Bestattung in Bremen: Friedhöfe, Kosten und Hanseatische Tradition

Die Stadtgemeinde Bremen unterhält dreizehn städtische Friedhöfe — vom 1796 erstmals belegten Jüdischen Friedhof Deichbruchstraße über den 1875 als Landschaftspark angelegten Riensberger Friedhof bis zum Osterholzer Zentralfriedhof, der mit 79,5 Hektar zu den größten Friedhöfen Norddeutschlands zählt. Verwaltet werden sie vom Umweltbetrieb Bremen. Eine Bremer Besonderheit: Seit der Novelle des Bremer Bestattungsgesetzes 2015 ist das Ausbringen der Asche außerhalb von Friedhöfen unter engen Voraussetzungen zulässig — bundesweit nahezu einmalig.

Schnelle Hilfe — wo stehst du gerade?

Direkt zur passenden Hilfe — die Details zu Friedhöfen und Kosten in Bremen findest du darunter.

Gerade verstorben?Die ersten Schritte & ChecklisteWas darf es kosten?Kostenrahmen für Bremen berechnenAngebot bekommen?In 3 Min. prüfen, ob es plausibel istAnfrage hinterlegenUnverbindlich & kostenlos

Kernfakten

Bremer Bestattungsrecht — Stadtstaat mit Sonderweg

Bestattungsrecht ist in Deutschland Ländersache. In der Freien Hansestadt Bremen gilt das Gesetz über das Friedhofs- und Bestattungswesen vom 16. Oktober 1990 (zuletzt geändert 2015 und 2020). Diese Stadtseite behandelt ausschließlich die Stadtgemeinde Bremen; die Stadtgemeinde Bremerhaven ist als zweite Gebietskörperschaft des Bundeslandes eigenständig organisiert und vollzieht das Gesetz über den Magistrat Bremerhaven. Der vollständige Gesetzestext mit allen Paragraphen — insbesondere die Bestattungsfristen nach § 13, die Sargpflicht nach § 11 und die religiösen Ausnahmen — ist auf der Bundeslandseite Bestattung in Bremen (Bundesland) dokumentiert. Sie gilt für beide Stadtgemeinden gleichermaßen.

Für die Stadtgemeinde Bremen relevant sind drei Punkte, die das allgemeine Bundeslandrecht ergänzen oder konkretisieren. Erstens regelt die Friedhofsordnung für die stadteigenen Friedhöfe die örtlichen Pflichten — Grabpflege, Gestaltungsvorgaben, Öffnungszeiten — verbindlich. Zweitens gilt die Gebührenordnung des Umweltbetriebs Bremen für sämtliche Friedhofs- und Krematoriumsleistungen; eine schuldbefreiende Zahlung kann nur gegenüber dem UBB erfolgen, nicht gegenüber dem Bestattungsunternehmen.

Drittens enthält das Bremer Gesetz seit der Novelle vom 17. November 2015 (Brem.GBl. 2015, S. 540; Bürgerschafts-Drucksache 18/2118; konsolidierte Fassung im Transparenzportal Bremen) eine bundesweit nahezu einmalige Ausnahme zum Friedhofszwang. Nach § 4 Abs. 1a Bremisches Friedhofs- und Bestattungsgesetz kann eine Gemeinde durch Ortsgesetz das Ausbringen der Asche auch außerhalb von Friedhöfen zulassen. Die Zustimmung wird erteilt, wenn vier Bedingungen kumulativ erfüllt sind: die verstorbene Person hat zu Lebzeiten schriftlich verfügt, hatte ihren letzten Hauptwohnsitz im Lande Bremen, hat den konkreten Ort der Ausbringung schriftlich bestimmt und eine Person zur Totenfürsorge benannt (vgl. Bürgerschafts-Drs. 18/1581). Der Umweltbetrieb Bremen bietet zudem Aschestreuwiesen auf den Friedhöfen Osterholz und Blumenthal an. Eine reine Aufbewahrung der Urne in der Wohnung bleibt ausgeschlossen.

Ruhezeiten: Auf den städtischen Friedhöfen Bremens beträgt die Ruhezeit für Erwachsene regelmäßig 25 Jahre; für Kindergräber bis zehn Jahre ist sie entsprechend kürzer. Wahlgräber können nach Ablauf der Ruhezeit i.d.R. um 25 oder 30 Jahre verlängert werden. Maßgeblich ist die Friedhofsordnung des UBB.

Friedhöfe in Bremen

Die Bremer Friedhofslandschaft ist von der hanseatisch-bürgerlichen Tradition des 19. Jahrhunderts geprägt: Zwei der hier vorgestellten Friedhöfe, Riensberg und Walle, wurden zeitgleich 1872 bis 1875 als Ersatz für die nicht mehr betriebenen Friedhöfe am Doventor und am Herdentor angelegt — beide nach Entwurf des Aachener Landschaftsgärtners Carl Jancke. Der Osterholzer Friedhof, eröffnet 1920, gehört dagegen bereits zur Friedhofsreform-Bewegung der 1910er-Jahre. Huckelriede mit dem heutigen Krematorium Bremen ergänzt die Reihe als technisch-funktionaler Friedhof des frühen 20. Jahrhunderts. Der Jüdische Friedhof Deichbruchstraße ist mit Belegung seit 1796 die älteste durchgängig genutzte Bremer Begräbnisstätte. Wir stellen exemplarisch fünf der dreizehn städtischen Friedhöfe ausführlich vor; eine vollständige Übersicht aller Anlagen führt der Umweltbetrieb Bremen.

Riensberger Friedhof — der hanseatische Parkfriedhof

Der Riensberger Friedhof im Stadtteil Schwachhausen wurde zwischen 1872 und 1875 auf rund 20 Hektar Land des ehemaligen Gutes Riensberg der Familie von Post angelegt; Eröffnung war der 1. Mai 1875. Heute umfasst die Anlage rund 28 Hektar. Den Wettbewerb gewann der Aachener Landschaftsgärtner Carl Jancke; die gartenkünstlerische Leitung übernahm Anfang der 1880er-Jahre der in Ludwigslust geborene Architekt Wilhelm Benque, der wenige Jahre zuvor auch den Bremer Bürgerpark gestaltet hatte. Die Gesamtanlage steht seit 2011 unter Bremer Denkmalschutz.

Riensberg gilt als eine der ersten Friedhofsanlagen Deutschlands im sogenannten gemischten Stil — englische Landschaftspark-Elemente kombiniert mit hufeisenförmig geordneten Grabfeldern um die im Stil der Backsteingotik gebaute Kapelle. Charakteristisch sind der buchtenreiche See im Westen, mehrere Brücken, drei größere Mausoleen, lange Lindenalleen und ein beinahe den gesamten Friedhof umfassender Wasserzug. Auf dem Friedhof steht das erste Krematorium Norddeutschlands, 1903–1906 nach Plänen des Bremer Architekten Heinrich Wilhelm Behrens errichtet und 1907 eingeweiht — im neoklassizistischen Stil mit Jugendstil-Kuppelhalle, 1927 erweitert (Quelle: Bremer Landesamt für Denkmalpflege; Wikipedia). 1988 wurde das Krematorium außer Betrieb genommen und dient seit 2002 als denkmalgeschütztes Kolumbarium Riensberger Friedhof. Auf dem Gelände wächst ein als Nationalerbe-Baum klassifizierter Bergmammutbaum.

Wenig bekannt: Unter den rund 66 Gräbern bedeutender Persönlichkeiten findet sich das eines Sioux-Angehörigen, der mit Buffalo Bills Wild West Show bei deren Bremen-Gastspiel 1891 zur Truppe gehörte und in Bremen verstarb — eine norddeutsche Begräbnisspur amerikanischer Showgeschichte, dokumentiert von Spurensuche Bremen und im Wikipedia-Artikel zum Friedhof. Bekannte Bremer Persönlichkeiten auf Riensberg: Wilhelm Kaisen (1887–1979, Bremer Bürgermeister 1945–1965 und prägende Wiederaufbau-Figur), Johann Smidt (1773–1857, Gründer Bremerhavens, 1889 vom Herdentorsfriedhof überführt), Heinrich Wilhelm Matthias Olbers (1758–1840, Arzt und Astronom, Entdecker der Kleinplaneten Pallas und Vesta, 1889 vom alten Stephanikirchhof überführt), Alfred Walter von Heymel (1878–1914, Mitbegründer der Zeitschrift „Die Insel", Grabmal von Bildhauer Fritz Behn), Arthur Fitger (1840–1909, Maler des Bremer Ratskellers), Auguste Kirchhoff (1867–1940, Sozialpolitikerin), Gustav und Magdalene Pauli (Kunsthistoriker und Schriftstellerin, „Sommer in Lesmona") sowie der „Petroleumkönig" Franz Schütte. Der Friedhof beherbergt eine eindrucksvolle Dichte hanseatischer Bürgergräber: Familiengräber Focke, Wätjen, Lohmann, Grommé, Gildemeister sowie das Mausoleum Rutenberg mit der Forschungsgeschichte des Madagaskar-Pflanzensammlers Christian Rutenberg.

Osterholzer Friedhof — Bremens Zentralfriedhof

Der Osterholzer Friedhof an der Osterholzer Heerstraße ist mit 79,5 Hektar der größte Friedhof Bremens und einer der größten Norddeutschlands — übertroffen wird er in der Region nur vom Hamburger Ohlsdorfer Friedhof (rund 389 ha). Er wurde am 1. Mai 1920 als kommunaler Zentralfriedhof eröffnet — eine Antwort auf das starke Bevölkerungswachstum, dem die bestehenden Anlagen Riensberg und Walle nicht mehr gewachsen waren. Hier ruhen mehrere zehntausend Verstorbene; er gehört zu den neun in die Denkmalliste eingetragenen bremischen Gartendenkmalen.

Im Architektenwettbewerb wurde kein erster Preis vergeben; den zweiten Preis erhielt der Berliner Gartenarchitekt Paul Freye (1869–1958, geboren in Verden, gestorben in Bremerhaven) gemeinsam mit dem Architekten Franz Seeck — ihr Entwurf wurde der Realisierung zugrunde gelegt. Er folgte der Reform-Idee einer axialen Friedhofsanlage: Vom Haupttor an der Osterholzer Heerstraße führt eine fast einen Kilometer lange vierreihige Lindenallee als Rückgrat durch die Anlage und endet am Bauensemble der Hauptkapelle. Diese ist im Innern dem Pantheon in Rom nachempfunden und bildet zusammen mit zwei Nebenkapellen das räumliche und liturgische Zentrum. Freye übernahm am 1. Februar 1921 die Leitung des neu eingerichteten Gartenbauamtes Bremen und ist selbst auf dem Friedhof beigesetzt.

Wenig bekannt: Der Osterholzer Friedhof ist ein Kriegsdenkmal von europäischem Rang: Auf fünf Ehrenfeldern erhielten 6.192 Kriegstote ein nach dem Gräbergesetz des Bundes (Gesetz über die Erhaltung der Gräber der Opfer von Krieg und Gewaltherrschaft) dauerhaftes Ruherecht — gefallene und ausländische Soldaten, Bombenopfer, KZ-Häftlinge und Zwangsarbeiter. Auf Feld K liegt ein Massengrab für 1.367 KZ-Häftlinge und Insassen lokaler Arbeitslager; auf dem Gräberfeld „NN" ein Feld für über 1.300 Zwangsarbeiter und Kriegsgefangene aus Osteuropa. Dass einzelnen Opfern aus den KZ namentlich gedacht werden kann, ist der Zivilcourage von Krematoriums-Mitarbeitern in der NS-Zeit zu verdanken, die entgegen der Weisungen Asche und Namenslisten versteckten. Bekannte Bestattete: Carl F. W. Borgward (1890–1963, Autofabrikant, in den 1950er-Jahren einer der größten Bremer Arbeitgeber), Georg Wulf (1895–1927, Flugpionier bei Focke-Wulf), Robert Rickmers (1864–1948, Reeder und Industrieller), Käthe Popall (1907–1984, erste Frau im Bremer Senat, KPD-Widerständlerin), Curt von Schwanenflügel (1879–1946, NS-kritischer Pastor) und Georg Ludwig Droste (1866–1935, plattdeutscher Heimatdichter).

Waller Friedhof — westlicher Zwilling des Riensberger

Der Waller Friedhof im Hafenrand-Stadtteil Walle wurde zeitgleich mit dem Riensberger Friedhof angelegt und ebenfalls am 1. Mai 1875 eröffnet. Wettbewerbsgewinner war auch hier der Aachener Landschaftsgärtner Carl Jancke; der Friedhof war ursprünglich als westliche Ergänzung zum Riensberger gedacht, mit dem das Bremer Senatsprojekt eines geordneten neuen Friedhofswesens nach Aufgabe der Friedhöfe am Doventor und Herdentor abgeschlossen werden sollte. Eine Erweiterung wurde ab 1885 unter Mitwirkung Wilhelm Benques geplant und ab 1895 ausgeführt. Nach weiteren Erweiterungen 1937 und nach 1945 umfasst die Anlage heute 29 Hektar; sie bildet mit dem angrenzenden Waller Park eine zusammenhängende Grünfläche.

Die ursprüngliche neugotische Friedhofskapelle von 1875 fiel im Zweiten Weltkrieg den Bomben zum Opfer, die auch weite Teile des Friedhofs beschädigten. Die neue Friedhofskapelle Walle mit Krematorium und Urnenhalle wurde 1955–1957 auf einem leichten Hügel nach Plänen des Architekten Otto Bartning (1883–1959) errichtet — einem der prägenden Vertreter des protestantischen Sakralbaus der Nachkriegsmoderne. Sie steht seit 2024 unter Bremer Denkmalschutz und ist nach Bewertung des Landesamts für Denkmalpflege ein „nicht uniformes Beispiel für die Baukunst von Friedhofskapellen in der Nachkriegszeit".

Wenig bekannt: Auffälligstes Bauwerk ist das im gotischen Stil 1878/79 errichtete Mausoleum der Familie Knoop auf der nordwestlichen Seite des großen Sees. Am 20. August 1894 wurde dort der hanseatisch-russische Baumwollindustrielle Baron Ludwig Knoop beigesetzt. Politisch bedeutsam ist das Denkmal für die Opfer der Bremer Räterepublik — eine Skulptur von Georg Arfmann, die als Ersatz für das 1922 geschaffene und 1933 von den Nationalsozialisten zerstörte Werk von Bernhard Hoetger dient. Weitere bekannte Bestattete: Johann Focke (1848–1922, Bremer Senator und Gründer des heutigen Focke-Museums), Fritz Overbeck (1869–1909, Worpsweder Maler), Carl Friedrich August Kippenberg (Verleger), Ernst Waldau, Anna Stiegler (Sozialdemokratin und Frauenrechtlerin) sowie der Holocaust-Überlebende Anton Schmidt. Eine Ehrenanlage für Bombenopfer des Zweiten Weltkriegs ergänzt das Geschichtsgedächtnis dieses Stadtteilfriedhofs.

Friedhof Huckelriede — Bremens Krematoriumsstandort

Der Friedhof Huckelriede im südlichen Stadtteil Huckelriede (Ortsteil von Neustadt) wurde 1907 eröffnet und im Laufe des 20. Jahrhunderts mehrfach erweitert. Funktional steht er für den Übergang zur modernen kommunalen Friedhofswirtschaft: Anders als die landschaftlich gestalteten Riensberg und Walle wurde Huckelriede stärker auf rationale Grabfeldgliederung und kurze Wege ausgelegt — eine Anlage, deren Bedeutung vor allem in ihrer infrastrukturellen Rolle liegt.

Seit 1988 ist Huckelriede Standort des einzigen Krematoriums der Stadtgemeinde Bremen, nachdem das ältere Krematorium auf dem Riensberger Friedhof außer Betrieb genommen wurde. Das vom Umweltbetrieb Bremen betriebene Krematorium Bremen führt jährlich rund 5.000 Einäscherungen durch und ist damit ein zentraler Knotenpunkt der Bremer Bestattungs-Infrastruktur — sowohl für die innerstädtischen Friedhöfe als auch für Seebestattungen, See- und Baumgrabstätten im weiteren Bremer Umland. Vor der Einäscherung findet hier die gesetzlich vorgeschriebene zweite Leichenschau statt.

Wenig bekannt: Huckelriede zeigt exemplarisch, wie sich Bremer Bestattungskultur im 20. Jahrhundert vom Park-Friedhof des hanseatischen Bürgertums zur funktionalen Stadt-Infrastruktur gewandelt hat. Auf dem Gelände finden sich neben klassischen Wahl- und Reihengräbern auch ausgewiesene anonyme Urnengräberfelder und muslimische Grabfelder — Letztere sind eine direkte Folge der Bremer Sargpflicht-Ausnahme aus religiösen Gründen, die mit der Friedhofsverwaltung zu koordinieren ist. Architektonisch unscheinbarer als seine Nachbarn, ist Huckelriede dennoch der Friedhof, an dem statistisch die meisten Bremer Bestattungswege enden — über 70 % aller Bestattungen in der Stadt sind Feuerbestattungen, und damit führt der Weg fast immer hier vorbei.

Jüdischer Friedhof Deichbruchstraße — der älteste durchgängige Friedhof Bremens

Der Jüdische Friedhof Deichbruchstraße im Stadtteil Hastedt (Ortsteil von Hemelingen) ist mit Belegung seit 1796 die am längsten durchgängig genutzte Begräbnisstätte Bremens und seit 1803 offizieller jüdischer Friedhof der Stadt. Zu jener Zeit gehörte Hastedt noch nicht zu Bremen, sondern zur eigenständigen Landgemeinde Hemelingen; mit der Eingemeindung Anfang des 20. Jahrhunderts kam der Friedhof nach Bremen. Auf rund 2,3 Hektar stehen heute etwa 900 Grabsteine. Der Friedhof steht seit 1978 unter Bremer Denkmalschutz und wird von der Jüdischen Gemeinde im Lande Bremen (Schwachhauser Heerstraße 117) verwaltet.

In der Reichspogromnacht vom 9. auf den 10. November 1938 wurde der Friedhof von der SA verwüstet und zahlreiche Gräber geschändet; die Synagoge im Schnoor brannte, fünf Bremer Jüdinnen und Juden wurden ermordet. Nach Kriegsende begannen umgehend Sanierungsarbeiten. Am 8. Mai 1952 wurde die neue Trauerhalle aus markantem rotem Backstein eingeweiht — der letzte Rabbiner der Bremer Gemeinde, Dr. Felix Aber, war dafür aus den USA angereist. In der Halle erinnert ein Ehrenmal an die jüdischen Opfer des Nationalsozialismus in Bremen.

Wenig bekannt: Im August 2010 warfen Unbekannte zwölf Grabsteine um — ein Vorfall, den der damalige Bürgermeister Jens Böhrnsen als „Schock" bezeichnete und der die anhaltende Notwendigkeit von Denkmalschutz und Wachsamkeit demonstriert. Der Friedhof zeugt von 230 Jahren hanseatisch-jüdischer Sepulkralkultur: Beisetzungen erfolgen nach jüdischem Ritus im Leichentuch ohne Sarg — eine Tuchbestattung, die nach Bremer Bestattungsrecht über die religiöse Ausnahme der Sargpflicht gedeckt ist. Eine Beisetzung auf dem Friedhof ist nach Auskunft der Gemeinde unabhängig vom letzten Wohnort möglich. Ein zweiter jüdischer Friedhof Bremens befindet sich in Lesum.

Bestattungskosten in Bremen

Die durchschnittlichen Gesamtkosten einer Bestattung in Deutschland liegen laut Stiftung Warentest zwischen 7.000 und 8.000 Euro — zusammengesetzt aus Bestatterleistungen, Friedhofsgebühren, Trauerfeier, Trauerdruck und Grabstein. Die Friedhofsgebühren in Bremen werden zentral vom Umweltbetrieb Bremen erhoben; die Gebührenordnung ist für alle dreizehn städtischen Friedhöfe einheitlich. Ausführliche bundesweite Aufschlüsselung: Bestattungskosten.

Die folgenden Werte stammen aus der aktuellen amtlichen Gebührenordnung für die stadteigenen Friedhöfe (Ortsgesetz vom 16. Dezember 2025, Brem. GBl. Nr. 154) (geprüft 07/2026). Verbindlich ist ausschließlich die jeweils aktuelle Gebührenordnung des UBB; die Zahlen unten ersetzen keine Auskunft beim UBB im Einzelfall. Reihengrabstätten werden ohne Verlängerungsmöglichkeit vergeben; Wahlgrabstätten können verlängert werden (je Jahr ein Zwanzigstel der jeweiligen Grabgebühr, Gebührenziffer 09.00). Bestattungs- und Trauerfeier-Kosten kommen hinzu.

GrabartLaufzeit/VerlängerungFriedhofsgebühr
Urnen-Reihengrabstätte (1 m², eine Urne — Ziffer 00.00)ohne Verlängerung998 € *
Urnen-Wahlgrabstätte Familie (1 m², bis vier Urnen — Ziffer 00.01)verlängerbar1.149 € *
Erd-Reihengrabstätte (2 m², begrenzte Laufzeit 25/30 Jahre — Ziffer 00.09.00)25 oder 30 Jahre, ohne Verlängerung1.333 € *
Erd-Wahlgrabstätte Familie (2 m², einschichtig, ein Sarg — Ziffer 00.09.02)25 Jahre Ruhezeit, verlängerbar1.502 € *
Gemeinschaftsanlage Exklusiv: Kolumbarium (Ziffer 00.05.02)—3.183 € *
Gemeinschaftsanlage Anonym (Urne — Ziffer 00.05.00)—975 € *

* Beträge laut Gebührenordnung für die stadteigenen Friedhöfe (Ortsgesetz vom 16. Dezember 2025, Brem. GBl. Nr. 154); verbindliche Auskunft im Einzelfall gibt der Umweltbetrieb Bremen. Für Gräber in bevorzugter Lage erhöhen sich die Gebühren um 50 Prozent (Ziffer 00.12). Hinzu kommen Kremierungs-Entgelte des Krematoriums Bremen auf dem Friedhof Huckelriede sowie Bestatterleistungen. Stiftung Warentest empfiehlt vor Auftragsvergabe mindestens drei Kostenvoranschläge verschiedener Bestattungsunternehmen einzuholen — die Preisspannen zwischen Bremer Anbietern können erheblich sein. Ausschreibungsspielräume bestehen vor allem bei Sarg- und Urnenwahl, Trauerfeier-Ausstattung und Trauerdruck.

Was kostet die Bestattung konkret? Berechne deinen Kostenrahmen mit anonymer Eingabe in zwei Minuten: → Bestattungskosten-Rechner. Vergleicht Erd-, Feuer- und Seebestattung mit aktuellen Friedhofsgebühren und Bestatterleistungen. Hast Du schon ein konkretes Angebot oder eine Rechnung? Mit dem → Angebotsprüfer prüfst Du in 3 Minuten mit Ampel, ob Preis und Posten plausibel sind.

Was nach einem Todesfall in Bremen zu tun ist

Die ärztliche Leichenschau ist unverzüglich zu veranlassen — im häuslichen Umfeld durch Hausarzt oder Notarzt, in Krankenhaus oder Pflegeheim durch den behandelnden Arzt. Bei geplanter Feuerbestattung ist eine zweite Leichenschau erforderlich, die in der Regel im Krematorium Bremen auf dem Friedhof Huckelriede erfolgt.

Der Sterbefall ist spätestens am dritten Werktag beim Standesamt des Sterbeortes anzuzeigen (§ 28 PStG); Samstag gilt nicht als Werktag. In Bremen sind die Standesämter Mitte, Nord, Süd, Ost und West sowie die Stadtteilbüros zuständig — eine Terminvereinbarung erfolgt über das Bürgerservice-Portal der Stadt Bremen. Erforderlich sind Personalausweis und Geburtsurkunde der verstorbenen Person, ggf. Heiratsurkunde und Sterbeurkunden vorverstorbener Ehegatten, sowie die Todesbescheinigung des Arztes.

Anschließend wählen die Angehörigen ein Bestattungsunternehmen. Eine Pflicht zur Beauftragung besteht nicht — der Bestattungsmarkt in Bremen ist frei. Die Bestattung selbst muss innerhalb der landesrechtlichen Fristen erfolgen; Details zu Mindest- und Höchstfristen siehe die Bundeslandseite Bestattung in Bremen (Bundesland). Eine Schritt-für-Schritt-Hilfe für die ersten Tage bietet die Checkliste Todesfall.

Sozialbestattung in Bremen — wenn die Kosten nicht tragbar sind

Wenn die zur Tragung der Bestattungskosten verpflichtete Person diese nicht oder nicht in voller Höhe aufbringen kann, übernimmt der Sozialhilfeträger nach § 74 SGB XII die erforderlichen Kosten einer einfachen, würdevollen Bestattung. Maßstab ist die Zumutbarkeit: Geprüft werden Nachlass, Sterbegeldversicherungen, Bestattungsvorsorgeverträge sowie Einkommens- und Vermögensverhältnisse der pflichtigen Person. Erstattet werden Bestatter-Grundleistungen (Sarg/Urne, Überführung, einfacher Trauerfeier-Rahmen) und Friedhofsgebühren; nicht erstattet werden Bewirtung, aufwendiger Trauerdruck oder gehobene Sarg-/Grabausstattung.

Bestattungspflicht in Bremen — die Bremer Besonderheit

Anders als in den meisten Bundesländern regelt nicht das Bremische Friedhofs- und Bestattungsgesetz die Bestattungspflicht, sondern das Gesetz über das Leichenwesen. Nach § 4 Abs. 1 Satz 1 Nr. 1 dieses Gesetzes sind alle durch Eheschließung, eingetragene Lebenspartnerschaft, Abstammung, Schwägerschaft oder Lebensgemeinschaft verbundenen Angehörigen pflichtig — und zwar gleichrangig, ohne abgestufte Reihenfolge. Bremen ist damit bundesweit ein Sonderfall: Es kennt keine Rangfolge Ehegatte → Kinder → Eltern wie etwa Niedersachsen oder NRW. Großeltern und Enkelkinder sind in Bremen nicht bestattungspflichtig. Veranlassen die Angehörigen nicht innerhalb von zehn Tagen eine Bestattung, ordnet das Institut für Rechtsmedizin nach § 17 Abs. 2 Satz 2 des Gesetzes über das Leichenwesen eine Bestattung von Amts wegen an; die Kosten werden den Pflichtigen anschließend in Rechnung gestellt.

Zuständig: Amt für Soziale Dienste Bremen

Der Antrag auf Übernahme nach § 74 SGB XII ist an das Amt für Soziale Dienste der Stadtgemeinde Bremen zu richten — konkret an das Sozialzentrum, in dessen Bereich die verstorbene Person zuletzt gewohnt hat oder verstorben ist. Hatte sie zuletzt Sozialhilfe bezogen, ist der bisher leistende Träger zuständig. Eine starre Frist besteht nicht; ein Antrag kann auch nach erfolgter Bestattung gestellt werden, sollte aber im zeitlichen Zusammenhang erfolgen.

Amt für Soziale Dienste Bremen
Bahnhofsplatz 29, 28195 Bremen
Telefon: 0421 361-9730 (Zentrale Wirtschaftliche Hilfen)
E-Mail: office@afsd.bremen.de

Höchstrichterlich geklärt: Nach Urteil des Bundessozialgerichts vom 25.08.2011 (B 8 SO 20/10 R) umfasst der Anspruch nach § 74 SGB XII ausschließlich die erforderlichen Kosten einer einfachen, würdevollen Bestattung; Aufwendungen für gehobene Ausstattung oder Bewirtung der Trauergäste werden nicht erstattet. Das Erbe ist vorrangig einzusetzen.

Vorsorge-Tipp gegen Sozialbestattung: Eine Sterbegeldversicherung deckt die Bestattungskosten ab, damit Angehörige nicht in die § 74-Lage geraten. Vergleichsrechner für Tarife und Versicherungssummen: → Sterbegeldversicherung vergleichen (Check24). Hinweis: machsruhig verlinkt diesen Vergleich als Affiliate, der dabei verdiente Anteil finanziert die Redaktion — ohne Mehrkosten für Dich.

Bestatter-Wahl in Bremen

In der Stadtgemeinde Bremen sind sowohl alteingesessene hanseatische Familienunternehmen als auch jüngere Anbieter und überregionale Ketten tätig. Eine zentrale Qualitäts-Information bietet die Mitgliedschaft im Bestatterverband Bremen bzw. im Bundesverband Deutscher Bestatter: Verbandsmitglieder verpflichten sich auf einen Berufskodex, lassen sich regelmäßig prüfen und führen häufig das Markenzeichen „Bestatter mit BdB-Geprüftem Bestattungs-Unternehmen". Eine Pflichtmitgliedschaft gibt es nicht — auch verbandsfreie Bestatter können seriös arbeiten.

Konkrete Indikatoren für Qualität bei einem Bremer Bestatter: transparenter, schriftlicher Kostenvoranschlag mit Aufschlüsselung von Eigenleistungen und Fremdgebühren (UBB, Krematorium, Trauerdruck), eigene oder klar benannte Kühlräume, geprüfter Beruf der Mitarbeitenden („Bestattungsfachkraft" als Ausbildungsberuf seit 2003), Erreichbarkeit rund um die Uhr und die Bereitschaft, Angehörige bei Beisetzung in den konfessionellen oder kommunalen Friedhöfen zu begleiten. Bei muslimischen oder jüdischen Bestattungen ist auf spezialisierte Bestatter und frühzeitige Abstimmung mit der jeweiligen Gemeinde zu achten — die religiöse Ausnahme zur Sargpflicht muss mit der Friedhofsverwaltung koordiniert werden.

Die Verbraucherzentrale Bremen (Altenweg 4, 28195 Bremen) stellt einen Bestattungs-Mustervoranschlag bereit und berät zu typischen Preisspannen. Wer bereits zu Lebzeiten Klarheit schaffen möchte, findet im Vorsorge-Check einen strukturierten Einstieg.

Unverbindliche Anfrage an einen Bestatter in Bremen

Diese Anfrage ist ein Vermittlungsangebot und unabhängig vom Transparenz-Partner-Status. Transparenz Partner legen ihre Preisstruktur nach öffentlichen Kriterien offen; Vermittlungspartner können Anfragen erhalten. Ein Bestatter kann beides sein, muss es aber nicht.

Wenn in Deiner Region ein passender Vermittlungspartner verfügbar ist, leiten wir Deine Anfrage weiter. Falls nicht, sagen wir Dir das offen. Es entsteht kein Vertrag, kein Newsletter und kein Verkaufsdruck. Eine mögliche Vermittlungsvergütung betrifft nur weitergeleitete Anfragen — nicht die Aufnahme als Transparenz Partner, nicht die Sichtbarkeit und nicht die Reihenfolge im Verzeichnis.

Wichtig zur Einordnung

Transparenz Partner legt Preisbeispiele nach öffentlichen Kriterien offen — kostenlos, nicht käuflich, kein Qualitätsurteil.

Vermittlungspartner kann auf Wunsch eine Anfrage erhalten — eine Vergütung kann nur hier entstehen.

Redaktionelle Inhalte bleiben unabhängig — kein Anbieter kann Platzierungen oder Empfehlungen kaufen.

Wir leiten Deine Anfrage spamfrei weiter — sofern in Deiner Region ein passender Vermittlungspartner vorhanden ist. Kein automatischer Vertrag, kein Newsletter ohne Einwilligung.

Häufige Fragen zur Bestattung in Bremen

Welche Friedhöfe gibt es in der Stadtgemeinde Bremen?
Die Stadtgemeinde Bremen unterhält 13 städtische Friedhöfe, die vom Umweltbetrieb Bremen (UBB) als Friedhofsverwaltung betrieben werden. Hinzu kommen zwei jüdische, zwei katholische und mehrere evangelische Friedhöfe. Die wichtigsten städtischen Anlagen sind der Osterholzer Friedhof (größter mit 79,5 ha), der Riensberger Friedhof (ältester Parkfriedhof von 1875), der Waller Friedhof, der Friedhof Huckelriede mit dem Krematorium Bremen sowie der Jüdische Friedhof Deichbruchstraße in Hastedt.
Darf in Bremen die Asche zuhause aufbewahrt oder im Garten verstreut werden?
Bremen kennt eine bundesweit seltene Ausnahme zum Friedhofszwang. Nach § 4 Abs. 1a des Bremer Friedhofs- und Bestattungsgesetzes (Novelle 2015) kann die Asche unter engen Voraussetzungen außerhalb von Friedhöfen auf dem Gebiet der Freien Hansestadt Bremen ausgebracht werden. Voraussetzungen sind kumulativ: (1) die verstorbene Person hat zu Lebzeiten schriftlich verfügt, (2) hatte ihren letzten Hauptwohnsitz im Lande Bremen, (3) hat den konkreten Ort der Ausbringung schriftlich bestimmt und (4) eine Person zur Totenfürsorge benannt (vgl. Bürgerschafts-Drs. 18/1581). Eine reine Aufbewahrung der Urne in der Wohnung sieht das Gesetz nicht vor.
Wer verwaltet die Friedhofsgebühren in Bremen?
Zuständig ist der Umweltbetrieb Bremen (UBB), Eigenbetrieb der Stadtgemeinde Bremen mit Sitz am Willy-Brandt-Platz 7. Grundlage ist die Gebührenordnung für die stadteigenen Friedhöfe in Bremen sowie die Entgelte für das Krematorium Bremen. Die Friedhofsverwaltung erlässt den Gebührenbescheid; Bestattungsunternehmen sind nicht zur Inkasso-Schuld berechtigt.
Wie lang ist die Ruhezeit auf Bremer Friedhöfen?
Die Ruhezeit auf den städtischen Friedhöfen Bremens beträgt für Erwachsenengräber in der Regel 25 Jahre, für Kindergräber bis zu zehn Jahren entsprechend kürzer. Für Wahlgräber kann das Nutzungsrecht nach Ablauf der Ruhezeit in der Regel um 25 oder 30 Jahre verlängert werden. Maßgeblich ist die jeweils geltende Friedhofsordnung.
Wo wird in Bremen eingeäschert?
Das gemeinsame Krematorium aller Bremer Friedhöfe befindet sich auf dem Friedhof Huckelriede; es wird vom Umweltbetrieb Bremen betrieben und führt jährlich rund 5.000 Einäscherungen durch. Das frühere Krematorium auf dem Riensberger Friedhof, das erste Krematorium Norddeutschlands, wurde 1988 stillgelegt und dient heute als denkmalgeschütztes Kolumbarium.
Gibt es in Bremen einen jüdischen Friedhof?
Ja. Der Jüdische Friedhof Deichbruchstraße im Stadtteil Hastedt wird seit 1796 belegt und ist seit 1803 offizieller jüdischer Friedhof der Stadt Bremen. Auf rund 2,3 Hektar Fläche stehen etwa 900 Grabsteine. Der Friedhof steht seit 1978 unter Denkmalschutz. Verwaltet wird er von der Jüdischen Gemeinde im Lande Bremen.
Gilt diese Seite auch für Bremerhaven?
Nein. Diese Stadtseite behandelt ausschließlich die Stadtgemeinde Bremen. Die Stadtgemeinde Bremerhaven ist als zweite Gebietskörperschaft des Bundeslandes eigenständig organisiert; Friedhofswesen und Bestattungsverwaltung liegen dort beim Magistrat Bremerhaven, nicht beim Umweltbetrieb Bremen. Das übergeordnete Landesrecht (Bremisches Friedhofs- und Bestattungsgesetz) ist allerdings für beide Stadtgemeinden identisch und auf der Bundeslandseite Bestattung in Bremen dokumentiert.
Ist eine Seebestattung von Bremen aus möglich?
Ja. Bremen verfügt über Hafenzugang an der Unterweser; eine Ausfahrt zur Nordsee ist von Bremerhaven oder anderen norddeutschen Häfen aus möglich. Voraussetzung ist eine Feuerbestattung; die Asche wird in einer wasserlöslichen Seeurne der See übergeben. Überführung und Reederei koordiniert in der Regel der beauftragte Bestatter.

Quellen

Diese Inhalte wurden nach bestem Wissen und auf Basis der zitierten Primärquellen zusammengestellt. Rechtsaussagen und Gebühren können sich ändern; bei konkreten Fragen ersetzt diese Seite keine Auskunft beim Umweltbetrieb Bremen, einem Bestatter vor Ort oder einem Fachanwalt. Mehr zur redaktionellen Arbeit in unserer Methodik.

Bestatter in weiteren Großstädten

München · Berlin · Köln · Frankfurt · Hamburg