Bestattung in Leverkusen
Elf aktive Friedhöfe — sieben städtische und vier katholische — sowie der historische jüdische Friedhof Opladen, dazu eine der teuersten Friedhofsgebührensatzungen Nordrhein-Westfalens und ein gewachsenes Nebeneinander aus Industrieerinnerung, Wupperauen-Park und multikonfessioneller Tradition: Wer in Leverkusen eine Bestattung plant oder Angehörige verloren hat, sieht sich mit einer überschaubaren, aber eigenen Friedhofslandschaft konfrontiert. Diese Seite ordnet die wichtigsten Orte, Gebühren, Fristen und Adressen der Stadt zwischen Rhein und Bergischem Land.
Direkt zur passenden Hilfe — die Details zu Friedhöfen und Kosten in Leverkusen findest du darunter.
Kernfakten Leverkusen
- Aktive Friedhöfe
- 11 (7 städtisch + 4 katholisch) + jüdischer Friedhof Opladen
- Hauptfriedhöfe
- Manfort, Reuschenberg, Schlebusch
- Friedhofsverwaltung
- Stadt Leverkusen, FB Stadtgrün, Nobelstraße 91
- Standesamt
- Rathaus, Friedrich-Ebert-Platz 1
- Bestattungsgesetz
- BestG NRW (Stand: Novelle 01.10.2014)
- Aktuelle Satzung
- 27. Änderung Friedhofsgebührensatzung, gültig ab 01.01.2026
- Urnen-Anteil
- knapp 80 % (Stand 2025)
- Islamisches Grabfeld
- nur Friedhof Reuschenberg (seit 2005)
Bestattungsrecht in Leverkusen — was vor Ort gilt
Leverkusen ist eine kreisfreie Stadt in Nordrhein-Westfalen, und damit gilt vor Ort vollumfänglich das Gesetz über das Friedhofs- und Bestattungswesen des Landes (BestG NRW). Die maßgebliche Rechtsgrundlage ist die Fassung vom 17. Juni 2003, zuletzt umfassend novelliert zum 1. Oktober 2014. Für Angehörige relevant sind vor allem die Bestattungsfristen: Nach § 13 Abs. 2 BestG NRW darf eine Erdbestattung frühestens 24 Stunden nach Eintritt des Todes erfolgen, nach § 13 Abs. 3 müssen sowohl Erdbestattung als auch Einäscherung spätestens innerhalb von zehn Tagen vorgenommen werden. Die Asche muss zudem binnen sechs Wochen nach Aushändigung der Urne beigesetzt sein, und das Krematorium ist verpflichtet, sich diese Beisetzung nachweisen zu lassen.
Eine pauschale Sargpflicht besteht in Nordrhein-Westfalen seit 2003 nicht mehr — der entsprechende Paragraph wurde damals gestrichen. Stattdessen regelt jeder Friedhofsträger über seine Satzung, ob Tuchbestattungen zulässig sind; in Leverkusen entscheidet das die jeweilige Friedhofsordnung des Fachbereichs Stadtgrün. Für die Einäscherung bleibt ein Sarg jedoch aus technischen Gründen vorgeschrieben. Ein Friedhofszwang besteht weiterhin: Nach § 1 Abs. 1, § 14 Abs. 1 und § 15 Abs. 5 BestG NRW müssen Leichen auf einem Friedhof beigesetzt werden, Urnen auf einem Friedhof oder auf See.
Lokal ergänzt wird das Landesrecht durch die Friedhofssatzung der Stadt Leverkusen, die für die sieben kommunalen Friedhöfe gilt — Bergisch Neukirchen, Birkenberg, Lützenkirchen, Manfort, Reuschenberg, Scherfenbrand und Schlebusch. Sie regelt unter anderem die Ruhefristen, die je nach Friedhof und Bodenverhältnissen 20 bis 40 Jahre für Erdbestattungen und einheitlich 20 Jahre für Urnenbestattungen betragen. Für die vier katholischen Friedhöfe (Hitdorf, Quettingen, Rheindorf, Steinbüchel) gelten eigene Satzungen der jeweiligen Kirchengemeinden, und für den jüdischen Friedhof Opladen, der seit der Wiedereröffnung 2016 vereinzelt wieder belegt werden kann, gelten die Vorgaben des jüdischen Religionsgesetzes in Verbindung mit den Genehmigungen der Bezirksregierung Köln.
Die Friedhöfe in Leverkusen
Leverkusen ist eine vergleichsweise junge Stadt — entstanden im Wesentlichen 1930 durch den Zusammenschluss mehrerer Gemeinden, später 1975 erweitert. Diese Geschichte spiegelt sich in der Friedhofslandschaft: kein zentraler Hauptfriedhof prägt das Stadtbild, sondern ein Netz aus Anlagen, die in den ursprünglichen Dörfern und Stadtteilen wurzeln. Die Friedhofsverwaltung der sieben städtischen Anlagen sitzt zentral auf dem Friedhof Manfort, formal in der Nobelstraße 91 in 51373 Leverkusen. Vier weitere Friedhöfe werden von den katholischen Kirchengemeinden verwaltet, hinzu kommt der seit 1833 belegte jüdische Friedhof in Opladen — eine eigene Stadtgeschichte für sich.
Friedhof Manfort — der erste kommunale Friedhof
Der Friedhof Manfort wurde 1907 angelegt — als erster kommunaler Friedhof auf dem heutigen Leverkusener Stadtgebiet und bis heute flächenmäßig die größte Friedhofsanlage der Stadt. Anlass der Eröffnung war die rasch wachsende Bevölkerung der industriegeprägten Gemeinde Wiesdorf, in der die spätere Bayer AG zur dominierenden Größe wurde. Architektonisch bestimmend ist die unter Denkmalschutz stehende, repräsentative Trauerhalle am breiten Hauptweg, die zusammen mit dem alten Baumbestand den parkartigen Charakter der Anlage formt. Westlich der Hauptachse liegt eine Gedenkstätte für die Opfer der Sprengstoff-Explosion bei Bayer im Ersten Weltkrieg vom 27. Januar 1917 — eines der größten Industrieunglücke der frühen deutschen Chemiegeschichte.
Heute fungiert Manfort als zentraler Verwaltungssitz der städtischen Friedhofsverwaltung, ohne offiziell den Status eines Zentralfriedhofs zu führen. Neben klassischen Erdbestattungen für Särge und Urnen gibt es Kolumbarien, einen Ruhegarten (eröffnet 2005) und seit 2013 den zweiten Memoriamgarten Leverkusens — eine etwa 300 Quadratmeter große Anlage, in der die Grabstellen einheitlich von professionellen Friedhofsgärtnern gestaltet und gepflegt werden. Für neue Sargbestattungen und den Erwerb klassischer Wahlgräber ist der Friedhof allerdings seit Ende der 1980er-Jahre weitgehend geschlossen; bestehende Gräber werden weiterhin gepflegt, Urnenbeisetzungen sind im Memoriamgarten und Kolumbarium möglich.
Bestattet sind auf Manfort zahlreiche Persönlichkeiten der frühen Leverkusener Stadtgeschichte, darunter mehrere Ehrenringträger der Stadt. Ein örtlicher Gästeführer-Verein bietet regelmäßig Rundgänge zu kunstvollen Grabmalen und unscheinbaren Steinplatten an, deren Geschichten mit der Frühphase der chemischen Industrie und der Wiesdorfer Arbeiterschaft verflochten sind.
Friedhof Reuschenberg — der Friedhof am Wildpark
Der Friedhof Reuschenberg liegt im Stadtteil Küppersteg an der Grenze zu Opladen, unmittelbar zwischen dem Wildpark Reuschenberg und dem Sportplatz Birkenberg. Die parkähnlich angelegte Fläche mit altem Baumbestand grenzt direkt an den Reuschenberger Wald — der Haupteingang teilt sich faktisch eine Adresse mit dem Eingang zum Wildpark. Die zentrale Trauerhalle wurde 1954/55 nach Plänen des Architekten Kurt-Wilhelm Rink errichtet und prägt mit ihrer Nachkriegsmoderne den Auftakt der Anlage.
Reuschenberg ist der mit Abstand vielseitigste der Leverkusener Friedhöfe in Bezug auf Bestattungsformen. Hier finden sich klassische Wahl- und Reihengräber für Sarg- und Urnenbestattungen ebenso wie anonyme Reihengräber, Baumbestattungen, ein Kolumbarium und ein Grabfeld ohne Gestaltungsvorschriften, in dem unter bestimmten Voraussetzungen auch Grüfte zulässig sind. Anonyme Sarg- und Urnenbestattungen finden in Leverkusen ausschließlich auf diesem Friedhof statt; die Angehörigen dürfen bei der Beisetzung nicht anwesend sein und erhalten auch keine Informationen zur Grablage. Zusätzlich existiert ein gesonderter Bereich für die Bestattung von Früh- und Fehlgeburten ohne Grabbeet.
Reuschenberg ist auch ein Friedhof der Leverkusener Stadtgeschichte: Hier ruhen unter anderem dokumentierte Ehrenringträgerinnen und Ehrenringträger der Stadt sowie kommunalpolitisch prägende Persönlichkeiten der vergangenen Jahrzehnte. Eine vollständige Liste der Persönlichkeitsgräber führt das Stadtarchiv; die Friedhofsverwaltung kann auf Anfrage einzelne Grablagen vermitteln. Jährlich im Herbst veranstalten Stadtverwaltung, evangelische und katholische Kirche eine gemeinsame Gedenkfeier für Verstorbene ohne Angehörige.
Friedhof Schlebusch — Industriellengräber an der Mülheimer Straße
Der städtische Friedhof Schlebusch an der Mülheimer Straße ist ein parkähnlich angelegter, ruhiger Friedhof mit einer Kapelle, in der Trauerfeiern abgehalten werden. Angeboten werden hier Wahlgrabstätten für Erd- und Urnenbestattungen sowie ein Kolumbarium. Was den Friedhof aus Sicht der Stadtgeschichte besonders macht, ist sein Bestand an Grabdenkmälern: Auf dem alten Schlebuscher Friedhof findet sich ein Querschnitt der rheinischen Sepulkralkultur vom späten 18. über das 19. bis ins frühe 20. Jahrhundert — eine Dichte historischer Grabmale, die im Leverkusener Stadtgebiet einmalig ist.
Bestattet sind hier mehrere Generationen der Industriellenfamilie Wuppermann, deren Stahlwerk seit dem 19. Jahrhundert das Schlebuscher Industriebild mitprägte. Auch Mitglieder der Familie Kuhlmann, der die ehemalige Sensenfabrik H.P. Kuhlmann Söhne aus Schlebusch gehörte, ruhen hier. Besonders bemerkenswert ist das Grab von Abraham Schaaffhausen, einem ehemaligen Besitzer des Schlosses Morsbroich, der sich nach seinem Umzug in seine Wahlheimat Schlebusch ausdrücklich an der Mülheimer Straße bestatten ließ.
Katholischer Friedhof Hitdorf — der Rheinfriedhof im Süden
Der katholische Friedhof Hitdorf bildet als einer von vier kirchlich verwalteten Friedhöfen in Leverkusen ein eigenes Kapitel der städtischen Bestattungslandschaft. Er gehört zur Pfarrei St. Stephanus, die wiederum Teil der Kirchengemeinde St. Aldegundis in Leverkusen-Rheindorf ist. Der Friedhof verfügt über eine eigene Kapelle mit Orgel und liegt im südlichsten, rheinnächsten Stadtteil Leverkusens — Hitdorf ist mit seiner Rheinfähre zur Düsseldorfer Seite einer der ältesten und eigenständigsten Ortsteile der Stadt, dessen dörflicher Charakter sich bis heute hält.
Für die Friedhofsgebühren ist nicht die städtische Satzung maßgeblich, sondern eine eigene Friedhofsordnung der Kirchengemeinde. Bestattet werden hier in der Regel Mitglieder der katholischen Pfarrei sowie deren Angehörige; nicht-katholische Bestattungen sind nur in begrenztem Umfang und nach Rücksprache mit dem Friedhofsträger möglich. Die Ruhefristen liegen in vergleichbarer Größenordnung zu den städtischen Friedhöfen, weichen aber in Details ab — vor einer Bestattung sollten Angehörige daher direkt mit der Friedhofsverwaltung der Kirchengemeinde Kontakt aufnehmen.
Jüdischer Friedhof Opladen — das Kleinod an der Robert-Blum-Straße
Der jüdische Friedhof an der Robert-Blum-Straße in Opladen ist der älteste Bestattungsort Leverkusens und ein zentrales Zeugnis der jüdischen Geschichte der Stadt. Er wurde 1833 angelegt — ursprünglich durch die jüdische Familie Samuel Seckel als private Bestattungsstätte — und ab 1855 als Friedhof der Opladener Synagogengemeinde geführt, zu der auch Bürrig, Wiesdorf und Bergisch Neukirchen gehörten. Belegt wurde der Friedhof bis 1939. Heute sind dort laut KuLaDig-Dokumentation des LVR von ursprünglich vermutlich 71 Bestatteten noch rund 20 bis 32 Grabsteine erkennbar, teils mit deutlichen Spuren der Verwitterung.
Die Geschichte des Ortes ist eng mit dem Schicksal der jüdischen Gemeinde Opladens verknüpft: Die Synagoge in der Altstadtstraße wurde im November 1938 durch Brandstiftung zerstört und abgerissen; der Platz heißt heute Platz der Synagoge. Nach Stadtarchiv-Angaben erwarb die Stadt Leverkusen am 8. März 1943 das Friedhofsgrundstück für 1.244 Reichsmark — das Geld wurde an die Reichsvereinigung der Juden gezahlt, später aber beschlagnahmt. Während der NS-Herrschaft wurde der Friedhof komplett verwüstet; ein Opladener Bürger, der mit dem Abräumen beauftragt war, rettete viele Grabsteine, indem er sie sorgfältig vergrub. 1947 wurde der Friedhof wieder hergerichtet und eingeweiht. 1968 stellte die Stadt einen Gedenkstein auf, in den 1990er-Jahren schuf der Bildhauer Wilhelm Völker zwei Denkmäler: zwei Granitsäulen im Stile der Gesetzestafeln für die ab 1855 hier Bestatteten sowie ein Kalkstein-Ensemble für die Holocaust-Opfer Opladens, deren Namen auf einer separaten Stele aufgeführt sind. Quelle für die Datierung und die Bildhauer-Zuordnung: KuLaDig (LVR) und die Online-Dokumentation jüdischer Gemeinden in Deutschland.
Für eine konkrete Bestattung auf dem jüdischen Friedhof müssen Angehörige Kontakt zur Jüdischen Gemeinde Köln und zum Verein Davidstern e.V. aufnehmen; Genehmigung und Begleitung liegen außerhalb der städtischen Friedhofsverwaltung.
Weitere städtische Friedhöfe sind Bergisch Neukirchen (Burscheider Straße 62), Birkenberg (Friesenweg 11, naturnah am Hang gelegen, der erste Memoriamgarten der Stadt befindet sich hier), Lützenkirchen (Bruchhauser Straße 17, namensgleich mit dem Stadtteil, aber nicht zu verwechseln mit Persönlichkeiten gleichen Namens) und Scherfenbrand (Am Scherfenbrand 215, ein ruhiger parkähnlicher Friedhof im Stadtteil Schlebusch). Alle städtischen Friedhöfe sind Montag bis Donnerstag von 7:30 bis 15:45 Uhr, freitags bis 12:15 Uhr und samstags bis 11:45 Uhr für motorisierte Zufahrt geöffnet; die Fußgängertore bleiben unverschlossen. Eine Befahrgenehmigung mit Privat-Pkw erhalten ausschließlich Personen ab vollendetem 80. Lebensjahr oder mit Schwerbehindertenausweis mit Merkzeichen „G" oder „aG".
Bestattungskosten in Leverkusen
Leverkusen gehört zu den teuersten Friedhofsstandorten Nordrhein-Westfalens. Nach der jährlichen Erhebung des Bundes der Steuerzahler NRW lag die Stadt 2024 mit Gebühren von 5.273 Euro für ein einstelliges Sargwahlgrab bei 30 Jahren Nutzungszeit an der Spitze aller untersuchten NRW-Großstädte mit mehr als 100.000 Einwohnern — deutlich über dem damaligen Landesdurchschnitt von 3.497 Euro für vergleichbare Sargbestattungen im Wahlgrab. Auch in den Vorjahren rangierte Leverkusen kontinuierlich unter den fünf teuersten Städten des Landes; in der BdSt-Erhebung 2025 blieb die Stadt mit unverändert 5.273 Euro Spitzenreiter, während der Landesdurchschnitt auf 3.644 Euro stieg.
Die aktuelle Gebührensatzung wurde mit der 27. Änderung beschlossen und gilt ab dem 1. Januar 2026. Sie berücksichtigt unter anderem die Tariferhöhungen im öffentlichen Dienst von 2024 bis 2026 (kumuliert rund 10 Prozent) und Sachkostensteigerungen von jährlich 2,4 Prozent. Die Stadt weist für 2024 einen nicht verrechenbaren Fehlbetrag von rund 538.000 Euro im Friedhofsbetrieb aus — eine Folge des anhaltenden Trends zur Urnenbestattung, deren Anteil in Leverkusen in fünf Jahren von 74 auf knapp 80 Prozent gestiegen ist, während die Infrastruktur-Kosten unverändert bleiben.
Die Kosten für ein Grabnutzungsrecht bei 20 Jahren Ruhezeit bewegen sich nach Angaben der städtischen Friedhofsverwaltung in folgenden Bereichen:
| Grabart | Kostenrahmen (Grabnutzung) | Bemerkung |
|---|---|---|
| Urnenreihengrab (anonym) | ca. 360 € | ohne Namenskennzeichnung, nur Reuschenberg |
| Urnenreihengrab | ca. 375 € | Lage zugewiesen |
| Urnenwahlgrab | ca. 415 € | Wahlmöglichkeit, längere Nutzung |
| Erdbestattung Reihengrab | 1.300 – 2.500 € | Lage zugewiesen, nicht verlängerbar |
| Erdbestattung Wahlgrab (einstellig) | 3.500 – 5.500 € | verlängerbar, frei wählbar |
| Familiengrab / Tiefengrab | bis ca. 7.000 € | mehrstellig oder übereinander |
Werte: städtische Friedhofsverwaltung Leverkusen, Stand der Gebührenkalkulation für 2026. Verbindlich ist ausschließlich die jeweils gültige Gebührensatzung der Stadt Leverkusen.
Gesamtkosten einer Bestattung in Leverkusen
Zur reinen Friedhofsgebühr kommen die Bestatterleistungen, das Grabmal, die Trauerfeier und gegebenenfalls die Dauergrabpflege. Realistische Gesamtkostenspannen für eine Bestattung in Leverkusen:
- Anonyme Urnenbestattung: ca. 2.200 – 3.500 €
- Klassische Urnenbestattung im Reihengrab: ca. 3.500 – 5.500 €
- Erdbestattung im Reihengrab: ca. 5.500 – 8.500 €
- Erdbestattung im Wahlgrab mit Trauerfeier: ca. 7.500 – 12.000 €
- Bestattung im Memoriam- oder Ruhegarten (mit Dauergrabpflegevertrag): zzgl. 2.000 – 5.000 € für 20 Jahre
Die Preisspannen sind weit, weil zwischen einfachster und gehobener Ausführung Faktor drei bis vier liegen kann. Wer Kostenvergleiche anstellt, sollte stets die Friedhofsgebühr (vom Bestatter nur durchgereicht) und die Bestatterleistung getrennt betrachten — sonst sind Angebote nicht vergleichbar.
Sozialbestattung in Leverkusen — wenn die Kosten nicht tragbar sind
Bei Friedhofsgebühren, die in Leverkusen zu den höchsten in Nordrhein-Westfalen zählen, geraten kostentragungspflichtige Angehörige regelmäßig in finanzielle Überforderung. Für diese Fälle sieht § 74 SGB XII die Übernahme der erforderlichen Bestattungskosten durch das Sozialamt vor — soweit den Verpflichteten nicht zugemutet werden kann, die Kosten selbst zu tragen. Maßgeblich ist nicht die Bedürftigkeit der oder des Verstorbenen, sondern die wirtschaftliche Lage der Person, die nach § 8 BestG NRW zur Bestattung verpflichtet ist (Ehegatten, eingetragene Lebenspartner, volljährige Kinder, Eltern, volljährige Geschwister, Großeltern, volljährige Enkelkinder — in dieser Reihenfolge). Auch wer selbst keine Sozialhilfe bezieht, kann antragsberechtigt sein, wenn das eigene Einkommen und Vermögen die Kostentragung nicht zulässt.
Zuständige Stelle in Leverkusen
Anlaufstelle ist der Fachbereich Soziales der Stadt Leverkusen, Abteilung 502 — Soziale Leistungen, seit dem 8. Januar 2026 im neuen Zentralstandort:
Hauptstraße 119, 51373 Leverkusen-Wiesdorf
Telefon: 0214 406-50203 (Soziale Leistungen I)
E-Mail: 502-soziale-leistungen@stadt.leverkusen.de
Zuständig ist das Sozialamt, das der verstorbenen Person bis zum Tod Sozialhilfe gewährt hat; lag keine Sozialhilfe vor, ist das Sozialamt des Sterbeorts zuständig.
Was übernommen wird — und was nicht
Übernommen werden ausschließlich die erforderlichen Kosten einer einfachen und würdigen Bestattung: Sarg oder Urne in einfacher Ausführung, Überführung im Stadtgebiet, einfache Sargausstattung, Grabgebühr für ein Reihengrab nach städtischer Gebührensatzung, einfache Grabherstellung, Trauerredner oder einfache kirchliche Trauerfeier sowie eine Sterbeurkunde. Das Bundessozialgericht hat in seinem Urteil B 8 SO 20/10 R vom 25.08.2011 klargestellt, dass sich der Maßstab des „Erforderlichen" an den am Bestattungsort ortsüblichen Mindeststandards für eine würdige Bestattung orientiert. Nicht übernommen werden in der Regel Wahlgrab- statt Reihengrabgebühren, Grabstein und Grabeinfassung, Trauerkaffee, Traueranzeigen, Blumenschmuck über das einfache Maß hinaus sowie Kosten der Grabpflege.
Antragszeitpunkt
Der Antrag sollte vor der Bestattung gestellt werden, ist nach der Bestattung aber innerhalb angemessener Frist (in der Verwaltungspraxis bis zu zwei Monate nach dem Todestag) ebenfalls möglich. Empfohlen wird, dem Bestattungsunternehmen die Antragstellung mitzuteilen — viele Leverkusener Bestatter rechnen bei vorliegender Kostenübernahmeerklärung direkt mit dem Sozialamt ab. Erforderlich sind unter anderem Sterbeurkunde, Kostenvoranschlag des Bestatters, Nachweise zu Einkommen und Vermögen der antragstellenden Person sowie Angaben zum Nachlass.
Was nach einem Todesfall in Leverkusen zu tun ist
Tritt ein Todesfall in Leverkusen ein, müssen innerhalb weniger Tage mehrere Behördengänge und Entscheidungen koordiniert werden. Die folgende Reihenfolge entspricht der üblichen Praxis in der Stadt; in den meisten Fällen übernimmt das beauftragte Bestattungsunternehmen die Standesamt-Wege, die Angehörigen müssen aber Unterlagen bereitstellen und Entscheidungen treffen.
- Arzt verständigen (sofort). Ist der Tod zu Hause eingetreten, ruft man den Hausarzt oder, außerhalb der Praxiszeiten, den ärztlichen Notdienst unter 116 117. Im Krankenhaus oder Pflegeheim übernimmt die Einrichtung die Leichenschau. Die Ärztin oder der Arzt stellt den Totenschein (Todesbescheinigung) aus.
- Bestatter beauftragen (innerhalb 24 Stunden). Die Wahl ist frei; Angehörige sollten Angebote vergleichen. Der Bestatter übernimmt Überführung, Abstimmung mit der Friedhofsverwaltung und in den meisten Fällen die Anmeldung des Sterbefalls beim Standesamt.
- Sterbefall beim Standesamt Leverkusen beurkunden lassen. Zuständig: Standesamt Leverkusen, Abteilung 332, Rathaus, Friedrich-Ebert-Platz 1, 51373 Leverkusen, Telefon 0214 406-33290, E-Mail 332-standesamt@stadt.leverkusen.de. Erforderlich sind Personalausweis, Totenschein und der Nachweis des letzten Wohnsitzes. Für Bestattungsunternehmen besteht laut Kommunalportal der Stadt ein eigener Schnellschalter zur Sterbefallbeurkundung. Die Sterbeurkunde ist Voraussetzung für die Bestattung selbst (§ 13 Abs. 1 BestG NRW).
- Friedhof und Grabart auswählen. Die städtische Friedhofsverwaltung erreicht man auf dem Friedhof Manfort, Nobelstraße 91, 51373 Leverkusen, Telefon 0214 406-6704. Für katholische Friedhöfe ist die jeweilige Pfarrei zuständig (St. Aldegundis Rheindorf, St. Maria Rosenkranzkönigin Quettingen, St. Nikolaus Steinbüchel und St. Stephanus Hitdorf). Für eine Beisetzung auf dem jüdischen Friedhof Opladen sind die Jüdische Gemeinde Köln sowie der Pflegeverein Davidstern e.V. die Ansprechpartner.
- Trauerfeier und Beisetzung organisieren. Die Frist nach § 13 Abs. 3 BestG NRW beträgt zehn Tage für Erdbestattung und Einäscherung. Bei Wahl einer Urnenbestattung muss die Beisetzung der Asche innerhalb von sechs Wochen nach Aushändigung der Urne erfolgen.
- Versicherungen, Renten und Arbeitgeber informieren. Innerhalb von 24 Stunden bis sieben Tagen sollten Lebensversicherungen, Sterbegeldversicherungen, Krankenkasse, Deutsche Rentenversicherung, Arbeitgeber und gegebenenfalls die Pflegekasse verständigt werden. Originale der Sterbeurkunde benötigt man in der Regel mehrfach — beim Standesamt sollten daher gleich mehrere Exemplare angefordert werden.
- Nachlass regeln. Mietverträge müssen gekündigt, das Erbe muss geregelt werden. Bei Bedarf ist das Nachlassgericht beim Amtsgericht Leverkusen, Gerichtsstraße 9, 51379 Leverkusen, Telefon 02171 491-0, zuständig.
Bestatter-Wahl in Leverkusen — worauf zu achten ist
In Leverkusen sind rund zwei Dutzend Bestattungsunternehmen tätig, die vom kleinen Familienbetrieb bis zur regionalen Filialkette reichen. Eine Empfehlung für einen bestimmten Anbieter spricht diese Seite nicht aus; sinnvoll sind aber strukturierte Vergleiche. Indikatoren für seriöse Anbieter:
- Mitgliedschaft im Bundesverband Deutscher Bestatter (BDB) oder einem seiner Landesverbände (für NRW: Bestatterverband Nordrhein-Westfalen). BDB-Mitglieder verpflichten sich zu einem Verhaltenskodex und nehmen an Fortbildungen teil.
- Markenzeichen-Zertifizierung des Bestatterhandwerks (Markenzeichen des Bestatterhandwerks der TÜV-zertifizierten Anbieter). Sie attestiert geprüfte Qualitätsstandards und ist auf der Website ausgewiesen.
- Schriftliches, detailliertes Angebot mit getrennter Ausweisung der eigenen Leistungen und der Fremdkosten (Friedhofsgebühren, Krematorium, Trauerredner, Blumen). Pauschalangebote ohne Aufschlüsselung sind selten zum Vorteil der Angehörigen.
- Vergleich von mindestens drei Angeboten. Die Preisspreizung zwischen Bestattern für vergleichbare Leistungen kann in Leverkusen 30 bis 60 Prozent betragen, insbesondere bei einfachen Urnenbestattungen.
- Klärung der Vorsorge. Falls die verstorbene Person eine Bestattungsvorsorge oder Sterbegeldversicherung abgeschlossen hat, sollten die Unterlagen vor Auftragsvergabe vorliegen, um die Konditionen mit dem Bestatter abzugleichen.
Da die Friedhofsgebühren in Leverkusen einen besonders hohen Anteil der Gesamtkosten ausmachen, ist der Spielraum bei der Bestatterleistung selbst der entscheidende Hebel — der Friedhofsanteil ist hingegen bei allen Anbietern identisch, da er direkt von der Stadt erhoben wird.
Unverbindliche Anfrage an einen Bestatter in Leverkusen
Diese Anfrage ist ein Vermittlungsangebot und unabhängig vom Transparenz-Partner-Status. Transparenz Partner legen ihre Preisstruktur nach öffentlichen Kriterien offen; Vermittlungspartner können Anfragen erhalten. Ein Bestatter kann beides sein, muss es aber nicht.
Wenn in Deiner Region ein passender Vermittlungspartner verfügbar ist, leiten wir Deine Anfrage weiter. Falls nicht, sagen wir Dir das offen. Es entsteht kein Vertrag, kein Newsletter und kein Verkaufsdruck. Eine mögliche Vermittlungsvergütung betrifft nur weitergeleitete Anfragen — nicht die Aufnahme als Transparenz Partner, nicht die Sichtbarkeit und nicht die Reihenfolge im Verzeichnis.
Transparenz Partner legt Preisbeispiele nach öffentlichen Kriterien offen — kostenlos, nicht käuflich, kein Qualitätsurteil.
Vermittlungspartner kann auf Wunsch eine Anfrage erhalten — eine Vergütung kann nur hier entstehen.
Redaktionelle Inhalte bleiben unabhängig — kein Anbieter kann Platzierungen oder Empfehlungen kaufen.
Häufige Fragen zur Bestattung in Leverkusen
Wie viele Friedhöfe gibt es in Leverkusen?
In Leverkusen werden elf aktive Friedhöfe betrieben: sieben städtische (Bergisch Neukirchen, Birkenberg, Lützenkirchen, Manfort, Reuschenberg, Scherfenbrand, Schlebusch) und vier katholische (Hitdorf, Quettingen, Rheindorf, Steinbüchel). Hinzu kommt der historische jüdische Friedhof Opladen an der Robert-Blum-Straße, dessen Wiedereröffnung am 5. Dezember 2016 von der Bezirksregierung Köln genehmigt wurde und auf dem seit 2017 wieder vereinzelt Bestattungen möglich sind.
Was kostet eine Bestattung in Leverkusen?
Die Friedhofsgebühren der Stadt Leverkusen gehören zu den höchsten in Nordrhein-Westfalen. Laut Erhebung des Bundes der Steuerzahler NRW für 2024 zahlten Angehörige für ein einstelliges Sargwahlgrab mit 30 Jahren Nutzungsrecht 5.273 Euro — der höchste Wert aller untersuchten NRW-Großstädte. Hinzu kommen Bestatterleistungen, Grabstein und Trauerfeier, sodass die Gesamtkosten einer Sargbestattung typischerweise zwischen 6.500 und 11.000 Euro liegen.
Welcher Friedhof in Leverkusen erlaubt islamische Bestattungen?
Der städtische Friedhof Reuschenberg in Leverkusen-Küppersteg verfügt seit 2005 als einziger Friedhof im Stadtgebiet über ein nach Mekka ausgerichtetes Grabfeld für Bestattungen muslimischen Glaubens. Die Zahl der dortigen muslimischen Bestattungen hat in den vergangenen Jahren deutlich zugenommen.
Wo wird in Leverkusen ein Sterbefall beurkundet?
Zuständig ist das Standesamt der Stadt Leverkusen, Abteilung 332, im Rathaus am Friedrich-Ebert-Platz 1, 51373 Leverkusen, telefonisch erreichbar unter 0214 406-33290. In der Regel übernimmt das beauftragte Bestattungsunternehmen die Beurkundung über den eingerichteten Schnellschalter. Angehörige können Sterbeurkunden auch online über das Kommunalportal nachfordern.
Welche Fristen gelten für eine Bestattung in Leverkusen?
Nach § 13 Abs. 2 und 3 BestG NRW darf eine Erdbestattung frühestens 24 Stunden nach Eintritt des Todes vorgenommen werden. Sowohl Erdbestattung als auch Einäscherung müssen innerhalb von zehn Tagen nach dem Tod erfolgen. Die Beisetzung der Totenasche muss innerhalb von sechs Wochen nach Aushändigung der Urne erfolgen und dem Krematorium nachgewiesen werden.
Gilt in Leverkusen eine Sargpflicht?
Seit der Streichung des entsprechenden Paragraphen im Jahr 2003 besteht in Nordrhein-Westfalen keine pauschale Sargpflicht mehr. Ob Tuchbestattungen auf einem konkreten Leverkusener Friedhof zulässig sind, regelt die jeweilige Friedhofssatzung der Stadt Leverkusen nach § 4 Abs. 1 BestG NRW. Für die Einäscherung bleibt ein Sarg aus technischen Gründen erforderlich.
Wie lang sind die Ruhezeiten auf Leverkusener Friedhöfen?
Auf den städtischen Friedhöfen Leverkusens betragen die Ruhefristen für Erdbestattungen je nach Friedhof und Bodenverhältnissen 20 bis 40 Jahre, für Verstorbene unter fünf Jahren 12 bis 25 Jahre. Die Ruhefrist für Urnenbestattungen beträgt einheitlich 20 Jahre, unabhängig von Friedhof und Grabart. Reihengräber sind nicht verlängerbar, Wahlgräber können frühestens ein Jahr vor Ablauf des Nutzungsrechts verlängert werden.
Weitere Städte in Nordrhein-Westfalen
Aachen · Bielefeld · Bochum · Bonn · Dortmund · Düsseldorf · Duisburg · Essen · Gelsenkirchen · Hagen · Köln · Krefeld · Mönchengladbach · Mülheim · Münster · Oberhausen · Wuppertal