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Bestattung in Mülheim an der Ruhr

Zehn städtische Friedhöfe vom denkmalgeschützten Altstadtfriedhof bis zum 45 Hektar großen Hauptfriedhof in Holthausen, eine zentrale Friedhofsverwaltung am Amt für Grünflächenmanagement und Friedhofswesen, die Gebührensatzung vom 20. Dezember 2022 – Mülheim hat als alte Industriestadt im westlichen Ruhrgebiet eine ungewöhnlich dichte Friedhofslandschaft erhalten. Diese Seite ordnet die wichtigsten Orte, Kosten und Abläufe rund um eine Bestattung in Mülheim ein.

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Kernfakten Bestattungswesen Mülheim an der Ruhr

Städtische Friedhöfe
10 (8 aktiv für reguläre Beisetzungen)
Größter Friedhof
Hauptfriedhof Holthausen, rund 45 ha
Portal Hauptfriedhof
denkmalgeschützt, um 1928 von Theodor Suhnel
Ältester Friedhof
Altstadtfriedhof, geweiht am 12. November 1812
Gesamtfläche
rund 100 ha Friedhofsflächen
Trägerschaft
Amt 67 – Grünflächenmanagement und Friedhofswesen
Zentrale Verwaltung
Hauptfriedhof, Zeppelinstraße 132, 45470 Mülheim
Gebührensatzung
Stand 20.12.2022
Anwendbares Gesetz
Bestattungsgesetz NRW (BestG NRW), Stand 01.10.2014

Rechtlicher Rahmen: BestG NRW kurz erklärt

Bestattungsrecht ist in Deutschland Ländersache. Für Mülheim an der Ruhr gilt das Gesetz über das Friedhofs- und Bestattungswesen (BestG NRW) in der Fassung vom 1. Oktober 2014. Es regelt unter anderem Bestattungspflicht, Fristen, zulässige Bestattungsformen, die Zertifizierungspflicht für importierte Grabsteine und die Befugnis der Gemeinden, eigene Friedhofssatzungen zu erlassen. Eine ausführliche Darstellung des Bestattungsrechts in NRW findet sich auf der Bundeslandseite Nordrhein-Westfalen.

Für die örtliche Praxis in Mülheim sind drei Punkte besonders relevant. Erstens die Bestattungsfristen: Nach § 13 Abs. 2 BestG NRW dürfen Erdbestattungen frühestens 24 Stunden nach Eintritt des Todes durchgeführt werden, nach § 13 Abs. 3 müssen sie spätestens innerhalb von zehn Tagen erfolgen. Die zuständige Behörde kann nach § 13 Abs. 2 BestG NRW in begründeten Fällen Ausnahmen von der 24-Stunden-Wartefrist zulassen – in der Verwaltungspraxis insbesondere bei muslimischen und jüdischen Bestattungen, bei denen eine zeitnahe Beisetzung Teil des Glaubensritus ist. Die Ausnahme ist beim Ordnungsamt zu beantragen. Die zehntägige Höchstfrist ist im Bundesvergleich kurz, aber praktikabel. Zweitens die Sterbefallanzeige: Nach § 28 PStG ist ein Sterbefall spätestens am dritten auf den Tod folgenden Werktag beim Standesamt anzuzeigen; § 30 PStG verpflichtet Krankenhäuser, Pflege- und Alteneinrichtungen, diese Meldung selbst zu erstatten. Drittens die Trägerschaft: Nach § 1 BestG NRW sind primär die Gemeinden und Religionsgemeinschaften des öffentlichen Rechts Friedhofsträger; durch die Novelle 2014 ist nach § 1 Abs. 4 und 5 die Beleihung gemeinnütziger Religionsgemeinschaften sowie unter engen Voraussetzungen privater Rechtsträger möglich. In Mülheim sind die Friedhofsträger praktisch die Stadt sowie wenige konfessionelle Begräbnisstätten.

Mülheim regelt darüber hinaus über die Friedhofssatzung vom 19. Dezember 2013 und die Gebührensatzung vom 20. Dezember 2022 die Details: Ruhezeiten, Grabarten, Gestaltungsvorgaben und Gebühren. Die Ruhezeit für Wahl- und Reihengräber beträgt in Mülheim bis zu 30 Jahre; Nutzungsrechte an Wahlgräbern können verlängert werden, Reihengräber laufen mit Ablauf der Ruhezeit aus. Für die meisten rechtlichen Detailfragen – Sargpflicht, Ausnahmen bei religiösen Bestattungen, Aschenverstreuung außerhalb von Friedhöfen, Leichenpass für Überführungen ins Ausland – verweist diese Seite ausdrücklich auf die Übersicht zum Bestattungsrecht in Nordrhein-Westfalen, in der die §§ vollständig kommentiert sind.

Eine NRW-Besonderheit verdient an dieser Stelle einen kurzen Hinweis, weil sie auch in Mülheim greift: Seit dem 1. Januar 2020 dürfen nach § 4a BestG NRW auf den Friedhöfen des Landes Grabsteine aus China, Indien, den Philippinen und Vietnam nur aufgestellt werden, wenn sie über ein anerkanntes Zertifikat ohne ausbeuterische Kinderarbeit verfügen. Steinmetze und Friedhofsverwaltung achten in Mülheim auf diesen Nachweis; Verstöße können mit einem Bußgeld bis 3.000 Euro geahndet werden.

Die wichtigsten Friedhöfe in Mülheim an der Ruhr

Die Stadt Mülheim verwaltet zehn Friedhöfe, von denen auf acht aktuell reguläre Beisetzungen stattfinden. Der Holthausener Friedhof an der Röntgenstraße 7–11 – nicht zu verwechseln mit dem benachbarten Hauptfriedhof im selben Stadtteil – besteht seit 1823, dort werden seit 1957 keine Beisetzungen mehr durchgeführt; er dient als historische Anlage. Der Ehrenfriedhof ist ebenfalls für reguläre Bestattungen geschlossen. Der Altstadtfriedhof wurde 1967 vollständig geschlossen, lässt aber seit 1988 wieder Urnenbeisetzungen über das Patenschaftsmodell zu. Die folgende Auswahl beleuchtet vier Friedhöfe, die für die Stadtgeschichte und für die heutige Bestattungspraxis besonders prägend sind.

Hauptfriedhof Holthausen

Lage: Zeppelinstraße 132, 45470 Mülheim-Holthausen · Anlage: 1915 · Eröffnet: 15. April 1916 · Fläche: rund 45 Hektar

Der Hauptfriedhof ist der größte und zentralste Bestattungsort der Stadt. Er entstand auf einem ehemaligen Exerzierplatz, nachdem der Altstadtfriedhof zu Beginn des 20. Jahrhunderts zu klein geworden war. Die Anlage geht auf einen Wettbewerb zurück, dessen Siegerentwurf „Den Toten zur Ruh“ vom Mülheimer Architekten Theodor Suhnel stammte; der zweitplatzierte Entwurf „Grünumhegt“ der Magdeburger Landschaftsarchitekten Friedrich Bauer und Walter Günther wurde mit dem Suhnel-Entwurf vereinigt und auf rund 38 Hektar ausgeführt. Die Bauleitung lag bei Fritz Keßler aus Leipzig. Die Eröffnung erfolgte am 15. April 1916. Eine erste Erweiterung folgte 1924, eine zweite 1978 nach Plänen der Landschaftsarchitekten Gustav und Rose Wörner.

Prägend ist das denkmalgeschützte Portalgebäude an der Zeppelinstraße: ein langgezogenes Eingangsensemble mit zentralem Hauptportal und Glockenturm, das um 1928 von Theodor Suhnel errichtet und 1984 bis 1986 restauriert wurde. Vom Portal führt eine rund 300 Meter lange Allee geradlinig auf das Ruhrtal zu und bildet die Hauptachse des Friedhofs. Etwa 75 Prozent der Fläche sind Grün-, Wege- und Gebäudeflächen, nur rund 25 Prozent Grabflächen – ein für deutsche Großstadtfriedhöfe ungewöhnliches Verhältnis, das dem Friedhof bereits zur Eröffnungszeit den Ruf einer parkartigen Anlage einbrachte.

Stadtökologisch ist der Hauptfriedhof inzwischen ein dokumentierter Hotspot der Artenvielfalt. Eine Untersuchung im Mülheimer Jahrbuch 2022 von Corinne Buch, Tobias Rautenberg und Peter Keil mit dem Titel „Der Hauptfriedhof – ein Hotspot der Artenvielfalt“ belegt die hohe Wildpflanzenvielfalt des Geländes; sehenswert sind die Waldbereiche mit exotischen Baumarten wie Mammutbäumen. Die alte Trauerhalle aus der Eröffnungszeit dient bis heute kleineren Trauergesellschaften; bei Renovierungsarbeiten 2005 wurden Deckenmalereien freigelegt und erneuert. Die neue Trauerhalle steht auf dem höchsten Punkt des Geländes und besitzt eine Glaskuppel sowie eine etwa acht Meter hohe zweiflügelige Bronzetür. Seit dem 13. Juni 1996 verfügt der Hauptfriedhof außerdem über ein etwa 1.000 Quadratmeter großes islamisches Grabfeld – eine vergleichsweise frühe Anlage im westlichen Ruhrgebiet.

Wenig bekannt: Auf dem Hauptfriedhof liegt das Grab des Chemie-Nobelpreisträgers Karl Ziegler (1898–1973), neben seiner Frau Maria. Ziegler leitete von 1943 bis 1969 das Max-Planck-Institut für Kohlenforschung in Mülheim und erhielt 1963 zusammen mit Giulio Natta den Nobelpreis für Chemie für die Entwicklung des Ziegler-Natta-Katalysators – die Grundlage der industriellen Polyethylen- und Polypropylen-Herstellung. Im selben Jahr wurde er Ehrenbürger der Stadt. Wer Polyolefin-Produkte des Alltags kennt, kennt Zieglers Mülheimer Lebenswerk.

Bedeutende Bestattete (Auswahl): Karl Ziegler (Chemie-Nobelpreisträger 1963, Direktor des MPI für Kohlenforschung, Ehrenbürger der Stadt), Theodor Suhnel (Architekt des Portalgebäudes), Augustin Floßdorf (katholischer Pfarrer und NS-Gegner) sowie zahlreiche Industrielle, Kaufleute und Künstler der Stadt. Ein Kriegsgräberfeld erinnert an Gefallene des Ersten Weltkriegs.

Verkehrlich ist der Hauptfriedhof über die Straßenbahnlinien 104 und 110 (Haltestelle „Hauptfriedhof“) sowie die Buslinie 130 (Haltestelle „Tilsiter Straße“) angebunden. Hier sitzt auch die zentrale Friedhofsverwaltung der Stadt: allgemeine Auskünfte unter 0208 / 455-6730, Grabangelegenheiten unter 6732 und 6733.

Altstadtfriedhof

Lage: Kettwiger Straße 75, 45468 Mülheim-Altstadt I · Eröffnet: 12. November 1812 · Denkmalschutz seit: 20. September 1984

Der Altstadtfriedhof ist Mülheims erstes kommunales Begräbnisfeld außerhalb der Kirchhöfe – und damit ein direktes Erbe der napoleonischen Verwaltungsreform. Bereits 1784 hatte Kurfürst Karl Theodor das Bestattungswesen aus den dicht besiedelten Innenstädten herausverlegen wollen, doch erst Napoleons „Décret sur les sépultures“ von 1804 sowie die französische Verwaltung im Großherzogtum Berg setzten die Sache durch. Am 12. November 1812 weihten drei reformierte und ein lutherischer Pfarrer den neuen Friedhof gemeinsam ein – ein für die Konfessionsgeschichte der Stadt bemerkenswerter Vorgang.

Bis 1835 verwalteten die beiden evangelischen Kirchengemeinden das Gelände, danach übernahm die Stadt. Zwischen 1835 und 1878 wuchs der Friedhof durch mehrere Zukäufe zu seiner heutigen Größe heran. 1889 entstand das markante Backsteintorhaus an der Kettwiger Straße, 1906/07 die Trauerhalle. Mit Eröffnung des Hauptfriedhofs 1916 wurden Reihengräber nicht mehr vergeben, Wahlgräber waren bis 1967 möglich; danach folgte die offizielle Schließung. Heute ist der Friedhof vor allem ein „grünes Buch der Stadtgeschichte“ und kein regulärer Bestattungsort mehr; Urnenbeisetzungen sind seit 1988 in den Feldern entlang der Kluse sowie über das Patenschaftsmodell wieder zulässig.

Auf rund acht Hektar erzählen Gruften, Stelen und prunkvolle Familiengrabstätten die Industriegeschichte des westlichen Ruhrgebiets. Die einstige Friedhofsmauer und die Baumreihen gehen auf Artikel 3 des napoleonischen Dekrets zurück, das eine zwei Meter hohe Mauer und eine Baumbepflanzung vorschrieb. Eine Mülheimer Besonderheit ist das Patenschaftsmodell: Bürgerinnen und Bürger können denkmalwerte historische Grabstätten übernehmen, verpflichten sich zu Pflege und Restaurierung und erwerben das Recht, dort bis zu vier Urnen beizusetzen. Die Erwerbsgebühr für 30 Jahre wird erst bei der ersten Beisetzung fällig – ein im Bundesvergleich ungewöhnliches Modell.

Wenig bekannt: An der nördlichsten Grenze des Altstadtfriedhofs steht das zentrale Ehrenmal des Bildhauers Gerhard Marcks für die Opfer beider Weltkriege. Marcks gehörte zu den bedeutendsten deutschen Bildhauern des 20. Jahrhunderts; ihm ist das Gerhard-Marcks-Haus in Bremen als eigenes Künstlermuseum gewidmet. Auf demselben nördlichen Teil – heute „Alter Friedhof“ genannt – ruhen nach Angaben der Stadt Mülheim 440 überwiegend russische Kriegsgefangene und Zwangsarbeiter aus beiden Weltkriegen; das Mahnmal verbindet damit den Erinnerungsort an die Industriellen-Dynastien mit der Mahnung an deren Schattenseite.

Bedeutende Bestattete (Auswahl): Christian Weuste (erster Bürgermeister Mülheims), Familiengrabstätte Joseph Thyssen (Industrieller, Bruder August Thyssens), die Gruft der Industriellenfamilie Stinnes (Hugo Stinnes selbst starb 1924 in Berlin und wurde dort beigesetzt), Johann Caspar Troost (rheinischer Textilfabrikant und preußischer Kommerzienrat), die Lederfabrikanten-Familien Coupienne und Lindgens, die Kaufmannsdynastie Schmitz-Scholl, Familie von Eicken sowie die Mitsdörffer- und Klusmann-Gruften.

Der Altstadtfriedhof ist über die Straßenbahnlinie 112 (Haltestellen „St.-Marien-Hospital“ oder „Sportzentrum Südstraße“) erreichbar. Die öffentliche Toilette ist nur während Bestattungen geöffnet – ein Hinweis darauf, dass der Friedhof primär als Denkmalanlage und Spazierort funktioniert.

Friedhof Broich

Lage: Holzstraße 141, 45479 Mülheim-Broich · Angelegt: um 1900 · Fläche: rund 6 Hektar

Der Friedhof Broich liegt im linksruhrischen Stadtteil Broich, der bis 1904 eine eigenständige Stadt war und erst im Zuge der Eingemeindung Teil Mülheims wurde. Entsprechend trägt der Friedhof, der um 1900 angelegt wurde, noch deutlich die Handschrift einer kleineren bürgerlichen Gemeinde. Heute liegt das gesamte Areal in einem Landschaftsschutzgebiet; ein bewaldetes Siepental mit alten Buchen trennt zwei Friedhofsteile, die durch Fußwege verbunden sind. Der nördliche Teil zeigt überwiegend offene Grabflächen, der südliche besitzt waldartigen Charakter.

Im Rahmen des LVR-Projekts „Biodiversität auf Friedhöfen im westlichen Ruhrgebiet“ (Biologische Station Westliches Ruhrgebiet, 2024, dokumentiert in der KuLaDig-Objektansicht durch Corinne Buch) wurde auf dem Friedhof Broich eine bemerkenswerte Vielfalt von Wildpflanzenarten nachgewiesen, darunter das Bunte Vergissmeinnicht (Myosotis discolor) – eine im Ruhrgebiet recht seltene Art des Magergrünlandes. Der Friedhof Broich ist damit nicht nur Bestattungs-, sondern auch ein faktisches Refugium für Magerrasenarten, die in der Region sonst kaum noch Lebensraum finden.

Praktisch bietet Broich heute eine ungewöhnlich vollständige Bandbreite an Grabarten: klassische Erdgrabstätten als Wahl- und Reihengräber, Waldgräber, Urnenwahl- und Urnenreihengräber, Urnenkammern, Kindererdgräber sowie pflegefreie Urnengemeinschaftsgräber und sogenannte Hainbestattungen für Särge und Urnen. Eine kleine, zentral gelegene Trauerhalle ermöglicht Aufbahrung und Trauerfeier vor Ort. Toiletten stehen nur während der Dienstzeiten der Friedhofsmitarbeitenden offen.

Wenig bekannt: Während die monumentalen Industriellengräber auf dem Altstadt- und Hauptfriedhof liegen, hat Broich keine vergleichbar prominenten Grabmäler – und gerade das macht den Friedhof zu einer botanischen Schatzkammer. Wer im Frühjahr durch das Siepental geht, kann hier seltene Arten des Magergrünlandes wie das Bunte Vergissmeinnicht finden, die andernorts im westlichen Ruhrgebiet kaum noch wachsen. Die Biologische Station Westliches Ruhrgebiet dokumentiert den Friedhof Broich als Teil ihres LVR-Biodiversitätsprojekts.

Verkehrsanbindung: Straßenbahnlinie 102 (Haltestellen „Heuweg“ oder „Broicher Friedhof“) sowie die Buslinien 129, 131 und 139. Parkmöglichkeiten bestehen am Hauptparkplatz und im unteren Bereich an der Bremer Straße.

Friedhof Speldorf

Lage: Friedhofstraße 209, 45478 Mülheim-Speldorf · Stadtteil: Speldorf (eingemeindet 1904)

Speldorf gehörte bis zur Eingemeindung 1904 zur Bürgermeisterei Broich und entwickelte sich um die Jahrhundertwende durch die Ansiedlung von Industrie und Hafenanlagen zu einem der bevölkerungsreichsten Stadtteile Mülheims. Der Friedhof an der Friedhofstraße spiegelt diese Geschichte: parkähnliche Lage, breite Wege, ein hoher Anteil an Wahlgräbern aus den Wachstumsjahrzehnten Anfang des 20. Jahrhunderts. Die Stadt beschreibt den Ort selbst als „Naturraum und Bestattungsort“.

Praktisch bietet der Friedhof Speldorf Wahl-, Reihen- und Waldgräber für Erdbeisetzungen, kleine und große Urnenwahlgräber, Urnenreihengräber und pflegefreie Urnengemeinschaftsanlagen. Damit deckt er das gesamte Spektrum aktueller Bestattungsbedürfnisse ab. Die zur Anlage gehörende Trauerhalle dient für Aufbahrungen und Trauerfeiern im Stadtteil.

Wenig bekannt: Anders als die innerstädtischen Friedhöfe der Altstadt liegt Speldorf am westlichen Rand des Stadtteils, an der Übergangszone zum Speldorfer Wald und zum Ruhraue-Landschaftsschutzgebiet. Die parkähnliche Anlage mit breiten Wegen und altem Baumbestand – die Stadt selbst beschreibt den Friedhof als „Naturraum und Bestattungsort“ – funktioniert dadurch zugleich als wohnortnaher Spazierraum. Wer pflegefreie Bestattungsformen im westlichen Stadtgebiet sucht, findet hier die gesamte Bandbreite von Urnengemeinschaftsanlagen bis zu Waldgräbern in einer Lage, die nicht den Charakter eines reinen Innenstadtfriedhofs hat.

Praktische Hinweise: Speldorf ist innerstädtisch über mehrere Buslinien gut erreichbar und durch seinen großen Parkplatz besonders für Familien mit auswärtigen Angehörigen praktikabel. Anfragen werden zentral über die Friedhofsverwaltung am Hauptfriedhof bearbeitet.

Neben diesen vier Friedhöfen unterhält die Stadt weitere städtische Anlagen in Dümpten (zwei Friedhöfe: Schildberg und Oberheidstraße), Heißen und Styrum sowie die historischen Anlagen Holthausen (Röntgenstraße) und Ehrenfriedhof. Hinzu kommen konfessionelle Begräbnisstätten der christlichen und jüdischen Gemeinden in Mülheim.

Bestattungskosten in Mülheim an der Ruhr

Die Friedhofsgebühren der Stadt richten sich nach der Gebührensatzung vom 20. Dezember 2022. Sie unterscheidet zwischen Grabnutzungsgebühren (für die gesamte Ruhezeit, üblicherweise bis 25 oder 30 Jahre), Bestattungs- und Beisetzungsgebühren (für die einmalige Handlung) sowie Zusatzgebühren für Trauerhallennutzung, Grabmalgenehmigung und ähnliche Leistungen. Die einzelnen Beträge sind verbindlich nur in der Satzung selbst geregelt; aktuelle Auszüge erteilt die Friedhofsverwaltung am Hauptfriedhof unter 0208 / 455-6730.

Für eine grobe Einordnung gibt es zwei externe Datenpunkte. Der Bund der Steuerzahler NRW ordnet Mülheim in seinem Vergleich vom Oktober 2024 den Städten zu, deren Gesamtgebühren für ein Sargwahlgrab über 4.000 Euro liegen – also in die teurere Hälfte des Bundeslandes. Diese Klassen-Aussage ersetzt keine Einzelpreis-Recherche, hilft aber bei der finanziellen Vorab-Planung.

KostenblockEinordnung
Sargwahlgrab, Gesamtgebühren Stadtüber 4.000 € (BdSt NRW, 2024)
Urnengräbernach Satzung deutlich günstiger
Trauerhallennutzung, Grabmalgenehmigung, weitere Verwaltungsgebührennach Gebührensatzung 20.12.2022
Konkrete EinzelbeträgeFriedhofsverwaltung 0208 / 455-6730

Hinzu kommen die Bestatterleistungen, die nicht von der Stadt, sondern vom beauftragten Bestattungsunternehmen erhoben werden: Überführung, Versorgung, Sarg oder Urne, Trauerfeier-Organisation, Erledigung der Formalitäten. Die Preisspannen unter Mülheimer Bestattern streuen erheblich – ein direkter Angebotsvergleich mit zwei oder drei Anbietern ist die zuverlässigste Methode, eine realistische Gesamtkosten-Vorstellung zu bekommen. Wer eine grobe Hausnummer braucht: einfache Urnenbeisetzungen liegen erfahrungsgemäß im niedrigen vierstelligen, klassische Erdbestattungen mit Trauerfeier im mittleren vierstelligen Bereich; repräsentative Wahlgräber mit größerer Trauerfeier können auch fünfstellig werden. Diese Spannen sind keine verbindlichen Tabellenwerte, sondern eine praktische Plausibilisierung.

Drei Hinweise sparen oft Geld: Erstens lohnt sich der direkte Vergleich mehrerer Bestatterangebote mit identischem Leistungspaket – die Preise innerhalb derselben Stadt streuen erheblich. Zweitens senken pflegefreie Urnengemeinschaftsanlagen die langfristigen Folgekosten (keine Grabpflege über Jahrzehnte). Drittens kann die Patenschaft für ein historisches Grab auf dem Altstadtfriedhof eine wirtschaftlich interessante Option sein: Die 30-jährige Erwerbsgebühr wird erst bei der ersten Beisetzung fällig.

Was kostet die Bestattung konkret? Berechne deinen Kostenrahmen mit anonymer Eingabe in zwei Minuten: → Bestattungskosten-Rechner. Vergleicht Erd-, Feuer- und Seebestattung mit aktuellen Friedhofsgebühren und Bestatterleistungen. Hast Du schon ein konkretes Angebot oder eine Rechnung? Mit dem → Angebotsprüfer prüfst Du in 3 Minuten mit Ampel, ob Preis und Posten plausibel sind.

Was nach einem Todesfall in Mülheim zu tun ist

Die Reihenfolge der Schritte ist in NRW weitgehend standardisiert. Die folgenden Punkte gelten für einen Todesfall, der sich in Mülheim ereignet hat; bei einem Sterbeort außerhalb der Stadt ist immer das dortige Standesamt zuständig.

  1. Arzt verständigen und Todesbescheinigung ausstellen lassen. Bei Tod zu Hause werden der Hausarzt oder der ärztliche Bereitschaftsdienst (116 117) gerufen; bei plötzlichem, ungeklärtem Tod die 112. In Kliniken und Pflegeheimen übernimmt das Personal diesen Schritt automatisch.
  2. Bestattungsunternehmen beauftragen. Der Bestatter überführt die verstorbene Person und übernimmt in der Regel alle weiteren Formalitäten. Bei Zeit empfiehlt sich der Vergleich von mindestens zwei oder drei Angeboten – die Preise in Mülheim variieren spürbar.
  3. Sterbefall beim Standesamt Mülheim anzeigen. Frist: spätestens am dritten auf den Tod folgenden Werktag (§ 28 PStG). Adresse: Standesamt Mülheim an der Ruhr, Am Rathaus 1, 45468 Mülheim (postalisch: Postfach 10 19 53, 45419 Mülheim), Telefon 0208 / 455-0, standesamt@muelheim-ruhr.de. Vorsprache nur nach Terminvereinbarung. Die Beurkundung ist gebührenfrei; für sozialversicherungsrechtliche Zwecke werden bis zu drei Sterbeurkunden kostenlos ausgestellt.
  4. Wichtige Dokumente beschaffen. Personalausweis und ggf. Reisepass der verstorbenen Person, Geburtsurkunde, Heiratsurkunde oder ggf. Sterbeurkunde des früheren Ehegatten, gegebenenfalls Scheidungsurteil. Bei verstorbenen Eltern eines minderjährigen Kindes zusätzlich die Geburtsurkunde des Kindes.
  5. Friedhof und Grabart wählen. Die Friedhofsverwaltung am Hauptfriedhof (Zeppelinstraße 132, 0208 / 455-6730, info.friedhoefe@muelheim-ruhr.de) berät Montag bis Freitag 8–12 Uhr (donnerstags zusätzlich 14–16 Uhr, mittwochs geschlossen). Wahlgrab, Reihengrab, Urne, Hainbestattung – die Auswahl ist in Mülheim groß und stark stadtteilbezogen.
  6. Trauerfeier organisieren. Die Trauerhallen der Mülheimer Friedhöfe können über die Friedhofsverwaltung gebucht werden; konfessionelle Feiern werden mit der jeweiligen Gemeinde abgestimmt.
  7. Behörden und Versicherungen informieren. Rentenversicherung, Krankenkasse, Bank, Vermieter, Energieversorger, gegebenenfalls Arbeitgeber. Der Bestatter übernimmt einige dieser Meldungen auf Wunsch; viele Hinterbliebene erledigen sie selbst, weil sie persönliche Vollmachten und Verträge betreffen.

Für Bestattungen im Ausland wird zusätzlich ein Leichenpass benötigt, den das Ordnungsamt der Stadt Mülheim ausstellt, sofern der Sterbefall in Mülheim eingetreten ist. Die Bearbeitungszeit beträgt im Regelfall ein bis zwei Werktage, wenn alle Unterlagen vollständig vorliegen.

Sozialbestattung in Mülheim an der Ruhr

Reicht der Nachlass nicht aus und können die Bestattungspflichtigen die Kosten nicht aus eigenen Mitteln tragen, übernimmt das Sozialamt nach § 74 SGB XII die erforderlichen Bestattungskosten. Anspruchsgrundlage ist nicht Bedürftigkeit der Antragstellenden allein, sondern die Unzumutbarkeit der Kostentragung; das Bundessozialgericht hat in seiner Grundsatzentscheidung B 8 SO 20/10 R vom 25.08.2011 klargestellt, dass die Zumutbarkeit unter Berücksichtigung der gesamten Vermögens-, Einkommens- und persönlichen Verhältnisse zu prüfen ist — auch eine Erbausschlagung entbindet nicht automatisch von der Kostentragungspflicht. Wer in Mülheim bestattungspflichtig ist, ergibt sich aus § 8 BestG NRW: in dieser Reihenfolge Ehegatte oder eingetragener Lebenspartner, volljährige Kinder, Eltern, volljährige Geschwister, Großeltern und volljährige Enkelkinder.

Zuständige Stelle

Zuständig ist nach § 98 Abs. 3 SGB XII (analog) das Sozialamt am Ort des tatsächlichen Aufenthalts der verstorbenen Person — bei einem Sterbefall in Mülheim also:

Sozialamt der Stadt Mülheim an der Ruhr
Ruhrstraße 1 (Medienhaus), Zimmer 421
45468 Mülheim an der Ruhr
Telefon: 0208 455-5061
E-Mail: sozialamt@muelheim-ruhr.de
Vorsprache nur nach Terminvereinbarung.

Für Personen, die zu Lebzeiten Hilfe zum Lebensunterhalt nach dem 3. Kapitel SGB XII durch die Stadt Mülheim bezogen haben, ist Mülheim unabhängig vom Sterbeort zuständig.

Was übernommen wird — und was nicht

Übernahmefähig sind die für eine würdige, einfache Bestattung erforderlichen Kosten: einfacher Sarg oder Urne, Überführung, Friedhofsgebühren für ein Reihen- oder Urnenreihengrab nach der Mülheimer Gebührensatzung vom 20. Dezember 2022, einfache Trauerfeier, Sterbeurkunden. Für einen Grabstein sind drei Kostenvoranschläge vorzulegen. Nicht übernommen werden Repräsentationskosten wie aufwendige Wahlgräber, Traueranzeigen, Trauerkaffee, Blumenschmuck über das Notwendige hinaus oder gehobene Sargmodelle. Eigenes Einkommen und Vermögen der Bestattungspflichtigen sowie Guthaben auf Konten der verstorbenen Person sind vorrangig einzusetzen.

Antragszeitpunkt

Der Antrag ist nach gefestigter Rechtsprechung innerhalb von sechs Wochen ab Kenntnis der Bestattungspflicht beim Sozialamt zu stellen — spätere Anträge können abgelehnt werden. Praktisch heißt das: vor Beauftragung des Bestattungsunternehmens das Sozialamt informieren, damit der Bestatter den Auftrag von Anfang an im Rahmen der übernahmefähigen Kosten kalkulieren kann. Eine Vorabbewilligung ist nicht möglich; das Sozialamt prüft erst nach Vorlage der Rechnungen, der finanziellen Nachweise (Kontoauszüge der letzten drei Monate der verstorbenen Person) und gegebenenfalls der Erbausschlagung.

Vorsorge-Tipp gegen Sozialbestattung: Eine Sterbegeldversicherung deckt die Bestattungskosten ab, damit Angehörige nicht in die § 74-Lage geraten. Vergleichsrechner für Tarife und Versicherungssummen: → Sterbegeldversicherung vergleichen (Check24). Hinweis: machsruhig verlinkt diesen Vergleich als Affiliate, der dabei verdiente Anteil finanziert die Redaktion — ohne Mehrkosten für Dich.

Bestatter in Mülheim an der Ruhr finden

Die Wahl eines Bestattungsunternehmens ist nicht standardisiert – Preise, Beratungsqualität und Leistungsumfang unterscheiden sich erheblich. Einige Orientierungspunkte helfen bei der Auswahl in Mülheim.

Verbandsmitgliedschaft. Der Bestatterverband Nordrhein-Westfalen e.V. mit Sitz in Düsseldorf (Cecilienallee 5, 40474 Düsseldorf) ist der größte Berufsverband des Bestattungsgewerbes in NRW. Mitgliedsunternehmen verpflichten sich auf einheitliche fachliche Standards und auf eine kontinuierliche Fortbildung. Die Verbandsmitgliedschaft ist kein automatisches Qualitätssiegel, aber ein verlässlicher erster Filter.

Lokale Verwurzelung. Mülheim hat eine Reihe traditionsreicher Bestattungshäuser, die teils seit mehreren Generationen in der Stadt tätig sind und sowohl die Friedhofsverwaltung als auch die örtlichen Trauerhallen, Pfarrgemeinden und Steinmetzbetriebe gut kennen. Ein erster Indikator ist die geografische Nähe: Wer in Speldorf bestattet wird, profitiert von einem Bestatter, der das Speldorfer Personal kennt.

Preisvergleich. Der Bestatterverband empfiehlt, mindestens zwei oder drei Kostenvoranschläge einzuholen. Wichtig dabei: vergleichbare Leistungspakete anfragen (gleicher Sarg, gleiche Trauerfeier-Größe, gleiche Friedhofsgebührenklasse). Pauschalpreise unterscheiden sich oft im vierstelligen Bereich, ohne dass die enthaltenen Leistungen identisch wären. Der schriftliche Kostenvoranschlag sollte alle Positionen einzeln ausweisen.

Zertifizierung der Grabsteine. Wer einen Grabstein erwerben möchte, sollte beim Steinmetz aktiv nach dem Herkunftsland fragen. Bei Importen aus China, Indien, den Philippinen oder Vietnam muss seit Januar 2020 ein anerkanntes Zertifikat ohne ausbeuterische Kinderarbeit vorliegen (§ 4a BestG NRW). Seriöse Mülheimer Steinmetze legen das Zertifikat unaufgefordert vor.

Vorsorge. Eine Bestattungsvorsorge zu Lebzeiten – über Bestattungsvorsorgevertrag, Treuhandkonto oder Sterbegeldversicherung – nimmt Hinterbliebenen viel Druck. Welche Form sinnvoll ist, hängt von Alter, Vermögen und Familiensituation ab. Eine erste Übersicht bietet die Vorsorgeseite dieses Portals.

Bestatter-Wahl in Mülheim an der Ruhr — Qualitätskriterien

Eine gesetzliche Pflicht zur Beauftragung eines bestimmten Bestatters besteht nicht. Wer eine Bestattung in Mülheim an der Ruhr organisiert, kann frei wählen — und sollte das auch nutzen, weil die Preisspannen zwischen Bestattungsunternehmen erheblich sind. Sechs Kriterien helfen bei der Auswahl:

Tipp: Notiere Dir vor dem ersten Bestatter-Gespräch die wichtigsten Eckdaten (gewünschte Bestattungsart, Friedhof, Trauerfeier-Wünsche, Budget-Rahmen). Das macht den Vergleich der Angebote belastbarer und schützt vor Aufschlägen für Leistungen, die nicht benötigt werden. Alle Bestattungsformen im Überblick: Bestattungsarten; Kosten-Korridor: Bestattungskosten in Deutschland.

Unverbindliche Anfrage an einen Bestatter in Mülheim an der Ruhr

Diese Anfrage ist ein Vermittlungsangebot und unabhängig vom Transparenz-Partner-Status. Transparenz Partner legen ihre Preisstruktur nach öffentlichen Kriterien offen; Vermittlungspartner können Anfragen erhalten. Ein Bestatter kann beides sein, muss es aber nicht.

Wenn in Deiner Region ein passender Vermittlungspartner verfügbar ist, leiten wir Deine Anfrage weiter. Falls nicht, sagen wir Dir das offen. Es entsteht kein Vertrag, kein Newsletter und kein Verkaufsdruck. Eine mögliche Vermittlungsvergütung betrifft nur weitergeleitete Anfragen — nicht die Aufnahme als Transparenz Partner, nicht die Sichtbarkeit und nicht die Reihenfolge im Verzeichnis.

Wichtig zur Einordnung

Transparenz Partner legt Preisbeispiele nach öffentlichen Kriterien offen — kostenlos, nicht käuflich, kein Qualitätsurteil.

Vermittlungspartner kann auf Wunsch eine Anfrage erhalten — eine Vergütung kann nur hier entstehen.

Redaktionelle Inhalte bleiben unabhängig — kein Anbieter kann Platzierungen oder Empfehlungen kaufen.

Wir leiten Deine Anfrage spamfrei weiter — sofern in Deiner Region ein passender Vermittlungspartner vorhanden ist. Kein automatischer Vertrag, kein Newsletter ohne Einwilligung.

Häufige Fragen zur Bestattung in Mülheim an der Ruhr

Wie viele städtische Friedhöfe gibt es in Mülheim?

Die Stadt verwaltet zehn städtische Friedhöfe. Auf acht davon finden Beisetzungen statt: sieben für reguläre Bestattungen (Hauptfriedhof, Broich, Dümpten I (Schildberg), Dümpten II (Oberheidstraße), Heißen, Speldorf und Styrum) sowie der Altstadtfriedhof eingeschränkt für Urnenpatenschaften (seit 1988). Der Altstadtfriedhof ist seit 1967 für reguläre Bestattungen geschlossen, ermöglicht aber seit 1988 Urnenbeisetzungen über das Patenschaftsmodell. Der Holthausener Friedhof an der Röntgenstraße (seit 1957 ohne Beisetzungen) und der Ehrenfriedhof sind ebenfalls nicht aktiv.

Welche Bestattungsfristen gelten in Mülheim?

Es gilt das Bestattungsgesetz NRW. Nach § 13 Abs. 2 BestG NRW dürfen Erdbestattungen frühestens 24 Stunden nach Eintritt des Todes vorgenommen werden, nach § 13 Abs. 3 müssen sie innerhalb von zehn Tagen erfolgen. Die zuständige Behörde kann nach § 13 Abs. 2 BestG NRW in begründeten Fällen Ausnahmen von der 24-Stunden-Wartefrist zulassen – in der Verwaltungspraxis insbesondere bei muslimischen und jüdischen Bestattungen, bei denen eine zeitnahe Beisetzung Teil des Glaubensritus ist. Die Ausnahme ist beim Ordnungsamt zu beantragen.

Wo wird der Sterbefall in Mülheim angezeigt?

Beim Standesamt Mülheim an der Ruhr spätestens am dritten auf den Tod folgenden Werktag (§ 28 PStG). Adresse: Am Rathaus 1, 45468 Mülheim, postalisch Postfach 10 19 53, 45419 Mülheim, Telefon 0208 / 455-0, E-Mail standesamt@muelheim-ruhr.de. Vorsprachen nur nach Terminvereinbarung. In Kliniken und Pflegeheimen meldet die Einrichtung den Sterbefall selbst (§ 30 PStG).

Was kostet ein Grab in Mülheim an der Ruhr?

Die Friedhofsgebühren richten sich nach der Gebührensatzung der Stadt vom 20. Dezember 2022. Eine Auswertung des Bundes der Steuerzahler NRW vom Oktober 2024 ordnet Mülheim den NRW-Städten mit Gesamtkosten von über 4.000 Euro für ein Sargwahlgrab zu. Hinzu kommen die Leistungen des beauftragten Bestatters. Verbindliche Einzelbeträge erteilt die Friedhofsverwaltung am Hauptfriedhof unter 0208 / 455-6730.

Kann man auf den Mülheimer Friedhöfen pflegefreie Gräber wählen?

Ja, auf mehreren Friedhöfen – darunter Broich, Speldorf und Hauptfriedhof – werden pflegefreie Urnengemeinschaftsanlagen und Hainbestattungen angeboten. Bei diesen Grabarten ist eine einmalige Pauschale zu zahlen; eine individuelle Grabpflege durch Angehörige entfällt während der gesamten Ruhezeit.

Welche Religionsgemeinschaften haben in Mülheim eigene Bestattungsmöglichkeiten?

Neben den städtischen Friedhöfen gibt es konfessionelle Begräbnisstätten der katholischen, evangelischen und jüdischen Gemeinden. Auf dem Hauptfriedhof besteht seit dem 13. Juni 1996 ein etwa 1.000 Quadratmeter großes muslimisches Grabfeld. Eine eigene Kremationsstätte unterhält Mülheim nicht; Einäscherungen erfolgen in regionalen Krematorien, etwa in Essen oder Duisburg.

Kann man die Asche eines Verstorbenen in Mülheim außerhalb eines Friedhofs verstreuen?

Nach § 15 Abs. 6 BestG NRW ist die Verstreuung der Asche an dafür ausgewiesenen Orten zulässig; auf Friedhöfen gilt grundsätzlich der Friedhofszwang (§ 14 BestG NRW). In Mülheim werden diese Möglichkeiten in anonymen Urnengemeinschaftsanlagen umgesetzt. Eine private Aschenstreuung im eigenen Garten ist in NRW nur in engen, behördlich genehmigten Ausnahmefällen zulässig.

Quellen

  1. Stadt Mülheim an der Ruhr, Amt für Grünflächenmanagement und Friedhofswesen: Friedhöfe in Mülheim an der Ruhr und Unsere Friedhöfe, abgerufen 2026.
  2. Stadt Mülheim an der Ruhr: Übersicht der zehn städtischen Friedhöfe (Stand 21.02.2025).
  3. Stadt Mülheim an der Ruhr: Gebührensatzung vom 20. Dezember 2022 für die städtischen Friedhöfe.
  4. Stadt Mülheim an der Ruhr: Satzung für die städtischen Friedhöfe vom 19. Dezember 2013 (Friedhofssatzung).
  5. Stadt Mülheim an der Ruhr: Mülheimer Baudenkmäler: Der Altstadtfriedhof.
  6. Stadt Mülheim an der Ruhr: Friedhof Altstadt, Friedhof Broich und Patenschaften für denkmalwerte Grabstätten.
  7. Stadt Mülheim an der Ruhr, Serviceportal: Sterbefall anzeigen und Sterbeurkunde beantragen.
  8. RECHT.NRW.DE: Gesetz über das Friedhofs- und Bestattungswesen (BestG NRW), Stand 01.10.2014.
  9. Ministerium für Arbeit, Gesundheit und Soziales NRW: Bestattungswesen, insbesondere zu § 4a BestG NRW (Zertifizierung von Grabsteinen).
  10. Aeternitas e.V.: Bestatten in Nordrhein-Westfalen.
  11. Bestatterverband Nordrhein-Westfalen e.V.: Bestattungsgesetz NRW im Volltext.
  12. Bund der Steuerzahler NRW e.V.: Vergleich der Friedhofsgebühren in NRW 2024.
  13. Wikipedia: Hauptfriedhof Mülheim an der Ruhr, Altstadtfriedhof, Liste der Friedhöfe in Mülheim an der Ruhr, Karl Ziegler und Gerhard-Marcks-Haus Bremen.
  14. Geschichtsverein Mülheim an der Ruhr: Der Altstadtfriedhof und Verleihung des Chemie-Nobelpreises an Karl Ziegler.
  15. Stadt Mülheim an der Ruhr / Kultur: Sammlung Ziegler.
  16. Ambulantes Hospiz Mülheim a.d. Ruhr e.V.: Besuch Hauptfriedhof Mülheim.
  17. Corinne Buch, Tobias Rautenberg, Peter Keil: „Der Hauptfriedhof – ein Hotspot der Artenvielfalt“, in: Stadt Mülheim an der Ruhr (Hrsg.), Mülheim an der Ruhr. Jahrbuch 2022, Verkehrsverein Mülheim an der Ruhr 2021, ISBN 978-3-9822636-1-8, S. 172–186.
  18. KuLaDig (Landschaftsverband Rheinland): Friedhof Broich in Mülheim an der Ruhr – Corinne Buch, Biologische Station Westliches Ruhrgebiet (2024).

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