Bestattung in Frankfurt am Main: Friedhöfe, Kosten und Bestatter
Frankfurt ist eine Welt-Stadt zweier Bankensitze, einer Bankendynastie und der deutschen Geistesgeschichte. Auf dem Hauptfriedhof ruhen Schopenhauer, Adorno, Reich-Ranicki und Goethes „Suleika" auf wenigen hundert Quadratmetern; in der Battonnstraße liegt Mayer Amschel Rothschild — Anfang einer 650-jährigen jüdischen Bestattungstradition, die in dieser Stadt ihren Anfang nahm. Diese Seite führt durch die vier wichtigsten Frankfurter Friedhöfe, die Frankfurter Gebührensatzung 2025 und die ersten Schritte nach einem Todesfall.
Direkt zur passenden Hilfe — die Details zu Friedhöfen und Kosten in Frankfurt am Main findest du darunter.
Was jetzt zuerst tun?
Wenn ein Mensch gerade verstorben ist, drängt nichts überstürzt. Drei Dinge solltest Du in den ersten Tagen sichern — alles Weitere kann der Bestatter übernehmen.
1. Totenschein sichern
Lass den Tod ärztlich feststellen — zu Hause über Hausarzt oder ärztlichen Bereitschaftsdienst (116 117), bei unklaren Umständen über 112. Der Arzt stellt den Totenschein aus; ohne ihn ist kein weiterer Schritt möglich. Bewahre alle Ausfertigungen sorgfältig auf.
2. Sterbeurkunde beim Standesamt Frankfurt
Der Sterbefall ist nach § 28 PStG spätestens am dritten Werktag anzuzeigen — zuständig ist das Standesamt der Stadt Frankfurt (die zuständige Dienststelle und Adresse nennt frankfurt.de). Lass Dir die Sterbeurkunde gleich in mehrfacher Ausfertigung ausstellen. Diesen Gang übernimmt in der Regel der beauftragte Bestatter.
3. Friedhof und Kostenrahmen klären — vor der Beauftragung
Frag den Wunsch-Friedhof über das Grünflächenamt (Service-Telefon 069 212 36480) an und hol Dir vor der Beauftragung einen schriftlichen Kostenrahmen. So lassen sich Friedhofsgebühren und Bestatterleistungen sauber trennen und vergleichen.
Rechtsgrundlagen: FBG Hessen (Novelle 2025), § 28 PStG. Die hessische Höchstfrist für Erdbestattungen liegt seit der Novelle bei zehn Tagen — Zeitdruck entsteht in den ersten Stunden nicht.
Kernfakten Frankfurt
- Kommunale Friedhöfe: 36 städtische Friedhöfe
- Friedhofsverwaltungen: 5 Bezirksverwaltungen
- Hauptfriedhof: 70,1 ha, größte Grünfläche
- Älteste Anlage: Battonnstraße (1180 erstmals erwähnt)
- Gebührensatzung: Friedhofs- und Bestattungsgebührenordnung, gültig seit 01.01.2025
- Verwaltung: Grünflächenamt, Abt. Friedhofsangelegenheiten
- Service-Telefon: 069 212-36480
- Rechtsgrundlage: FBG Hessen (Novelle 2025)
Bestattungsrecht in Frankfurt — die kurze Fassung
Frankfurt liegt in Hessen, also gilt das Friedhofs- und Bestattungsgesetz (FBG) Hessen vom 5. Juli 2007 in der Fassung der Novelle 2025 (in Kraft seit 6. Oktober 2025, GVBl. Nr. 64). Die zentrale Änderung der Novelle: Die Höchstfrist für Erdbestattungen wurde von vier auf zehn Tage verlängert. Die Mindestfrist beträgt weiterhin 48 Stunden.
Die Sargpflicht (§ 15 FBG, Sarg-Beschaffenheit) bleibt bestehen, mit einer religiösen Ausnahme für muslimische und jüdische Tuchbestattungen nach § 18 Abs. 2 FBG i.V.m. § 9. Der Friedhofszwang ist in Hessen — und damit auch in Frankfurt — strikt: Aschen müssen auf einem zugelassenen Friedhof beigesetzt werden; Aufbewahrung der Urne zuhause, Teilung der Asche oder Verstreuung in Main oder Privatgarten sind nicht zulässig.
Über die landesrechtlichen Vorgaben hinaus regelt die Friedhofssatzung der Stadt Frankfurt die örtlichen Details: Grabarten, Mindestruhezeiten (typisch 20 Jahre für Erd- wie Urnengräber, bei Wahlgräbern verlängerbar) sowie die Anforderungen an Grabmal und Bepflanzung. Die Friedhofs- und Bestattungsgebührenordnung in der Fassung vom 01.01.2025 bildet die rechtliche Grundlage aller städtischen Gebühren auf den 36 kommunalen Friedhöfen.
Friedhöfe in Frankfurt am Main
Frankfurt verfügt über 36 kommunale Friedhöfe, dazu kommen die jüdischen Friedhöfe der Israelitischen Kultusgemeinde sowie konfessionelle Gemeindefriedhöfe. Vier Anlagen prägen das Bild der Stadt: der Hauptfriedhof als Geistes- und Bürgergrab Frankfurts, der Alte Jüdische Friedhof Battonnstraße als zweitältester erhaltener jüdischer Friedhof nördlich der Alpen, der Südfriedhof in Sachsenhausen als Parkfriedhof der Pioniere — und der Alte Jüdische Friedhof Rat-Beil-Straße als Brücke zwischen mittelalterlicher und moderner jüdischer Bestattungstradition.
Hauptfriedhof Frankfurt — Schopenhauer, Adorno und der „Struwwelpeter"
Der Hauptfriedhof Frankfurt wurde am 1. Juli 1828 eröffnet — nach Plänen des Stadtgärtners Sebastian Rinz als englischer Landschaftspark mit baumreichen Alleen, geschwungenen Wegen und repräsentativen Sichtachsen. Ursprünglich umfasste die Anlage rund 7 Hektar; mit der großen Erweiterung 1957/58 wuchs sie auf mehr als das Zehnfache. Heute misst der Friedhof 70,1 Hektar und ist damit Frankfurts größte zusammenhängende Grünfläche — größer als jeder städtische Park.
Die Adresse Eckenheimer Landstraße / Eichwaldstraße, 60320 Frankfurt am Main markiert mehr als einen Friedhof: Seit 1828 wurden hier die prägenden Köpfe der Stadt bestattet, und in der Dichte berühmter Grabstätten reicht der Hauptfriedhof an den Wiener Zentralfriedhof oder den Père-Lachaise heran.
Hier ruhen Arthur Schopenhauer (1788–1860), der 27 Jahre seines Lebens in Frankfurt verbrachte, und Theodor W. Adorno (1903–1969), der Mitbegründer der Frankfurter Schule. Wenige Schritte entfernt liegt Marcel Reich-Ranicki (1920–2013), der „Literatur-Papst", und nicht weit davon Marianne von Willemer (1784–1860) — Goethes „Suleika" aus dem West-östlichen Divan. Auch Heinrich Hoffmann (1809–1894), Arzt und Schöpfer des „Struwwelpeter", ist auf dem Hauptfriedhof beigesetzt, ebenso Alois Alzheimer (1864–1915), der Psychiater, dessen Erstbeschreibung von 1906 der Krankheit ihren Namen gab, und die Schriftstellerin Ricarda Huch (1864–1947).
wenig bekannte Besonderheit — Vier Welten auf einer Wiese: Schopenhauer, Adorno, Reich-Ranicki und Marianne von Willemer liegen auf wenigen hundert Quadratmetern — Philosoph, Soziologe, Kritiker und Mythenmuse der deutschen Literatur, vier prägende Köpfe einer Geistesgeschichte, zusammengeführt nicht durch ein Konzept, sondern durch zwei Jahrhunderte Frankfurter Stadtgeschichte. Daneben Heinrich Hoffmann, dessen „Struwwelpeter" Generationen von Kindern weltweit kennengelernt haben, und Alois Alzheimer, dessen Namen heute jeder Mensch kennt, der einer dementen Angehörigen beim Vergessen zusieht.
Alter Jüdischer Friedhof Battonnstraße — Mayer Amschel Rothschild und 650 Jahre Frankfurter Judentum
Der Alte Jüdische Friedhof Battonnstraße in der Frankfurter Altstadt wurde erstmals 1180 urkundlich erwähnt und gehört damit zu den ältesten jüdischen Friedhöfen Europas. Nach dem Heiligen Sand in Worms ist er der zweitälteste erhaltene jüdische Friedhof nördlich der Alpen. Bis 1828 war er die zentrale Begräbnisstätte der Frankfurter Judengasse und der Frankfurter jüdischen Gemeinde — mit der Eröffnung des Hauptfriedhofs und des neuen jüdischen Friedhofs an der Rat-Beil-Straße wurde der Bestattungsbetrieb eingestellt.
Heute ist die Anlage an der Battonnstraße, 60311 Frankfurt-Altstadt Gedenk- und Museumsort und Teil des Jüdischen Museums Frankfurt. Zwischen 1991 und 1999 wurde der Friedhof vollständig dokumentiert: Alle erhaltenen Grabsteine, Inschriften und biografischen Bezüge wurden vom Salomon Ludwig Steinheim-Institut in Essen aufgenommen, übersetzt und kommentiert publiziert. Der älteste lesbare Stein stammt aus dem Jahr 1272.
Im Ehrenfeld am südwestlichen Teil liegen die prägenden Persönlichkeiten der Gemeinde zusammengeführt: Mayer Amschel Rothschild (1744–1812), Gründer der Rothschild-Bankendynastie, daneben der „Wunderrabbi" Nathan ben Simeon ha-Kohen Adler, der Frankfurter Oberrabbiner Jakob Jehoschua Falk, Pinchas Ben Zwi Hirsch Ha-Levi und Meir ben Rabbi Yaakov Schiff.
wenig bekannte Besonderheit — Acht Jahrhunderte jüdisches Frankfurt: Die Battonnstraße erzählt rund 650 Jahre durchgehender jüdischer Bestattungstradition in Frankfurt — von 1272 bis 1828. Hier liegt der Mann, dessen fünf Söhne die mächtigste europäische Bankendynastie des 19. Jahrhunderts gründeten — und hier liegt die intellektuelle und religiöse Elite der Frankfurter Judengasse, bevor das Frankfurt der Moderne entstand. Wer den Friedhof betritt, betritt den Boden, auf dem die ökonomische und religiöse Geschichte der Frankfurter Juden vor der Emanzipation begraben liegt.
Südfriedhof Sachsenhausen — Florentiner Barock und die Pioniere des Segelflugs
Der Südfriedhof in Frankfurt-Sachsenhausen wurde 1868 eröffnet, geplant ab 1864 als Ersatz für den alten Sachsenhäuser Friedhof. Auf 13 Hektar ruhen rund 13.000 Bestattete. Die Anlage am Lähr- und Wendelweg, 60598 Frankfurt-Sachsenhausen folgt dem Vorbild des englischen Landschaftsgartens.
Die Trauerhalle aus dem Jahr 1896 hat dem Friedhof sein Gesicht gegeben: Errichtet vom damaligen Stadtinspektor Koch im Stil des Florentiner Barock, bildet sie das architektonische Zentrum der Anlage. Im Zweiten Weltkrieg wurde sie weitgehend zerstört und 1950 wiederaufgebaut. Auf dem Südfriedhof liegen Kriegsgräber dreier Konflikte — deutsche und französische Gefallene des Deutsch-Französischen Krieges 1870/71, Opfer beider Weltkriege sowie zivile Bombenopfer der Frankfurter Luftangriffe.
Unter den prominenten Bestatteten findet sich Oskar Ursinus (1878–1952), der „Rhönvater" des deutschen Segelflugs der 1920er Jahre. Daneben der Volkswirt und Zionist Franz Oppenheimer (1864–1943), der Maler Bernhard Mannfeld, das Frankfurter Original Georg „Brunnen-Schorsch" Krämer und Hans Leistikow, Schöpfer der Frankfurter Dom-Fenster.
Wenig bekannt: Der Südfriedhof ist die letzte Ruhestätte des „Rhönvaters" Oskar Ursinus, der mit den Rhön-Wettbewerben den deutschen Segelflug der 1920er Jahre prägte. Das Florentiner Barock der Trauerhalle macht den Friedhof zur stillen Erinnerung an das Frankfurt zwischen Kaiserreich-Eleganz und beginnender Moderne.
Alter Jüdischer Friedhof Rat-Beil-Straße — Brücke zwischen Battonnstraße und Eckenheim
Der Alte Jüdische Friedhof Rat-Beil-Straße im Frankfurter Nordend wurde 1828 angelegt — in dem Jahr, in dem der Friedhof Battonnstraße den Bestattungsbetrieb einstellte — und war bis 1928 in Belegung; die letzte Beisetzung fand am 18. September 1928 statt. Damit ist die Rat-Beil-Straße der direkte Nachfolger der mittelalterlichen Anlage. 1929 wurde der Friedhof geschlossen; seine Nachfolge trat der Neue Jüdische Friedhof an der Eckenheimer Landstraße in Eckenheim an. Heute ist der Friedhof an der Rat-Beil-Straße, 60318 Frankfurt-Nordend historisches und religiöses Denkmal, betreut von der Jüdischen Gemeinde Frankfurt.
wenig bekannte Besonderheit — Drei jüdische Friedhöfe in 800 Jahren: Battonnstraße (1180–1828) → Rat-Beil-Straße (1828–1928) → Eckenheim (ab 1928). Die Frankfurter jüdische Bestattungs-Chronologie spannt sich über das gesamte zweite Jahrtausend — und macht aus den drei Friedhöfen ein gemeinsames Geschichts-Ensemble, das in seiner zeitlichen Tiefe in Deutschland einzigartig ist.
Was kostet eine Bestattung in Frankfurt?
Die städtischen Gebühren regelt die Friedhofs- und Bestattungsgebührenordnung (Fassung vom 01.01.2025) — die jeweils aktuellen Sätze veröffentlicht die Stadt auf frankfurt.de (Grünflächenamt, Friedhofsangelegenheiten); einen schriftlichen Kostenrahmen nennt das Service-Telefon 069 212-36480 vor der Beauftragung.
Zur Einordnung der Gesamtkosten: Unser bundesweites Kostenmodell setzt eine Erdbestattung ohne Grabpflege bei 3.700–9.300 € an (mit Grabpflege 5.300–14.300 €), eine Feuerbestattung bei 3.400–8.200 €; Hessen liegt im Bundesland-Vergleich nahe am Bundesschnitt, Großstadt-Friedhöfe wie die Frankfurter eher am oberen Rand ihrer Spanne (Herleitung in der Methodik).
Sozialbestattung in Frankfurt — wenn die Kosten nicht aufgebracht werden können
Rechtsgrundlage: § 74 SGB XII und § 13 FBG Hessen
Wenn weder der Nachlass noch die bestattungspflichtigen Angehörigen die Bestattungskosten tragen können, übernimmt nach § 74 SGB XII das Sozialamt die erforderlichen Kosten einer einfachen, ortsüblichen Bestattung. Voraussetzung: Die Kostentragung ist den Verpflichteten nicht zumutbar — geprüft wird einkommens- und vermögensabhängig. Das Bundessozialgericht hat in seinem Grundsatzurteil BSG, B 8 SO 20/10 R vom 25.08.2011 klargestellt, dass „erforderlich" alle Kosten umfasst, die für eine würdige, den örtlichen Gepflogenheiten entsprechende Bestattung anfallen — auch über bloße Mindestleistungen hinaus, wenn diese ortsüblich sind.
Wer überhaupt bestattungspflichtig ist, regelt in Frankfurt das Hessische Friedhofs- und Bestattungsgesetz (FBG): § 13 Abs. 1 FBG verpflichtet die Angehörigen, die Sorgemaßnahmen zu veranlassen; § 13 Abs. 2 FBG definiert den Kreis der Angehörigen (Ehegatte, Lebenspartner, Kinder, Eltern, Großeltern, Enkel, Geschwister, Adoptiveltern und -kinder, Verlobte). Eine ausdrückliche Rangfolge nennt der Hessen-§ — anders als etwa Mecklenburg-Vorpommern oder NRW — nicht explizit; in der Verwaltungs- und Sozialgerichtspraxis gilt jedoch die Reihenfolge Ehegatte/Lebenspartner → volljährige Kinder → Eltern → Geschwister → Großeltern → Enkelkinder, etabliert durch ständige Verwaltungs- und Sozialgerichtsrechtsprechung.
Zuständige Stelle in Frankfurt: Besonderer Dienst 4
Für alle in Frankfurt am Main verstorbenen Personen bearbeitet seit dem 01.06.2019 zentral der Besondere Dienst 4 — Flüchtlinge und Auswärtige des Jugend- und Sozialamtes die Anträge nach § 74 SGB XII:
Jugend- und Sozialamt Frankfurt — Besonderer Dienst 4
Mainzer Landstraße 291, 60326 Frankfurt am Main (Gallus)
Telefon: 069 212-70009 · Fax: 069 212-40581
Öffnungszeiten: Mo–Fr 8:00–11:30 Uhr · Mo, Di, Do zusätzlich 13:00–15:00 Uhr
Anfahrt: S-Bahn S3/S4/S5/S6, Tram 11/14/21 bis Galluswarte
Was übernommen wird — und was nicht
Das Sozialamt entscheidet nach pflichtgemäßem Ermessen anhand festgelegter Höchstbeträge. Üblicherweise übernommen werden: einfacher Sarg bzw. einfache Urne, Holzkreuz, Friedhofsgebühren der Stadt Frankfurt (Erwerb des Nutzungsrechts, Öffnen/Schließen der Grabstelle), bei Feuerbestattung die Einäscherung, Arztkosten für den Totenschein. Über Trauerhalle, Blumenschmuck und einfache Grabplatte wird im Einzelfall entschieden. Nicht übernommen werden in der Regel: Trauerredner, Musiker, Trauerfeier-Dekoration, Kondolenzlisten, Traueranzeigen, aufwendige Grabsteine.
Wann der Antrag gestellt werden muss
Der Antrag kann vor oder nach der Bestattung gestellt werden — eine vorherige Genehmigung ist keine Voraussetzung. Wichtig: Antragsberechtigt sind die bestattungspflichtigen Angehörigen nach § 13 FBG, nicht der Bestatter selbst. Auf ausdrücklichen Wunsch kann das Sozialamt die Leistung im Einzelfall direkt an den Bestatter auszahlen. Hat der Verstorbene zu Lebzeiten Sozialleistungen bezogen, ist das Sozialamt zuständig, das zuletzt geleistet hat — andernfalls das Sozialamt am Sterbeort, also bei Tod in Frankfurt der Besondere Dienst 4.
Was nach einem Todesfall in Frankfurt zu tun ist
Die ersten Stunden und Tage folgen in jeder deutschen Stadt einem ähnlichen Muster — die konkreten Frankfurter Anlaufstellen weichen davon jedoch ab. Sechs Schritte bilden den Standardablauf:
1. Arzt zur Todesfeststellung rufen. Im häuslichen Umfeld der Hausarzt oder der ärztliche Bereitschaftsdienst (116 117), in Krankenhaus oder Pflegeheim der behandelnde Arzt. Bei ungeklärtem oder unnatürlichem Tod ist die Polizei zu verständigen (110). Der Arzt stellt den Totenschein aus — Voraussetzung für jeden weiteren Schritt.
2. Sterbeurkunde beantragen. Zuständig ist das Standesamt der Stadt Frankfurt; die zuständige Dienststelle und Adresse nennt frankfurt.de. Der Sterbefall ist nach § 28 PStG spätestens am dritten Werktag anzuzeigen (Samstag zählt nicht). Die Sterbeurkunde wird in mehrfacher Ausfertigung benötigt — für Renten- und Krankenversicherung, Banken, Lebensversicherung, Standesamt der Eheschließung.
3. Bestatter beauftragen. Eine gesetzliche Pflicht zur Wahl eines bestimmten Bestatters besteht nicht. Mitglied im Hessischen Bestatterverband bzw. Bundesverband Deutscher Bestatter ist ein erster Qualitätsindikator. Frankfurt verfügt über eine ungewöhnlich hohe Dichte spezialisierter Bestattungsunternehmen — von mehrsprachiger Beratung über jüdische und muslimische Spezialisierung bis zu Anonym-Beisetzungen.
4. Friedhof wählen. Städtische Friedhöfe werden über das Grünflächenamt — Abteilung Friedhofsangelegenheiten, Service-Telefon 069 212-36480 (Mo–Fr 8–12 und 13–15 Uhr) angefragt. Konfessionelle Friedhöfe über das jeweilige Pfarramt; jüdische Bestattungen über die Israelitische Kultusgemeinde Frankfurt (IKG).
5. Bestattung anmelden. Mit Sterbeurkunde, gewünschter Grabart und Wunschtermin bei der zuständigen Friedhofsverwaltung. Die hessische Höchstfrist von zehn Tagen (seit der Novelle 2025) gibt mehr Spielraum für Auslandsüberführungen und religiöse Bräuche als das alte Vier-Tage-Limit.
6. Trauerfeier organisieren. Die Trauerhalle des gewählten Friedhofs wird über die Friedhofsverwaltung gebucht. Eine Schritt-für-Schritt-Anleitung mit allen organisatorischen Punkten bietet die Checkliste Todesfall.
Hast Du schon ein konkretes Angebot oder eine Rechnung? Mit dem → Angebotsprüfer prüfst Du in 3 Minuten mit Ampel, ob Preis und Posten plausibel sind.Bestatter-Wahl in Frankfurt
Frankfurt ist als internationales Finanzzentrum eine der diversesten Großstädte Deutschlands — und das spiegelt sich im Bestatter-Markt. Vier Qualitäts- und Auswahlkriterien sind besonders relevant:
Verbandszugehörigkeit als Mindeststandard. Mitglieder im Hessischen Bestatterverband und im Bundesverband Deutscher Bestatter haben sich zu verbindlichen Berufsregeln und einer Beschwerdeordnung verpflichtet. Das TÜV-Zertifikat „geprüfter Bestatter" erweitert diese Selbstverpflichtung um eine externe Auditierung.
Preisvergleich ist Pflicht. Die Spannweite zwischen Frankfurter Bestattern ist breit. Mindestens drei schriftliche Kostenvoranschläge mit identischer Leistungsbeschreibung machen den Vergleich aussagekräftig — alle Positionen einzeln aufgelistet, mit klar getrennten Bestatter-Leistungen, Friedhofsgebühren und Drittkosten.
Spezialisierung nach Konfession und Sprache. Für jüdische Bestattungen ist die Israelitische Kultusgemeinde Frankfurt (IKG) erster Ansprechpartner; für muslimische Bestattungen halten mehrere Frankfurter städtische Friedhöfe nach Mekka ausgerichtete Grabfelder vor. Mehrere Frankfurter Bestatter bieten Beratung in Englisch, Türkisch oder Arabisch an — ein Vorteil in einer Stadt, in der ein Großteil der Bevölkerung Migrationshintergrund hat.
Naturbestattung im Umland. Wer eine Baumbestattung wünscht, findet im Umland Frankfurts RuheForst-Standorte und über den hessenweiten Verbund FriedWald-Wälder im Reinhardswald und im Odenwald. Voraussetzung ist eine Feuerbestattung; die Asche wird in einer biologisch abbaubaren Urne an einem gewidmeten Baum beigesetzt.
Unverbindliche Anfrage an einen Bestatter in Frankfurt
Diese Anfrage ist ein Vermittlungsangebot und unabhängig vom Transparenz-Partner-Status. Transparenz Partner legen ihre Preisstruktur nach öffentlichen Kriterien offen; Vermittlungspartner können Anfragen erhalten. Ein Bestatter kann beides sein, muss es aber nicht.
Wenn in Deiner Region ein passender Vermittlungspartner verfügbar ist, leiten wir Deine Anfrage weiter. Falls nicht, sagen wir Dir das offen. Es entsteht kein Vertrag, kein Newsletter und kein Verkaufsdruck. Eine mögliche Vermittlungsvergütung betrifft nur weitergeleitete Anfragen — nicht die Aufnahme als Transparenz Partner, nicht die Sichtbarkeit und nicht die Reihenfolge im Verzeichnis.
Transparenz Partner legt Preisbeispiele nach öffentlichen Kriterien offen — kostenlos, nicht käuflich, kein Qualitätsurteil.
Vermittlungspartner kann auf Wunsch eine Anfrage erhalten — eine Vergütung kann nur hier entstehen.
Redaktionelle Inhalte bleiben unabhängig — kein Anbieter kann Platzierungen oder Empfehlungen kaufen.
Lokale Besonderheiten Frankfurts
Der Hauptfriedhof — Ein kulturelles Erbe
Mit 70 Hektar ist der Hauptfriedhof einer der größten und bedeutendsten Friedhöfe Deutschlands. Eröffnet am 1. Juli 1828 nach Plänen des Stadtgärtners Sebastian Rinz im Englischen Landschaftspark-Stil, ist er nicht nur Bestattungsplatz, sondern auch ein Ort von großer historischer und kultureller Bedeutung für Frankfurt am Main. Der Friedhof bietet alle Formen von Bestattungen unter einem Dach: Erdgräber, Urnengräber, Kammergräber, Baum- und Waldbestattungen.
Ehrengräber und bekannte Persönlichkeiten: Der Hauptfriedhof ist die letzte Ruhestätte vieler bedeutender Intellektueller, Künstler und Bürger, die Frankfurt geprägt haben. Hier ruhen der Philosoph Arthur Schopenhauer (1788-1860) und Theodor W. Adorno (1903-1969), einer der Hauptvertreter der Frankfurter Schule und der Kritischen Theorie. Die Ehrengräber erzählen die Geschichte Frankfurts als Kulturstadt.
Multikulturalität und religiöse Vielfalt
Frankfurt ist eine Metropole der Religionen und Kulturen. Die städtischen Friedhöfe, verwaltet durch das Grünflächenamt, verfügen über speziell ausgewiesene Grabfelder für verschiedene Religionsgemeinschaften:
- Jüdische Friedhöfe: Der Alte Jüdische Friedhof Rat-Beil-Straße ist mit etwa 30.000 Gräbern unter großen, alten Bäumen ein bedeutsames Zentrum jüdischen Erbes. 1828 angelegt und bis 1928 in Belegung, beherbergt er die Grabstätten vieler bekannter Persönlichkeiten aus Kunst, Kultur, Wissenschaft und Finanzwesen, darunter Mitglieder der Familie Rothschild. Darüber hinaus gibt es weitere jüdische Begräbnisplätze in der Stadt, die das reiche jüdische Leben Frankfurts widerspiegeln.
- Islamische Grabfelder: Seit 1961 verfügen muslimische Frankfurter über speziell gestaltete Grabfelder auf mehreren Friedhöfen (Hauptfriedhof, Parkfriedhof Heiligenstock, Waldfriedhof Oberrad). Die Gräber sind nach Südosten ausgerichtet, so dass alle Verstorbenen in ihrer Ruhelage Mekka zugewandt sind. Im Parkfriedhof Heiligenstock stehen etwa 7.000 Plätze für muslimische Bestattungen zur Verfügung.
- Sarglose Bestattungen: Das moderne Bestattungsrecht Hessens erlaubt seit 2013 Bestattungen im Leichentuch aus religiösen Gründen, ein wichtiges Angebot für Angehörige verschiedener Glaubensgemeinschaften.
Waldbestattung und Naturnahe Alternativen
Waldfriedhof Goldstein: Der Waldfriedhof Goldstein ist ein innovatives Konzept, das Waldbestattung mit modernen Urnengartenanlagen verbindet. Bio-Urnen, naturnahe Umgebung und die Philosophie des Ruheforsts machen dies zu einer attraktiven Option für ökologisch bewusste Frankfurter.
FriedWald Weilrod im Taunus: Für Naturliebhaber bietet der FriedWald Weilrod, nur wenige Kilometer von Frankfurt entfernt im Taunus, eine echte Waldbestattung. Inmitten ungestörter Natur zwischen Eichen, Buchen und Hainbuchen werden Verstorbene an den Wurzeln eines Baumes bestattet. Der Wald wird nicht zur Grabstätte umgewandelt, sondern bleibt natürlich und lebendig. Dies ist ein immer beliebteres Angebot für nachhaltig gesinnten Trauernde.
Vielzahl von Friedhöfen
Das Grünflächenamt verwaltet 36 städtische Friedhöfe in Frankfurt, darunter neben dem Hauptfriedhof und dem Südfriedhof auch spezialisierte Anlagen wie den Friedhof Westhausen (seit 1952, mit italienischem Kriegsfriedhof), den Friedhof Oberrad und weitere Anlagen. Diese Vielfalt ermöglicht es, für jeden Menschen eine passende Bestattungsform zu finden.
Modernes Bestattungsrecht
Frankfurt mit dem neuen Hessischen Friedhofs- und Bestattungsgesetz von 2025 ist ein Vorreiter moderner Bestattungsgesetzgebung in Deutschland. Die Fokussierung auf Nachhaltigkeit, Ökologie und alternative Bestattungsformen macht Frankfurt zu einem attraktiven Ort für zeitgemäße Bestattungen.
Häufige Fragen zu Bestattung in Frankfurt
Welcher Friedhof in Frankfurt ist der größte?
Wer ist auf dem Hauptfriedhof Frankfurt bestattet?
Was kostet eine Bestattung in Frankfurt am Main?
Welches Bestattungsrecht gilt in Frankfurt?
Wo ist Mayer Amschel Rothschild begraben?
Welche Behörde verwaltet die Frankfurter Friedhöfe?
Quellen
- Stadt Frankfurt — Grünflächenamt, Friedhofsverwaltung
- Stadt Frankfurt — Hauptfriedhof
- Stadt Frankfurt — Friedhofs- und Bestattungsgebührenordnung 2025 (Amtsblatt Nr. 52, 155. Jhg., 24.12.2024)
- Jüdisches Museum Frankfurt — Alter Jüdischer Friedhof Battonnstraße
- Wikipedia — Hauptfriedhof Frankfurt am Main
- Wikipedia — Jüdischer Friedhof Battonnstraße
- Wikipedia — Südfriedhof (Frankfurt am Main)
- Wikipedia — Alter jüdischer Friedhof Rat-Beil-Straße
- Hessisches Landesrechtsportal — FBG Hessen
- Hessische Landesregierung — FBG-Novelle 2025
- § 28 Personenstandsgesetz — Anzeigefrist
- § 74 SGB XII — Bestattungskosten
- BSG, Urteil vom 25.08.2011 — B 8 SO 20/10 R (Bestattungskosten)
- Bundesverband Deutscher Bestatter
- machsruhig — Bestattung in Hessen (FBG Volltext-Übersicht)
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