Bestattung in Hessen · Stadt-Übersicht

Bestattung in Darmstadt

Die Wissenschaftsstadt Darmstadt zählt rund 160.000 Einwohner und unterhält sechs kommunale Friedhöfe sowie einen historischen jüdischen Friedhof. Vier Anlagen prägen das Friedhofsbild der Stadt — der klassizistische Alte Friedhof mit den Gräbern der Großherzöglichen Hofgesellschaft, der hufeisenförmige Waldfriedhof mit dem Massengrab der Brandnacht-Opfer, der park-artige Bessunger Friedhof am Orangeriegarten und der Jüdische Friedhof (Beit Hachajim) in Bessungen, angelegt 1680. Diese Seite bündelt die Friedhofsporträts mit Adressen, aktuellen Gebühren und den konkreten Schritten, die nach einem Todesfall in Darmstadt anfallen.

Inhaltlicher Stand: 9. Juni 2026 · Redaktion: Marie-Therese Bollweg · redaktionell recherchiert, nicht extern fachlich geprüft

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Kernfakten — Bestattung in Darmstadt

Kommunale Friedhöfe
6 (Alter, Bessunger, Wald-, Eberstädter, Arheilger, Wixhausen) plus Jüdischer Friedhof
Friedhofsverwaltung
Grünflächen- und Umweltamt, Bessunger Straße 125, 64295 Darmstadt · Tel. 06151-13-2917
Größter Friedhof
Waldfriedhof, ca. 33 Hektar, eröffnet 1914
Ältester Friedhof
Jüdischer Friedhof (Bessungen), angelegt 1680 — ältester Grabstein von 1714
Bestattungsfrist Hessen
frühestens 48 Stunden, spätestens zehn Tage nach dem Tod (§ 16 FBG Hessen, Höchstfrist seit der Novelle vom 6. Oktober 2025 von vier auf zehn Tage verlängert)
Friedhofssatzung
Friedhofssatzung der Wissenschaftsstadt Darmstadt (aktuelle Fassung bei der Friedhofsverwaltung einsehbar)
Sozialbestattung
Antrag bei der Sozialverwaltung Darmstadt nach § 74 SGB XII

Bestattungsrecht in Darmstadt — das Wichtigste in Kürze

Rechtsstand dieses Abschnitts: 13. Mai 2026

Das Bestattungsrecht in Darmstadt richtet sich nach dem hessischen Friedhofs- und Bestattungsgesetz (FBG) vom 5. Juli 2007. Der Hessische Landtag hat das Gesetz am 30. September 2025 novelliert; die Novelle ist seit dem 6. Oktober 2025 (GVBl. Nr. 64) in Kraft: Die Höchstfrist für die Bestattung wurde von vier auf zehn Tage verlängert, die Mindestfrist von 48 Stunden bleibt erhalten. Außerdem wird in dieser Novellierung das Bestattungsrecht der Eltern von Sternenkindern unter 500 Gramm gestärkt.

Die Sargpflicht ist in Hessen gelockert: Eine Erdbestattung ohne Sarg kann auf Antrag aus religiösen Gründen genehmigt werden (§ 18 Abs. 2 FBG Hessen). Für den Transport zur Feuerbestattungsanlage bleibt ein Sarg vorgeschrieben. Die konkreten Mindestruhezeiten für Erd- und Urnenbestattungen sowie die Nutzungsdauer der Grabarten regelt in Darmstadt die städtische Friedhofssatzung; verbindliche Werte sind dort einzusehen.

Darmstadt-spezifisch gilt die Friedhofssatzung der Wissenschaftsstadt Darmstadt. Sie regelt für die kommunalen Friedhöfe die Ruhezeiten in Abhängigkeit von der Bodenbeschaffenheit, die Grabarten und die Gestaltungsvorgaben. Die jeweils aktuelle Fassung der Satzung und der Gebührensatzung wird vom Grünflächen- und Umweltamt der Wissenschaftsstadt Darmstadt herausgegeben und ist dort einsehbar; eine direkt zitierbare PDF-Version auf darmstadt.de war zum Stand dieses Beitrags nicht über eine stabile Primär-URL abrufbar.

Für die rechtlichen Volltextregelungen, Sterbefall-Fristen, Bestattungspflicht-Reihenfolge und Sondervorschriften: Übersichtsseite zum Bestattungsrecht in Hessen. Auf dieser Stadtseite konzentrieren wir uns auf die Friedhöfe, die Gebührensituation und die konkreten Wege in Darmstadt.

Gebrauchsanleitung dieser Seite

Wer ohne Vorbereitung nach einem Todesfall hier landet, beginnt am besten unten beim Abschnitt „Was nach einem Todesfall in Darmstadt zu tun ist" — dort stehen Reihenfolge, Adressen und Telefonnummern. Wer den passenden Friedhof sucht, findet im Hauptteil dieser Seite vier Porträts mit Lage, Charakter und prominenten Bestatteten sowie eine Kurzcharakterisierung der Stadtteilfriedhöfe. Wer wissen will, was die Beisetzung kosten wird, springt zur Gebühren-Tabelle. Bei finanzieller Not führt der Abschnitt Sozialbestattung direkt zu den richtigen Ansprechstellen.

Friedhöfe in Darmstadt

Vier Friedhöfe prägen das Gesicht der Stadt: der historische Alte Friedhof als ältester noch belegter städtischer Begräbnisort, der monumentale Waldfriedhof als zentrale Hauptbegräbnisstätte, der mit der Stadtgeschichte verbundene Bessunger Friedhof und der 1680 angelegte Jüdische Friedhof. Daneben bestehen die Stadtteilfriedhöfe in Eberstadt und Arheilgen (Eingemeindung 1937) sowie in Wixhausen (Eingemeindung erst 1977 im Zuge der hessischen Gebietsreform).

Alter Friedhof — der klassizistische Gottesacker der Hofgesellschaft

Herdweg 105, 64285 Darmstadt · angelegt 1828 · ca. 14 Hektar · denkmalgeschützt

Der Alte Friedhof wurde 1828 angelegt, nachdem der Begräbnisplatz am Kapellplatz zu klein geworden war. Die Stadt erwarb dafür ein sandiges Gelände am Rand von Bessungen, die sogenannte „Bessunger Kaut". Konzipiert wurde der Friedhof als großes Rechteck im klassizistischen Stil; das spätklassizistische Leichenhaus mit Kapelle kam 1860 hinzu. Drei Erweiterungen — 1848, 1873 und 1894 — brachten den Friedhof auf seine heutige Größe von rund 14 Hektar (Quelle: Darmstadt-Stadtlexikon).

Der Alte Friedhof erlitt in der Brandnacht 1944 deutlich geringere Zerstörungen als die Innenstadt; ein großer Teil der historischen Grabmale blieb erhalten. Damit gehört er heute zu den wenigen erhaltenen großherzoglich-hessischen Erinnerungsorten. Mehr als 60 Grabstätten stehen unter Denkmalschutz und sind als Ehrengräber oder Denkmäler vor Veränderung und Auflösung geschützt.

Wenig bekannt: Auf dem Alten Friedhof ruht der Komponist Friedrich von Flotow (1812–1883), im 19. Jahrhundert ein europaweit bekannter Opernkomponist, dessen Oper „Martha" zu den meistgespielten Bühnenwerken seiner Zeit zählte; heute ist er fast nur noch Opernkennern ein Begriff. Beinahe erblindet starb Flotow am 24. Januar 1883 in Darmstadt; sein Grab schmückt ein Denkmal des Bildhauers Benedikt König. Die Flotowstraße im Darmstädter Komponistenviertel trägt seinen Namen — ein Beispiel dafür, wie die Stadt ihre Toten nicht nur im Grab, sondern auch im Stadtplan verankert.

Bestattet sind hier u.a.: Friedrich von Flotow (Komponist, 1812–1883), Eugen Bracht (Landschaftsmaler, 1842–1921), Heinrich Felsing (Kupferdrucker), Georg Fröba (KPD-Politiker und Widerstandskämpfer, 1896–1944) sowie zahlreiche Mitglieder der großherzoglich-hessischen Beamten- und Künstlerelite.

Waldfriedhof — Buxbaums Hufeisen im Westwald

Am Waldfriedhof 25, 64293 Darmstadt · eröffnet 1914 · ca. 33 Hektar

Der Waldfriedhof ist mit etwa 33 Hektar der größte Friedhof Darmstadts und liegt im Westwald am westlichen Stadtrand. Schon Anfang des 20. Jahrhunderts war abzusehen, dass der Alte Friedhof nicht mehr ausreichen würde. Stadtbaurat August Buxbaum (1876–1960) entwarf daraufhin eine neue, monumentale Anlage. Eingeweiht wurde der Friedhof 1914; das Krematorium war als erstes Gebäude 1913/14 fertiggestellt. Wegen des Ersten Weltkriegs konnte der Gebäudekomplex erst 1922 endgültig abgeschlossen werden.

Die Anlage ist hufeisenförmig mit etwa 650 Metern Länge angelegt und durch eine zentrale Nord-Süd-Achse strukturiert. Der Eingangsbereich ist neoklassizistisch geprägt: ein halbrunder Säulengang mit Grüften, flankiert von zwei symmetrischen Kuppelbauten von 17,5 Metern Durchmesser. Die Anlage gilt als bedeutendes Denkmal der deutschen Sepulkralkultur und der Reform-Friedhofsarchitektur. Im Erdgeschoss des westlichen Wohngebäudes befindet sich heute ein Café — eine Besonderheit, die den Friedhof für viele Darmstädter zum vertrauten Spazierort macht. Auf dem Gelände sind außerdem mehrere Mitglieder und Nachfahren der Mathildenhöhe-Künstlerkolonie bestattet; der Jugendstil-Sepulkralkunst Darmstadts begegnet man daher hier — anders als der breiten Münchener oder Wiener Tradition — eher in einzelnen Grabmal-Solitären als in einem geschlossenen Künstlerfeld.

Wenig bekannt: Im Zentrum des Waldfriedhofs liegt das Ehrenmal-Rondell mit dem Massengrab für die 11.000 bis 12.500 Opfer der Brandnacht vom 11. auf den 12. September 1944, als die Royal Air Force fast die gesamte Altstadt zerstörte. Auf Bronzetafeln entlang der Mauer sind die Namen der Identifizierten verzeichnet. Drei liegende Bronzefiguren des Bildhauers Fritz Schwarzbeck (1902–1989) erinnerten an die Opfer — sie wurden kurz vor Weihnachten 2017 gestohlen und werden seither rekonstruiert. Das Rondell ist der zentrale Erinnerungsort einer Stadt, die in einer einzigen Nacht einen erheblichen Teil ihrer Bevölkerung verlor.

Bestattet sind hier u.a.: August Buxbaum (Stadtbaurat und Architekt des Friedhofs selbst, 1876–1960), Angehörige der Familie Merck (Unternehmerfamilie der Pharmagruppe), 669 Soldaten beider Weltkriege, etwa 240 französische und 170 russische Soldaten des Ersten Weltkriegs sowie Zwangsarbeiter aus der NS-Zeit (Quelle: DFG-VK Darmstadt). Der Friedpark innerhalb des Waldfriedhofs bietet Baumbestattungen als Erdwahlgrab — eine in Deutschland ungewöhnliche Variante, da Baumbestattungen sonst meist außerhalb klassischer Friedhöfe stattfinden.

Bessunger Friedhof — am Rand des Orangeriegartens

Heinrichwingertsweg 72, 64285 Darmstadt · angelegt 1839 · denkmalgeschützt

Der Bessunger Friedhof entstand nach langen Verhandlungen im Mai 1839, nachdem der Kirchhof um die Petruskirche zu eng geworden war. Auf Wunsch Großherzog Ludwigs II. wählte die Gemeinde den Standort östlich des Orangeriegartens an der Seekatzstraße. Die unmittelbare Nachbarschaft zur Orangerie, einem barocken Lustgarten der Landgrafen, prägt bis heute den Park-Charakter der Anlage. Die letzte Erweiterung erfolgte 1970 an der südwestlichen Seite.

Wie viele Friedhöfe seiner Zeit ist der Bessunger Friedhof park-artig angelegt mit alten Baumbeständen und gewachsenen Familiengrabstätten. Eine neue Trauerhalle ersetzte im Juni 1966 eine ältere offene Leichenhalle an der Südostecke, an deren Stelle heute Urnennischen stehen.

Wenig bekannt: Der Bessunger Friedhof ist der Friedhof eines Dorfes, das nicht mehr existiert. Bessungen war bis 1888 eine selbstständige Gemeinde mit eigener Verwaltung, eigenem Kirchhof und eigenem Selbstverständnis; erst dann wurde es nach Darmstadt eingemeindet. Bis heute zeugen die zahlreichen bedeutenden Grabmale auf dem Friedhof von einer wohlhabenden, selbstbewussten Bürgerschaft. Auf den Steinen lassen sich die Familiengeschichten eines verschwundenen Vororts in chronologischer Reihe ablesen — Hofbeamte, Handwerksdynastien, Bessunger Bürgermeister.

Bestattet sind hier u.a.: Bessunger Bürgermeister, Hofbeamte, Familien des bessungischen Großbürgertums sowie eine große Zahl von Grabmalen, die unter Denkmalschutz stehen. Der Friedhof ist ein Kulturdenkmal nach der hessischen Denkmaltopographie (Denkmaltopographie Bundesrepublik Deutschland, Stadt Darmstadt, 1994).

Jüdischer Friedhof — Beit Hachajim seit 1680

Martinstraße 133, 64285 Darmstadt · angelegt 1680 · ältester Stein 1714

Der Jüdische Friedhof am Rand des Steinbergviertels in Bessungen ist eine der ältesten erhaltenen Anlagen ihrer Art in Hessen. Angelegt 1680, mehrfach erweitert, beherbergt er als ältesten erhaltenen Grabstein einen aus dem Jahr 1714. In den Residenzstädten erlaubten die Landesherren ungern jüdische Friedhöfe innerhalb der Stadtmauern; die Juden Darmstadts erhielten daher einen Friedhof im damals selbstständigen Bessungen. Daher die heutige Lage zwischen Martinstraße und Steinbergweg.

Im jüdischen Verständnis ist ein Grab niemals aufgelassen — es bleibt bestehen „bis zu jenem Tag, da neues Leben in anderer Form geschehen wird". Die Pflege ist deshalb zurückhaltend: Wege und Pflanzen werden in Ordnung gehalten, aber die Natur darf wirken. Das Areal mit seinen eng aneinandergereihten Gedenkstelen, dem alten Baumbestand und den teilweise von Efeu überwachsenen Steinen wird in der Darmstädter Stadtkultur als „Haus des ewigen Lebens" beschrieben.

Wenig bekannt: Nach Darstellung des DFG-VK Darmstadt verdankt der Friedhof seinen weitgehend unzerstörten Erhalt durch die NS-Zeit dem Friedhofswärter Robert Oskar Werling, der das Areal über Jahre vor Schändung und Zweckentfremdung bewahrt haben soll — eine Darstellung, die in Historikerwerken bisher nicht ausführlich bearbeitet wurde und daher mit dem Charakter einer lokalhistorischen Überlieferung wiedergegeben werden sollte. Auf dem Friedhof finden sich Gräber Darmstädter Juden, die in Konzentrationslagern ermordet wurden, sowie das Grab von Anna Saalwächter, die kurz vor ihrem geplanten Transport ins KZ Theresienstadt den Freitod wählte.

Besonderheit: Die Grabsteine zeigen reiche bildliche Symbolik — Kannen und Krüge für levitische Familien, segnende Hände für Priester (Kohanim), Bücher für Gelehrte. Die kunstvolle bildhauerische Gestaltung lässt vermuten, dass auch landgräfliche Hofsteinmetze hier arbeiteten. Die Besuchszeiten weichen von den anderen Friedhöfen ab; sie werden über die städtische Friedhofsübersicht bekanntgegeben.

Stadtteilfriedhöfe: Eberstadt, Arheilgen, Wixhausen

Eberstadt: Palisadenstraße 5–7 · Arheilgen: Weiterstädter Straße 46 · Wixhausen: Auwiesenweg 18

Mit den Eingemeindungen 1937 (Eberstadt, Arheilgen) und 1977 im Zuge der hessischen Gebietsreform (Wixhausen) kamen die südlich und nördlich gelegenen Vororte zur Stadt Darmstadt — und mit ihnen ihre eigenständig gewachsenen Friedhöfe. Der Eberstädter Friedhof ist der größte unter den Stadtteilfriedhöfen und versorgt mit dem Trauerwald-Areal seit einigen Jahren auch das wachsende Bedürfnis nach naturnaher Bestattung; seit November 2024 werden im Trauerwald-Bereich allerdings keine neuen Grabstätten mehr verkauft. Der Arheilger Friedhof liegt im nördlichen Stadtgebiet nahe der Frankfurter Landstraße und behält bis heute den ländlichen Reihen-Charakter eines vor-städtischen Gemeindefriedhofs. Der Friedhof Wixhausen ist mit Abstand der kleinste und versorgt den nördlichsten Stadtteil. Alle drei Stadtteilfriedhöfe unterstehen verwaltungstechnisch dem Grünflächen- und Umweltamt; die Gebührensätze sind identisch zu den Darmstadt-Kernfriedhöfen.

Bestattungskosten in Darmstadt

Die Friedhofsgebühren der Wissenschaftsstadt Darmstadt richten sich nach der städtischen Gebührensatzung in Verbindung mit der Friedhofssatzung. Sie unterscheiden sich nach Bestattungsart und Grabart; das Grabnutzungsrecht wird grundsätzlich für 20 Jahre verliehen und kann verlängert werden. Die im Folgenden genannten Bandbreiten sind Größenordnungen, keine verbindlichen Tabellenwerte: Eine über eine stabile Primär-URL auf darmstadt.de abrufbare PDF-Fassung der aktuellen Gebührensatzung war zum Redaktionsstand dieser Seite nicht verfügbar; verbindliche Einzelbeträge sind ausschließlich dort und über das Grünflächen- und Umweltamt zu beziehen.

Gebührenbandbreiten auf den kommunalen Friedhöfen Darmstadt (Größenordnungen, 20-Jahres-Nutzung, Stand 2025/2026 — verbindlich ist ausschließlich die jeweils aktuelle Gebührensatzung der Wissenschaftsstadt Darmstadt)
PositionGrößenordnung
Beisetzungsgebühr Sargmittlerer dreistelliger Bereich
Beisetzungsgebühr Urneniedriger dreistelliger Bereich
Kindergrabstätte (Erwerb)niedriger dreistelliger Bereich
Grabnutzungsrecht Erdbestattung, 20 Jahre (Reihen- bis Wahlgrab)mittlerer dreistelliger bis niedriger vierstelliger Bereich
Grabnutzungsrecht Urnenbestattung, 20 Jahremittlerer dreistelliger bis niedriger vierstelliger Bereich
Sterbeurkunde (Standesamt Darmstadt, 1. Exemplar)12 €
Sterbeurkunde (jede weitere zeitgleich ausgestellte)6 €

Hinzu kommen die Leistungen des Bestattungsunternehmens (Sarg oder Urne, Versorgung, Überführung, Trauerfeier, Behördengänge), gegebenenfalls Kremationsgebühren des Krematoriums sowie Trauerredner, Floristik und Steinmetz. Realistische Gesamtkostenspannen in Darmstadt:

Wichtig: Ein verbindliches Pauschalangebot „Bestattung in Darmstadt" ist seriös nur nach Wahl von Friedhof, Grabart und Bestattungsform möglich. Jede Gemeinde verfügt über eine eigene Gebührenordnung, sodass Anbieter, die einen Festpreis ohne diese Information nennen, in der Regel Friedhofsgebühren ausklammern — Angehörige sollten Kostenvoranschläge daraufhin prüfen.

Was kostet die Bestattung konkret? Berechne deinen Kostenrahmen mit anonymer Eingabe in zwei Minuten: → Bestattungskosten-Rechner. Vergleicht Erd-, Feuer- und Seebestattung mit aktuellen Friedhofsgebühren und Bestatterleistungen. Hast Du schon ein konkretes Angebot oder eine Rechnung? Mit dem → Angebotsprüfer prüfst Du in 3 Minuten mit Ampel, ob Preis und Posten plausibel sind.

Sozialbestattung in Darmstadt — wenn die Kosten nicht zu tragen sind

Wenn die zur Bestattung verpflichteten Angehörigen die Kosten finanziell nicht aufbringen können, greift in Hessen wie bundesweit der Anspruch aus § 74 SGB XII: „Die erforderlichen Kosten einer Bestattung werden übernommen, soweit dem hierzu Verpflichteten nicht zugemutet werden kann, die Kosten zu tragen." In Hessen sind nach Hessischem Familienrecht die Ehepartner, Kinder, Eltern, Geschwister, Großeltern und Enkelkinder bestattungspflichtig — ohne Rangfolge.

In Darmstadt läuft die Sozialbestattung über zwei Stellen parallel:

  1. Sozialverwaltung der Wissenschaftsstadt Darmstadt — hier wird der Antrag auf Übernahme der Bestattungskosten gestellt. Der Antragsweg ist im Digitalen Rathaus Darmstadt unter „Bestattungskostenübernahme" beschrieben. Die Sozialverwaltung prüft die finanzielle Lage aller bestattungspflichtigen Angehörigen.
  2. Standesamt Darmstadt (Hauptkontakt Sterbefälle: 06151-13-2763; ergänzend 06151-13-4446 und 06151-13-3209) — sobald gemeldet wurde, dass die Bestattung selbst nicht organisiert werden kann, beauftragt das Standesamt parallel und zeitnah eine ordnungsbehördliche Bestattung. So wird sichergestellt, dass die Bestattungsfrist eingehalten wird, auch wenn die Prüfung des Sozialhilfe-Antrags noch läuft.

Der Anspruch nach § 74 SGB XII darf nicht pauschal gedeckelt werden: Das Bundessozialgericht hat in mehreren Entscheidungen klargestellt, dass die „erforderlichen Kosten" einer würdevollen Bestattung im Einzelfall zu prüfen sind und auch religiöse oder kulturelle Besonderheiten berücksichtigt werden können. In der Darmstädter Verwaltungspraxis bewegt sich die übernommene Bestattung erfahrungsgemäß im Rahmen einer einfachen Urnenbeisetzung im Reihengrab; eine vom Sozialamt der Wissenschaftsstadt Darmstadt veröffentlichte feste Obergrenze existiert nicht — die Höhe wird im Einzelfall geprüft. Bundesweite Erhebungen (u.a. aeternitas) verorten den durchschnittlich übernommenen Betrag in Großstädten in einer Bandbreite von etwa 1.700 bis 2.800 €.

Empfehlung: Wer absehbar in diese Situation gerät, sollte sich noch vor Beauftragung eines Bestatters an die Sozialverwaltung wenden. Wer einen kostenintensiven Vertrag unterschreibt, ohne den Antrag gestellt zu haben, riskiert, auf einem Teil der Kosten sitzen zu bleiben. Manche Darmstädter Bestattungsunternehmen kennen die Verfahren und unterstützen bei der Antragstellung.

Vorsorge-Tipp gegen Sozialbestattung: Eine Sterbegeldversicherung deckt die Bestattungskosten ab, damit Angehörige nicht in die § 74-Lage geraten. Vergleichsrechner für Tarife und Versicherungssummen: → Sterbegeldversicherung vergleichen (Check24). Hinweis: machsruhig verlinkt diesen Vergleich als Affiliate, der dabei verdiente Anteil finanziert die Redaktion — ohne Mehrkosten für Dich.

Was nach einem Todesfall in Darmstadt zu tun ist

Die wichtigsten Schritte in Reihenfolge — der Bestatter übernimmt in der Regel den größten Teil der Behördengänge, aber Angehörige sollten die Schritte kennen, um informiert entscheiden zu können.

  1. Arzt rufen, Todesbescheinigung ausstellen lassen. Ohne Leichenschauschein darf der Bestatter den Verstorbenen nicht abholen. Bei Tod zu Hause: Hausarzt oder ärztlicher Bereitschaftsdienst (Tel. 116 117). Bei Tod im Krankenhaus oder Pflegeheim erledigt die Einrichtung diesen Schritt.
  2. Bestatter beauftragen. Innerhalb von etwa 24–36 Stunden wird der Verstorbene überführt. Drei Angebote einzuholen ist auch in dieser Situation legitim und üblich.
  3. Sterbefall beim Standesamt anzeigen. Der Sterbefall muss spätestens am dritten Werktag nach dem Tod angezeigt werden. Zuständig ist das Standesamt Darmstadt, sofern der Sterbeort in der Gemarkung Darmstadt liegt. Den Antrag stellt in der Regel der Bestatter; die Sterbeurkunden werden ausgestellt (12 € für die erste, 6 € für jede weitere zeitgleich ausgestellte; gebührenfrei für Renten- und Sozialversicherungszwecke).
    Standesamt Darmstadt · Altes Rathaus, Marktplatz · 64283 Darmstadt · Hauptkontakt Sterbefälle: 06151-13-2763 (ergänzend: 06151-13-4446, 06151-13-3209) · standesamt@darmstadt.de
  4. Friedhof und Grabart wählen. Kontakt zur Friedhofsverwaltung Darmstadt (Grünflächen- und Umweltamt, Bessunger Straße 125, 64295 Darmstadt, Tel. 06151-13-2917). Werktags 8–12 Uhr, mittwochs zusätzlich 14–16 Uhr.
  5. Trauerfeier organisieren. Bestattungstermine sind je nach Friedhof unterschiedlich; die für den jeweiligen Friedhof verbindlichen Wochentage und Uhrzeiten gibt die Friedhofsverwaltung Darmstadt direkt aus, da kommerzielle Sekundärseiten hier nicht in jedem Fall den aktuellen Stand abbilden.
  6. Wichtige Stellen informieren. Krankenkasse, Rentenversicherung, Versicherungen, Banken, Arbeitgeber, Vermieter, Stromversorger. Die meisten verlangen eine Sterbeurkunde im Original.
  7. Erbangelegenheiten. Eröffnung des Testaments beim Amtsgericht Darmstadt (Nachlassgericht); Erbschein, falls erforderlich. Frist zur Erbausschlagung: 6 Wochen.

Bestatter-Wahl in Darmstadt

In Darmstadt sind etwa zwei Dutzend Bestattungsunternehmen tätig. Der Bestatterberuf ist in Deutschland nicht abschließend reglementiert, deshalb sind Qualitätsmerkmale wichtig:

Eine kostenfreie Erstberatung ist Standard. Vorsorgeverträge (Bestattungsvorsorge) lassen sich über Treuhandstellen wie die Treuhandstelle Deutscher Bestatter absichern, damit das eingezahlte Geld nicht in die Insolvenzmasse des Unternehmens fällt.

Unverbindliche Anfrage an einen Bestatter in Darmstadt

Diese Anfrage ist ein Vermittlungsangebot und unabhängig vom Transparenz-Partner-Status. Transparenz Partner legen ihre Preisstruktur nach öffentlichen Kriterien offen; Vermittlungspartner können Anfragen erhalten. Ein Bestatter kann beides sein, muss es aber nicht.

Wenn in Deiner Region ein passender Vermittlungspartner verfügbar ist, leiten wir Deine Anfrage weiter. Falls nicht, sagen wir Dir das offen. Es entsteht kein Vertrag, kein Newsletter und kein Verkaufsdruck. Eine mögliche Vermittlungsvergütung betrifft nur weitergeleitete Anfragen — nicht die Aufnahme als Transparenz Partner, nicht die Sichtbarkeit und nicht die Reihenfolge im Verzeichnis.

Wichtig zur Einordnung

Transparenz Partner legt Preisbeispiele nach öffentlichen Kriterien offen — kostenlos, nicht käuflich, kein Qualitätsurteil.

Vermittlungspartner kann auf Wunsch eine Anfrage erhalten — eine Vergütung kann nur hier entstehen.

Redaktionelle Inhalte bleiben unabhängig — kein Anbieter kann Platzierungen oder Empfehlungen kaufen.

Wir leiten Deine Anfrage spamfrei weiter — sofern in Deiner Region ein passender Vermittlungspartner vorhanden ist. Kein automatischer Vertrag, kein Newsletter ohne Einwilligung.

Häufige Fragen zur Bestattung in Darmstadt

Wie viele Friedhöfe gibt es in Darmstadt?

Die Stadt Darmstadt verwaltet sechs kommunale Friedhöfe: den Alten Friedhof (Herdweg 105), den Bessunger Friedhof (Heinrichwingertsweg 72), den Waldfriedhof (Am Waldfriedhof 25), den Eberstädter Friedhof (Palisadenstraße 5–7), den Arheilger Friedhof (Weiterstädter Str. 46) und den Friedhof Wixhausen (Auwiesenweg 18). Hinzu kommt der Jüdische Friedhof in der Martinstraße 133. Verwaltungsstelle für alle kommunalen Friedhöfe ist das Grünflächen- und Umweltamt in der Bessunger Straße 125.

Wie lange ist die Bestattungsfrist in Hessen?

Mit der Novelle des hessischen Friedhofs- und Bestattungsgesetzes (vom Landtag am 30. September 2025 beschlossen, in Kraft seit 6. Oktober 2025, GVBl. Nr. 64) wurde die Höchstfrist für die Bestattung von vier auf zehn Tage verlängert; die Mindestfrist von 48 Stunden bleibt erhalten (§ 16 FBG Hessen).

Was kostet eine Urnenbeisetzung auf einem Darmstädter Friedhof?

Die reine Beisetzungsgebühr für eine Urne auf den kommunalen Friedhöfen in Darmstadt liegt im niedrigen dreistelligen Bereich. Das Grabnutzungsrecht für 20 Jahre bewegt sich je nach Grabart vom mittleren dreistelligen bis in den niedrigen vierstelligen Bereich. Hinzu kommen Bestatter, Kremation, Urne und Sterbeurkunden. Gesamtkosten liegen erfahrungsgemäß zwischen etwa 2.500 € (anonym) und 5.500 € (mit Grab und Trauerfeier). Verbindliche Einzelbeträge regelt die jeweils aktuelle Gebührensatzung der Wissenschaftsstadt Darmstadt.

Wer übernimmt die Bestattungskosten, wenn das Geld fehlt?

Bei nachgewiesener Mittellosigkeit übernimmt die Sozialverwaltung der Wissenschaftsstadt Darmstadt nach § 74 SGB XII die erforderlichen Kosten. Antrag im Digitalen Rathaus Darmstadt; das Standesamt (Hauptkontakt Sterbefälle: 06151-13-2763) leitet bei Bedarf parallel eine ordnungsbehördliche Bestattung ein, damit die Bestattungsfrist eingehalten wird. Bestattungspflichtig sind in Hessen Ehepartner, Kinder, Eltern, Geschwister, Großeltern und Enkelkinder — ohne Rangfolge.

Wo wird der Sterbefall in Darmstadt beurkundet?

Zuständig ist das Standesamt Darmstadt im Alten Rathaus am Marktplatz, sofern der Sterbeort in der Gemarkung Darmstadt liegt. Erste Sterbeurkunde 12 €, jede weitere zeitgleich ausgestellte 6 €; Sterbeurkunden für Renten- und Sozialversicherung sind gebührenfrei. Hauptkontakt Sterbefälle: 06151-13-2763.

Sind Baumbestattungen in Darmstadt möglich?

Ja. Auf dem Waldfriedhof betreibt die Stadt den „Friedpark", in dem Urnen an den Wurzeln von Bestattungsbäumen beigesetzt werden — möglich als Urnenreihengrab, Urnenwahlgrab und sogar als Erdwahlgrab am Baum. Die Urne muss biologisch abbaubar sein. Im Umland bestehen FriedWälder in Mühltal, Michelstadt und Dietzenbach sowie der Ruheforst Erbach. Auf dem Eberstädter Friedhof werden im Trauerwald-Bereich seit November 2024 keine neuen Grabstätten mehr verkauft.

Gibt es in Darmstadt ein Krematorium?

Ja. Das städtische Krematorium befindet sich auf dem Waldfriedhof und wurde 1913/14 als erstes Gebäude des Friedhofs errichtet. Es zählt zu den älteren kommunalen Krematorien in Hessen — das erste deutsche Krematorium wurde bereits 1878 in Gotha errichtet, sodass die Darmstädter Anlage zwar früh in Hessen, im bundesweiten Vergleich aber im Mittelfeld der Gründungswelle steht.

Quellen

Stand: 13. Mai 2026. Gebühren und Adressen werden regelmäßig geprüft. Die in der Gebühren-Tabelle ausgewiesenen Werte sind ausdrücklich nur Größenordnungen, keine konkreten Beträge; verbindlich ist ausschließlich die jeweils geltende Gebührensatzung der Wissenschaftsstadt Darmstadt, die über das Grünflächen- und Umweltamt einsehbar ist. Eine über eine stabile Primär-URL auf darmstadt.de abrufbare PDF-Fassung der Friedhofs- und Gebührensatzung war zum Redaktionsstand nicht verfügbar.

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