Die hessische Landeshauptstadt unterhält 21 städtische Friedhöfe mit rund 90 Hektar Gesamtfläche, dazu kommen der Bestattungswald Terra Levis und – mit dem Russisch-Orthodoxen Friedhof auf dem Neroberg – einer der ältesten orthodoxen Begräbnisplätze Westeuropas. Diese Seite fasst die Friedhofslandschaft Wiesbadens zusammen, dokumentiert die konkreten Gebührensätze der städtischen Satzung und beschreibt den Ablauf nach einem Todesfall vor Ort.
Redaktion: Marie-Therese Bollweg · redaktionell recherchiert, nicht extern fachlich geprüft · Stand: 9. Juni 2026
In Wiesbaden gilt das Friedhofs- und Bestattungsgesetz Hessen (FBG) vom 5. Juli 2007. Am 30. September 2025 beschloss der Hessische Landtag in zweiter Lesung eine Novelle: Die Bestattungshöchstfrist wurde von vier auf zehn Tage nach Todeseintritt verlängert (§ 16 Abs. 1 FBG), die Mindestfrist bleibt unverändert bei 48 Stunden. Damit gleicht sich Hessen an die Rechtslage der meisten anderen Bundesländer an. Urnen müssen innerhalb von neun Wochen nach der Einäscherung beigesetzt werden.
Die sorgepflichtigen Personen sind in § 13 FBG Hessen geregelt: Ehegatten oder eingetragene Lebenspartner, danach volljährige Kinder, Eltern, Großeltern, Enkel, Geschwister sowie Adoptiveltern und -kinder. Hessen ist nach Aeternitas e.V. das einzige Bundesland, in dem auch Krankenhäuser, Pflegeheime und ähnliche Einrichtungen bestattungspflichtig werden können, wenn Angehörige nicht erreichbar sind. Die Pflicht meint die Organisation – die Kostentragungspflicht trifft die Erben.
Die Mindestruhefrist beträgt in Hessen nach § 6 FBG 15 Jahre, abhängig vom bodenkundlichen Sachverständigengutachten der jeweiligen Gemeinde. Die konkreten Ruhezeiten je Grabart ergeben sich aus der Friedhofssatzung der Landeshauptstadt Wiesbaden: 20 Jahre für Urnenreihengräber, 30 Jahre für Erdreihengräber, 15 Jahre für Kindergräber. Eine vollständige Übersicht zu Sargpflicht, Friedhofszwang, Seebestattung und allen rechtlichen Details findet sich auf der Übersichtsseite Bestattung in Hessen.
Friedhöfe in Wiesbaden
Über die drei großen Friedhöfe Südfriedhof, Nordfriedhof und Biebrich hinaus betreibt die Stadt 18 Friedhöfe in den eingemeindeten Vororten – mit Größen zwischen 2.000 Quadratmetern und rund sechs Hektar. Historisch bedeutende Persönlichkeiten wurden überwiegend auf dem Nordfriedhof bestattet. Die zentrale Verwaltung organisiert Bestattungen, Trauerhallen und Grabmalzulassungen für alle städtischen Anlagen.
Nordfriedhof Wiesbaden
Eröffnet 187714,5 HektarPlatter Straße 83, 65193 WiesbadenKomplett denkmalgeschützt
Der Nordfriedhof entstand zwischen 1875 und 1877 auf einem schmalen Höhenrücken im Walddistrikt Höllkund zwischen Nerotal und Adamstal. Die Wiesbadener Einwohnerzahl war im 19. Jahrhundert von rund 2.000 auf über 100.000 Personen angewachsen; der alte Totenhof an der Platter Straße reichte nicht mehr. Die Stadt verfügte bereits über das Gelände, sparte sich also den Grundstücksankauf – ein wirtschaftliches Argument, das den weiten Anfahrtsweg gegenüber Beschwerden der Bevölkerung über höhere Leichenwagenkosten durchsetzte.
Architektonisch ist der Nordfriedhof ein Hauptwerk des Wiesbadener Historismus. Stadtbaumeister Felix Genzmer entwarf das 1902 eröffnete Kolumbarium im neoromanischen Stil mit 600 Urnennischen – die Ausführung kostete damals 35.000 Mark. Da Wiesbaden zu diesem Zeitpunkt noch kein Krematorium besaß, mussten die Leichen in umliegenden Städten eingeäschert werden. Über dem Eingang steht ein Vers aus dem ersten Korintherbrief: „Die Liebe höret nimmer auf". Das Pförtnerhaus am Haupteingang wurde im Schweizerhaus-Stil als Fachwerkbau errichtet und diente zugleich als Wohnung des Friedhofswärters. Wegen der hohen Dichte historistischer und Jugendstil-Grabmäler steht der Friedhof in seiner Gesamtheit unter Denkmalschutz.
Wenig bekannt: Die Bernhard-von-Wiesen-Stiftung und die Patenschaft als Bestattungsmodell
Bisher fanden rund 85.000 Menschen auf dem Nordfriedhof ihre letzte Ruhestätte. Mit der Auflösung alter Familiengräber drohte vielen kunsthistorisch wertvollen Grabmälern das Verschwinden. 2001 errichtete Dr. Werner Behrendt deshalb die Bernhard-von-Wiesen-Stiftung als treuhänderische Stiftung unter dem Dach der Deutschen Stiftung Denkmalschutz; sie hat seither zahlreiche Grabmale konservieren und restaurieren lassen. Parallel existiert ein städtisches Patenschaftsmodell: Wer ein historisches Grabmal pflegt, erhält das Recht, später selbst dort bestattet zu werden – und die Erwerbsgebühr ermäßigt sich nach dem Gebührenverzeichnis um 25 Prozent bei einstelligen Wahlgräbern (Gebührenziffer 1.2.8) bzw. 50 Prozent bei mehrstelligen Wahl- oder Haingräbern (Gebührenziffer 1.2.9). Inzwischen bestehen rund 140 solcher Patenschaften. Aufgrund mehrerer Diebstähle wird der Friedhof nachts wieder verschlossen.
Prominente Bestattete
Helmut Schön (1915–1996), Fußball-Bundestrainer, Welt- und Europameister
Volker Kriegel (1943–2003), Jazz-Gitarrist und Karikaturist
Otto von Corvin (1812–1886), Schriftsteller, Verfasser des „Pfaffenspiegels"
Franz Abt (1819–1885), Komponist und Kapellmeister
Friedrich von Bodenstedt (1819–1892), Schriftsteller und Übersetzer
Der Südfriedhof am Siegfriedring 25 entstand in den Jahren 1908/1909 als zweiter städtischer Hauptfriedhof. Mit 330.700 Quadratmetern ist er der mit Abstand größte Friedhof Wiesbadens. Die Planung lag bei Gartenbauinspektor Heinrich Zeininger; die symmetrische Eingangsgebäudegruppe nach barockem Vorbild stammt vom Stadtbauinspektor August O. Pauly. Das Gräberfeld ist trapezförmig, durchzogen von einem mäandernden Ringweg, der sechs Rondelle verbindet und entlang der repräsentativen Grabarchitekturen führt.
Im Mittelpavillon der Eingangsgruppe wurde 1912 das Krematorium in Betrieb genommen – als eine der ersten Feuerbestattungsanlagen Preußens überhaupt. Bis 1997 wurde dort eingeäschert. Heute steht für Feuerbestattungen eine moderne Anlage am nördlichen Friedhofsrand zur Verfügung. Auf dem Gelände befinden sich außerdem ein britischer Militärfriedhof mit der Inschrift „British Military Cemetery 1926–1929" und Kriegsgräberfelder, auf denen über 2.000 Menschen aus beiden Weltkriegen und der NS-Gewaltherrschaft beigesetzt sind. Die Pflege dieser Gräber ist nach dem Gräbergesetz dauerhaft gesichert.
Wenig bekannt: Das Familiengrab des Roten Barons
Im Westhain, Grab Nummer 77, liegt das Familiengrab der von Richthofens. Hier ruht Manfred Freiherr von Richthofen (1892–1918), der „Rote Baron", erfolgreichster Jagdflieger des Ersten Weltkriegs mit 80 anerkannten Luftsiegen. Sein Grab ist eine Geschichte mehrfacher Umbettungen: Nach seinem Tod am 21. April 1918 in Flandern beerdigten ihn britische Fliegeroffiziere mit militärischen Ehren in Bertangles. Französisches Militär ließ ihn auf den Soldatenfriedhof Fricourt umbetten, dann gelangte er auf den Berliner Invalidenfriedhof – der nach 1961 im DDR-Sperrgebiet lag. 1975 wurde er auf den Südfriedhof überführt, zu Schwester Elisabeth und Bruder Karl-Bolko. Der trapezförmige Familiengrabstein trägt nur den Namen „v. Richthofen", einzelne Grabplatten erinnern an die Bestatteten. Besucher hinterlassen bis heute Flugzeugmodelle und Blumen.
Der Südfriedhof bietet daneben Baumgräber, Urnenkammern, einen „Sternengarten" für tot geborene Kinder und seit 1992 als erster Wiesbadener Friedhof ein eigenes muslimisches Grabfeld.
Prominente Bestattete
Manfred Freiherr von Richthofen (1892–1918), Jagdflieger
Wolfgang Grams (1953–1993), mutmaßliches RAF-Mitglied
Marek Hłasko (1934–1969), polnischer Schriftsteller
Wilhelm Jacoby (1855–1925), Lustspielautor
Günter Besier († 2008), Fotohaus-Seniorchef und Hesse-Motor-Sports-Club-Präsident
Waldemar Reichhard (1915–1988), Wiesbadener Original „Knoblauchkönig"
Friedhof Biebrich
Eröffnet 18559,7 Hektar (drittgrößter Friedhof)Bernhard-May-Straße 26, 65203 WiesbadenParkfriedhof seit 1904
Der Friedhof Biebrich liegt auf einer Anhöhe östlich der Biebricher Allee, oberhalb der Bahnlinie zum Biebricher Berg. Er wurde 1855 eröffnet, als die Vorgängerfriedhöfe an der Hauptkirche und am Kappenberg – letzterer 1785 eingerichtet und durch die Gefallenen der Kriege von 1792/93 schnell überlastet – nicht mehr ausreichten. Bis zur Eingemeindung Biebrichs nach Wiesbaden am 1. Oktober 1926 war er der städtische Friedhof der damals selbständigen Rheinstadt; bis 1841 hatte Schloss Biebrich als Residenz der Herzöge von Nassau gedient, was sich in der Repräsentanz vieler Biebricher Grabarchitekturen widerspiegelt.
Die zentrale Einsegnungshalle und die anschließenden Gebäude entstanden nach mehreren Friedhofserweiterungen erst 1891. Westlich der Halle wurde gleichzeitig der erste jüdische Friedhof Biebrichs eingerichtet, ein ummauerter Friedhofsteil. Bereits 1895 entstand an der historischen Trauerhalle eine der frühen Urnengräberanlagen Deutschlands – Jahre, bevor in Wiesbaden überhaupt ein Krematorium existierte. Ab 1904 wurde der Friedhof gezielt zum Parkfriedhof entwickelt: geometrisch geführte Wege, gezielte Baum- und Pflanzensetzungen und eine landschaftliche Komposition, die mehr an einen Park als an eine Begräbnisstätte erinnern sollte. Mit 2010 etwa 1.200 belegten Gräbern hat der Friedhof Industriedenkmal-Charakter.
Wenig bekannt: Mausoleen der Biebricher Industriedynastien
Biebrich war im 19. Jahrhundert ein industrielles Zentrum mit Unternehmen wie Dyckerhoff (Zement), Albert (chemische Industrie) und Kalle (Pharmazie) – ihre Familiengrabstätten prägen den Friedhof. Bemerkenswert sind die monumentale Grabstätte der Familien Dyckerhoff (1918), das Mausoleum für Major Maximilian Schumann (1883) und die Gruft des Uhrmachers Hubertus Kreitz (1886), der als Hofuhrmacher am russischen Zarenhof tätig war. Eine zentrale Gedenkstätte für Kriegsopfer mit einem Denkmal des Bildhauers Fritz Gerth wurde am 21. November 1920 eingeweiht; ein 1873 angelegtes Sammelgrab für 30 deutsche Soldaten, die im August 1870 im Biebricher Reservelazarett verstorben waren, wird in der Mitte von einer roten Sandsteinsäule mit bekrönendem Reichsadler markiert. Auch der Friedhof Biebrich profitiert vom Engagement der treuhänderischen Bernhard-von-Wiesen-Stiftung der Deutschen Stiftung Denkmalschutz, die Grabmale konserviert.
Prominente Bestattete
Wilhelm Dilthey (1833–1911), Philosoph und Begründer der Geisteswissenschaften
Familie Dyckerhoff, Industriellendynastie (Zementwerke)
Wilhelm Kalle, Industrieller (Kalle AG Biebrich)
Seligmann Baer (1825–1897), hebraistischer Gelehrter und Masorah-Forscher
Der Russische Friedhof gehört zu den ältesten und größten russisch-orthodoxen Begräbnisstätten Westeuropas und liegt rund 100 Meter nordöstlich der goldkuppeligen Russisch-Orthodoxen Kirche der heiligen Elisabeth. Seine Entstehung verbindet sich mit einer Familientragödie: Herzog Adolf von Nassau heiratete am 31. Januar 1844 die achtzehnjährige Großfürstin Elisabeth Michailowna Romanowa, eine Nichte der Zaren Alexander I. und Nikolaus I. Am 28. Januar 1845 starben Mutter und Kind bei der Geburt. Adolf ließ zwischen 1847 und 1855 nach Entwürfen von Stadtbaumeister Philipp Hoffmann die Russisch-Orthodoxe Kirche als Grabkirche errichten.
Auf Initiative der Mutter der Verstorbenen, Großfürstin Jelena Pawlowna (gebürtige Charlotte von Württemberg), entstand 1856 der zugehörige Friedhof. Die rund 2.500 Gulden Anlagekosten teilten sich die Großfürstin und das russische Außenministerium zu gleichen Teilen. Hoffmann entwarf den Grundriss als Kombination aus Kreuz und Kreis, eingefasst von einer Ziegelmauer. Durch die orthodoxe Weihe gilt der Boden im sakralen Sinn als geweihter Grund – orthodoxe Gräber werden grundsätzlich nicht aufgehoben, die Grabstellen bleiben „ewig". Die Grabausrichtung erfolgt nach Osten, geschmückt mit Ikonen oder orthodoxen Kreuzen.
Wenig bekannt: Drei Migrationswellen auf einem Friedhof
Etwa 800 Menschen sind hier bestattet, davon rund ein Drittel vor 1917. Die erste Phase dokumentiert die russische Kurgesellschaft: Angehörige des Zarenhauses, Hochadel, Diplomaten, Militärs und Geistliche, die zur Kur in Wiesbaden weilten und die Heimreise nicht mehr antreten konnten. Nach der Oktoberrevolution wandelte sich die Bestattungsgemeinschaft fundamental – die meisten nun Bestatteten waren Flüchtende: vor den Roten Armeen im Bürgerkrieg, später vor den stalinistischen Säuberungen, im Zweiten Weltkrieg vor der heranrückenden Roten Armee. Eine dritte Schicht bilden Spätaussiedler und neureiche Russen der Gegenwart. Auf wenigen Hektar verdichtet sich europäische Migrations- und Exilgeschichte. Zu den prominentesten Restaurierungen zählt das Grab des Malers Alexej von Jawlensky und seiner Frau Helene Nesnakomoff; rund 45.000 Euro wurden in Sicherungsmaßnahmen für Außenmauer, Grabsteine und Sandsteinportal investiert. Der Russisch-Orthodoxe Fonds e.V. sammelt Spenden für die laufende Restaurierung – durchschnittlich 200 Euro pro Grabstein. Anlässlich des Petersburger Dialogs 2007 wurden die Kuppeln neu vergoldet.
Prominente Bestattete
Großfürstin Elisabeth Michailowna (1826–1845), in der Kirchenkrypta
Alexej von Jawlensky (1864–1941), expressionistischer Maler
Gräfin Olga Alexandrowna von Merenberg (1873–1923)
Barys Kit (1910–2018), belarussischer Wissenschaftler und Raumfahrtpionier
Generalmajor Carl Friedrich von der Osten (1795–1878)
Martin von Klinckowström (1818–1884), kaiserlich russischer Konsul in Kalifornien
Im Frauensteiner Stadtwald zwischen Frauenstein und Georgenborn richtete die Landeshauptstadt 2013 ihren ersten Bestattungswald ein. Der lateinische Name geht auf die antike Grabinschrift „Sit tibi terra levis" zurück – „Möge dir die Erde leicht sein". Rund 540 hundertjährige Buchen, Eichen und Kiefern wurden ausgewählt; an ihren Wurzelwerken werden biologisch abbaubare Urnen beigesetzt. Erdbestattungen sind hier nicht zugelassen.
Drei Grundvarianten stehen zur Wahl: Einzelplätze am Gemeinschaftsbaum, Familienbäume für bis zu 6 Grabstellen und Freundschaftsbäume für bis zu 12 Grabstellen. Die Preise staffeln sich nach Baumdurchmesser. Laut Gebührenverzeichnis kostet ein Einzelplatz am Gemeinschaftsbaum (bis 30 cm Durchmesser) 1.047 Euro, ein Freundschaftsbaum ab 51 cm Durchmesser mit bis zu 12 Grabstellen 11.163 Euro – jeweils für 99 Jahre.
Wenig bekannt: 99 Jahre statt 20
Was Terra Levis von klassischen Friedhofsgräbern unterscheidet: Das Nutzungsrecht ist nicht auf 20 oder 30 Jahre befristet, sondern auf 99 Jahre garantiert. Familien entgehen damit der Frage nach Verlängerung oder Räumung. Die Grabpflege übernimmt der Wald selbst – Grabschmuck, Bepflanzung und Steine sind nicht zulässig. Erreichbar ist der Bestattungswald mit dem ESWE-AST-Kleinbus der Linie 24, der mittwochs und samstags nach Anmeldung von Frauenstein/Bürgermeister-Schneider-Straße zum Parkplatz Grauer Stein fährt. Seit kurzem bietet das Grünflächenamt zudem klassische Urnenwahlgräber an Bäumen auf dem Nordfriedhof und dem Friedhof Igstadt an – als Brücke zwischen Naturbestattung und gepflegter Friedhofsanlage.
Bestattungskosten in Wiesbaden
Die Friedhofsgebühren der Landeshauptstadt Wiesbaden sind in der Friedhofsgebührensatzung (Anlage 3 zur Vorlage SV 18-V-67-0003) festgelegt und gelten für alle städtischen Friedhöfe sowie die Mainzer Stadtteile Kastel und Kostheim. Die folgenden Werte stammen direkt aus dem amtlichen Gebührenverzeichnis. Sie umfassen ausschließlich Friedhofsgebühren – Bestatter-, Sarg-, Trauerfeier- und Steinmetzkosten kommen hinzu.
Auszug aus dem Gebührenverzeichnis der Friedhofsgebührensatzung Wiesbaden
Leistung
Gebühr
Erdreihengrab, 30 Jahre Nutzungsrecht
1.517,00 €
Erdwahlgrab je Stelle, 30 Jahre
3.253,00 €
Urnenreihengrab, 20 Jahre
812,00 €
Urnenwahlgrab je Stelle, 20 Jahre
1.627,00 €
Anonymes Urnenreihengrab, 20 Jahre (inkl. Pflege)
1.065,00 €
Urnenrasenwahlgrab, 20 Jahre
1.776,00 €
Urnennische einplätzig, 20 Jahre
1.783,00 €
Baumgrab Terra Levis, Einzelplatz, 99 Jahre (bis 30 cm)
1.047,00 €
Erdbeisetzung (ab vollendetem 5. Lebensjahr)
418,00 €
Öffnen und Schließen des Grabes (Erdbestattung)
648,00 €
Urnenbeisetzung Reihen-/Wahlgrab/Bestattungswald
255,00 €
Urnenbeisetzung in Urnennische
141,00 €
Trauerhalle bis 30 Minuten
211,00 €
Trauerhalle bis 60 Minuten
422,00 €
Kühlzelle je angefangenem Kalendertag
28,00 €
Gesamtkosten-Orientierung
Die reinen Friedhofsgebühren für eine Erdbestattung im Reihengrab mit 30-minütiger Trauerfeier summieren sich auf rund 2.794 Euro (1.517 + 418 + 648 + 211). Für eine Urnenbeisetzung im Reihengrab mit kurzer Trauerfeier ergeben sich rund 1.278 Euro (812 + 255 + 211). Hinzu kommen Bestatterleistungen (Überführung, Sarg/Urne, Beratung), bei Feuerbestattung die Krematoriumsgebühr und der Aufwand für die zweite Leichenschau. Marktübliche Wiesbadener Gesamtspannen nach Angaben lokaler Bestatter liegen bei einer einfachen Urnenbestattung im Reihengrab bei rund 3.500 bis 5.500 Euro, bei einer Erdbestattung mit Wahlgrab und individueller Trauerfeier bei rund 8.000 bis 15.000 Euro. Bei unzureichendem Nachlass kann eine Sozialbestattung beim Sozialamt der Stadt beantragt werden.
Hinweis zur Gebührenentwicklung: Im Vergleich zur Vorgängersatzung sind viele Gebühren deutlich gestiegen. Für ein 30-jähriges Erdreihengrab stieg die Erwerbsgebühr von 930 Euro auf 1.517 Euro – ein Plus von rund 63 Prozent. Bei bestehenden Bestattungsvorsorgeverträgen empfiehlt sich der regelmäßige Abgleich mit der aktuellen Satzung.
Was kostet die Bestattung konkret? Berechne deinen Kostenrahmen mit anonymer Eingabe in zwei Minuten: → Bestattungskosten-Rechner. Vergleicht Erd-, Feuer- und Seebestattung mit aktuellen Friedhofsgebühren und Bestatterleistungen.
Hast Du schon ein konkretes Angebot oder eine Rechnung? Mit dem → Angebotsprüfer prüfst Du in 3 Minuten mit Ampel, ob Preis und Posten plausibel sind.
Was nach einem Todesfall in Wiesbaden zu tun ist
Der Ablauf nach einem Todesfall ist in Wiesbaden durch das FBG und die kommunalen Vorgaben strukturiert. Die folgenden Schritte gelten als praktische Reihenfolge.
1. Arzt verständigen und Leichenschau veranlassen
Tritt der Tod zu Hause ein, ist umgehend ein Arzt oder eine Ärztin zu rufen, der die Leichenschau vornimmt und den Leichenschauschein ausstellt (§ 10 FBG). Im Krankenhaus oder Pflegeheim übernimmt die Einrichtung diese Aufgabe. Vor Ausstellung des Leichenschauscheins darf der Verstorbene nicht überführt werden. Bei einer Feuerbestattung ist zusätzlich eine zweite Leichenschau erforderlich.
2. Sterbefall beim Standesamt Wiesbaden anzeigen
Der Sterbefall wird beim Standesamt Wiesbaden, Altes Rathaus, Marktstraße 16, 65183 Wiesbaden, angezeigt. Bei Sterbefällen außerhalb eines Krankenhauses kann ein bevollmächtigtes Bestattungsinstitut die Anzeige übernehmen – der Regelfall. Erforderlich sind Leichenschauschein, Personalausweis des Verstorbenen, Geburtsurkunde sowie Heirats- oder Sterbeurkunde des Ehe- bzw. Lebenspartners. Die Stadt weist aktuell auf Bearbeitungszeiten von mehreren Wochen aufgrund eines Personalengpasses hin. Terminreservierung über Telefon 0611 31-3406 oder den Online-Terminkalender; E-Mail-Adresse: urkunden@wiesbaden.de.
3. Bestattungsinstitut beauftragen
Der gewählte Bestatter übernimmt typischerweise die Überführung, die Anzeige beim Standesamt, die Anmeldung bei der Friedhofsverwaltung (Gustav-Stresemann-Ring 15, Telefon 0611 313246, E-Mail friedhofswesen@wiesbaden.de) und die Organisation der Trauerfeier. Die Friedhofsverwaltung legt das Grab fest, koordiniert mit der zuständigen Ortsverwaltung für Vorortfriedhöfe und stellt die Gebührenrechnung. Für Friedhöfe in Mainz-Kastel und Mainz-Kostheim ist die Ortsverwaltung St. Veiter Platz 1, 55246 Mainz-Kostheim zuständig.
4. Friedhof und Grabart festlegen
Bei der Wahl des Friedhofs spielen Nähe zum Wohnort, religiöse Gemeinschaft (muslimisches Grabfeld auf dem Südfriedhof, jüdischer Friedhof am Nordfriedhof, russisch-orthodox auf dem Neroberg) und gewünschte Grabart (Reihe, Wahl, Rasen, Baum, anonym) eine Rolle. Die 18 Vorortfriedhöfe ermöglichen wohnortnahe Bestattungen.
5. Erbschein und Behördengänge
Banken, Versicherungen, Rentenstelle, Krankenkasse, Vermieter und Arbeitgeber benötigen die Sterbeurkunde. Der Erbschein wird beim Nachlassgericht beim Amtsgericht Wiesbaden, Mainzer Straße 124, beantragt – nicht zwingend, wenn ein notarielles Testament vorliegt. Für die Erbschaftsteuer ist das Finanzamt Wiesbaden zuständig.
Bestatter in Wiesbaden auswählen
Bei rund 280.000 Einwohnern (Stand 2024 laut Hessischem Statistischen Landesamt) ist Wiesbaden die zweitgrößte hessische Stadt – entsprechend zahlreich sind die ansässigen Bestattungsinstitute, von alteingesessenen Familienbetrieben bis zu Onlinedienstleistern. Für eine fundierte Auswahl helfen mehrere Qualitätsindikatoren.
Verbände und Zertifizierungen
Anerkannte Qualitätszeichen sind die Mitgliedschaft im Bundesverband Deutscher Bestatter (BDB) bzw. im Landesverband Hessischer Bestatter und das Markenzeichen „Geprüfter Bestatter" mit regelmäßiger Rezertifizierung. Bestatter mit Ausbildung als „Bestattermeister" oder „Bestattungsfachkraft" (anerkannter Ausbildungsberuf seit 2003) haben ein strukturiertes Ausbildungssystem durchlaufen. Eine erste Recherchequelle für Wiesbadener Anbieter ist das offizielle Branchenverzeichnis der Stadt unter wiesbaden.de.
Wiesbadener Besonderheiten
Drei Punkte machen Wiesbaden gegenüber anderen hessischen Städten spezifisch. Erstens: Die Friedhofsverwaltung ist zentralisiert beim Grünflächenamt am Gustav-Stresemann-Ring 15 – die Terminkoordination für alle 21 städtischen Friedhöfe läuft über eine Stelle, mit Ausnahme der Vorortfriedhöfe Dotzheim, Naurod, Nordenstadt, Schierstein und Kastel/Kostheim, die über die jeweiligen Ortsverwaltungen koordiniert werden. Zweitens: Für die Mainzer Stadtteile Mainz-Kastel und Mainz-Kostheim, die staatsrechtlich zu Wiesbaden gehören, gilt die Wiesbadener Friedhofsgebührensatzung – nicht die Mainzer, obwohl sie geographisch und kirchenrechtlich anders zugeordnet sind. Drittens: Für orthodoxe Bestattungen ist nicht die städtische Verwaltung, sondern der Russisch-Orthodoxe Fonds e.V. unter dem Erzbistum Berlin und Deutschland zuständig – Anfragen laufen direkt über die Russisch-Orthodoxe Kirche am Neroberg.
Preisvergleich – worauf zu achten ist
Ein schriftlicher, detaillierter Kostenvoranschlag ist seriös und sollte getrennt ausweisen: Bestatterleistung (Überführung, Beratung, Personal), Sarg oder Urne, Trauerfeier, Drittkosten (Friedhof, Standesamt, Krematorium, Trauerredner, Floristik). Pauschalangebote unter 1.500 Euro sind häufig Online-Direktangebote ohne klassische Trauerfeier oder Überführung. Aeternitas e.V. empfiehlt grundsätzlich den Vergleich von mindestens drei Bestattern. Bei Vorsorgeverträgen empfiehlt sich die Treuhandsicherung über eine Bestatter-Treuhand.
Bestatter-Wahl in Wiesbaden — Qualitätskriterien
Eine gesetzliche Pflicht zur Beauftragung eines bestimmten Bestatters besteht nicht. Wer eine Bestattung in Wiesbaden organisiert, kann frei wählen — und sollte das auch nutzen, weil die Preisspannen zwischen Bestattungsunternehmen erheblich sind. Sechs Kriterien helfen bei der Auswahl:
Mitgliedschaft im Bundesverband Deutscher Bestatter (BDB) bzw. im Landesverband Hessen — Mitglieder verpflichten sich auf Berufsbild, Mindestleistungsverzeichnis und Verbraucherinformation. Mitgliedersuche mit Ortsfilter Wiesbaden auf bestatter.de.
RAL-Gütezeichen Bestattungsinstitut — jährlich überprüfte Anforderungen an Räumlichkeiten, Verfahren und Hygiene. Verleihende Stelle: Markenverband / RAL Deutsches Institut für Gütesicherung und Kennzeichnung.
Transparente Preisliste mit Aufschlüsselung nach Pflichtleistungen, Wahlleistungen und Drittkosten (Friedhof, Krematorium, Drittanbieter). Mündliche Schätzungen ohne schriftlichen Kostenvoranschlag sind ein Warnsignal.
Schriftlicher Kostenvoranschlag vor Auftragserteilung — Verbraucherzentrale und Stiftung Warentest empfehlen mindestens drei Angebote zum Vergleich der Einzelposten (Sarg/Urne, Versorgung, Transport, Trauerhalle, Trauerdruck), nicht nur des Gesamtpreises.
Erfahrung mit Sonderformen: muslimische, jüdische, freie oder konfessionelle Trauerfeiern, Auslandsüberführung, Wald- oder Seebestattung. Frage explizit nach Referenzen — gerade bei religiösen Bestattungen sind Abstimmung mit Gemeinde und Friedhofsverwaltung kritisch.
Vorsorgevertrag: Wer zu Lebzeiten Vorsorge treffen möchte, kann mit dem Bestatter einen Vorsorgevertrag mit treuhänderischer Hinterlegung des Bestattungsbeitrags vereinbaren — der Vorsorge-Check hilft bei der Strukturierung.
Tipp: Notiere Dir vor dem ersten Bestatter-Gespräch die wichtigsten Eckdaten (gewünschte Bestattungsart, Friedhof, Trauerfeier-Wünsche, Budget-Rahmen). Das macht den Vergleich der Angebote belastbarer und schützt vor Aufschlägen für Leistungen, die nicht benötigt werden. Alle Bestattungsformen im Überblick: Bestattungsarten; Kosten-Korridor: Bestattungskosten in Deutschland.
Unverbindliche Anfrage an einen Bestatter in Wiesbaden
Diese Anfrage ist ein Vermittlungsangebot und unabhängig vom Transparenz-Partner-Status. Transparenz Partner legen ihre Preisstruktur nach öffentlichen Kriterien offen; Vermittlungspartner können Anfragen erhalten. Ein Bestatter kann beides sein, muss es aber nicht.
Wenn in Deiner Region ein passender Vermittlungspartner verfügbar ist, leiten wir Deine Anfrage weiter. Falls nicht, sagen wir Dir das offen. Es entsteht kein Vertrag, kein Newsletter und kein Verkaufsdruck. Eine mögliche Vermittlungsvergütung betrifft nur weitergeleitete Anfragen — nicht die Aufnahme als Transparenz Partner, nicht die Sichtbarkeit und nicht die Reihenfolge im Verzeichnis.
Wichtig zur Einordnung
Transparenz Partner legt Preisbeispiele nach öffentlichen Kriterien offen — kostenlos, nicht käuflich, kein Qualitätsurteil.
Vermittlungspartner kann auf Wunsch eine Anfrage erhalten — eine Vergütung kann nur hier entstehen.
Redaktionelle Inhalte bleiben unabhängig — kein Anbieter kann Platzierungen oder Empfehlungen kaufen.
Sozialbestattung in Wiesbaden — wenn die Kosten nicht selbst getragen werden können
Reicht der Nachlass nicht aus und sind auch die bestattungspflichtigen Angehörigen finanziell nicht in der Lage, die Kosten zu tragen, übernimmt der Sozialhilfeträger nach § 74 SGB XII die erforderlichen Bestattungskosten — also den ortsüblich angemessenen Rahmen einer einfachen, würdigen Bestattung. Wichtig: Den Antrag möglichst vor Beauftragung des Bestatters stellen, spätestens jedoch zeitnah nach der Bestattung. Eine rückwirkende Übernahme bereits beglichener Rechnungen ist nicht ausgeschlossen, in der Praxis aber an zusätzliche Nachweispflichten gebunden.
Wer ist antragsberechtigt?
Antragsberechtigt ist die Person, die nach § 13 Abs. 2 FBG Hessen bestattungspflichtig ist. Hessen nennt im Gesetz keine ausdrückliche Rangfolge; in der Verwaltungs- und Sozialgerichts-Praxis gilt die Reihenfolge: Ehegatte/Lebenspartner → volljährige Kinder → Eltern → Geschwister → Großeltern → Enkelkinder. Vorrangig haften zivilrechtlich die Erben (§ 1968 BGB) und Unterhaltspflichtige; das Sozialamt prüft, ob aus dem Nachlass oder von vorrangig Verpflichteten Mittel verfügbar sind. Die örtliche Zuständigkeit richtet sich nach § 98 Abs. 3 SGB XII: bei laufendem Sozialhilfebezug der verstorbenen Person bleibt der bisherige Träger zuständig, sonst der Träger am Sterbeort.
Höchstrichterliche Klärung: Erbausschlagung schließt Anspruch nicht aus
Das Bundessozialgericht hat mit Urteil vom 25.08.2011 (Az. B 8 SO 20/10 R) entschieden, dass die Verpflichtung zur Tragung der Bestattungskosten nicht zwingend an die Erbenstellung anknüpft. Auch wer das Erbe ausgeschlagen hat, aber landesrechtlich bestattungspflichtig bleibt, kann unter den Voraussetzungen des § 74 SGB XII einen Anspruch auf Kostenübernahme haben — die Zumutbarkeit der Eigenfinanzierung ist gesondert zu prüfen. Eine pauschale Ablehnung wegen Erbausschlagung ist damit nicht zulässig.
Was übernommen wird — und was nicht
Übernommen werden die erforderlichen Kosten für eine einfache, aber würdige, den ortsüblichen Verhältnissen entsprechende Bestattung: Sarg oder Urne in einfacher Ausführung, Überführung im Stadtgebiet, Grabnutzungsrecht für ein Reihengrab über die Ruhezeit, Beisetzungsgebühr, eine schlichte Trauerfeier am Grab. Nicht übernommen werden in der Regel Grabstein und Einfassung, dauerhafte Grabpflege, Trauerdruck, Blumenschmuck über das übliche Maß hinaus, Trauerkaffee oder eine Erweiterung zum Wahlgrab.
Vor Antragsstellung sollten alle Belege zum Vermögen und Einkommen der verstorbenen Person sowie zur eigenen finanziellen Lage gesammelt werden.
Vorsorge-Tipp gegen Sozialbestattung: Eine Sterbegeldversicherung deckt die Bestattungskosten ab, damit Angehörige nicht in die § 74-Lage geraten. Vergleichsrechner für Tarife und Versicherungssummen: → Sterbegeldversicherung vergleichen (Check24). Hinweis: machsruhig verlinkt diesen Vergleich als Affiliate, der dabei verdiente Anteil finanziert die Redaktion — ohne Mehrkosten für Dich.
Häufige Fragen
Wie viele Friedhöfe gibt es in Wiesbaden?
Die Landeshauptstadt unterhält 21 städtische Friedhöfe mit insgesamt rund 90 Hektar Fläche sowie den Bestattungswald Terra Levis in Frauenstein. Hinzu kommen sieben jüdische Friedhöfe – wovon nur der jüdische Friedhof am Nordfriedhof noch belegt wird – und der vom Russisch-Orthodoxen Fonds e.V. verwaltete Friedhof auf dem Neroberg.
Was kostet ein Reihengrab in Wiesbaden?
Nach der Friedhofsgebührensatzung kostet ein Erdreihengrab mit 30 Jahren Nutzungsrecht 1.517 Euro, ein Urnenreihengrab mit 20 Jahren 812 Euro. Hinzu kommen Bestattungsgebühren (Erdbestattung 418 Euro plus 648 Euro für Öffnen und Schließen, Urnenbeisetzung 255 Euro) sowie ggf. die Nutzung der Trauerhalle (ab 211 Euro für 30 Minuten).
Welche Bestattungsfrist gilt in Wiesbaden?
Mit der am 30. September 2025 beschlossenen FBG-Novelle wurde die Bestattungshöchstfrist von vier auf zehn Tage nach Todeseintritt verlängert. Die Mindestfrist beträgt weiterhin 48 Stunden (§ 16 Abs. 1 FBG). Urnen müssen innerhalb von neun Wochen nach der Einäscherung beigesetzt werden.
Welcher Friedhof Wiesbadens ist der größte?
Der Südfriedhof am Siegfriedring 25 ist mit 330.700 Quadratmetern der größte Friedhof Wiesbadens. Er entstand 1908/1909 und beherbergt das 1912 eröffnete erste Krematorium Preußens sowie das Familiengrab des Roten Barons Manfred von Richthofen im Westhain, Grab Nummer 77. Der Nordfriedhof (14,5 ha) und der Friedhof Biebrich (9,7 ha) folgen auf Platz zwei und drei.
Wo wird ein Sterbefall in Wiesbaden angezeigt?
Das Standesamt Wiesbaden im Alten Rathaus, Marktstraße 16, 65183 Wiesbaden, ist zuständig. Bei Sterbefällen außerhalb eines Krankenhauses übernimmt ein bevollmächtigtes Bestattungsinstitut die Anzeige. Terminvereinbarung Telefon 0611 31-3406. Aktuell weist die Stadt auf verlängerte Bearbeitungszeiten von mehreren Wochen hin.
Gibt es in Wiesbaden eine Baumbestattung?
Ja. Der Bestattungswald Terra Levis im Frauensteiner Stadtwald wurde 2013 eröffnet und umfasst rund 25 Hektar mit etwa 540 ausgewählten Bäumen. Das Nutzungsrecht beträgt 99 Jahre. Zusätzlich bietet das Grünflächenamt seit kurzem Urnenwahlgräber an Bäumen auf dem Nordfriedhof und in Igstadt an.
Welche Ruhezeit gilt für ein Grab in Wiesbaden?
Die Mindestruhefrist nach § 6 FBG Hessen beträgt 15 Jahre. Die konkreten Ruhezeiten in Wiesbaden ergeben sich aus der Friedhofssatzung: 20 Jahre für Urnenreihengräber, 30 Jahre für Erdreihengräber, 15 Jahre für Kindergräber bis zum vollendeten 5. Lebensjahr.