hier nur unter diesem Vorbehalt erwähnt.

Der Rochusfriedhof wirkt heute durch die geringere Besucherfrequenz ruhiger und weniger touristisch geprägt als St. Johannis. Das hat das Ensemble in seiner Geschlossenheit besonders gut erhalten lassen. Auch hier finden weiterhin Beisetzungen statt, im Wesentlichen in bestehenden Familiengräbern.

Westfriedhof — moderner Hauptfriedhof mit Krematorium

Der Westfriedhof an der Schnieglinger Straße im Nürnberger Westen ist heute einer der beiden zentralen städtischen Friedhöfe. Er wurde im späten 19. Jahrhundert eröffnet, als die Kapazitäten der historischen Pfarrfriedhöfe St. Johannis und St. Rochus deutlich an Grenzen stießen — ein Vorgang, der parallel in München, Frankfurt und nahezu allen deutschen Großstädten zu neuen, kommunal getragenen Hauptfriedhöfen führte.

Charakteristisch für den Westfriedhof ist das städtische Krematorium, das Einäscherungen für die Stadt Nürnberg und das nähere Umland durchführt. Hier findet auch die seit dem 1. April 2025 nach § 17 Abs. 1 Satz 1 Nr. 2 BestV vorgeschriebene zweite Leichenschau durch das Gesundheitsamt statt (BayMBl. 2025 Nr. 99). Das Friedhofsareal verfügt über eine zentrale Aussegnungshalle, mehrere konfessionelle Trauerräume sowie ausgedehnte Urnenfelder, Urnenwände und Reihengrabstellen.

Verfügbar sind klassische Reihen- und Wahlgräber, Urnenreihen- und Urnenwahlgräber, anonyme und halbanonyme Urnenfelder sowie pflegefreie Gemeinschaftsgrabanlagen — die in Nürnberg zunehmend nachgefragte Form. Auf dem Westfriedhof befinden sich zudem konfessionelle Sonderfelder, ein muslimisches Grabfeld und Kriegsgräberanlagen. Detail-Informationen, Lageplan und Bestattungstermine veröffentlicht die Friedhofsverwaltung der Stadt Nürnberg.

Südfriedhof — Friedhof im Süden der Stadt

Der Südfriedhof an der Julius-Loßmann-Straße ist die zweite zentrale städtische Anlage und liegt deutlich außerhalb des historischen Stadtzentrums. Er wurde im frühen 20. Jahrhundert angelegt, um den wachsenden Bedarf der südlichen Stadtteile zu decken — vor dem Hintergrund der starken Industrialisierung Nürnbergs und der raschen Bevölkerungszunahme im späten 19. und frühen 20. Jahrhundert.

Der Südfriedhof ist charakteristisch parkartig angelegt mit großzügigen Baumalleen, weitläufigen Rasenflächen und einer großen Trauerhalle für die Aussegnung. Die Anlage folgt der reformierten Friedhofsgestaltung des frühen 20. Jahrhunderts, die Friedhöfe stärker als Stadtparks und Erinnerungslandschaften denkt — und unterscheidet sich darin grundlegend von den dicht belegten historischen Pfarrfriedhöfen.

Hier finden sich umfangreiche Gemeinschaftsgrabanlagen und Urnenfelder, die der demografischen Verschiebung der letzten Jahrzehnte Rechnung tragen — der Anteil von Urnenbestattungen ist in Nürnberg wie bundesweit deutlich gestiegen. Auch der Südfriedhof beherbergt Kriegsgräberanlagen sowie konfessionelle Sonderfelder, darunter ein muslimisches Grabfeld. Nähere Auskunft erteilt die Friedhofsverwaltung der Stadt Nürnberg.

Muslimische und jüdische Bestattungen in Nürnberg

Für Bestattungen nach muslimischem oder jüdischem Ritus bestehen in Nürnberg eigene Grabfelder und Anlaufstellen.

Muslimische Bestattungen

Auf den städtischen Friedhöfen Westfriedhof und Südfriedhof sind muslimische Grabfelder eingerichtet, die eine Bestattung mit Ausrichtung des Verstorbenen nach Mekka ermöglichen. Bayern verlangt grundsätzlich die Sargpflicht; seit der BestV-Reform 2021 kann der Friedhofsträger jedoch nach § 30 BestV Erdbestattungen im Leichentuch ohne Sarg aus religiösen oder weltanschaulichen Gründen zulassen, soweit öffentliche Belange nicht entgegenstehen. Die Entscheidung liegt im Einzelfall bei der Friedhofsverwaltung. Erste organisatorische Anlaufstellen sind die muslimischen Gemeinden in Nürnberg, darunter die DITIB Türkisch-Islamische Gemeinde Nürnberg (Eyüp-Sultan-Moschee) und die Islamische Gemeinde Nürnberg e.V.; konkrete Auskunft zu Lage, Belegung und Tuchbestattungs-Genehmigungen erteilt die Friedhofsverwaltung der Stadt Nürnberg.

Jüdische Bestattungen

Die Israelitische Kultusgemeinde Nürnberg (IKG Nürnberg) unterhält einen eigenen jüdischen Friedhof, der den religionsgesetzlichen Vorgaben (ewige Totenruhe, keine Einäscherung, Tuchbestattung) entspricht. Die organisatorische Abwicklung erfolgt direkt über die Kultusgemeinde, nicht über die städtische Friedhofsverwaltung; sie ist mit Geschäftsstelle in Nürnberg erreichbar und über die Internetpräsenz ikg-nuernberg.de auffindbar. Erste Anlaufstelle für Angehörige ist daher direkt die IKG.

Hinweis: Für beide Konfessionen ist eine frühzeitige Kontaktaufnahme mit der jeweiligen Gemeinde und einem konfessionell erfahrenen Bestatter empfehlenswert, da Fristen und Abläufe (insbesondere die schnelle Bestattung nach jüdischer Tradition) eine straffe Koordination erfordern.

Kosten einer Bestattung in Nürnberg

Die Gesamtkosten einer vollständigen Bestattung in Nürnberg liegen typischerweise bei 5.000 bis 9.000 Euro und bewegen sich damit im Korridor des bundesdeutschen Durchschnitts. Die Spanne setzt sich aus Bestatterleistungen, Friedhofs- und Grabgebühren, Grabstein und Trauerfeier zusammen — verbindlich ist im Einzelfall nur der schriftliche Kostenvoranschlag des beauftragten Bestatters in Kombination mit den städtischen Gebührensätzen.

Friedhofsgebühren nach der städtischen Satzung

Die verbindlichen Grabnutzungsgebühren der städtischen Friedhöfe regelt die Bestattungs- und Friedhofsgebührensatzung der Stadt Nürnberg (BFGebS); die aktuelle Anlage zur Gebührensatzung ist seit dem 1. April 2026 in Kraft. Zentrale Beträge im Auszug:

GrabartNutzungsgebührQuelle
Reihengrab Erwachsene (gesamte Laufzeit)650 €BFGebS § 5
Reihengrab Kinder (gesamte Laufzeit)425 €BFGebS § 5
Wahlgrab Erwachsene50 € / JahrBFGebS § 5
Wahlgrab Kinder13 € / JahrBFGebS § 5
Familiengrab70 € / JahrBFGebS § 5

Hinzu kommen die Bestattungsgebühr (Sarg- bzw. Urnenbeisetzung), Nutzungsgebühren für die Trauerhalle (Große Trauerhalle 30 min auf Süd-, West-, Boxdorf-, Reichelsdorf- und Fischbach-Friedhof; Kleine Trauerhalle 30 min auf den übrigen städtischen Friedhöfen) sowie ggf. die Krematoriumsgebühr. Verbindliche Beträge sind der jeweils aktuellen Anlage zur Gebührensatzung zu entnehmen — die Sätze werden regelmäßig angepasst. Für die historischen Friedhöfe St. Johannis und St. Rochus gelten gesonderte Sätze der jeweiligen Kirchengemeinde.

Weitere Kostenkomponenten

Neben den Friedhofsgebühren fallen drei weitere Hauptpositionen an, deren Preisspannen je nach Anbieter und Ausführung erheblich variieren:

Konkrete €-Beträge sind ohne schriftlichen Kostenvoranschlag nicht seriös zu beziffern. Eine deutschlandweite Aufschlüsselung typischer Bestattungspositionen sowie aktuelle Preisindikationen liefert die machsruhig-Übersicht Bestattungskosten; bundesweite Branchendaten veröffentlicht der Bundesverband Deutscher Bestatter.

Angehörige sollten mindestens drei schriftliche Kostenvoranschläge verschiedener Bestatter einholen, da die Preise auch innerhalb derselben Stadt erheblich variieren. Eine gesetzliche Pflicht zu einer festen Preisliste besteht für individuell kalkulierte Bestattungsleistungen in der Regel nicht — § 12 PAngV nimmt Leistungen aus, die üblicherweise per einzelfallbezogenem schriftlichen Angebot erbracht werden. Umso wichtiger ist es, jedes Angebot schriftlich und mit identischem Leistungsumfang einzuholen.

Was kostet die Bestattung konkret? Berechne deinen Kostenrahmen mit anonymer Eingabe in zwei Minuten: → Bestattungskosten-Rechner. Vergleicht Erd-, Feuer- und Seebestattung mit aktuellen Friedhofsgebühren und Bestatterleistungen. Hast Du schon ein konkretes Angebot oder eine Rechnung? Mit dem → Angebotsprüfer prüfst Du in 3 Minuten mit Ampel, ob Preis und Posten plausibel sind.

Sozialbestattung in Nürnberg — wenn die Kosten nicht getragen werden können

Können die Bestattungspflichtigen die Kosten einer ortsüblichen, einfachen Bestattung aus eigenen Mitteln und aus dem Nachlass nicht tragen, besteht nach § 74 SGB XII ein Anspruch auf Übernahme der erforderlichen Bestattungskosten durch den Sozialhilfeträger. Anspruchsberechtigt ist, wer zur Kostentragung verpflichtet ist — in Bayern bestimmt sich der Kreis nach Art. 15 Bayerisches Bestattungsgesetz (BestG), der die Reihenfolge der Bestattungspflichtigen festlegt (Ehegatte oder Lebenspartner, Kinder, Eltern, Großeltern, Enkelkinder, Geschwister, Kinder der Geschwister, Verschwägerte ersten Grades). Die Bestattungspflicht ist von der Erbenstellung unabhängig — auch wer das Erbe ausschlägt, kann bestattungspflichtig und damit antragsberechtigt bleiben.

„Erforderliche Kosten" — was übernommen wird

Übernommen werden nur die Kosten einer einfachen, ortsüblichen Bestattung. Das Bundessozialgericht hat mit Urteil vom 25. August 2011 (Az. B 8 SO 20/10 R) den Begriff der „erforderlichen Kosten" konkretisiert und einen würdigen, aber schlichten Bestattungsstandard als Maßstab herausgearbeitet. Aufwändige Sarg- oder Grabsteinausführungen, eine umfangreiche Trauerfeier oder eine Bestattung auf einem besonders kostspieligen Wahlgrab werden in der Regel nicht abgedeckt; entscheidend ist der ortsübliche Standard, gemessen an den Gebührensätzen der städtischen Friedhöfe und marktüblichen Bestatterpreisen.

Antrag in Nürnberg — Zuständigkeit und Kontakt

Zuständig ist das Sozialamt der Stadt Nürnberg (Amt für Existenzsicherung und soziale Integration im Sozialreferat). Der Antrag sollte möglichst vor Beauftragung des Bestatters gestellt werden — zumindest aber unverzüglich nach dem Todesfall. Vorzulegen sind in der Regel: Sterbeurkunde, Kostenvoranschlag des Bestatters, Nachweise zu Einkommen und Vermögen der Bestattungspflichtigen, Nachlassaufstellung sowie ggf. Erbausschlagungsnachweis. Eine rückwirkende Antragstellung nach bereits durchgeführter Bestattung ist möglich, sollte aber nicht ohne Not gewählt werden.

Sozialamt Nürnberg — Amt für Existenzsicherung und soziale Integration
Dietzstraße 4, 90443 Nürnberg
Telefon: 0911 231-5 (Servicetelefon der Stadt Nürnberg)
E-Mail: sozialamt@stadt.nuernberg.de

Praxistipp: Bestatter in Nürnberg kennen das Verfahren und stellen häufig einen reduzierten „Sozialbestattungs-Kostenvoranschlag" aus, der sich am Erstattungsrahmen orientiert. Bei der Bestatterauswahl gezielt nach dieser Praxis fragen — das vereinfacht den Antrag und vermeidet Lücken zwischen Bestatterrechnung und Sozialamtsleistung.

Vorsorge-Tipp gegen Sozialbestattung: Eine Sterbegeldversicherung deckt die Bestattungskosten ab, damit Angehörige nicht in die § 74-Lage geraten. Vergleichsrechner für Tarife und Versicherungssummen: → Sterbegeldversicherung vergleichen (Check24). Hinweis: machsruhig verlinkt diesen Vergleich als Affiliate, der dabei verdiente Anteil finanziert die Redaktion — ohne Mehrkosten für Dich.

Was nach einem Todesfall in Nürnberg zu tun ist

Die ärztliche Leichenschau ist unverzüglich zu veranlassen — im häuslichen Umfeld durch Hausarzt oder Notarzt, in Krankenhaus oder Pflegeheim durch den behandelnden Arzt. Erst danach kann der Bestatter den Verstorbenen überführen. Bei einer geplanten Einäscherung ist seit dem 1. April 2025 nach § 17 Abs. 1 Satz 1 Nr. 2 BestV eine zweite Leichenschau durch das Gesundheitsamt erforderlich (BayMBl. 2025 Nr. 99), die in der Regel im Krematorium am Westfriedhof erfolgt.

Der Sterbefall ist nach § 28 Personenstandsgesetz spätestens am dritten Werktag beim Standesamt am Sterbeort anzuzeigen. Zuständig ist das Standesamt der Stadt Nürnberg im Rathaus am Hauptmarkt. Vorzulegen sind Personenausweis des Verstorbenen, Geburts- oder Heiratsurkunde sowie die ärztliche Todesbescheinigung. Die meisten Bestatter übernehmen die Anzeige im Auftrag der Angehörigen — bei der Beauftragung sollte dies aktiv angesprochen werden.

Die Bestattungsfristen nach § 18 Abs. 1 BestV (frühestens 48 Stunden) und § 19 Abs. 1 BestV (spätestens acht Tage, ohne Samstage/Sonntage/Feiertage) sind zwingend einzuhalten. Eine schrittweise Übersicht aller in den ersten Tagen zu erledigenden Aufgaben — von Versicherungen bis zur Wohnungsauflösung — bietet die Checkliste Todesfall. Wer die eigene Bestattung zu Lebzeiten regeln möchte, findet im Vorsorge-Check einen Einstieg.

Bestatter in Nürnberg auswählen

In Nürnberg sind mehrere Dutzend Bestattungsunternehmen aktiv — von langjährig etablierten Familienbetrieben bis zu Filialen überregionaler Verbünde. Eine Pflicht zur Beauftragung eines bestimmten Bestatters besteht nicht. Als Qualitätsindikatoren dienen:

Mitgliedschaft im Bundesverband Deutscher Bestatter — der Bundesverband verlangt von seinen Mitgliedern die Einhaltung von Berufsstandards und stellt einheitliche Mustervoranschläge bereit. Markenzeichen Bestatter — ein vom Verband vergebenes Qualitätssiegel, das transparente Preisstrukturen, geprüfte Ausbildung und faire Beratung dokumentiert. Zertifizierung Geprüfter Bestatter (BBI Münnerstadt) — die formale Ausbildungs- und Prüfungsschiene der Branche.

Für muslimische und jüdische Bestattungen empfiehlt sich ein spezialisierter Bestatter, der mit den Anforderungen an Tuchbestattung, Ausrichtung der Grabstelle und Abstimmung mit dem Friedhofsträger vertraut ist. Erste Anlaufstellen sind die jeweiligen Gemeinden — die DITIB Türkisch-Islamische Gemeinde Nürnberg, die Islamische Gemeinde Nürnberg e.V. sowie die Israelitische Kultusgemeinde Nürnberg.

Beim Preisvergleich gilt: Mindestens drei schriftliche Kostenvoranschläge einholen, alle Positionen einzeln aufschlüsseln lassen (Sarg, Urne, Überführung, Versorgung, behördliche Wege, Trauerdruck) und Friedhofsgebühren getrennt ausweisen. Pauschalangebote ohne Aufschlüsselung sollten zurückgewiesen werden. Übersicht aller Bestattungsformen mit Preisspannen: Bestattungsarten.

Weitere Städte in Bayern

Unverbindliche Anfrage an einen Bestatter in Nürnberg

Diese Anfrage ist ein Vermittlungsangebot und unabhängig vom Transparenz-Partner-Status. Transparenz Partner legen ihre Preisstruktur nach öffentlichen Kriterien offen; Vermittlungspartner können Anfragen erhalten. Ein Bestatter kann beides sein, muss es aber nicht.

Wenn in Deiner Region ein passender Vermittlungspartner verfügbar ist, leiten wir Deine Anfrage weiter. Falls nicht, sagen wir Dir das offen. Es entsteht kein Vertrag, kein Newsletter und kein Verkaufsdruck. Eine mögliche Vermittlungsvergütung betrifft nur weitergeleitete Anfragen — nicht die Aufnahme als Transparenz Partner, nicht die Sichtbarkeit und nicht die Reihenfolge im Verzeichnis.

Wichtig zur Einordnung

Transparenz Partner legt Preisbeispiele nach öffentlichen Kriterien offen — kostenlos, nicht käuflich, kein Qualitätsurteil.

Vermittlungspartner kann auf Wunsch eine Anfrage erhalten — eine Vergütung kann nur hier entstehen.

Redaktionelle Inhalte bleiben unabhängig — kein Anbieter kann Platzierungen oder Empfehlungen kaufen.

Wir leiten Deine Anfrage spamfrei weiter — sofern in Deiner Region ein passender Vermittlungspartner vorhanden ist. Kein automatischer Vertrag, kein Newsletter ohne Einwilligung.

Häufige Fragen zur Bestattung in Nürnberg

Welche Friedhöfe gibt es in Nürnberg?
Die Stadt Nürnberg unterhält zehn städtische Friedhöfe, darunter West- und Südfriedhof als heutige Hauptfriedhöfe. Daneben prägen die beiden 1518 angelegten Renaissance-Friedhöfe St. Johannis und St. Rochus die Friedhofslandschaft, die kunsthistorisch zu den bedeutendsten Anlagen Deutschlands zählen.
Wo liegt das Grab Albrecht Dürers?
Albrecht Dürer verstarb am 6. April 1528 und wurde auf dem St.-Johannis-Friedhof beigesetzt. Das Grab gehört zu den am häufigsten besuchten Künstlergräbern in Deutschland und ist mit einer Bronze-Grabplatte gekennzeichnet.
Welche Bestattungsfrist gilt in Bayern?
Nach § 19 Abs. 1 BestV muss eine Leiche spätestens acht Tage nach Feststellung des Todes bestattet, eingeäschert oder zur Überführung auf den Weg gebracht sein. Samstage, Sonn- und Feiertage werden bei der Berechnung der Frist nicht mitgezählt. Die frühere 96-Stunden-Frist gilt seit dem 1. April 2021 nicht mehr. Frühestens darf eine Bestattung nach § 18 Abs. 1 BestV 48 Stunden nach Eintritt des Todes erfolgen.
Was kostet eine Bestattung in Nürnberg?
Eine vollständige Bestattung in Nürnberg liegt typischerweise zwischen 5.000 und 9.000 Euro. Die Grabnutzungsgebühr für ein Reihengrab Erwachsener beträgt nach der städtischen Gebührensatzung 650 Euro für die gesamte Laufzeit, ein Wahlgrab kostet 50 Euro pro Jahr. Angehörige sollten mindestens drei schriftliche Kostenvoranschläge einholen, da Bestatterleistungen, Grabstein und Trauerfeier je nach Anbieter und Ausführung erheblich variieren.
Sind auf St. Johannis und St. Rochus noch Bestattungen möglich?
Ja. Beide Friedhöfe sind weiterhin belegt. Verfügbar sind im Wesentlichen Wiederbelegungen bestehender Familiengräber sowie Urnenbeisetzungen; neue Reihengräber stehen kaum zur Verfügung. Auskunft erteilt die jeweilige evangelische Kirchengemeinde.
Welche Ruhezeit gilt in Nürnberg?
Die Ruhezeit richtet sich nach der Bestattungs- und Friedhofssatzung der Stadt Nürnberg und liegt je nach Grabart in der Regel zwischen 15 und 25 Jahren. Maßgeblich ist der jeweils aktuelle Wortlaut der städtischen Satzung.
Wo ist der Todesfall in Nürnberg anzuzeigen?
Der Sterbefall ist spätestens am dritten Werktag beim Standesamt der Stadt Nürnberg anzuzeigen (§ 28 PStG). Zuständig ist das Standesamt im Rathaus am Hauptmarkt; die meisten Bestatter übernehmen die Anzeige im Auftrag der Angehörigen.
Wo wird in Nürnberg eingeäschert?
Einäscherungen für Stadt und Umland erfolgen im Krematorium des Westfriedhofs Nürnberg. Vor jeder Einäscherung ist seit dem 1. April 2025 nach § 17 Abs. 1 Satz 1 Nr. 2 BestV eine zweite Leichenschau durch das Gesundheitsamt erforderlich (BayMBl. 2025 Nr. 99). Urnengräber stehen auf allen Nürnberger Friedhöfen zur Verfügung, mit dem größten Angebot auf West- und Südfriedhof.

Quellen

Diese Inhalte wurden nach bestem Wissen und auf Basis der zitierten Primärquellen zusammengestellt. Rechtsaussagen und kommunale Gebühren können sich ändern; bei konkreten rechtlichen Fragen ersetzt diese Seite keine anwaltliche oder behördliche Beratung. Im Einzelfall wendet man sich an das Standesamt der Stadt Nürnberg, einen Bestatter vor Ort oder die jeweilige Friedhofsverwaltung. Mehr zur redaktionellen Arbeit in unserer Methodik.

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