Krefeld unterhält elf städtische Friedhöfe mit zusammen rund 130 Hektar Fläche — vom 54 Hektar großen Hauptfriedhof an der Heideckstraße bis zum Dorffriedhof in Hüls. Diese Seite gibt eine sachliche Orientierung zu Friedhöfen, Gebühren und Behördenwegen in der Seidenstadt am linken Niederrhein. Für das vollständige Bestattungsrecht in NRW verweisen wir auf die Landesseite Nordrhein-Westfalen.
Redaktion: Marie-Therese Bollweg · redaktionell recherchiert, nicht extern fachlich geprüft · Stand: 9. Juni 2026
Stand: Mai 2026 (Satzungen 2026 aktuell)Lesezeit: ca. 14 MinutenRedaktion: machsruhig
Bestattungsrecht in Krefeld — kurzer Überblick
Das in Krefeld geltende Bestattungsrecht ergibt sich aus dem Gesetz über das Friedhofs- und Bestattungswesen NRW (BestG NRW) in der Fassung der Bekanntmachung vom 17. Juni 2003, zuletzt geändert durch Artikel 71 des Gesetzes vom 1. Februar 2022, sowie der städtischen Friedhofssatzung vom 18.12.2025. § 4 BestG NRW ist dabei die Ermächtigungsgrundlage, auf der die Krefelder Friedhofsträger ihre eigene Satzung erlassen — sie regeln darin Art, Umfang und Zeitraum der Nutzung, die Durchführung der Bestattung sowie die Höhe der Gebühren.
Zentral für Angehörige in Krefeld sind die Bestattungsfristen nach § 13 BestG NRW: Erdbestattungen dürfen frühestens 24 Stunden nach Eintritt des Todes erfolgen; sowohl Erdbestattungen als auch Einäscherungen müssen spätestens innerhalb von zehn Tagen vorgenommen werden. Die Totenasche ist innerhalb von sechs Wochen beizusetzen — eine wichtige Frist, die in der Praxis häufig knapp wird, wenn die Wahl der Grabart noch nicht getroffen ist. Auf Antrag kann die örtliche Ordnungsbehörde diese Fristen verlängern.
Für Krefeld gilt der bundesweit weitgehend einheitliche Friedhofszwang: Verstorbene dürfen ausschließlich auf öffentlichen oder kirchlichen Friedhöfen bestattet werden. Die Urne darf nicht mit nach Hause genommen werden. NRW erlaubt — abweichend von strengeren Bundesländern — eine Aschestreuung auf hierfür gewidmeten, dauerhaft öffentlich zugänglichen Flächen, sofern dies zu Lebzeiten verfügt wurde. Bei der Erdbestattung gilt nach der Krefelder Friedhofssatzung Sargpflicht; Ausnahmen sind nur im Einzelfall aus nachgewiesenen ethnischen und religiösen Gründen möglich.
Die Krefelder Friedhofssatzung konkretisiert das Landesrecht: Sie regelt unter anderem die Ruhezeiten, die Grabarten, Gestaltungsvorschriften und die Pflichten der Nutzungsberechtigten. Vollständige Details zu Paragraphen, Sargpflicht-Ausnahmen, Bestattungspflicht und der zuständigen Reihenfolge der Angehörigen finden sich auf der machsruhig-Landesseite NRW.
Friedhöfe in Krefeld — vier Porträts
Die folgenden vier Friedhöfe stehen exemplarisch für das Krefelder Bestattungswesen: der überregional bedeutsame Hauptfriedhof, der eigenständig gewachsene Uerdinger Friedhof, der historisch verwurzelte Friedhof Linn und der Dorffriedhof Hüls. Alle elf städtischen Friedhöfe werden vom Kommunalbetrieb Krefeld AöR (KBK) betrieben.
Der Hauptfriedhof an der Heideckstraße ist Krefelds größter Friedhof und zugleich eine der größten innerstädtischen Grünanlagen der Stadt. Er teilt sich in den östlich gelegenen Alten Teil (eröffnet 1867) und den westlich der Heideckstraße liegenden Neuen Teil (eröffnet 1891). Beide Teile zusammen wurden um die Jahrhundertwende konsequent als Parkfriedhof angelegt — gärtnerisch so anspruchsvoll, dass Krefeld in der grünen Friedhofsgestaltung laut Stadtarchiv „zu den Vorreitern" zählte.
Architektonisch prägend sind die Trauerhalle, Leichenhalle und das Krematorium, die zwischen 1913 und 1916 auf dem Neuen Teil errichtet wurden. Alle drei Gebäude stehen unter Denkmalschutz. Das Krematorium nahm bereits im Oktober 1915 seinen Betrieb auf — nach Angaben der Stadt Krefeld als erstes seiner Art im Rheinland und als fünftes in Preußen. Dass eine katholisch geprägte Region wie der Niederrhein so früh ein Krematorium errichtete, gilt unter Stadthistorikern als Beleg für das liberale Klima Krefelds; die katholische Kirche erlaubte die Feuerbestattung erst ab 1964. Das Krematorium stellte 2011 seinen Betrieb ein und sucht seither eine Nachnutzung.
wenig bekannte Besonderheit
Im Jugendstil-Krematorium existierte laut Stadtarchiv Krefeld eine technische Besonderheit: eine Öffnung im Trauerhallenboden, unter der sich ein Fahrstuhl befand, der den Sarg während der Trauerfeier in das Untergeschoss zum Verbrennungsofen absenkte. Die ornamentale und farbliche Innengestaltung der Trauerhalle wurde von einem Krefelder Künstler ausgeführt — Details zur Person finden sich in der Krefelder Lokalliteratur zur Friedhofs- und Kunstgeschichte.
Im Areal eingebettet liegt der jüdische Friedhof Heideckstraße, dessen Begräbnisstätte für die jüdische Gemeinde bereits 1723 angelegt wurde. Auf dem Hauptfriedhof unterhält die Stadt nach Angaben der Westdeutschen Zeitung 47 Ehrengräber (24 auf dem Alten Teil, 23 auf dem Neuen Teil) sowie mehrere Gedenkstätten — für die Bombenopfer des Zweiten Weltkriegs, für Gefallene beider Weltkriege, für die Opfer der Konzentrationslager und für verstorbene Zwangsarbeiter 1941–1945. Die Kriegsgräberstätte umfasst nach Angaben des Volksbundes Deutsche Kriegsgräberfürsorge insgesamt 2.481 Bestattete. Seit 2016 ergänzt ein Memoriam-Garten das Angebot — eine gärtnerisch gestaltete Anlage mit Stelen, Mauerarrangements und Rasenflächen, die als pflegeleichte Alternative zum klassischen Familiengrab konzipiert ist.
Prominente Bestattete (Auswahl)
Cornelius de Greiff (1781–1863), Seidenfabrikant und Wohltäter der Stadt — Ehrengrab auf dem Alten Teil
Marianne Rhodius, geb. de Greiff (1814–1902), Nichte und Universalerbin von Cornelius de Greiff, Stifterin und Förderin von Wohlfahrt und Kultur (u. a. Hauptspenderin beim Bau des Kaiser-Wilhelm-Museums)
Hermann von Beckerath (1801–1870), Krefelder Bankier und Finanzminister im Frankfurter Reichsministerium 1848/49
Otto Brües (1897–1967), Krefelder Schriftsteller und Niederrhein-Dichter
Mitglieder der Seidenbarone-Familien von der Leyen und Deuß; der Stadtwald-Stifter Wilhelm Deuß ruht ebenfalls in einem Ehrengrab
Uerdingen, bis 1929 eine eigenständige Rheinstadt mit Stadtrechten seit 1255, brachte seine kommunale Identität auch in den Friedhofsbau ein. Der heutige Uerdinger Friedhof an der Friedensstraße wurde 1905 angelegt, nachdem der ältere Friedhof an der Duisburger Straße aufgegeben werden musste — die zunehmende Industrialisierung und die Expansion Uerdingens nach Norden ließen die alte Anlage zur Belastung werden. Ein Restteil mit historischen Grabsteinen ist heute noch an der Duisburger Straße gegenüber dem Parkplatz der Siemens AG erhalten. Bereits 1924 musste der neue Friedhof erweitert werden.
Charakteristisch für Uerdingen ist eine Aufteilung und Wegführung, die ihn nach Angaben des KBK „deutlich von allen anderen Krefelder Friedhöfen unterscheidet". Die ursprünglich strikte Trennung zwischen evangelischen und katholischen Gräbern — sowohl räumlich als auch in den Bestattungszeiten — wurde erst 1933 aufgehoben. Bis dahin waren die konfessionellen Grenzen bis in die Uhrzeit der Beisetzung eingeschrieben. Heute zeigt der Friedhof eine Friedhofskapelle und einen weitläufigen Baumbestand.
wenig bekannte Besonderheit
Die konfessionelle Trennung von 1905 ist auf dem Friedhof bis heute am Wegenetz ablesbar: Wer aufmerksam durch die alten Felder geht, erkennt zwei separate Hauptachsen, die ursprünglich evangelische und katholische Bereiche getrennt erschlossen. Sie laufen heute auf die zentrale Kapelle zu — eine architektonische Spur des Uerdinger Sonderwegs, der sich auch nach der Eingemeindung 1929 mit dem Wahlspruch „Oeding blievt Oeding" hartnäckig hielt und bis 1975 in einem rechtlichen Sonderstatus mündete.
Verbindungen zur Stadtgeschichte
Der Friedhof beherbergt Grabstätten Uerdinger Bürger aus der Zeit der Brauerei- und Brennerei-Tradition sowie der Industrialisierung. 1905 — das Eröffnungsjahr des Friedhofs — wurde zeitgleich auch der heutige KFC Uerdingen 05 gegründet, der sich kulturell tief im Stadtteil verankert hat.
Friedhof Linn
Heutige Anlage: seit 1837Lage: Krefeld-Linn, in Sichtweite der Burg Linn
Der Friedhof Linn ist einer der historisch aufschlussreichsten Friedhöfe Krefelds. Der heutige Standort wurde 1837 angelegt — doch bestattet wird in Linn seit weit über tausend Jahren. Der erste rein christliche Friedhof in der Region entstand laut Krefelder Stadtarchiv um 1000 nach Christus zwischen Linn und Stratum. Davor lagen die mittelalterlichen Bestattungsplätze typischerweise direkt an den Kirchen.
Linn war jahrhundertelang Sitz einer kurkölnischen Landesburg — bis heute ist die Burg Linn das touristische Wahrzeichen des Stadtteils. Der Friedhof liegt fußläufig zur Burg und ist räumlich eng mit dem mittelalterlich geprägten Burgstädtchen verwoben. Linn wurde 1901 nach Krefeld eingemeindet, behielt aber bis heute einen eigenständigen dörflichen Charakter, der sich auf dem Friedhof in alten Familiengrabstätten und dem ruhigen, baumbestandenen Wegenetz spiegelt.
wenig bekannte Besonderheit
Auf dem Linner Gebiet wird die jüdische Geschichte der Region greifbar: Der jüdische Friedhof am Kreuzweg, belegt von 1751 bis 1936, beherbergte auch Verstorbene aus Uerdingen, Osterath, Bockum und Hohenbudberg. Laut Jüdischer Gemeinde Krefeld sind 64 Grabsteine aus den Jahren 1792 bis 1936 erhalten. Der jüdische Friedhof Klever Straße in Hüls (17. Jahrhundert) gilt jedoch noch als älter; einige seiner Grabsteine wurden 2017 im Hülser Bruch als Bauschutt wiederentdeckt.
Bedeutung für die Stadt
In Linn ist die mittelalterliche Burgstadtkultur Krefelds am dichtesten erhalten; Familiengrabstätten alteingesessener Linner Familien dokumentieren die Kontinuität bis ins 19. Jahrhundert. Außerhalb des Friedhofs befindet sich die Grabstätte des Krefelder Ehrenbürgers Johannes Johansen — „Vater" des Krefelder Grüngürtels — in der Umfassungsmauer von Haus Schönwasser.
Friedhof Hüls
Eröffnet: 1862Lage: Krefeld-Hüls, nahe dem Hülser Berg
Hüls — bis 1975 eine eigenständige Gemeinde — bringt seine eigene Bestattungstradition mit. Der Hülser Friedhof wurde 1862 angelegt, geplant nach Angaben des KBK vom Architekten Dahmen, gärtnerisch gestaltet vom Gartenbauinspektor Rocholl. Charakteristisch ist die rechteckige Aufteilung durch das Wegenetz, die auf den ersten Blick den dörflich-strukturierten Charakter erkennen lässt.
Eine geografische und kulturelle Besonderheit: Entlang des Friedhofs verlaufen Gleisanlagen des historischen Krefelder Zugs, des „Schluffs", der heute zwischen St. Tönis und dem Hülser Berg als nostalgischer Museums-Zug an Wochenenden in Betrieb ist. Wer auf dem Hülser Friedhof einen Angehörigen besucht, hört im Sommer das Tuckern und Pfeifen der Schmalspurbahn — eine akustische Konstante über mehr als ein Jahrhundert Friedhofsgeschichte.
wenig bekannte Besonderheit
Hüls liegt nördlich der berühmten Uerdinger Linie, der germanistischen Isoglosse, die das Niederfränkische in einen nördlichen Teil (Kleverländisch) und einen südlichen Teil (Südniederfränkisch) gliedert. Während südlich der Linie — also auch in Krefeld-Mitte und Uerdingen — die Form „esch/isch" gilt, gebraucht das Hölsch Plott (der Hülser Dialekt) die Form „eck/ek". Auf den älteren Grabsteinen des Hülser Friedhofs finden sich gelegentlich Inschriften und Beinamen, die diese Sprachgrenze dokumentieren — ein linguistisches Erbe, das die Eingemeindung von 1975 nicht eingeebnet hat.
Bestattete
Hülser Ratsmitglieder und Bürgermeister aus der Zeit vor 1975 sowie Mitglieder der Hülser Hausweber- und Töpferfamilien. Hüls war bis ins 19. Jahrhundert wegen der Tonvorkommen am Hülser Berg ein Zentrum der niederrheinischen Töpferei.
Die weiteren sieben städtischen Friedhöfe — Bockum, Fischeln, Stratum, Traar, Verberg, Elfrath und Oppum — spiegeln jeweils den ursprünglich eigenständigen Charakter der jeweiligen Stadtteile, die zwischen 1901 und 1975 nach Krefeld eingemeindet wurden. Der älteste Teil des Fischelner Friedhofs stammt aus dem Jahr 1853; die Trauerhalle in Fischeln wurde nach Angaben des KBK 1994 in einem zeitgenössischen Entwurf neu errichtet. Auch Verberg verfügt über eine eigene Trauerhalle, die in der Krefelder Gebührensatzung mit einem reduziertem Tarif geführt wird. Eine vollständige Übersicht aller elf Friedhöfe inklusive Lageplänen findet sich auf der Website des Kommunalbetriebs Krefeld AöR.
Bestattungskosten in Krefeld
Die Friedhofsgebühren in Krefeld richten sich nach der Friedhofsgebührensatzung des Kommunalbetriebs Krefeld AöR (Stammfassung im Krefelder Amtsblatt Nr. 7/19 vom 14.02.2019, zuletzt geändert durch die 6. Änderungssatzung vom 18.12.2025, Krefelder Amtsblatt Nr. 52/25 vom 23.12.2025, Inkrafttreten 01.01.2026). Maßgebliche Rechtsgrundlagen sind §§ 7, 8, 9 GO NRW, §§ 1–6 KAG NRW und § 4 BestG NRW.
Die folgende Tabelle gibt die wichtigsten Nutzungsgebühren für Grabstätten wieder. Hinzu kommen die Bestattungsgebühren (z. B. Sargbestattung Erwachsene 1.282 €) sowie die Aufstellung von Grabmalen (stehende Grabmale 209 €):
Grabart
Gebühr
Reihengrabstätte Sarg (Erwachsene)
1.860,00 €
Reihengrabstätte Sarg (Kinder bis 6 Jahre, 20 Jahre Nutzungsrecht)
380,00 €
Wahlgrabstätte zur Zweifachbelegung, je Grabstelle
3.450,00 €
Parkgrabstätte zur Zweifachbelegung, je Grabstelle (mind. 2 Stellen)
8.280,00 €
Rasengrabstätte mit zentralem Gedenkstein (Sarg)
4.620,00 €
Urnenreihengrabstätte (inkl. Einfassung)
1.680,00 €
Urnenwahlgrabstätte
2.700,00 €
Baumwahlgrabstätte
5.040,00 €
Baumreihengrabstätte
960,00 €
Anonyme Urnengrabstätte
2.100,00 €
Anonyme Ascheeinbringung
2.640,00 €
Urnenkammer
10.200,00 €
Urnengemeinschaftskammer
1.530,00 €
Urnengemeinschaftsgrabstätte
690,00 €
Quelle: Friedhofsgebührensatzung 2026, § 5 Gebührentarif, Abschnitt III (Erwerb von Nutzungsrechten). Beachten: Wahl- und Parkgrabstätten sind pro Grabstelle ausgewiesen — bei einer Zweifachbelegung verdoppeln sich die Werte. Die konkrete Nutzungszeit ergibt sich aus der Ruhezeit gemäß Friedhofssatzung.
Annahme/Verwahrung des Verstorbenen, Kühlraum bis Beisetzung
124,00 €
Zuschlag Sargbestattung an Samstagen
235,00 €
Zuschlag Urnenbestattung an Samstagen
140,00 €
Quelle: Friedhofsgebührensatzung 2026, Abschnitte I und II.
Gesamtkostenspanne Krefeld: Die in den obigen Tabellen ausgewiesenen Werte sind die kommunalen Friedhofsgebühren nach der aktuellen Satzung 2026. Rechnerisch ergibt sich beispielsweise für ein Urnenreihengrab eine kommunale Mindestbelastung von rund 2.000 € (1.680 € Nutzungsrecht + 291 € Grabbereitung; mit Trauerhalle 297 € rund 2.270 €); für ein Sargwahlgrab zur Zweifachbelegung rund 4.730 € (3.450 € Nutzungsrecht + 1.282 € Bestattungsgebühr). Hinzu kommen Bestatter-Leistungen (Überführung, Sarg/Urne, Trauerfeier, Trauerdruck), Steinmetz und Floristik. Eine vollständige Urnenbestattung in Krefeld bewegt sich nach Erhebungen zu Bestattungskosten in deutschen Großstädten (u. a. Aeternitas e.V., Stiftung Warentest) typischerweise zwischen 3.500 € und 6.500 €, eine klassische Sargbestattung mit Wahlgrab zwischen 6.500 € und 12.500 €. Diese Spannen sind rechnerisch aus den kommunalen Tabellenwerten zuzüglich branchenüblicher Bestatter-Pauschalen hergeleitet; die individuelle Endrechnung hängt stark von Grabart, Trauerhalle, Sargmodell und Bestatter-Leistungen ab.
Wichtig zu wissen: Reihengräber können nicht verlängert werden, Wahlgräber dagegen schon — auf Antrag bei der KBK-Friedhofsverwaltung in Schritten von mindestens 5 Jahren, maximal jedoch bis zu 30 Jahre (§ 5 III.3.2 Gebührensatzung). Wer die Pflege abgeben möchte, kann das Nutzungsrecht aufgeben; hier fällt eine jährliche Pflegegebühr von 50 € plus eine einmalige Verwaltungsgebühr von 22 € an.
Was kostet die Bestattung konkret? Berechne deinen Kostenrahmen mit anonymer Eingabe in zwei Minuten: → Bestattungskosten-Rechner. Vergleicht Erd-, Feuer- und Seebestattung mit aktuellen Friedhofsgebühren und Bestatterleistungen.
Hast Du schon ein konkretes Angebot oder eine Rechnung? Mit dem → Angebotsprüfer prüfst Du in 3 Minuten mit Ampel, ob Preis und Posten plausibel sind.
Was nach einem Todesfall in Krefeld zu tun ist
Die folgenden Schritte gelten für einen Todesfall im Krefelder Stadtgebiet. Die Reihenfolge orientiert sich an den gesetzlichen Fristen des BestG NRW und der Krefelder Friedhofssatzung.
Arzt für die Leichenschau rufen
Bei häuslichem Todesfall: Hausarzt oder ärztlicher Bereitschaftsdienst (Tel. 116 117). Bei Tod im Krankenhaus oder Pflegeheim übernimmt die Einrichtung. Der Arzt stellt die Todesbescheinigung aus — Voraussetzung für jede weitere Maßnahme nach § 13 Abs. 1 BestG NRW.
Frist: unverzüglich. Erdbestattungen sind erst nach 24 Stunden zulässig (§ 13 Abs. 2 BestG NRW).
Bestatter beauftragen
Der Bestatter übernimmt Überführung, Behördengänge (inkl. Standesamt-Meldung) und die Koordination mit der KBK-Friedhofsverwaltung. Eine Liste der in Krefeld tätigen Innungsbestatter findet sich beim Stadtverband Krefeld des Bestatterverbands NRW.
Sterbefall im Standesamt Krefeld beurkunden
Zuständig: Standesamt Krefeld, Rheinstraße 138, 47798 Krefeld. Aktuelle Telefonnummern, Sprechzeiten und Online-Terminbuchung finden Angehörige im Serviceportal der Stadt Krefeld unter service.krefeld.de/standesamt. Erforderliche Unterlagen: Todesbescheinigung, Personalausweis/Reisepass des Verstorbenen, Geburtsurkunde, ggf. Heiratsurkunde oder Sterbeurkunde des Ehepartners.
In der Regel übernimmt der beauftragte Bestatter die Meldung mit Vollmacht der Angehörigen.
Grabstätte mit der KBK-Friedhofsverwaltung klären
Adresse: Kommunalbetrieb Krefeld AöR, Friedhofsverwaltung, Heideckstraße 127, 47805 Krefeld. Geschäftsadresse KBK: Ostwall 175, 47798 Krefeld. Aktuelle Kontaktdaten, Sprechzeiten und Antragsformulare unter kbk-krefeld.de/service/friedhof. Bei bestehenden Familiengräbern muss das Nutzungsrecht nachgewiesen werden.
Trauerfeier und Bestattung durchführen
Spätestens 10 Tage nach Todeseintritt (§ 13 Abs. 3 BestG NRW). Die zentrale Trauerhalle des Hauptfriedhofs ist die Hauptzeremonienhalle Krefelds; daneben bestehen Kapellen oder Trauerhallen auf den Friedhöfen Uerdingen, Fischeln, Linn, Verberg und weiteren Standorten. Bei Einäscherung muss die Beisetzung der Urne innerhalb von 6 Wochen erfolgen (§ 13 BestG NRW).
Nachlass und laufende Verträge regeln
Krankenkasse, Renten- und Versicherungsträger informieren; Bankkonten klären; Mietvertrag, Strom-, Gas-, Telefonverträge kündigen oder umschreiben. Erbschein beim Amtsgericht Krefeld (Nordwall 131, 47798 Krefeld) beantragen, falls erforderlich.
Sozialbestattung in Krefeld: Wer die Kosten einer Bestattung nicht aus dem Nachlass oder eigenem Vermögen tragen kann, hat nach § 74 SGB XII Anspruch auf Übernahme der erforderlichen Kosten durch das Sozialamt. Zuständig in Krefeld: Fachbereich Soziales, Senioren und Wohnen der Stadt Krefeld (laut KBK-Bestattungsauftragsformular). Der Antrag muss vor der Bestattung gestellt werden; Bestatter weisen in der Regel auf diese Möglichkeit hin.
Bestatter-Wahl in Krefeld
Der Krefelder Bestatter-Markt ist mittelständisch geprägt, mit einer Mischung aus alteingesessenen Familienbetrieben — teils in dritter und vierter Generation — und überregionalen Filialisten. Der wichtigste Qualitäts-Indikator ist die Mitgliedschaft im Bestatterverband Nordrhein-Westfalen e.V. (Cecilienallee 5, 40474 Düsseldorf), der eigene Bezirks- und Stadtverbände unterhält, darunter den Stadtverband Krefeld.
Qualitätsmerkmale: Markenzeichen und Zertifizierungen
Das wichtigste verbindliche Qualitätssiegel im deutschen Bestattungsgewerbe ist das Markenzeichen „Bestatter — vom Handwerk geprüft" des Bundesverbands Deutscher Bestatter e.V. Es ist als Kollektivmarke beim Deutschen Patent- und Markenamt eingetragen und wird in einem Audit-Verfahren nach DIN EN 15017 („Bestattungsdienstleistungen") regelmäßig durch unabhängige Prüfer kontrolliert. Markenzeichen-Bestatter verpflichten sich zu:
24-Stunden-Erreichbarkeit an 365 Tagen
Transparenter, nachvollziehbarer Preisgestaltung
Angemessenen Räumlichkeiten und einer breiten Palette an Trauerwaren
Regelmäßiger Fortbildung — mindestens ein Inhaber oder leitender Mitarbeiter muss die Prüfung zum „Geprüften Bestatter", zum Bestattermeister oder als Bestattungsfachkraft (HWO § 42) abgelegt haben
Absoluter Verschwiegenheit über vertrauliche Informationen
Bundesweit führen rund 1.000 bis 1.200 Bestattungsunternehmen das Markenzeichen — in NRW eine deutliche Mehrheit der über die Innung organisierten Betriebe. Daneben existieren das Innungssiegel sowie das Aeternitas-Siegel „Qualifizierter Bestatter".
Preisvergleich — worauf zu achten ist
Da Bestatterleistungen kommunal nicht reguliert sind, schwanken die Preise in Krefeld erheblich. Empfehlenswert ist das Einholen von mindestens drei schriftlichen Kostenvoranschlägen. Aussagekräftig ist ein Vergleich nur, wenn folgende Positionen einzeln aufgeschlüsselt sind:
Fremdkosten („durchlaufende Posten"): Friedhofsgebühren, Standesamt, Krematorium, Steinmetz, Floristik, Trauerredner. Diese müssen separat ausgewiesen sein, da sie identisch sind, egal welcher Bestatter beauftragt wird.
Optionen mit hoher Spannweite: Sargmodell (Spanne 200 € bis über 3.000 €), Urnenmodell, Trauerhallennutzung, Floristik
Der Bestatterverband NRW bietet auf seiner Website eine Bestatter-Suche nach Postleitzahl an. Wer Bestattungsvorsorge plant, kann seine Wünsche und finanzielle Absicherung zudem über die Deutsche Bestattungsvorsorge Treuhand AG (Tochter des BDB) treuhänderisch absichern.
Unverbindliche Anfrage an einen Bestatter in Krefeld
Diese Anfrage ist ein Vermittlungsangebot und unabhängig vom Transparenz-Partner-Status. Transparenz Partner legen ihre Preisstruktur nach öffentlichen Kriterien offen; Vermittlungspartner können Anfragen erhalten. Ein Bestatter kann beides sein, muss es aber nicht.
Wenn in Deiner Region ein passender Vermittlungspartner verfügbar ist, leiten wir Deine Anfrage weiter. Falls nicht, sagen wir Dir das offen. Es entsteht kein Vertrag, kein Newsletter und kein Verkaufsdruck. Eine mögliche Vermittlungsvergütung betrifft nur weitergeleitete Anfragen — nicht die Aufnahme als Transparenz Partner, nicht die Sichtbarkeit und nicht die Reihenfolge im Verzeichnis.
Wichtig zur Einordnung
Transparenz Partner legt Preisbeispiele nach öffentlichen Kriterien offen — kostenlos, nicht käuflich, kein Qualitätsurteil.
Vermittlungspartner kann auf Wunsch eine Anfrage erhalten — eine Vergütung kann nur hier entstehen.
Redaktionelle Inhalte bleiben unabhängig — kein Anbieter kann Platzierungen oder Empfehlungen kaufen.
Sozialbestattung in Krefeld — wenn die Kosten nicht selbst getragen werden können
Reicht der Nachlass nicht aus und sind auch die bestattungspflichtigen Angehörigen finanziell nicht in der Lage, die Kosten zu tragen, übernimmt der Sozialhilfeträger nach § 74 SGB XII die erforderlichen Bestattungskosten — also den ortsüblich angemessenen Rahmen einer einfachen, würdigen Bestattung. Wichtig: Den Antrag möglichst vor Beauftragung des Bestatters stellen, spätestens jedoch zeitnah nach der Bestattung. Eine rückwirkende Übernahme bereits beglichener Rechnungen ist nicht ausgeschlossen, in der Praxis aber an zusätzliche Nachweispflichten gebunden.
Wer ist antragsberechtigt?
Antragsberechtigt ist die Person, die nach § 8 BestG NRW (Bestattungsgesetz Nordrhein-Westfalen) zur Bestattung verpflichtet ist — in der gesetzlichen Rangfolge: Ehegatten/eingetragene Lebenspartner, volljährige Kinder, Eltern, volljährige Geschwister, Großeltern, volljährige Enkelkinder. Vorrangig haften zivilrechtlich die Erben (§ 1968 BGB) und Unterhaltspflichtige; das Sozialamt prüft, ob aus dem Nachlass oder von vorrangig Verpflichteten Mittel verfügbar sind. Die örtliche Zuständigkeit richtet sich nach § 98 Abs. 3 SGB XII: bei laufendem Sozialhilfebezug der verstorbenen Person bleibt der bisherige Träger zuständig, sonst der Träger am Sterbeort.
Höchstrichterliche Klärung: Erbausschlagung schließt Anspruch nicht aus
Das Bundessozialgericht hat mit Urteil vom 25.08.2011 (Az. B 8 SO 20/10 R) entschieden, dass die Verpflichtung zur Tragung der Bestattungskosten nicht zwingend an die Erbenstellung anknüpft. Auch wer das Erbe ausgeschlagen hat, aber landesrechtlich bestattungspflichtig bleibt, kann unter den Voraussetzungen des § 74 SGB XII einen Anspruch auf Kostenübernahme haben — die Zumutbarkeit der Eigenfinanzierung ist gesondert zu prüfen. Eine pauschale Ablehnung wegen Erbausschlagung ist damit nicht zulässig.
Was übernommen wird — und was nicht
Übernommen werden die erforderlichen Kosten für eine einfache, aber würdige, den ortsüblichen Verhältnissen entsprechende Bestattung: Sarg oder Urne in einfacher Ausführung, Überführung im Stadtgebiet, Grabnutzungsrecht für ein Reihengrab über die Ruhezeit, Beisetzungsgebühr, eine schlichte Trauerfeier am Grab. Nicht übernommen werden in der Regel Grabstein und Einfassung, dauerhafte Grabpflege, Trauerdruck, Blumenschmuck über das übliche Maß hinaus, Trauerkaffee oder eine Erweiterung zum Wahlgrab.
Vor Antragsstellung sollten alle Belege zum Vermögen und Einkommen der verstorbenen Person sowie zur eigenen finanziellen Lage gesammelt werden.
Vorsorge-Tipp gegen Sozialbestattung: Eine Sterbegeldversicherung deckt die Bestattungskosten ab, damit Angehörige nicht in die § 74-Lage geraten. Vergleichsrechner für Tarife und Versicherungssummen: → Sterbegeldversicherung vergleichen (Check24). Hinweis: machsruhig verlinkt diesen Vergleich als Affiliate, der dabei verdiente Anteil finanziert die Redaktion — ohne Mehrkosten für Dich.
Häufige Fragen zur Bestattung in Krefeld
Wie viele Friedhöfe gibt es in Krefeld?
In Krefeld werden elf städtische Friedhöfe vom Kommunalbetrieb Krefeld AöR (KBK) betrieben: Hauptfriedhof, Uerdingen, Linn, Hüls, Bockum, Fischeln, Stratum, Traar, Verberg, Elfrath und Oppum. Zusammen umfassen sie eine Fläche von rund 130 Hektar. Daneben existieren mehrere jüdische Friedhöfe der Jüdischen Gemeinde Krefeld (u. a. Heideckstraße, Am Strathhof, Klever Straße und am Kreuzweg) sowie kirchliche Begräbnisflächen.
Was kostet ein Urnenreihengrab in Krefeld?
Nach der Krefelder Friedhofsgebührensatzung 2026 (Inkrafttreten 01.01.2026, 6. Änderungssatzung vom 18.12.2025) kostet das Nutzungsrecht an einer Urnenreihengrabstätte inkl. Einfassung 1.680,00 €. Hinzu kommt die Grabbereitungs-Gebühr für die Urnenbeisetzung in Höhe von 291,00 € sowie gegebenenfalls Trauerhallennutzung (297,00 €) und Annahme/Transport der Urne (47,00 €). Bestatter-Leistungen sind hierin nicht enthalten.
Wie lange ist die Ruhezeit auf Krefelder Friedhöfen?
Die konkrete Ruhezeit wird durch die Krefelder Friedhofssatzung vom 18.12.2025 festgelegt; das BestG NRW gibt mit § 4 die Ermächtigung zum Satzungserlass, schreibt jedoch keine landesweit einheitliche Ruhezeit numerisch vor. In NRW sind je nach Bodenbeschaffenheit Ruhezeiten zwischen 15 und 25 Jahren üblich. Wahlgräber können auf Antrag in Schritten von mindestens 5 Jahren, maximal bis zu 30 Jahre, verlängert werden (§ 5 III.3.2 Gebührensatzung). Reihengräber sind nicht verlängerbar — nach Ablauf der Ruhezeit erlischt das Nutzungsrecht. Konkrete Angaben zur jeweiligen Grabart finden Angehörige in der aktuellen Friedhofssatzung der Stadt Krefeld.
Welche Bestattungsfrist gilt in Krefeld?
Das BestG NRW schreibt in § 13 vor: Erdbestattungen dürfen frühestens 24 Stunden nach Eintritt des Todes erfolgen. Sowohl Erdbestattungen als auch Einäscherungen müssen innerhalb von zehn Tagen vorgenommen werden. Die Totenasche ist innerhalb von sechs Wochen beizusetzen. Die örtliche Ordnungsbehörde — in Krefeld zuständig im Fachbereich Bürgerservice — kann diese Fristen auf Antrag verlängern.
Gibt es in Krefeld einen Friedhofszwang?
Ja, in Nordrhein-Westfalen und damit auch in Krefeld gilt grundsätzlich Friedhofszwang. Sowohl Erdbestattung als auch Urnenbeisetzung müssen auf einem öffentlichen oder kirchlich anerkannten Friedhof stattfinden. Die private Aufbewahrung der Urne zu Hause ist nicht zulässig. NRW erlaubt allerdings — abweichend von strengeren Bundesländern wie Bayern — eine Aschestreuung auf hierfür ausgewiesenen, dauerhaft öffentlich zugänglichen Flächen, sofern dies zu Lebzeiten verfügt wurde. Ob auf Krefelder Friedhöfen eine entsprechende Streufläche eingerichtet ist, klären Angehörige am besten direkt mit der KBK-Friedhofsverwaltung.
Wo findet man qualifizierte Bestatter in Krefeld?
Der Bestatterverband NRW e.V. mit Sitz in Düsseldorf unterhält einen Stadtverband Krefeld. Eine Bestatter-Suche nach Postleitzahl ist über bestatter-nrw.de möglich. Empfohlene Qualitätsmerkmale: das Markenzeichen „Bestatter — vom Handwerk geprüft" (Kollektivmarke des Bundesverbands Deutscher Bestatter, zertifiziert nach DIN EN 15017), Innungsmitgliedschaft und nachweisbare Fortbildung des Inhabers oder leitender Mitarbeiter zum Geprüften Bestatter, Bestattermeister oder als Bestattungsfachkraft nach § 42 HWO.
Wo wird in Krefeld der Sterbefall beurkundet?
Zuständig ist das Standesamt Krefeld, Rheinstraße 138, 47798 Krefeld. Der Sterbefall muss spätestens am dritten auf den Tod folgenden Werktag gemeldet werden. Aktuelle Telefonnummern, Sprechzeiten und Online-Termine sind im Serviceportal der Stadt Krefeld unter service.krefeld.de/standesamt hinterlegt. In der Regel übernimmt der beauftragte Bestatter die Meldung im Auftrag der Angehörigen. Erforderliche Unterlagen: Todesbescheinigung, Personalausweis/Reisepass des Verstorbenen, Geburtsurkunde und gegebenenfalls Heirats- oder Sterbeurkunde des Ehepartners.