Bestattung in Düsseldorf: Friedhöfe, Kosten und Bestatter-Wahl
Die Landeshauptstadt Düsseldorf unterhält 13 städtische Friedhöfe — vom 1884 gegründeten Nordfriedhof mit dem berühmten Millionenhügel über den Südfriedhof mit dem Tote-Hosen-Gemeinschaftsgrab bis zum Stoffeler Friedhof, auf dem auch das städtische Krematorium liegt. Diese Seite gibt einen Überblick über die wichtigsten Friedhöfe, die Düsseldorfer Gebührensatzung und die Bestatter-Wahl. Rechtliche Details zum Bestattungsgesetz Nordrhein-Westfalen sind auf der Bundesland-Seite NRW ausgearbeitet.
Direkt zur passenden Hilfe — die Details zu Friedhöfen und Kosten in Düsseldorf findest du darunter.
Akutfall in Düsseldorf — die ersten drei Schritte
Ist gerade ein Mensch verstorben, zählen diese drei Schritte zuerst. Unabhängig von der späteren Bestattungsform folgen sie dem Bestattungsgesetz Nordrhein-Westfalen (BestG NRW) sowie dem Personenstandsgesetz.
- Arzt rufen — Totenschein. Veranlasse unverzüglich die ärztliche Leichenschau: zu Hause durch Hausarzt oder Notarzt, in Klinik oder Pflegeheim durch den behandelnden Arzt. Der Arzt stellt den Totenschein aus (Grundlage: BestG NRW). Bei geplanter Einäscherung im Krematorium auf dem Stoffeler Friedhof ist zusätzlich eine zweite Leichenschau erforderlich.
- Sterbefall beim Standesamt anzeigen — Sterbeurkunde. Zeige den Sterbefall spätestens am dritten Werktag beim Standesamt Düsseldorf (Inselstraße 17, 40479 Düsseldorf) an (§ 28 PStG; der Samstag zählt nicht als Werktag). Dort erhältst Du die Sterbeurkunde — sie wird für nahezu alle weiteren Formalitäten benötigt.
- Friedhof und Krematorium klären. Stimme Grabstätte und Termin mit dem Friedhofsamt bzw. dem Friedhofsbüro vor Ort ab; das einzige städtische Krematorium für Feuerbestattungen liegt auf dem Stoffeler Friedhof (Bittweg 60). In der Praxis übernimmt ein Bestatter diese Koordination — die Friedhofsverwaltung gibt Termine nur in Abstimmung mit Bestattern frei.
Eine ausführliche Schritt-für-Schritt-Hilfe für die ersten Tage findest Du in unserer Checkliste Todesfall.
Kernfakten Düsseldorf
- Städtische Friedhöfe: 13
- Friedhofsamt: Garten-, Friedhofs- und Forstamt
- Friedhofssatzung: Stadtrecht 68.201
- Gebührentarif: Stadtrecht 68.203.1
- Größter Friedhof: Nordfriedhof (70 ha, 1884)
- Zweitgrößter: Südfriedhof (46,1 ha, 1904)
- Drittgrößter: Stoffeler Friedhof (42 ha, 1879)
- Krematorium: Stoffeler Friedhof, Bittweg 60
Bestattungsrecht in Düsseldorf — kurz
Bestattungsrecht ist in Deutschland Ländersache. In Düsseldorf gilt das Bestattungsgesetz Nordrhein-Westfalen (BestG NRW). Drei Paragraphen prägen den Ablauf besonders: Nach § 13 BestG NRW dürfen Erdbestattungen frühestens 24 Stunden nach Eintritt des Todes vorgenommen und müssen innerhalb von zehn Tagen durchgeführt werden; die Einäscherung muss ebenfalls binnen zehn Tagen erfolgen, die Beisetzung der Totenasche binnen sechs Wochen. § 14 Abs. 1 BestG NRW ordnet den Friedhofszwang an — Leichen müssen auf einem Friedhof bestattet werden; eine Beisetzung der Totenasche ist auf einem Friedhof oder auf See zulässig. Eine ausdrückliche Sargpflicht kennt das BestG NRW nicht; sie ergibt sich in Düsseldorf aus § 8 der Friedhofssatzung, der für Erdbestattungen grundsätzlich einen Sarg vorschreibt und Ausnahmen nur aus nachgewiesenen ethnischen oder religiösen Gründen durch die Ordnungsbehörde zulässt.
Die kommunale Ausgestaltung — Ruhezeiten, Anforderungen an Särge und Grabmale, Bestattungsformen und Gebühren — regeln zwei städtische Vorschriften: die Satzung für die Friedhöfe und für die Feuerbestattungsanlage der Landeshauptstadt Düsseldorf (Stadtrecht 68.201) und der Gebührentarif zur Gebührensatzung für die Friedhöfe (Stadtrecht 68.203.1). Stadt-spezifisch sind die Regelungen zur Sarg- und Urnen-Beschaffenheit (§ 9 der Friedhofssatzung schreibt umweltverträgliche, leicht abbaubare Materialien vor; PVC- und nitrozellulosehaltige Lacke sind ausgeschlossen) und die Maximalmaße für Särge von 205 × 75 × 75 cm. Die genauen Ruhefristen je Grabart sind in der Friedhofssatzung festgelegt. Vertiefung zu allen Aspekten des BestG NRW findet sich auf unserer Bundesland-Seite NRW.
Zuständige Friedhofsbehörde ist das Garten-, Friedhofs- und Forstamt der Landeshauptstadt Düsseldorf (in der Friedhofssatzung als „Friedhofsamt" bezeichnet). Es verwaltet alle 13 städtischen Friedhöfe und betreibt das Krematorium auf dem Stoffeler Friedhof. Daneben gibt es kirchliche Friedhöfe sowie den jüdischen Friedhof in eigener Trägerschaft der Jüdischen Gemeinde Düsseldorf.
Die wichtigsten Friedhöfe in Düsseldorf
Nordfriedhof — 70 Hektar, Millionenhügel und Gründerzeit-Industrie
Der Nordfriedhof wurde nach einem Ideenwettbewerb von 1882 und einem Gewinnerentwurf des Berliner Gartenarchitekten Eduard Hoppe aus Pankow am 1. Mai 1884 eröffnet — ursprünglich als „Friedhof hinter dem Tannenwäldchen". Erst 1904, mit der Eröffnung des Südfriedhofs, erhielt er seinen heutigen Namen. Mit fast 70 Hektar Gesamtfläche ist er der größte Friedhof Düsseldorfs; er liegt im Nordwesten Derendorfs zwischen Flughafen und Innenstadt. Heute beherbergt der Friedhof rund 50.000 Grabstellen mit über 200.000 Bestatteten; seit 2003 ist er rund um die Uhr zugänglich.
Hoppes Konzept verband französische Stilelemente im Kernbereich mit englischem Gartenstil im übrigen Gelände — ein frühes Beispiel großräumiger Parkfriedhofsanlagen für die wachsende Großstadt. Der 21 Hektar große alte Friedhofsteil rund um den Haupteingang Danziger Straße/Johannstraße wurde 1987 zusammen mit der Friedhofskapelle unter Denkmalschutz gestellt. 1922 entstand auf einem östlichen Erweiterungsgelände ein jüdischer Friedhof, der bis heute von der Jüdischen Gemeinde Düsseldorf in eigener Regie betreut wird.
Herzstück ist der Millionenhügel — die höchste Erhebung des Friedhofsgeländes und Standort der aufwändigsten Familiengrabanlagen. Auf den Feldern 60 bis 64 ruhen die Düsseldorfer Industriellen- und Bankiers-Dynastien der Gründerzeit, als die Stadt umgangssprachlich der „Schreibtisch des Ruhrgebiets" war: Fritz Henkel (Persil, Grab als tempelartiger Bau mit Marmor-Frauengestalt), Haniel, Poensgen, Zapp (Stahlhandel), Trinkaus (Bankiers, später HSBC Trinkaus & Burkhardt, heute HSBC Continental Europe), Lueg und Heye. In der Nähe des Hügels steht eine Bergmann-Skulptur, die früher außerhalb des Friedhofs stand und 1994 zurückkehrte — sie verbindet bildlich die Rolle Düsseldorfs als Verwaltungssitz der Ruhrindustrie.
Hidden-Gem-Geschichte: Auf dem Nordfriedhof ruhen zwei der bekanntesten Mordopfer der Bundesrepublik. Detlev Karsten Rohwedder (1932–1991), Treuhand-Vorstand, wurde am 1. April 1991 in seinem Haus in Düsseldorf-Oberkassel durch ein Präzisionsgewehr-Geschoss erschossen; das Bekennerschreiben trug das Logo der RAF, der Fall ist bis heute nicht aufgeklärt. Wenige Felder entfernt liegt Rosemarie Nitribitt (1933–1957), die in Düsseldorf geborene Edelprostituierte, deren ungeklärter Tod im November 1957 zu einem der größten Justizskandale der jungen Bundesrepublik wurde und mehrfach verfilmt ist. Daneben prominente Kulturschaffende: Johanna „Mutter" Ey (1864–1947), Förderin der Düsseldorfer Avantgarde, mit einer Bronzebüste des Bildhauers Bert Gerresheim; die Theaterleiterin Louise Dumont-Lindemann (1862–1932); der Komponist Norbert Burgmüller (1810–1836); die Schriftstellerin Clara Viebig (1860–1952); der Fotograf Bernd Becher (1931–2007); der Architekt Josef Kleesattel (1852–1926), prägend für den rheinischen Kirchenbau; sowie der NS-belastete und international umstrittene Bildhauer Arno Breker (1900–1991), dessen Grab er selbst gestaltet hat und das versteckt auf Feld 58 liegt.
Adresse: Haupteingang Danziger Straße / Johannstraße, 40476 Düsseldorf (Stadtteil Derendorf).
Südfriedhof — Gartendenkmal, Toten-Hosen-Grab und muslimisches Grabfeld
Der Südfriedhof wurde am 2. April 1904 mit der ersten Beisetzung in Betrieb genommen — entworfen als 28-Hektar-Anlage in Bilk, an den Volksgarten angrenzend. Heute umfasst der Friedhof 46,1 Hektar und ist der zweitgrößte Friedhof Düsseldorfs. Architektonische Höhepunkte sind die Friedhofskapelle mit Leichenhaus von 1908, entworfen von Stadtbaurat Johannes Radke und Stadtbaumeister Max Decker — heute denkmalgeschützt — und die beiden Todesengel-Skulpturen am Hauptportal sowie der Jugendstil-Löwe des Bildhauers Adolf Simatschek. Die historische Gesamtanlage steht seit 1994/95 als Gartendenkmal eingetragen. Anders als der modisch zeitgenössische Trend setzten die Planer auf einheimische Hölzer; die Allee-Bepflanzung mit Eichen, Linden, Ulmen und Ahorn prägt den Friedhof bis heute.
Auf dem Südfriedhof finden sich rund 1.000 Kriegsgräber des Zweiten Weltkriegs sowie zahlreiche Ehrengräber. Darunter sind die früheren Oberbürgermeister Karl Arnold (1901–1958, später Ministerpräsident NRW), Georg Glock, Josef Gockeln sowie der Schauspieler Paul Henckels (1885–1967, „Die Feuerzangenbowle"). Der Südfriedhof unterhält ein eigenes muslimisches Grabfeld, dessen Grabstätten gemäß islamischem Ritus nach Mekka ausgerichtet sind; nach Belegung des bestehenden Feldes wurde ein neues muslimisches Grabfeld auf dem Friedhof Itter angelegt.
Hidden-Gem-Geschichte: Im Jahr 2001 hat die Düsseldorfer Punkrock-Band Die Toten Hosen ein Gemeinschaftsgrabfeld auf dem Südfriedhof erworben — eines der ungewöhnlichsten Bandgräber Deutschlands. Erste Beisetzung war der langjährige Roadie und Fahrer Uwe Faust, auf dessen schwarzem Grabstein die Liverpooler Fußball-Hymne „You'll never walk alone" eingraviert ist; sie erklingt traditionell am Ende jedes Toten-Hosen-Konzerts. Inzwischen sind dort auch Schlagzeuger Wolfgang „Wölli" Rohde und Manager Jochen Hülder beigesetzt; alle aktiven Bandmitglieder haben das Feld testamentarisch als ihre letzte Ruhestätte vorgesehen.
Adresse: Am Südfriedhof 14e und 14k, 40221 Düsseldorf. Anfahrt: Straßenbahnlinie 709 und Buslinien 723 und 893 (Haltestelle „Südfriedhof").
Stoffeler Friedhof — ältester Großfriedhof und städtisches Krematorium
Der Stoffeler Friedhof in Oberbilk wurde ab 1876 geplant und 1879 eröffnet — fünf Jahre vor dem Nordfriedhof. Damit ist er der älteste der drei großen Düsseldorfer Stadtfriedhöfe. Die ursprünglich 17 Hektar große Anlage war streng geometrisch in zwölf etwa gleich große Grabfelder gegliedert, zunächst getrennt nach katholischem und evangelischem Bereich. Heute umfasst der Friedhof 42,36 Hektar und ist der drittgrößte Friedhof Düsseldorfs. Die erste Erweiterung erfolgte schon 1894 mit geschwungenen Wegen; die Friedhofskapelle nach Plänen des Architekten Johannes Radke wurde 1910 errichtet und steht heute unter Denkmalschutz — sie beherbergt eine Orgel des Kevelaerer Orgelbauers Romanus Seifert. Eine besondere botanische Sehenswürdigkeit ist der Mammutbaum am Urnenfeld 28.
Auf dem Friedhofsgelände steht das Krematorium der Landeshauptstadt Düsseldorf — als einzige städtische Feuerbestattungsanlage Düsseldorfs. Entsprechend hoch ist der Urnenanteil: Von den jährlich rund 1.100 Beisetzungen auf dem Stoffeler Friedhof sind etwa 75 Prozent Urnenbeisetzungen. Der Friedhof bietet als einziger in Düsseldorf eine anonyme Urnenbestattung an (seit August 1989, Felder 66, 66a und 46) sowie ein Aschestreufeld; ein orthodoxes Grabfeld für Angehörige der orthodox-christlichen Kirchen wurde 2002 eingerichtet und mit einem großen orthodoxen Holzkreuz markiert.
Hidden-Gem-Geschichte: Der Stoffeler Friedhof beherbergt das größte niederländische Ehrenfeld Deutschlands. Am 12. Juli 1956 wurde es eingeweiht; es ist letzte Ruhestätte für 1.230 Niederländer, die während des Zweiten Weltkriegs im Raum Düsseldorf starben. In einer kleinen Halle auf dem Gelände erinnern Tafeln mit 483 eingravierten Namen an niederländische Kriegsopfer, deren Gräber unbekannt sind oder die in Massengräbern beigesetzt wurden. Daneben steht eine Gedenksäule für die 104.000 in Konzentrationslagern umgekommenen Niederländer, errichtet von der Stiftung Niederländische Kriegsgräberfürsorge. Jährlich am 4. Mai, dem niederländischen Nationalen Totengedenktag, findet hier eine Gedenkfeier statt. Ein deutsches Ehrenfeld für 112 Kriegstote eines Bombenangriffs vom März 1945 liegt im ältesten Teil (Feld 13).
Ehrengräber: der Reichsbankpräsident und Reichskanzler Dr. Hans Luther (1879–1962, Feld 15), die Widerstandskämpfer Bernhard Ernst Klein (1900–1964) und Joseph Lauxtermann (1898–1972) sowie die Stifterin Emma Burmann (1831–1902).
Adresse: Bittweg 60 bzw. 62a, 40225 Düsseldorf (Stadtteil Oberbilk, grenzt an den Volksgarten und den Südpark).
Bestattungskosten in Düsseldorf
Die Gesamtkosten einer Bestattung setzen sich aus drei Blöcken zusammen: Friedhofsgebühren (Grabnutzungsrecht und Beisetzungsgebühr nach Gebührentarif), Bestatterleistungen (Sarg/Urne, Versorgung, Überführung, Trauerfeier) und Grabmal und Pflege. Der Branchenkorridor für eine vollständige Bestattung in deutschen Großstädten liegt nach Erhebungen der Verbraucherorganisation Aeternitas und der Verbraucherzentralen typischerweise zwischen rund 4.000 und 10.000 Euro — abhängig von Bestattungsform (Erd- oder Feuerbestattung), Grabart und Ausstattung. Düsseldorf liegt mit seinen Friedhofsgebühren im oberen Bereich dieser Spanne.
Verbindlich für Düsseldorf ist der Gebührentarif zur Gebührensatzung für die Friedhöfe (Stadtrecht 68.203.1). Die aktuell gültige Fassung wurde am 12. Dezember 2025 vom Rat beschlossen und ist seit dem 1. Januar 2026 in Kraft. Die typischen Gebührenblöcke einer Standardbestattung sind: Grabnutzungsrecht (Sarg- oder Urnen-Einzelgrabstätte, in der Regel 20 Jahre), Beisetzungsgebühr, Trauerhallennutzung (Position 4.2) und — bei Feuerbestattung — Einäscherungsgebühr (Position 7.1.2 inkl. Aschekapsel). Diese vier bis fünf Positionen decken rund 80 Prozent der Friedhofsgebühren ab.
Sozialbestattung in Düsseldorf — wenn die Kosten nicht tragbar sind
Reicht der Nachlass nicht aus und können die Bestattungspflichtigen die Kosten aus eigenem Einkommen und Vermögen nicht aufbringen, übernimmt das Sozialamt unter den Voraussetzungen des § 74 SGB XII die erforderlichen Kosten einer einfachen, ortsüblichen Bestattung. Die Leistung ist nachrangig: Eigenes Einkommen und Vermögen sowie der Nachlass des Verstorbenen müssen vorrangig eingesetzt werden. Wer in Düsseldorf zur Bestattung verpflichtet ist, ergibt sich aus § 8 BestG NRW: in fester Reihenfolge Ehegatte oder Lebenspartner, volljährige Kinder, Eltern, volljährige Geschwister, Großeltern, volljährige Enkelkinder.
Zuständige Stelle in Düsseldorf
Anträge sind beim Amt für Soziales der Landeshauptstadt Düsseldorf zu stellen — Fachbereich Unterstützung im Alter, bei Pflegebedürftigkeit und zur Existenzsicherung (51/84), Sachbearbeitung Bestattungskosten.
Anschrift: Willi-Becker-Allee 8, 40227 Düsseldorf
Telefon: 0211 89-91
E-Mail: bestattungskosten@duesseldorf.de
Eine telefonische Antragstellung ist nicht möglich; Termine werden nach Vereinbarung vergeben. Zuständig ist Düsseldorf, wenn die verstorbene Person hier zuletzt Sozialhilfe oder Grundsicherung bezogen hat — ansonsten das Sozialamt am Sterbeort.
Was übernommen wird — und was nicht
Erstattungsfähig ist der Standardrahmen einer würdigen Bestattung: einfacher Sarg oder Urne, Versorgung und Überführung im Stadtgebiet, Friedhofsgebühren für ein Reihengrab nach Düsseldorfer Gebührentarif, Beisetzungsgebühr, Trauerhallennutzung sowie bei Feuerbestattung die Einäscherung im Krematorium Stoffeler Friedhof. Nicht übernommen werden in der Regel: Wahlgrabstätten statt Reihengrab, Trauerdruck und Trauerfeier-Ausstattung über das Notwendige hinaus, Bewirtung, Grabstein oberhalb des satzungsrechtlich erforderlichen Maßes, Anreise- und Übernachtungskosten von Angehörigen sowie Überführungen aus dem oder ins Ausland. Maßstab ist das Urteil des Bundessozialgerichts vom 25.08.2011 (BSG B 8 SO 20/10 R): erstattungsfähig sind ortsübliche, einfache und würdige Kosten — keine pauschalen Höchstsätze, sondern eine Einzelfallprüfung anhand des Düsseldorfer Gebührentarifs.
Antragszeitpunkt
Der Antrag sollte vor der Beauftragung des Bestatters gestellt werden, damit das Sozialamt eine Kostenübernahmeerklärung ausstellt und der Bestatter direkt abrechnet. Eine rückwirkende Antragstellung ist möglich, wenn die Bestattung aufgrund der Zehn-Tage-Frist nach § 13 BestG NRW bereits durchgeführt werden musste — die Rechnungen sollten dann zeitnah, spätestens innerhalb weniger Monate nach der Bestattung, eingereicht werden. Allgemeine Hintergründe zur Sozialbestattung finden Angehörige auf unserer Seite zu den Bestattungskosten.
Was nach einem Todesfall in Düsseldorf zu tun ist
Die ärztliche Leichenschau ist unverzüglich zu veranlassen — im häuslichen Umfeld durch Hausarzt oder Notarzt, in Krankenhaus oder Pflegeheim durch den behandelnden Arzt. Bei geplanter Einäscherung im Düsseldorfer Krematorium auf dem Stoffeler Friedhof ist zusätzlich eine zweite Leichenschau erforderlich.
Der Sterbefall ist spätestens am dritten Werktag beim Standesamt anzuzeigen (§ 28 PStG); der Samstag gilt nicht als Werktag. Zuständig ist in Düsseldorf das Standesamt Düsseldorf, Inselstraße 17, 40479 Düsseldorf (laut duesseldorf.de/standesamt). Adresse, Erreichbarkeit und Sprechzeiten sind dort verbindlich abrufbar; Termine werden in der Regel über das Düsseldorfer Service-Portal vergeben.
Die Beauftragung eines Bestatters ist nicht gesetzlich vorgeschrieben, in der Praxis aber kaum vermeidbar — die Friedhofsverwaltung gibt Termine nur in Abstimmung mit Bestattern frei. Zuständig für alle Fragen rund um Grabstätten ist das Garten-, Friedhofs- und Forstamt der Stadt (Friedhofsamt, Auf'm Hennekamp 45, 40225 Düsseldorf). Die einzelnen Friedhofsbüros sind direkt erreichbar — Nordfriedhof, Südfriedhof und Stoffeler Friedhof haben jeweils eigene Geschäftsstellen vor Ort.
Eine Schritt-für-Schritt-Anleitung für die ersten Tage findet sich in unserer Checkliste Todesfall.
Garten-, Friedhofs- und Forstamt der Landeshauptstadt Düsseldorf
Städtisches Friedhofsamt — zuständig für alle 13 städtischen Friedhöfe und das Krematorium auf dem Stoffeler Friedhof.
- Friedhöfe
- Übersicht der städtischen Friedhöfe auf duesseldorf.de
- Gebührentarif
- Gebührentarif 68.203.1 — gültig ab 01.01.2026
- Friedhofssatzung
- Friedhofssatzung (Stadtrecht 68.201)
- Anschrift
- Verbindliche Anschrift, Erreichbarkeit und Sprechzeiten über die städtische Friedhöfe-Seite; die einzelnen Friedhöfe haben eigene Geschäftsstellen vor Ort.
Bestatter in Düsseldorf wählen
In Düsseldorf sind rund 80 Bestattungsunternehmen aktiv, von alteingesessenen Familienbetrieben mit über 100 Jahren Tradition bis zu modernen Discount-Anbietern. Die Bestatter-Wahl ist nicht trivial — Preise und Leistungen variieren erheblich, und Trauernde stehen typischerweise unter Zeitdruck.
Qualitätsindikatoren
Belastbare Indikatoren für seriöse Düsseldorfer Bestatter sind die Mitgliedschaft im Bundesverband Deutscher Bestatter (BDB) und damit Bindung an dessen Berufsordnung sowie das Markenzeichen der Bestatter — ein vom BDB vergebenes Qualitätssiegel mit unabhängigem Audit von Räumlichkeiten, Hygiene, Schulung und Beratungspraxis. Der zuständige Landesverband ist der Bestatterverband Nordrhein-Westfalen. Ergänzend prüfen Verbraucherzentralen wie die Verbraucherzentrale NRW Preisstrukturen und Mustervoranschläge.
Preisvergleich
Eine feste gesetzliche Preisliste gibt es bei individuell kalkulierten Bestattungsleistungen in der Regel nicht — § 12 der Preisangabenverordnung nimmt Leistungen aus, die üblicherweise per einzelfallbezogenem schriftlichen Angebot erbracht werden. Einen schriftlichen, aufgeschlüsselten Kostenvoranschlag sollte man deshalb aktiv verlangen — seriöse Bestatter stellen ihn selbstverständlich aus. Empfehlenswert ist der Vergleich von mindestens drei Voranschlägen mit identischer Leistungsbeschreibung. Besonders zu prüfen sind Sarg- und Urnenkatalog (Pflichtangebot eines preiswerten Standardsargs), Überführungspauschalen, Friedhofsgebühren (durchlaufender Posten, nicht verhandelbar) und Aufschläge für Trauerdruck und Trauerfeier. Online-Planer Beerdigung als Strukturhilfe.
Spezialitäten
Für religiöse Bestattungen ist Spezialwissen entscheidend: Muslimische Bestattungen erfordern Abstimmung mit dem Friedhofsamt zur Anwendung der Sargtransport-Regelung und zur Belegung des muslimischen Grabfelds (auf dem Südfriedhof bzw. neu auf dem Friedhof Itter); jüdische Bestattungen werden über die Jüdische Gemeinde Düsseldorf und ihren Friedhof am Nordfriedhof-Areal organisiert. Bei Naturbestattungen (FriedWald, RuheForst) übernimmt der Bestatter die Koordination mit dem zuständigen Waldbetreiber; in der Region Düsseldorf liegt der nächstgelegene FriedWald-Standort im Bergischen Land.
Unverbindliche Anfrage an einen Bestatter in Düsseldorf
Diese Anfrage ist ein Vermittlungsangebot und unabhängig vom Transparenz-Partner-Status. Transparenz Partner legen ihre Preisstruktur nach öffentlichen Kriterien offen; Vermittlungspartner können Anfragen erhalten. Ein Bestatter kann beides sein, muss es aber nicht.
Wenn in Deiner Region ein passender Vermittlungspartner verfügbar ist, leiten wir Deine Anfrage weiter. Falls nicht, sagen wir Dir das offen. Es entsteht kein Vertrag, kein Newsletter und kein Verkaufsdruck. Eine mögliche Vermittlungsvergütung betrifft nur weitergeleitete Anfragen — nicht die Aufnahme als Transparenz Partner, nicht die Sichtbarkeit und nicht die Reihenfolge im Verzeichnis.
Transparenz Partner legt Preisbeispiele nach öffentlichen Kriterien offen — kostenlos, nicht käuflich, kein Qualitätsurteil.
Vermittlungspartner kann auf Wunsch eine Anfrage erhalten — eine Vergütung kann nur hier entstehen.
Redaktionelle Inhalte bleiben unabhängig — kein Anbieter kann Platzierungen oder Empfehlungen kaufen.
Häufige Fragen zu Bestattung in Düsseldorf
Wie viele Friedhöfe gibt es in Düsseldorf?
Welcher ist der größte Friedhof in Düsseldorf?
Wo befindet sich das städtische Krematorium in Düsseldorf?
Was ist der Millionenhügel auf dem Nordfriedhof?
Welches Recht gilt für Bestattungen in Düsseldorf?
Was kostet eine Bestattung in Düsseldorf?
Was ist beim Tote-Hosen-Grab auf dem Südfriedhof zu beachten?
Quellen
Stand: Mai 2026 · Primärquellen sind die Landeshauptstadt Düsseldorf und das Bestattungsgesetz Nordrhein-Westfalen (BestG NRW); Sekundärquellen dienen der Ergänzung.
Primärquellen — Gesetze und Stadt Düsseldorf
- Recht.NRW — Bestattungsgesetz Nordrhein-Westfalen (BestG NRW), §§ 8, 13, 14
- § 28 Personenstandsgesetz (PStG) — Anzeige des Sterbefalls
- Preisangabenverordnung (PAngV)
- Landeshauptstadt Düsseldorf — Friedhofssatzung (Stadtrecht 68.201)
- Landeshauptstadt Düsseldorf — Gebührentarif zur Friedhofs-Gebührensatzung (Stadtrecht 68.203.1, Fassung 01.01.2026)
- Landeshauptstadt Düsseldorf — Standesamt (Inselstraße 17, 40479 Düsseldorf)
- Stadt Düsseldorf — Nordfriedhof
- Stadt Düsseldorf — Südfriedhof
- Stadt Düsseldorf — Friedhof Stoffeln
Sekundärquellen und weiterführend
- Wikipedia — Nordfriedhof (Düsseldorf)
- Wikipedia — Südfriedhof (Düsseldorf)
- Wikipedia — Stoffeler Friedhof
- Top Magazin Düsseldorf — Rundgang Nordfriedhof mit K. Siepmann
- Düsseldorf Tourismus — Sechs Grabmale bekannter Düsseldorfer
- Bundesverband Deutscher Bestatter (BDB)
- Bestatterverband Nordrhein-Westfalen
- Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen
- Aeternitas — Bestattungsrecht Nordrhein-Westfalen
Diese Inhalte wurden nach bestem Wissen und auf Basis der zitierten Primärquellen zusammengestellt. Gebühren und Satzungen ändern sich; verbindlich ist stets die aktuelle Fassung der Düsseldorfer Friedhofssatzung und des Gebührentarifs. Bei konkreten Fragen wendet man sich an das Friedhofsamt der Stadt Düsseldorf, einen Bestatter vor Ort oder die zuständige Friedhofsverwaltung. Mehr zur redaktionellen Arbeit in unserer Methodik.
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