Bestattung in Gelsenkirchen

Zwölf städtische Friedhöfe auf rund 147 Hektar, drei prägende Ruhrgebiets-Epochen in Stein gehauen und der in Deutschland erste Themenfriedhof für Fußballfans — Gelsenkirchen erzählt seine Stadtgeschichte vor allem an seinen Gräbern. Dieser Überblick fasst die Friedhöfe, die offiziellen Gebühren 2025 und den behördlichen Ablauf nach einem Todesfall zusammen. Für angrenzende Ruhrgebiets-Städte siehe auch Essen, Bochum, Herne und Recklinghausen.

Kernfakten

Friedhöfe:
12 städtische Friedhöfe, betrieben von GELSENDIENSTE
Fläche gesamt:
rund 147 Hektar Friedhofsfläche
Größter Friedhof:
Hauptfriedhof Buer (rund 43 ha, eröffnet 1899)
Gebührensatzung:
Friedhofsgebührensatzung, gültig ab 01.01.2025
Bundesland:
Nordrhein-Westfalen — Rechtsgrundlage BestG NRW
Standesamt:
Hans-Sachs-Haus, Ebertstraße 11, 45879 Gelsenkirchen
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Bestattungsrecht in Gelsenkirchen — kompakt

Gelsenkirchen wendet das nordrhein-westfälische Bestattungsgesetz (BestG NRW) in der zuletzt geänderten Fassung an. Für eine vollständige Darstellung der landesrechtlichen Vorschriften — Sargpflicht, Friedhofszwang, Bestattungspflichtige, Fristen, ökologische Vorgaben — verweist diese Seite auf die Übersicht Bestattung in Nordrhein-Westfalen. Hier folgen nur die für die Stadt Gelsenkirchen unmittelbar relevanten Eckpunkte.

Nach § 13 Abs. 3 BestG NRW müssen Erdbestattungen und Einäscherungen innerhalb von zehn Tagen erfolgen, die Beisetzung der Totenasche innerhalb von sechs Wochen. Die örtliche Ordnungsbehörde — in Gelsenkirchen das Ordnungsamt — kann beide Fristen auf Antrag verlängern. Erdbestattungen dürfen frühestens 24 Stunden nach Eintritt des Todes vorgenommen werden (§ 13 Abs. 2).

Die Friedhofssatzung der Stadt Gelsenkirchen vom 14.12.2018, zuletzt geändert durch die 6. Änderungssatzung vom 26.06.2025, regelt die örtlichen Besonderheiten: Ruhezeiten, zulässige Grabmale, Bestattungsarten und das Verfahren bei Wahlgrabstätten. Sie ergänzt das Landesgesetz, ersetzt es aber nicht. Der Friedhofsbetrieb liegt beim städtischen Eigenbetrieb GELSENDIENSTE; die Außenkommunikation läuft über friedhoefe-gelsenkirchen.de.

Die Rangfolge der Bestattungspflichtigen ergibt sich aus § 8 BestG NRW: Ehegatten und Lebenspartner, dann volljährige Kinder, Eltern, volljährige Geschwister, Großeltern und volljährige Enkelkinder. Sind keine bestattungspflichtigen Angehörigen vorhanden oder bereit, übernimmt das Ordnungsamt die sogenannte Ordnungsamtsbestattung. Nach einer Schätzung der städtischen Friedhofsverwaltung (FriedhofsGEschichte(n) — Westfriedhof, Storytelling-Seite, kein amtlicher Jahresbericht) betrifft das in der Größenordnung von etwa zehn Prozent der Gelsenkirchener Sterbefälle. Eine belastbare amtliche Statistik aus dem Fachbereich Soziales oder GELSENDIENSTE liegt der Redaktion nicht vor; die Angabe ist daher als Schätzwert zu lesen.

Friedhöfe in Gelsenkirchen

Die zwölf städtischen Friedhöfe verteilen sich auf das gesamte Stadtgebiet und prägen den Buerschen Grüngürtel ebenso wie die alten Bergarbeitersiedlungen im Süden. Vier von ihnen verdienen wegen Geschichte, Architektur oder gesellschaftlicher Bedeutung eine genauere Betrachtung.

Hauptfriedhof Gelsenkirchen-Buer

Eingeweiht 1899 · rund 43 Hektar · Immermannstraße, 45894 Gelsenkirchen-Buer · Teil des Buerschen Grüngürtels

Der Hauptfriedhof ist mit rund 43 Hektar der größte und meistgenutzte Friedhof der Stadt (Flächenangabe nach Volksbund). Er wurde 1899 angelegt, als die rasante Industrialisierung im aufstrebenden Buer den älteren konfessionellen Begräbnisplätzen an der Kirche zu eng wurde. Nach mehreren Erweiterungen erstreckt er sich heute mit weitläufigem Baumbestand entlang der Immermannstraße. Die Torhäuser am Haupteingang aus den 1920er Jahren stehen heute unter Denkmalschutz; das genaue Errichtungs- und Eintragungsdatum recherchiert die Redaktion nach.

Architektonisch ist der Hauptfriedhof als parkartige Anlage konzipiert, mit langen Sichtachsen und einer großen sowie einer kleinen Trauerhalle. Im Januar 2021 wurde hier das erste Kolumbarium Gelsenkirchens eröffnet — eine wettergeschützte Urnenkammeranlage, die der wachsenden Zahl von Feuerbestattungen und dem Wunsch nach pflegeleichten Grabformen Rechnung trägt.

wenig bekannte Besonderheit — Garten der Erinnerung Auf dem Hauptfriedhof unterhalten die Friedhofsgärtner-Genossenschaft und die Stadt mittlerweile 19 thematisch gestaltete Felder im sogenannten Garten der Erinnerung. Jedes Feld behandelt ein eigenes Motiv: Felder für Sternenkinder, mediterrane Gärten, Felder mit Wasserläufen, Gärten für Musikliebende. Es ist eine der konsequentesten Umsetzungen des dauergrabgepflegten Gemeinschaftsgrabs in Deutschland — entwickelt aus der gärtnerischen Praxis vor Ort, nicht aus dem Katalog.

Kriegsgräberstätten: integriert in die Gesamtanlage, mit Gräbern sowjetischer Zwangsarbeiter (laut Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge 204 sowjetische Tote), 60 Gräbern von Kriegsgefangenen aus dem Luftangriff vom 13. Juni 1944 und einer Antoniuskreuz-Begräbnisstätte für vier Bürger, die am 14. Januar 1919 bei Schießereien um den demokratischen Neubeginn ums Leben kamen.

Ostfriedhof Gelsenkirchen

Eröffnet 1897 · 22 Hektar · Erdbrüggenstraße, Stadtteil Bismarck · 851 Kriegstote

Der Ostfriedhof wurde 1897 auf Initiative der damaligen Gemeinde Hüllen angelegt (Quelle: Gelsenkirchener Geschichten Wiki, Community-Quelle ohne Primärquellen-Status) — und liegt wegen der knappen Flächenverfügbarkeit der Zechen seit jeher topographisch eigentümlich: Eröffnet auf Wanner Gemeindegebiet, kam er im Zuge eines Gebietsaustausches in den 1920er Jahren zu Gelsenkirchen. Mit 22 Hektar ist er der zweitgrößte städtische Friedhof.

Die statistische Spur des Industriezeitalters zieht sich quer durch das Gelände: Zwischen 1897 und 1919 wurden auf dem Ostfriedhof 3.691 Erwachsene, aber 6.242 Kinder begraben (Gelsenkirchener Geschichten Wiki, Community-Quelle ohne Primärquellen-Status). Hauptursache waren mangelnde Hygiene und tödliche Infektionskrankheiten wie Scharlach und Diphtherie in den dicht bewohnten Bergarbeitersiedlungen. Auf dem Friedhof liegen außerdem 851 Kriegstote des Ersten und Zweiten Weltkriegs.

wenig bekannte Besonderheit — Die Stan-Libuda-Geschichte Auf dem Ostfriedhof wurde 1996 der frühere Schalker Rechtsaußen Reinhard „Stan" Libuda beigesetzt — Ehrenspielführer, Europapokalheld, Mitglied der Schalker Jahrhundertelf. Nach Ablauf der 25-jährigen Ruhezeit verhinderte die städtische Satzung Anfang 2022 ein Ehrengrab an gleicher Stelle: Libuda war wegen seiner Rolle im Bundesligaskandal 1971 vorbestraft. Eine private Initiative bettete ihn daraufhin im Januar 2022 auf das Schalker Fan-Feld in Beckhausen-Sutum um — der Konflikt zwischen Stadtrecht und Volksverehrung wurde so zur Gründungslegende eines neuen Gelsenkirchener Bestattungsortes. Quelle: Bestattungen Suttmeyer (Januar 2022).

Bekannte Bestattete (historisch): Reinhard „Stan" Libuda (1943–1996, Fußballspieler, im Januar 2022 umgebettet); zahlreiche Bergleute der Zechen Bergmannsglück, Consolidation und Hugo; Opfer der Luftangriffe vom 6. November 1944. Quelle: Gelsenkirchener Geschichten Wiki, Volksbund.

Friedhof Horst-Süd

Angelegt um 1914 · 11 Hektar · Am Schleusengraben 11, 45899 Gelsenkirchen-Horst · Route der Industriekultur

Der Friedhof Horst-Süd wurde um 1914 als Gedenkstätte für die Gefallenen des Ersten Weltkriegs angelegt — anlassbezogen, nicht aus regulärem Stadtwachstum. Auf den Schlachtfeldern starben mehr als 7.300 Bürger aus den Vorläufergemeinden der heutigen Stadt Gelsenkirchen; ein Teil ihrer Heimkehrer wurde hier bestattet. Heute hat der Friedhof eine Fläche von 11 Hektar und steht seit 2020 als Sehenswürdigkeit auf der Themenroute 30 — Gelsenkirchen der Route der Industriekultur.

Kein anderer Friedhof in der Stadt verdichtet so viele politische und militärische Konflikte des 20. Jahrhunderts: 22 Kriegsgräber des Ersten Weltkriegs, das älteste von 1915 — darunter das Grab eines russischen Grenadiers, der als Kriegsgefangener bei der Einheit gedient hatte. Eine Ehrengrabstätte für 60 zivile Opfer der Luftangriffe auf den Industriestandort. Ein Kapp-Putsch-Mahnmal von 1920, im Dritten Reich zerstört und nach dem Krieg von Verfolgtenverbänden wieder errichtet (laut Gelsenkirchener Geschichten Wiki; Community-Quelle ohne Primärquellen-Status). Und Gräber sowjetischer Zwangsarbeiter, gekennzeichnet durch ein Denkmal mit kyrillischer Inschrift (Zahlen siehe Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge).

wenig bekannte Besonderheit — Das Mahnmal für die ungarischen Jüdinnen Ein Mahnmal erinnert an etwa 150 ungarische Jüdinnen aus dem Außenlager des KZ Buchenwald in Gelsenkirchen-Horst. Die Frauen, im Sommer 1944 zur Zwangsarbeit beim Hydrierwerk Gelsenberg gezwungen, kamen am 11. September 1944 bei der Bombardierung des Werkes ums Leben — weil ihnen der Zutritt zu Schutzbunkern verboten war. Das Mahnmal entstand in den späten 1940er Jahren in einer der ersten gemeinsamen Initiativen von jüdischem Hilfskomitee, Stadt Gelsenkirchen, Landesregierung und Verfolgtenverbänden — ein früher Akt der Erinnerungspolitik der jungen Bundesrepublik (Quelle: Volksbund NRW).

Bekannte Bestattete: Soldaten des Ersten Weltkriegs aus den Horster Vorläufergemeinden; sowjetische Zwangsarbeiter der Zeche Nordstern und des Hydrierwerks Gelsenberg-Benzin AG; Opfer des Kapp-Putsches; Bergleute der Grubenunglücke auf der Zeche Nordstern 1937 und 1955. Quelle: Gelsenkirchener Geschichten, Volksbund NRW.

Schalker Fan-Feld auf dem Friedhof Beckhausen-Sutum

Eingeweiht Dezember 2012 · rund 4.000 m² · Friedhof Beckhausen-Sutum, Gelsenkirchen · einer der ersten Themenfriedhöfe für Fußballfans in Deutschland

Auf dem 1986 eröffneten städtischen Friedhof Beckhausen-Sutum, in Sichtweite der Veltins-Arena, liegt der bemerkenswerteste Bestattungsort der Stadt: das Schalker Fan-Feld. Ein in Stadionform angelegtes Gemeinschaftsgrabfeld auf rund 4.000 Quadratmetern (laut Architektenplanung BAUWELT), blau-weiß gestaltet und auf eine Endausbaustufe von rund 1.904 Grabstätten angelegt — in Anspielung auf das Gründungsjahr 1904 des FC Schalke 04. Die Grundsteinlegung fand am 27. Juli 2008 statt; die offizielle Eröffnung in Beckhausen-Sutum erfolgte laut FC Schalke 04 im Dezember 2012. Das Feld gilt nach Berichterstattung der taz als der erste Themenfriedhof für Fußballfans in Deutschland.

Betrieben wird das Feld nicht vom Verein selbst, sondern über die Schalke Fan-Feld GmbH unter Ender Ulupinar, der die Lizenz vom FC Schalke 04 erhielt. Der Verein gibt offen den Grund an: „Der FC Schalke 04 will mit dem Tod kein Geld verdienen." Die Grundkosten für eine Grabstelle beginnen bei rund 5.400 Euro zuzüglich städtischer Friedhofsgebühren und Bestatterkosten; enthalten sind eine Grabplatte mit dem Schalker Wappen und 25 Jahre Dauergrabpflege.

wenig bekannte Besonderheit — Die Umbettung von Stan Libuda Der konkrete Vorgang, der dem Fan-Feld 2022 überregionale Aufmerksamkeit verschaffte: die Umbettung von Reinhard „Stan" Libuda vom Ostfriedhof nach Beckhausen-Sutum im Januar 2022. Die Stadt Gelsenkirchen hatte ein offizielles Ehrengrab am alten Bestattungsort wegen Libudas Verurteilung im Bundesligaskandal 1971 abgelehnt; eine private Initiative organisierte daraufhin die Verlegung in die Stadionform des Fan-Felds. Seitdem ruhen dort nach Angaben des betreibenden Unternehmens unter anderem auch Fan-Ikone Olly „Catweazle" Olschewski (Trommler des alten Parkstadions, gestorben Januar 2013) und der Sportreporter Ulli Potofski. Quelle: Bestattungen Suttmeyer.

Bekannte Bestattete: Reinhard „Stan" Libuda (Fußballspieler, im Januar 2022 umgebettet); Olly „Catweazle" Olschewski (Stadionoriginal, †2013); Ulli Potofski (Sportreporter); Ernst Poertgen (Schalker Spieler, umgebettet 2020). Hinweis Redaktion: Sterbedatum Ulli Potofski wird hier bewusst nicht angegeben, weil eine seriöse Tagespresse-Quelle (WAZ, RevierSport) für die Verifikation noch fehlt. Quelle: Suttmeyer.

Bestattungskosten in Gelsenkirchen

Die städtischen Friedhofsgebühren in Gelsenkirchen sind in der Friedhofsgebührensatzung zur Friedhofssatzung der Stadt Gelsenkirchen in der Fassung vom 18.12.2024 (gültig ab 01.01.2025) geregelt. Die folgenden Beträge sind Auszüge der amtlichen Tarife und enthalten Nutzungsrecht und Grabbereitung; sie umfassen nicht die Bestatterleistung, Sarg/Urne, Trauerfeier oder Grabstein.

GrabartFormNutzungsrecht + Grabbereitung
WahlgrabstätteSarg4.192 €
WahlgrabstätteUrne2.641 €
ReihengrabSarg2.812 €
ReihengrabUrne1.903 €
GemeinschaftsgrabSarg4.605 €*
GemeinschaftsgrabUrne2.764 €*
Friedhain (Baumgrab)Sarg4.183 €*
Friedhain (Baumgrab)Urne2.392 €*
NaturgrabstätteSarg3.184 €*
NaturgrabstätteUrne2.027 €*
Kolumbarium Einzel-UrnenkammerUrne2.100 €
Kolumbarium Doppel-Urnenkammer2 Urnen3.100 €
UrnenfachUrne1.500 €

* Dauergrabpflege ist in der Summe enthalten (Gemeinschafts-, Friedhain-, Naturgrabstätten). Verlängerungsgebühren ab 115 € pro Stelle und Jahr.

Krematorium

Gelsenkirchen unterhält kein eigenes städtisches Krematorium. Einäscherungen für Gelsenkirchener Verstorbene erfolgen üblicherweise in benachbarten Ruhrgebiets-Krematorien — am häufigsten in Essen und Recklinghausen. Die Krematoriumsgebühr (typischerweise 250 – 450 € je nach Einrichtung) ist in den Bestatter-Gesamtkosten enthalten und nicht Teil der städtischen Friedhofsgebühren. Hinweis: Genaue Adresse und aktuelle Gebühr klärt der beauftragte Bestatter, da die Wahl des Krematoriums variabel ist.

Gesamtkostenspanne

Zu den Friedhofsgebühren kommen die Leistungen des Bestattungsunternehmens (Abholung, Versorgung, Sarg oder Urne, Trauerfeier, Überführung). In Gelsenkirchen sind realistische Gesamtkosten:

Was kostet die Bestattung konkret? Berechne deinen Kostenrahmen mit anonymer Eingabe in zwei Minuten: → Bestattungskosten-Rechner. Vergleicht Erd-, Feuer- und Seebestattung mit aktuellen Friedhofsgebühren und Bestatterleistungen. Hast Du schon ein konkretes Angebot oder eine Rechnung? Mit dem → Angebotsprüfer prüfst Du in 3 Minuten mit Ampel, ob Preis und Posten plausibel sind.

Sozialbestattung in Gelsenkirchen

Nach Schätzung der städtischen Friedhofsverwaltung wird in der Größenordnung von etwa zehn Prozent der Sterbefälle in Gelsenkirchen nicht von Angehörigen, sondern vom Ordnungsamt der Stadt veranlasst, weil entweder keine bestattungspflichtigen Angehörigen vorhanden sind oder niemand bereit ist, die Beerdigung durchzuführen. Quelle: Städtische Friedhöfe Gelsenkirchen (Storytelling-Seite, kein amtlicher Jahresbericht). Eine belastbare amtliche Statistik aus dem Fachbereich Soziales oder GELSENDIENSTE liegt der Redaktion nicht vor.

Davon strikt zu unterscheiden ist die Sozialbestattung nach § 74 SGB XII. Sind bestattungspflichtige Angehörige vorhanden, aber finanziell nicht in der Lage, die Kosten zu tragen, übernimmt das Sozialamt die erforderlichen Bestattungskosten auf Antrag. In Gelsenkirchen ist hierfür der Fachbereich Soziales zuständig (Informationsseite der Stadt Gelsenkirchen).

Wichtig für Angehörige in Gelsenkirchen:

Vorsorge-Tipp gegen Sozialbestattung: Eine Sterbegeldversicherung deckt die Bestattungskosten ab, damit Angehörige nicht in die § 74-Lage geraten. Vergleichsrechner für Tarife und Versicherungssummen: → Sterbegeldversicherung vergleichen (Check24). Hinweis: machsruhig verlinkt diesen Vergleich als Affiliate, der dabei verdiente Anteil finanziert die Redaktion — ohne Mehrkosten für Dich.

Trauerbegleitung und Hospizdienste in Gelsenkirchen

Angehörige finden in Gelsenkirchen mehrere Anlaufstellen für Trauerbegleitung und hospizliche Versorgung. Die folgende Liste ist nicht abschließend und ersetzt keine medizinische oder psychotherapeutische Beratung:

Aktuelle Telefonnummern und Sprechzeiten bündelt der Hospiz- und Palliativberatungsdienst der Stadt Gelsenkirchen. Bestatter vermitteln auf Wunsch ebenfalls Trauerbegleitung.

Was nach einem Todesfall in Gelsenkirchen zu tun ist

Der Ablauf gleicht dem in allen NRW-Städten, die örtlichen Anlaufstellen sind jedoch konkret:

1. Ärztliche Leichenschau und Todesbescheinigung

Bei Tod zu Hause ist nach § 9 BestG NRW unverzüglich ein Arzt zu rufen — der Hausarzt, der hausärztliche Notdienst (Telefon 116 117) oder bei unklarer Situation der Rettungsdienst (112). Er stellt die Todesbescheinigung aus. Erst danach darf der Bestatter den Verstorbenen abholen.

2. Bestattungsunternehmen beauftragen

Es besteht keine Pflicht, den erstbesten oder vom Krankenhaus empfohlenen Bestatter zu wählen. Angehörige haben das Recht, mehrere Angebote einzuholen und einen Bestatter ihres Vertrauens zu beauftragen. Der Bestatter übernimmt typischerweise die Anzeige beim Standesamt, die Friedhofsanmeldung und die Trauerfeier-Organisation.

3. Sterbefall beim Standesamt anzeigen

Zuständig ist das Standesamt Gelsenkirchen im Hans-Sachs-Haus, Ebertstraße 11, 45879 Gelsenkirchen. Der Sterbefall ist nach § 28 PStG spätestens am dritten auf den Tod folgenden Werktag dort anzuzeigen. In der Praxis erledigt das beauftragte Bestattungsunternehmen diesen Gang. Für Termine empfiehlt sich die Online-Terminreservierung über das Stadtportal.

4. Friedhof und Bestattungsart festlegen

Die Friedhofsverwaltung bei GELSENDIENSTE (Erreichbarkeit über die Liste der Ansprechpartner je Friedhof) klärt Grabstelle, Bestattungstermin und Trauerhalle. Üblicherweise erfolgt diese Klärung über den Bestatter; Angehörige können den Friedhof aber auch direkt kontaktieren.

5. Versicherungen, Rentenversicherung, Bank

Die Deutsche Rentenversicherung zahlt unter bestimmten Voraussetzungen einen Sterbevierteljahresbetrag an Hinterbliebene. Banken sperren bei Kenntnis des Todesfalls die Konten — gemeinsame Konten bleiben in der Regel verfügbar, Einzelkonten erst nach Erbschein-Vorlage. Sterbeurkunden mehrfach beantragen (Standesamt-Gebühr im niedrigen einstelligen bis niedrigen zweistelligen Euro-Bereich je Ausfertigung — genaue Höhe gemäß aktueller städtischer Gebührensatzung; mindestens fünf Ausfertigungen empfehlenswert).

6. Bei Ordnungsamtsbestattung

Sind keine Angehörigen verfügbar oder bereit, übernimmt das Ordnungsamt Gelsenkirchen die Bestattung von Amts wegen. Das Ordnungsamt erhebt anschließend bei vorhandenem Nachlass die Kosten von Erben zurück.

Bestatter in Gelsenkirchen — worauf achten

Gelsenkirchen hat keine zentrale Bestatterliste, die Stadt selbst gibt keine Empfehlungen. Orientierung bieten freiwillige Qualitätsindikatoren:

Spezialfälle: Für muslimische Bestattungen verfügt Gelsenkirchen über ein muslimisches Grabfeld auf einem der städtischen Friedhöfe (genaue Friedhofszuordnung und Stichdatum der Einrichtung über GELSENDIENSTE erfragen — eine direkte Primärquelle für ein präzises Datum liegt der Redaktion derzeit nicht vor). Für jüdische Bestattungen bestehen historisch ein Alter und ein Neuer Jüdischer Friedhof in Trägerschaft der Jüdischen Gemeinde. Für anonyme Bestattungen bietet GELSENDIENSTE Gemeinschaftsgräber auf mehreren Friedhöfen.

Bestatter-Wahl in Gelsenkirchen — Qualitätskriterien

Eine gesetzliche Pflicht zur Beauftragung eines bestimmten Bestatters besteht nicht. Wer eine Bestattung in Gelsenkirchen organisiert, kann frei wählen — und sollte das auch nutzen, weil die Preisspannen zwischen Bestattungsunternehmen erheblich sind. Sechs Kriterien helfen bei der Auswahl:

Tipp: Notiere Dir vor dem ersten Bestatter-Gespräch die wichtigsten Eckdaten (gewünschte Bestattungsart, Friedhof, Trauerfeier-Wünsche, Budget-Rahmen). Das macht den Vergleich der Angebote belastbarer und schützt vor Aufschlägen für Leistungen, die nicht benötigt werden. Alle Bestattungsformen im Überblick: Bestattungsarten; Kosten-Korridor: Bestattungskosten in Deutschland.

Unverbindliche Anfrage an einen Bestatter in Gelsenkirchen

Diese Anfrage ist ein Vermittlungsangebot und unabhängig vom Transparenz-Partner-Status. Transparenz Partner legen ihre Preisstruktur nach öffentlichen Kriterien offen; Vermittlungspartner können Anfragen erhalten. Ein Bestatter kann beides sein, muss es aber nicht.

Wenn in Deiner Region ein passender Vermittlungspartner verfügbar ist, leiten wir Deine Anfrage weiter. Falls nicht, sagen wir Dir das offen. Es entsteht kein Vertrag, kein Newsletter und kein Verkaufsdruck. Eine mögliche Vermittlungsvergütung betrifft nur weitergeleitete Anfragen — nicht die Aufnahme als Transparenz Partner, nicht die Sichtbarkeit und nicht die Reihenfolge im Verzeichnis.

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Transparenz Partner legt Preisbeispiele nach öffentlichen Kriterien offen — kostenlos, nicht käuflich, kein Qualitätsurteil.

Vermittlungspartner kann auf Wunsch eine Anfrage erhalten — eine Vergütung kann nur hier entstehen.

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Häufige Fragen zur Bestattung in Gelsenkirchen

Wie lange darf eine Bestattung in Gelsenkirchen aufgeschoben werden?

Nach § 13 Abs. 3 BestG NRW müssen Erdbestattungen und Einäscherungen innerhalb von zehn Tagen nach dem Todesfall durchgeführt werden. Die Totenasche ist innerhalb von sechs Wochen beizusetzen. Auf Antrag kann die örtliche Ordnungsbehörde — in Gelsenkirchen das Ordnungsamt — diese Fristen verlängern, etwa für die Anreise von Angehörigen aus dem Ausland.

Wer trägt in Gelsenkirchen die Bestattungspflicht?

§ 8 BestG NRW regelt die Rangfolge: Ehegatten und Lebenspartner, dann volljährige Kinder, dann Eltern, volljährige Geschwister, Großeltern und volljährige Enkelkinder. Ist niemand der Genannten verfügbar oder bereit, übernimmt das Ordnungsamt der Stadt Gelsenkirchen die Bestattung von Amts wegen. Nach einer Schätzung der städtischen Friedhofsverwaltung betrifft das in der Größenordnung von etwa zehn Prozent der Sterbefälle — eine belastbare amtliche Statistik liegt der Redaktion nicht vor.

Was kostet ein einfaches Urnenreihengrab auf einem städtischen Friedhof in Gelsenkirchen?

Nach der Friedhofsgebührensatzung der Stadt Gelsenkirchen, gültig ab 01.01.2025 (Fassung vom 18.12.2024), kostet das Nutzungsrecht inklusive Grabbereitung für eine Urnen-Reihengrabstätte 1.903 €. Hinzu kommen die Leistungen des Bestattungsunternehmens (ab ca. 1.500 € für eine einfache Feuerbestattung) sowie die Krematoriumsgebühr (typischerweise 250 – 450 €). Eine schlichte anonyme Feuerbestattung in Gelsenkirchen ist damit ab rund 2.500 – 3.000 € möglich.

Gibt es in Gelsenkirchen einen Themenfriedhof?

Ja. Auf dem städtischen Friedhof Beckhausen-Sutum, in Sichtweite der Veltins-Arena, liegt das Schalker Fan-Feld — ein als Stadion angelegtes Gemeinschaftsgrabfeld, angelegt auf eine Endausbaustufe von rund 1.904 Grabstätten (in Anspielung auf das Gründungsjahr 1904 des FC Schalke 04). Es ist seit Dezember 2012 einer der ersten Themenfriedhöfe für Fußballfans in Deutschland und wird von der Schalke Fan-Feld GmbH betrieben.

Übernimmt das Sozialamt in Gelsenkirchen Bestattungskosten?

Ja, nach § 74 SGB XII. Wenn der Bestattungspflichtige die Kosten nicht aufbringen kann, übernimmt der Fachbereich Soziales der Stadt Gelsenkirchen die erforderlichen Kosten. Der Antrag muss zeitnah, möglichst vor der Bestattung gestellt werden. Bestattungspflichtige sollten dem Bestatter den Wunsch nach einer Sozialbestattung sofort mitteilen, da nur unbedingt erforderliche Leistungen erstattet werden — typischerweise eine schlichte Urnenbeisetzung.

Welche Bestattungsarten bieten die städtischen Friedhöfe Gelsenkirchen?

Wahl- und Reihengrabstätten für Sarg und Urne, Gemeinschaftsgräber, dauergrabgepflegte Gemeinschaftsgräber, Friedhain (Baumgrab), Naturgrabstätten in Wiesenfeldern sowie auf dem Hauptfriedhof Buer seit Januar 2021 das erste Kolumbarium der Stadt mit Einzel- und Doppel-Urnenkammern. Auf dem Friedhof Beckhausen-Sutum ergänzt das Schalker Fan-Feld dieses Angebot um eine private Themenanlage.

Wo wird der Sterbefall in Gelsenkirchen beurkundet?

Zuständig ist das Standesamt der Stadt Gelsenkirchen im Hans-Sachs-Haus, Ebertstraße 11, 45879 Gelsenkirchen. Der Sterbefall ist nach § 28 PStG spätestens am dritten auf den Tod folgenden Werktag anzuzeigen. In der Praxis erledigt das beauftragte Bestattungsunternehmen diesen Gang; Sterbeurkunden sollten mehrfach beantragt werden (mindestens fünf Ausfertigungen empfehlenswert für Versicherungen, Bank und Rentenversicherung).

Wo finde ich Trauerbegleitung und Hospizdienste in Gelsenkirchen?

Trauerbegleitung in Gelsenkirchen leistet unter anderem der Ambulante Hospizdienst Gelsenkirchen, der Caritasverband sowie das Diakoniewerk Gelsenkirchen und Wattenscheid mit Trauergruppen und Einzelgesprächen. Stationäre hospizliche Versorgung bietet das Hospiz Zum Hl. Franziskus in Gelsenkirchen-Buer. Telefonseelsorge ist rund um die Uhr unter 0800 111 0 111 und 0800 111 0 222 erreichbar.

Quellen

  1. Gesetz über das Friedhofs- und Bestattungswesen (BestG NRW), RECHT.NRW.DE (aktuelle konsolidierte Fassung)
  2. Friedhofssatzung und Friedhofsverwaltung der Stadt Gelsenkirchen, betrieben vom Eigenbetrieb GELSENDIENSTE (Außenauftritt friedhoefe-gelsenkirchen.de)
  3. Friedhofsgebührensatzung — Gebührenübersicht 2025, Fassung vom 18.12.2024, gültig ab 01.01.2025, Städtische Friedhöfe Gelsenkirchen
  4. FriedhofsGEschichte(n) — Westfriedhof, Friedhöfe Gelsenkirchen (Storytelling-Seite; Angabe zur Quote ordnungsbehördlich veranlasster Beerdigungen ist eine Schätzung der Friedhofsverwaltung, kein amtlicher Jahresbericht)
  5. Kriegsgräberstätte Gelsenkirchen-Buer-Hauptfriedhof, Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge e. V. (Flächenangabe Hauptfriedhof, Zahlen sowjetische Tote)
  6. Kriegsgräberstätte Gelsenkirchen-Horst-Südfriedhof, Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge e. V.
  7. Kriegsgräberstätte Gelsenkirchen-Hüllen-Ost-Friedhof, Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge e. V.
  8. Kriegsgräberstätten in Gelsenkirchen, Volksbund NRW
  9. Friedhof Horst-Süd, Wikipedia (Hidden-Gem-Hintergrund, Industriekultur-Route)
  10. Friedhof Horst-Süd, Gelsenkirchener Geschichten Wiki (Community-Quelle)
  11. Ostfriedhof, Gelsenkirchener Geschichten Wiki (Kindersterblichkeit 1897–1919, Community-Quelle)
  12. Reinhard Libuda, Gelsenkirchener Geschichten Wiki
  13. Schalke Fan-Feld: Grundstein gelegt, Schalker Fan-Club Verband (Grundsteinlegung 27.07.2008, Konzeption, Endausbaustufe)
  14. Schalker Themenfriedhof — Hier ist der Himmel immer blau-weiß, taz (Beleg „erster Themenfriedhof für Fußballfans in Deutschland")
  15. Umbettung der Schalker Legende Stan Libuda, Bestattungen Suttmeyer (Januar 2022 — Anker für Umbettungsjahr)
  16. Bestattungskosten im Rahmen der Sozialhilfe, Stadt Gelsenkirchen — Bürgerservice
  17. Antrag auf Übernahme von Bestattungskosten nach § 74 SGB XII, Landkreistag NRW (Mustervorlage)
  18. § 8 BestG NRW — Bestattungspflicht, LexMea

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