Die Landeshauptstadt Brandenburgs verfügt über 15 kommunale Friedhöfe, zwölf konfessionelle Anlagen und den Jüdischen Friedhof auf dem Pfingstberg – Brandenburgs größten und ältesten erhaltenen jüdischen Friedhof. Vom UNESCO-geschützten Bornstedter Kirchhof bis zum Lenné-Friedhof an der Heinrich-Mann-Allee prägen Anlagen mit preußischer Geschichte die Potsdamer Bestattungslandschaft. Dieser Leitfaden fasst die wichtigsten Friedhöfe, die aktuelle Gebührensatzung und den Ablauf nach einem Todesfall zusammen.
Redaktion: Marie-Therese Bollweg · redaktionell recherchiert, nicht extern fachlich geprüft · Stand: 9. Juni 2026
15 Anlagen, verwaltet vom Bereich Friedhöfe (Geschäftsbereich 4, Fachbereich 45)
Konfessionelle Friedhöfe
12 Anlagen, überwiegend in evangelischer Trägerschaft
Jüdischer Friedhof
Pfingstberg, angelegt 1743, seit 1999 UNESCO-Welterbe
Hauptfriedhof
Neuer Friedhof, Heinrich-Mann-Allee 25, 26,5 ha
Krematorium
Auf dem Neuen Friedhof, Neubau 1996
Gebührensatzung
Friedhofsgebührensatzung vom 06.12.2023, gültig ab 01.01.2024
Rechtsgrundlage
Brandenburgisches Bestattungsgesetz (BbgBestG)
Friedhofsverwaltung
Alter Friedhof, Heinrich-Mann-Allee 106, Tel. 0331 289-4700
Bestattungsrecht in Potsdam – das Wichtigste
Für Bestattungen in Potsdam gilt das Brandenburgische Bestattungsgesetz (BbgBestG) in der Fassung vom 7. November 2001, zuletzt geändert durch Artikel 8 des Gesetzes vom 5. März 2024. Die Bestattungspflicht, Bestattungsarten, Fristen und Ruhezeiten ergeben sich direkt aus diesem Gesetz und gelten landesweit. Eine ausführliche Darstellung mit allen Paragraphen findet sich auf der Bundesland-Page Brandenburg.
Für Potsdam besonders relevant sind vier Punkte. Erstens muss die Bestattung nach § 19 Abs. 3 BbgBestG spätestens innerhalb von zehn Tagen nach Feststellung des Todes erfolgen; die untere Gesundheitsbehörde kann die Frist im Einzelfall verlängern. Zweitens darf eine Bestattung nach § 22 Abs. 1 BbgBestG frühestens 48 Stunden nach Eintritt des Todes durchgeführt werden – die untere Gesundheitsbehörde kann insbesondere aus religiösen Gründen Ausnahmen zulassen. Für muslimische und jüdische Bestattungen, die nach traditionellem Ritus binnen 24 Stunden erfolgen sollen, ist dies ein zentraler Hebel.
Drittens beträgt die Mindestruhezeit nach § 32 Abs. 1 BbgBestG 20 Jahre für Leichen und 15 Jahre für Aschen. Die Landeshauptstadt Potsdam legt in ihrer Friedhofsgebührensatzung längere Zeiträume fest – Erdreihengräber werden für 25 Jahre, Urnenreihengräber für 20 Jahre vergeben. Auf dem Jüdischen Friedhof am Pfingstberg gilt nach § 32 Abs. 1 Satz 3 BbgBestG eine auf Dauer festgelegte Ruhezeit, weil jüdische Tradition keine Wiederbelegung kennt.
Viertens regelt § 20 BbgBestG die Reihenfolge der bestattungspflichtigen Angehörigen: zuerst Ehepartner oder eingetragene Lebenspartner, dann Kinder, anschließend Eltern, Geschwister, Enkelkinder, Großeltern und schließlich Personen aus einer dauerhaften nichtehelichen Lebensgemeinschaft. Bei mehreren Personen gleicher Stufe geht die ältere der jüngeren vor. Kommen die Pflichtigen ihrer Verantwortung nicht nach, sorgt die örtliche Ordnungsbehörde – in Potsdam das zuständige Fachgebiet – auf Kosten der Pflichtigen für die Bestattung. Eine generelle Sargpflicht enthält das BbgBestG nicht; die einzelnen Friedhofsträger entscheiden über die Einrichtung sargloser Grabfelder über ihre Friedhofsordnung gemäß § 34 BbgBestG.
Friedhöfe in Potsdam
Fünf Anlagen prägen die Potsdamer Friedhofslandschaft besonders – jede mit eigener Geschichte, eigenem architektonischem Charakter und Gräbern, die ein Stück preußischer Kulturgeschichte erzählen.
Bornstedter Friedhof
Ribbeckstraße 42, 14469 Potsdam · gegründet 1599 · rund 4.000 Gräber, davon etwa 1.000 historische · Träger: Evangelische Kirchengemeinde Potsdam-Bornstedt
Der Bornstedter Friedhof liegt direkt gegenüber dem Krongut Bornstedt und nördlich der Orangerie des Parks Sanssouci. Mit seinen fünf in unterschiedlichen Epochen entstandenen Bereichen steht er vollständig unter Denkmalschutz und gehört als Teil der Berlin-Potsdamer Parklandschaft zum UNESCO-Welterbe. Die heute sichtbare Saalkirche ließ König Friedrich Wilhelm IV. 1855/56 nach Plänen Friedrich August Stülers im oberitalienisch anmutenden Rundbogenstil mit Campanile errichten. Die um 1900 von Reinhold Persius entworfene Trauerhalle wurde 2010 mit Mitteln eines UNESCO-Fonds denkmalgerecht saniert.
Bestattet sind hier ungewöhnlich viele Hofgärtner, Hofbeamte und Künstler. Auf dem allgemeinen Bornstedter Friedhof liegt der königliche Gartendirektor Peter Joseph Lenné (gestorben 1866). Auf dem 1844 von Hermann Sello angelegten privaten Hofgärtner-Familienfriedhof – einer abgegrenzten Anlage innerhalb des Bornstedter Areals – ruhen weitere Hofgärtner; auf dem Hauptfriedhof zudem der Architekt Reinhold Persius sowie Ferdinand von Arnim. Auf den allgemeinen Feldern ruhen unter anderem General Erich von Falkenhayn (preußischer Kriegsminister und Chef des Großen Generalstabs), der Flugpionier Werner Alfred Pietschker, der schwedische Eiskunstläufer Gillis Grafström (dreifacher Olympiasieger 1920, 1924 und 1928 sowie Silbermedaillengewinner 1932, gestorben 1938 in Potsdam), der Berliner Nationalgalerie-Direktor Ludwig Justi sowie Kurt von Plettenberg, einer der wenigen Widerstandskämpfer des 20. Juli 1944, denen eine geordnete Beerdigung gestattet wurde.
wenig bekannte Besonderheit
In der Saalkirche befindet sich das Epitaph des Hofgelehrten Paul Jakob Freiherr von Gundling (1673–1731), den König Friedrich Wilhelm I. zum unfreiwilligen Hofnarren gemacht hatte. Auf Anordnung des Königs wurde Gundling nach seinem Tod in einem Weinfass beigesetzt – als letzte Demütigung. Theodor Fontane besuchte den Friedhof 1869 im Rahmen seiner „Wanderungen durch die Mark Brandenburg" (Dritter Teil: Havelland, Kapitel 22) und prägte den Satz, dass in Sanssouci Verstorbene in Bornstedt begraben würden – beschrieben als Obstbaumplantage, durch deren geharkte Wege gefallene Äpfel zwischen den Gräbern rollen. Dieses Bild trägt bis heute.
Der Friedhof wird über die Ribbeckstraße erschlossen; die Tram-Linie 92 ab Potsdam Hauptbahnhof hält an der Endstation Kirschallee, von dort sind es sieben Minuten zu Fuß. Der Verein „Freunde des Bornstedter Friedhofs e. V.", 1992 gegründet, bietet von April bis Oktober regelmäßig Führungen an und vergibt Patenschaften für historische Gräber ohne Nutzungsberechtigte.
Der Neue Friedhof ist mit 26,5 Hektar der zentrale Begräbnisplatz Potsdams und beherbergt auch das städtische Krematorium. Peter Joseph Lenné hatte die Anlage in seinen letzten Lebensjahren entworfen. Er starb am 23. Januar 1866; der Friedhof wurde im selben Jahr angelegt und 1867 eingeweiht. Charakteristisch ist die parkartige Gestaltung mit alleeartig geführten Hauptwegen, schrittweise erweitert bis 1954 in das angrenzende Waldgebiet hinein. Die große Feierhalle am Haupteingang stammt aus dem Jahr 1930, das Krematorium wurde 1996 als Neubau in Betrieb genommen. Eine zweite Feierhalle und ein Abschiedsraum entstanden in den ehemaligen Räumen der alten Verbrennungsanlage.
Zu den bekannten Bestatteten gehören der Physiker Hans Geiger (Erfinder des nach ihm benannten Strahlenmessgeräts), der Schriftsteller Bernhard Kellermann (bekannt durch den Roman „Der Tunnel") und der Historiker Leopold Freiherr von Ledebur. In der Bombennacht vom 14. April 1945 wurde der Friedhof schwer getroffen; viele alte Grabanlagen gingen verloren. Auf dem Gelände befinden sich Kriegsgräberanlagen aus beiden Weltkriegen, darunter Soldaten unterschiedlicher Nationalitäten und zivile Opfer von Bombenangriffen.
wenig bekannte Besonderheit
Vor dem Haupteingang steht ein über sechs Meter hohes Sanitätsdenkmal, das ursprünglich für Berlin bestimmt war und im Oktober 1929 in Potsdam enthüllt wurde. Auf einem pyramidenstumpfförmigen Unterbau betreuen zwei Bronzesoldaten einen sterbenden Kameraden. Die Inschrift erinnert an die 15.001 im Ersten Weltkrieg gefallenen Sanitätskorps der Armee, Marine und Schutztruppen. Es ist das einzige Großdenkmal in Potsdam für Opfer des Ersten Weltkriegs. Hinzu kommt der 2012 eröffnete „Garten der Erinnerung": 650 Begräbnisstellen, bei denen Friedhofsgärtner die Pflege übernehmen – die erste solche Anlage in Brandenburg.
Der Neue Friedhof ist mit den Tramlinien 91, 92, 93, 96 und 98 (Haltestelle „Friedhöfe") angebunden. Die große Feierhalle ist mit Behindertenaufzug erreichbar; behindertengerechte Parkplätze und Sanitäranlagen sind vorhanden.
Alter Friedhof
Heinrich-Mann-Allee 106, 14473 Potsdam · gegründet 1796 · rund 10 ha · Träger: Landeshauptstadt Potsdam
Der Alte Friedhof entstand 1796, nachdem der frühere Begräbnisplatz vor dem Nauener Tor geschlossen worden war. Die erste Beisetzung war die Bestattung des Sohns eines Potsdamer Seifensieders am 26. April 1796. Verwaltet wurde der von Beginn an kommunale Friedhof zunächst von der städtischen Armendirektion. In den ersten Jahrzehnten wurden unbelegte Flächen zum Kartoffelanbau für das Armenhaus genutzt; die Wege säumten Obst- und Maulbeerbäume für die Seidenraupenzucht. Erst ab 1846 entstand ein geordnetes Wegenetz mit Grabfeldern, Bestattungstiefen und festgelegten Ruhefristen.
Auf der rund 100.000 Quadratmeter großen Anlage ruhen Persönlichkeiten der preußischen Kulturgeschichte: der Hofkomponist und Flötenlehrer Friedrichs des Großen, Johann Joachim Quantz, dessen spätbarockes Grabmal 1865 vom geschlossenen Friedhof vor dem Nauener Tor hierher übertragen wurde; der Bildhauer Peter Benkert, der die Figuren am Chinesischen Haus und am Neuen Palais schuf; der Sozial- und Bildungsreformer Hermann Schulze-Delitzsch; der Chirurg Ernst von Bergmann; der Potsdamer Orgelbauer Alexander Schuke; und Eleonore Prochaska, die als Soldatin verkleidet in den Befreiungskriegen kämpfte und 1813 fiel. Die klassizistische Leichenhalle aus den 1840er Jahren wurde nach umfangreichen Restaurierungen 2017 weitgehend im Originalzustand wiederhergestellt – mit rekonstruierter Schildwand- und Apsisgestaltung und einem seltenen Mosaik-Fußboden aus farbigen Keramikplatten.
wenig bekannte Besonderheit
1815 stifteten Potsdamer Bürger ein Denkmal für die Krieger von 1813 – es erinnert an rund 2.000 Soldaten, die in den Potsdamer Lazaretten an Verletzungen aus den Schlachten von Großbeeren, Dennewitz und Leipzig gestorben waren. Eine Besonderheit der Leichenhalle: Die Kassettendecke aus bemalten Leinwandpaneelen, deren Rekonstruktion auf erhaltene Originalteile zurückgreifen konnte. Diese Decktechnik ist heute außer hier nur noch in der Potsdamer Friedenskirche erhalten – ein Kuriosum der märkischen Sakralarchitektur, das die meisten Besucher des Friedhofs unbemerkt überqueren.
Der Alte Friedhof ist Sitz der Friedhofsverwaltung der Landeshauptstadt Potsdam. Hier werden alle Anliegen rund um Nutzungsrechte, Gebührenbescheide und Grabpflege auf den 15 kommunalen Anlagen bearbeitet (Tel. 0331 289-4700).
Friedhof Goethestraße (Babelsberg)
Goethestraße 12–30, 14482 Potsdam · eröffnet 1881 · ca. 4,7 ha · Träger: Landeshauptstadt Potsdam
Der Friedhof Goethestraße – in Babelsberg auch Goethefriedhof genannt – wurde 1881 für die rasch wachsende Weberkolonie Nowawes eingerichtet, die heute zum Potsdamer Stadtteil Babelsberg gehört. Eine Erweiterung erfolgte 1931/32 nach Westen. Charakteristisch sind ein dichter Eichenbestand und die enge Verzahnung mit der umgebenden Wohnbebauung; der Friedhof liegt mitten im Stadtteil, gegenüber dem Goetheplatz. Auf 46.646 Quadratmetern befinden sich heute reguläre Reihen- und Wahlgrabstätten, ein Urnenhain und – seit 2019 – ein zweiter „Garten der Erinnerung" mit gärtnerbetreuter Pflege.
Zu den bekanntesten Bestatteten zählt die Schauspielerin und Sängerin Ilse Werner (1921–2005), die in den 1940er Jahren als UFA-Star ihre Karriere in Babelsberg begründete. Auch der Astronom und Volksbildner Bruno H. Bürgel (1875–1948), Verfasser populärwissenschaftlicher Bücher und Namenspatron einer Potsdamer Volkssternwarte, fand hier seine Ruhestätte.
wenig bekannte Besonderheit
Auf dem Gelände erinnert eine Gedenkstele an 33 namentlich bekannte Zwangsarbeiter, die in der Bombennacht vom 14. April 1945 in Potsdam ums Leben kamen – stellvertretend für alle anderen Zwangsarbeiter, die das gleiche Schicksal teilten. Die Kriegsgräberstätte aus dem Ersten Weltkrieg mit 44 Einzelgräbern wurde 2015 für rund 22.000 Euro durch die Stadt Potsdam vollständig rekonstruiert; die Fundamente entsprachen nicht mehr den Richtlinien des Steinmetzhandwerks und wurden neu errichtet. Insgesamt befinden sich auf dem Areal 132 Kriegsgräber beider Weltkriege – eine ungewöhnlich hohe Dichte für einen Stadtteilfriedhof.
Der Friedhof Goethestraße ist mit der Buslinie 694 (Haltestelle Goetheplatz) erreichbar. Neben dem Goethefriedhof gibt es in Babelsberg zwei weitere historisch bedeutsame Anlagen: den Evangelischen Friedhof an der Wichgrafstraße – die älteste Begräbnisstätte des ehemaligen Nowawes, geweiht 1754 – und den Friedhof an der Großbeerenstraße.
Jüdischer Friedhof Potsdam (Pfingstberg)
Puschkinallee 18, 14469 Potsdam · angelegt 1743 · rund 9.335 m² · 532 historische Grabanlagen · Träger: Jüdische Gemeinde Potsdam · UNESCO-Welterbe seit 1999
Der Jüdische Friedhof am Fuße des Pfingstbergs ist Brandenburgs größter und ältester erhaltener jüdischer Friedhof. König Friedrich II. stellte der Potsdamer Jüdischen Gemeinde am 28. Oktober 1743 ein Grundstück am damaligen Eichberg zur Verfügung – die Anhöhe hieß im Volksmund bald Judenberg und wurde nach einem Besuch Königin Luises 1817 in Pfingstberg umbenannt. Bis zur Anlage des Friedhofs hatten Potsdamer Juden ihre Toten zur Beisetzung nach Berlin überführen müssen. Das Areal wurde im Laufe der Zeit auf 9.335 Quadratmeter erweitert; drei Erweiterungen 1874, 1910 und 1920 trugen dem wachsenden Bedarf Rechnung. Die heute bestehende Trauerhalle mit angeschlossenem Taharahaus entstand 1910/11 nach Plänen von Carl Bornstein und Emil Kopp – sie ist das einzige Gebäude in Brandenburg, das die rituelle Leichenwaschung (Tahara) durch einen Wasseranschluss ermöglicht.
In der Reichspogromnacht 1938 wurden Trauerhalle und Grabanlagen schwer beschädigt; ab 1940 demontierte das Regime fast alle Metallteile als „Reichsmetallspende". Die letzte reguläre Beisetzung erfolgte 1942, danach wurden die Potsdamer Jüdinnen und Juden deportiert. Ein durch den Oberfinanzpräsidenten 1944 bestätigter Zwangsverkauf des Friedhofs an die Stadt Potsdam wurde durch das Kriegsende und das ausstehende Grundbucheintrag-Verfahren nicht vollendet – formell blieb die Synagogengemeinde Eigentümerin. Nach 1990 sanierten Landesmittel von mehr als 2,5 Millionen DM und internationale Workcamps die verwahrloste Anlage. Seit 1992 finden hier wieder Beisetzungen nach jüdischem Ritus statt.
wenig bekannte Besonderheit
Auf 532 Grabanlagen lässt sich die Geschichte der jüdischen Emanzipation ablesen wie an kaum einem anderen Ort: vom traditionell schlichten Sandstein des 18. Jahrhunderts über die dominanten Granitobelisken des bürgerlichen 19. Jahrhunderts bis zu den klassizistischen Wandgrabanlagen, die ab 1801 in die Friedhofsmauer eingelassen wurden. 38 dieser Wandgrabanlagen reicher Potsdamer jüdischer Familien wurden zur statischen Stützung der oft beschädigten Außenmauer eingebaut – eine architektonische Lösung, die beim Spaziergang die meisten Besucher nicht bemerken. Die letzte Beisetzung im historischen Teil erhielt 2003 der Potsdamer Holocaust-Überlebende John Gersman; seine 2001 gegründete Stiftung sichert die dauerhafte Pflege des Friedhofs.
Der Friedhof liegt am Fußweg zwischen der russischen Kolonie Alexandrowka und dem Belvedere mit dem Pomonatempel. Er ist nur im Rahmen angemeldeter Führungen durch den Förderverein zugänglich; an hohen jüdischen Feiertagen ist der Zugang eingeschränkt.
Weitere konfessionelle Friedhöfe in Potsdam
Neben den vorgestellten Anlagen prägen die zwölf konfessionellen Friedhöfe das Bild – fast ausschließlich in evangelischer Trägerschaft. Zu den bekanntesten zählen der Evangelische Friedhof Bornim, der Friedhof der Friedenskirche, der Evangelische Friedhof Eiche, die Stadtfriedhöfe Bornim und Krampnitz sowie der Evangelische Friedhof am Plantagenplatz in Babelsberg (Wichgrafstraße 28, seit 1754 in Betrieb – die älteste Begräbnisstätte des ehemaligen Nowawes). Die konfessionellen Friedhöfe haben eigene Gebührenordnungen, die in Einzelfällen über die kommunalen Sätze hinausgehen können. Wer auf einem konfessionellen Friedhof bestatten möchte, wendet sich an die jeweilige Trägergemeinde.
Bestattungskosten in Potsdam
Die Gebühren für die Nutzung der kommunalen Friedhöfe regelt die Friedhofsgebührensatzung der Landeshauptstadt Potsdam vom 6. Dezember 2023 (Sonderamtsblatt 18/2023), in Kraft seit dem 1. Januar 2024. Laut der städtischen Verwaltungsmitteilung und Berichten des Tagesspiegel war es die erste Gebührenerhöhung seit 2003; je nach Grabart stiegen die Beträge zwischen zehn und 30 Prozent. Die folgenden Sätze gelten für die 15 kommunalen Anlagen einschließlich Neuer Friedhof, Alter Friedhof und Goethefriedhof; konfessionelle Friedhöfe – etwa Bornstedt – und der Jüdische Friedhof haben eigene Gebührenordnungen.
Auszug Friedhofsgebührensatzung Potsdam, gültig seit 01.01.2024
Die Tabelle enthält nur die kommunalen Friedhofsgebühren. Hinzu kommen die Leistungen des Bestattungsunternehmens (Überführung, Sarg oder Urne, Versorgung der verstorbenen Person, Trauerfeier, Verwaltung) sowie Aufwendungen für Grabstein, Trauerkarten und Bewirtung. Belastbare stadtweite Gesamtkostenspannen liegen nicht öffentlich vor; Angehörige sollten daher mindestens zwei schriftliche Kostenvoranschläge bei Potsdamer Bestattungsunternehmen einholen, die die einzelnen Posten getrennt ausweisen.
Hinweis zur Wahlgrab-Kalkulation: Bei Wahlgräbern fällt die Gebühr jährlich an. Eine Erdeinzelwahlgrabstätte über die in Potsdam satzungsgemäße Ruhezeit von 25 Jahren kostet damit 68 € × 25 Jahre = 1.700 € allein für das Nutzungsrecht (das Brandenburger Landesrecht schreibt mindestens 20 Jahre vor; maßgeblich ist die Friedhofssatzung). Bei längerer Belegung – etwa bei späterer Beisetzung eines Familienangehörigen – verlängert sich die Gebührenpflicht entsprechend. Reihengräber sind im Gegensatz dazu nicht verlängerbar; sie werden nach Ablauf der Ruhezeit aufgelassen.
Was kostet die Bestattung konkret? Berechne deinen Kostenrahmen mit anonymer Eingabe in zwei Minuten: → Bestattungskosten-Rechner. Vergleicht Erd-, Feuer- und Seebestattung mit aktuellen Friedhofsgebühren und Bestatterleistungen.
Hast Du schon ein konkretes Angebot oder eine Rechnung? Mit dem → Angebotsprüfer prüfst Du in 3 Minuten mit Ampel, ob Preis und Posten plausibel sind.
Sozialbestattung in Potsdam: Was tun, wenn das Geld fehlt?
Reichen Nachlass und eigene Mittel der bestattungspflichtigen Person nicht aus, übernimmt das Sozialamt nach § 74 SGB XII die erforderlichen Kosten einer einfachen, würdigen Bestattung. Erfasst sind in der Regel Sarg oder Urne, Überführung, Friedhofsgebühren für ein Reihengrab, einfache Trauerfeier und Trauerredner. Nicht erfasst sind Grabstein, Trauerkaffee oder repräsentative Ausstattung. Der Antrag muss vor Beauftragung des Bestatters gestellt werden, spätestens jedoch zeitnah — wer erst nach erfolgter Bestattung Rechnungen einreicht, riskiert eine Ablehnung wegen fehlender Mitwirkung.
Wer ist in Potsdam zuständig?
Zuständig ist die Landeshauptstadt Potsdam, Fachbereich Soziales und Inklusion, Arbeitsgruppe 3843 Hilfe zur Pflege und Bestattungskostenübernahme:
Die örtliche Zuständigkeit richtet sich nach dem Sterbeort, nicht dem Bestattungsort; hat die verstorbene Person zuletzt Sozialhilfe nach SGB XII bezogen, bleibt der bisherige Träger zuständig.
Wer muss den Antrag stellen?
Antragsberechtigt sind ausschließlich die nach § 20 Brandenburgisches Bestattungsgesetz (BbgBestG) bestattungspflichtigen Angehörigen in der dort vorgegebenen Reihenfolge — zuerst Ehe- oder eingetragene Lebenspartner, dann Kinder, Eltern, Geschwister, Enkelkinder, Großeltern, schließlich Personen aus einer dauerhaften nichtehelichen Lebensgemeinschaft. Bei mehreren Pflichtigen gleicher Stufe geht die ältere der jüngeren vor. Das Bundessozialgericht hat in seinem Urteil vom 25.08.2011 (Az. B 8 SO 20/10 R) entschieden, dass die Zumutbarkeit der Kostentragung anhand der wirtschaftlichen Leistungsfähigkeit jedes einzelnen Pflichtigen zu prüfen ist — auch ein zerrüttetes oder gar nicht bestehendes persönliches Verhältnis zur verstorbenen Person kann im Einzelfall zur Unzumutbarkeit führen.
Mitzubringen oder einzureichen sind der Antrag auf Bestattungskostenübernahme nach § 74 SGB XII, Sterbeurkunde, Kostenvoranschlag des Bestatters, Nachweise zu Einkommen und Vermögen aller Pflichtigen sowie Belege zum Nachlass (Konten, Versicherungen, Sterbegeld).
Was nach einem Todesfall in Potsdam zu tun ist
Nach einem Todesfall in Potsdam sind in den ersten Tagen vier Schritte zu erledigen.
1. Ärztliche Leichenschau. Sie ist Voraussetzung für jede weitere Maßnahme. Bei Tod in einem Krankenhaus – etwa im Klinikum Ernst von Bergmann (Charlottenstraße 72) oder im St.-Josefs-Krankenhaus – übernimmt das Haus die Organisation. Bei Tod zu Hause ist der Hausarzt oder der ärztliche Bereitschaftsdienst der Kassenärztlichen Vereinigung Brandenburg unter 116 117 zu rufen. Die Leichenschau bildet die Grundlage für den Totenschein nach § 17 BbgBestG.
2. Sterbefall beim Standesamt anzeigen. Das Standesamt Potsdam befindet sich in der Friedrich-Ebert-Straße 79–81, 14469 Potsdam (zentrale Telefonnummer 0331 289-0). Die Anzeige sollte innerhalb von drei Werktagen erfolgen; in den meisten Fällen übernimmt das beauftragte Bestattungsunternehmen die Anmeldung mit Totenschein und Personenstandsunterlagen. Die Sterbeurkunde wird in mehreren Ausfertigungen für Bestatter, Bank, Versicherungen und Rentenversicherung benötigt.
3. Bestattungsunternehmen beauftragen. Es übernimmt Überführung, Versorgung im Kühlraum, Behördengänge, Sargauswahl, Friedhofsanmeldung und Trauerfeier. Wer auf einem kommunalen Friedhof bestatten will, wendet sich an die Friedhofsverwaltung am Alten Friedhof (Heinrich-Mann-Allee 106, Tel. 0331 289-4700). Für konfessionelle Friedhöfe – etwa Bornstedt – ist die jeweilige Trägergemeinde zuständig (Ev. Kirchengemeinde Potsdam-Bornstedt, Ribbeckstr. 17, Tel. 0331 5050974). Beisetzungen auf dem Jüdischen Friedhof am Pfingstberg erfolgen ausschließlich durch die Jüdische Gemeinde Potsdam.
4. Bestattungsvorsorge prüfen. Liegt eine Bestattungsvorsorge vor – ein Bestattungsvorsorgevertrag, eine Treuhandeinlage oder eine Sterbegeldversicherung –, sind die entsprechenden Unterlagen zu sichten und dem Bestatter vorzulegen. Mit Blick auf die Bestattungsfrist von zehn Tagen ist eine zügige Beauftragung wichtig; Verzögerungen über die Frist hinaus müssen bei der unteren Gesundheitsbehörde begründet werden.
Bestatter in Potsdam wählen
In Potsdam sind über 15 Bestattungsunternehmen tätig, mit Schwerpunkten in der Nördlichen Innenstadt und in Babelsberg. Ein Traditionsbetrieb ist Schellhase Bestattungen, 1926 als Tischlerei mit Bestattungsinstitut in der Jägerstraße 28 gegründet und heute in dritter Generation als Familienunternehmen geführt – mit Stammhaus in der Ahornstraße 11 (Babelsberg Süd) und weiteren Filialen in der Jägerstraße 28, Charlottenstraße 59 (Innenstadt, gegenüber dem Klinikum Ernst von Bergmann) sowie der Hans-Albers-Straße 1 in Drewitz. Der ehemalige Inhaber Gerhard Schellhase war Mitbegründer und stellvertretender Obermeister der Bestatter-Innung Berlin-Brandenburg e. V. nach der Wende sowie öffentlich vereidigter Sachverständiger der Handwerkskammer Potsdam für das Bestattungswesen.
Weitere alteingesessene Häuser finden sich in der Rudolf-Breitscheid-Straße in Babelsberg, der Charlottenstraße im Innenstadtbereich sowie in den Wohngebieten Drewitz, Waldstadt II und Groß Glienicke. Wichtigste Qualitätsindikation ist die Mitgliedschaft im Bundesverband Deutscher Bestatter (BDB) bzw. dessen Landesinnung Berlin-Brandenburg; Mitgliedsbetriebe unterwerfen sich verbandlichen Qualitätsrichtlinien und regelmäßigen Kontrollen. Weiterführend ist das Markenzeichen „Bestattungen" der Markenzeichen Bestattungen GmbH, das hauseigene Versorgungsräume, Kühlmöglichkeiten und Mindestqualifikationen voraussetzt.
Vor der Beauftragung sollten Angehörige mindestens zwei schriftliche Kostenvoranschläge einholen, die die einzelnen Posten – Sarg oder Urne, Überführung, Trauerfeier, Verwaltungsleistungen – getrennt ausweisen. Die Friedhofsgebühren der Stadt Potsdam fließen separat ein und sind unabhängig vom Bestatter. Wer im Bestatterangebot eine pauschale Position „Friedhofskosten" ohne Aufschlüsselung findet, sollte gezielt nachfragen, welche Gebührensätze der Satzung zugrunde liegen. Seriöse Bestatter geben die kommunalen Gebühren ohne Aufschlag weiter.
Daneben gibt es in Potsdam mehrere Discount- und Online-Anbieter, die einfache Feuerbestattungen ohne Trauerfeier und mit reduziertem Beratungsumfang anbieten. Wer ortsgebundene Trauerfeier und individuelle Betreuung wünscht, ist mit einem Potsdamer Traditionsbestatter besser beraten – auch wenn das Gesamtpaket entsprechend höher ausfällt. Ein direkter Preisvergleich zwischen Discount- und Vollservice-Bestattern ist nur über schriftliche Angebote sinnvoll, da Leistungsumfang und Inklusivleistungen erheblich variieren.
Bestatter-Wahl in Potsdam — Qualitätskriterien
Eine gesetzliche Pflicht zur Beauftragung eines bestimmten Bestatters besteht nicht. Wer eine Bestattung in Potsdam organisiert, kann frei wählen — und sollte das auch nutzen, weil die Preisspannen zwischen Bestattungsunternehmen erheblich sind. Sechs Kriterien helfen bei der Auswahl:
Mitgliedschaft im Bundesverband Deutscher Bestatter (BDB) bzw. im Landesverband Brandenburg — Mitglieder verpflichten sich auf Berufsbild, Mindestleistungsverzeichnis und Verbraucherinformation. Mitgliedersuche mit Ortsfilter Potsdam auf bestatter.de.
RAL-Gütezeichen Bestattungsinstitut — jährlich überprüfte Anforderungen an Räumlichkeiten, Verfahren und Hygiene. Verleihende Stelle: Markenverband / RAL Deutsches Institut für Gütesicherung und Kennzeichnung.
Transparente Preisliste mit Aufschlüsselung nach Pflichtleistungen, Wahlleistungen und Drittkosten (Friedhof, Krematorium, Drittanbieter). Mündliche Schätzungen ohne schriftlichen Kostenvoranschlag sind ein Warnsignal.
Schriftlicher Kostenvoranschlag vor Auftragserteilung — Verbraucherzentrale und Stiftung Warentest empfehlen mindestens drei Angebote zum Vergleich der Einzelposten (Sarg/Urne, Versorgung, Transport, Trauerhalle, Trauerdruck), nicht nur des Gesamtpreises.
Erfahrung mit Sonderformen: muslimische, jüdische, freie oder konfessionelle Trauerfeiern, Auslandsüberführung, Wald- oder Seebestattung. Frage explizit nach Referenzen — gerade bei religiösen Bestattungen sind Abstimmung mit Gemeinde und Friedhofsverwaltung kritisch.
Vorsorgevertrag: Wer zu Lebzeiten Vorsorge treffen möchte, kann mit dem Bestatter einen Vorsorgevertrag mit treuhänderischer Hinterlegung des Bestattungsbeitrags vereinbaren — der Vorsorge-Check hilft bei der Strukturierung.
Tipp: Notiere Dir vor dem ersten Bestatter-Gespräch die wichtigsten Eckdaten (gewünschte Bestattungsart, Friedhof, Trauerfeier-Wünsche, Budget-Rahmen). Das macht den Vergleich der Angebote belastbarer und schützt vor Aufschlägen für Leistungen, die nicht benötigt werden. Alle Bestattungsformen im Überblick: Bestattungsarten; Kosten-Korridor: Bestattungskosten in Deutschland.
Unverbindliche Anfrage an einen Bestatter in Potsdam
Diese Anfrage ist ein Vermittlungsangebot und unabhängig vom Transparenz-Partner-Status. Transparenz Partner legen ihre Preisstruktur nach öffentlichen Kriterien offen; Vermittlungspartner können Anfragen erhalten. Ein Bestatter kann beides sein, muss es aber nicht.
Wenn in Deiner Region ein passender Vermittlungspartner verfügbar ist, leiten wir Deine Anfrage weiter. Falls nicht, sagen wir Dir das offen. Es entsteht kein Vertrag, kein Newsletter und kein Verkaufsdruck. Eine mögliche Vermittlungsvergütung betrifft nur weitergeleitete Anfragen — nicht die Aufnahme als Transparenz Partner, nicht die Sichtbarkeit und nicht die Reihenfolge im Verzeichnis.
Wichtig zur Einordnung
Transparenz Partner legt Preisbeispiele nach öffentlichen Kriterien offen — kostenlos, nicht käuflich, kein Qualitätsurteil.
Vermittlungspartner kann auf Wunsch eine Anfrage erhalten — eine Vergütung kann nur hier entstehen.
Redaktionelle Inhalte bleiben unabhängig — kein Anbieter kann Platzierungen oder Empfehlungen kaufen.
Häufige Fragen zur Bestattung in Potsdam
Wie viele Friedhöfe gibt es in Potsdam?
Die Landeshauptstadt Potsdam unterhält 15 kommunale Friedhöfe, verwaltet vom Bereich Friedhöfe im Fachbereich Klima, Umwelt und Grünflächen. Hinzu kommen zwölf konfessionelle Friedhöfe in kirchlicher Trägerschaft sowie der Jüdische Friedhof am Pfingstberg.
Welcher Friedhof in Potsdam ist UNESCO-Welterbe?
Sowohl der Bornstedter Friedhof als auch der Jüdische Friedhof am Pfingstberg gehören als Teil der Berlin-Potsdamer Parklandschaft seit 1999 zum UNESCO-Welterbe. Beide stehen unter Denkmalschutz und gelten als kulturhistorisch herausragend.
Wie lange ist die Ruhezeit in Potsdam?
Nach § 32 Abs. 1 Brandenburgisches Bestattungsgesetz beträgt die Mindestruhezeit 20 Jahre für Leichen und 15 Jahre für Aschen. Die Landeshauptstadt Potsdam setzt im Erdreihengrab eine Ruhezeit von 25 Jahren und im Urnenreihengrab von 20 Jahren an. Der Friedhofsträger darf längere Ruhezeiten festlegen, etwa wenn die Bodenverhältnisse eine vollständige Verwesung in der Mindestzeit nicht gewährleisten. Auf dem Jüdischen Friedhof am Pfingstberg gilt die Ruhezeit aus religiösen Gründen auf Dauer.
Was kostet ein Urnengrab in Potsdam?
Auf den kommunalen Friedhöfen kostet ein Urnenreihengrab für 20 Jahre 969 Euro, ein Urnengrab in der Urnengemeinschaftsanlage ebenfalls für 20 Jahre 918 Euro. Eine Urnenwahlgrabstelle wird mit 49 Euro pro Jahr veranschlagt. Hinzu kommen Bestatterleistungen und gegebenenfalls Grabmal sowie Pflege.
Welcher Friedhof in Potsdam ist der zentrale Begräbnisplatz?
Der Neue Friedhof an der Heinrich-Mann-Allee 25 mit 26,5 Hektar Fläche. 1866 nach Plänen Peter Joseph Lennés angelegt und 1867 eingeweiht, beherbergt er das städtische Krematorium, zwei Feierhallen sowie zahlreiche Kriegsgräber aus beiden Weltkriegen.
Wo wird der Sterbefall in Potsdam angezeigt?
Beim Standesamt Potsdam in der Friedrich-Ebert-Straße 79–81, 14469 Potsdam (Tel. 0331 289-0). Die Anzeige sollte innerhalb von drei Werktagen erfolgen. Die ausgestellte Sterbeurkunde wird für Bestatter, Bank und Versicherungen in mehreren Ausfertigungen benötigt.
Welche Bestattungsfristen gelten in Brandenburg?
Brandenburg kennt zwei Fristen: Nach § 22 Abs. 1 BbgBestG ist eine Bestattung frühestens 48 Stunden nach Eintritt des Todes zulässig. Nach § 19 Abs. 3 BbgBestG muss die Erd- oder Feuerbestattung spätestens innerhalb von zehn Tagen nach Feststellung des Todes durchgeführt werden. Aus religiösen Gründen kann die untere Gesundheitsbehörde Ausnahmen von der 48-Stunden-Frist zulassen – etwa für muslimische Bestattungen binnen 24 Stunden.
Gibt es in Potsdam Baum- oder Waldbestattungen?
Auf den kommunalen Friedhöfen sind Baumgrabstätten für Urnen verfügbar. Klassische FriedWald- oder RuheForst-Anlagen außerhalb von Friedhöfen liegen im Umland; auf Potsdamer Stadtgebiet existieren sie nicht. In erreichbarer Nähe befindet sich der FriedWald Nuthetal-Parforceheide bei Nudow (Landkreis Potsdam-Mittelmark).